Kunst ist die Chance für Veränderung und inneren Wachstum
Mich berührt es selbst immer wieder sehr, wenn ich mit meinen Geschichten und Arbeiten die Menschen berühren darf und ihnen Impulse geben kann. Oft spüre ich die Erleichterung darüber, offen und individuell über unsere Vergangenheit und ihren Einfluss auf die Gegenwart sprechen zu können. Meine Kunst, meine Impulse sind Anregungen, sich dem zu widmen, um die Kraft der eigenen Veränderung zu erkennen und anzunehmen.
In Installationen, Collagen und Fotografien, Texten und Performances setze ich mich mit den Themen Erinnerung und Veränderung auseinander. Dabei mixe ich auch gern die Materialien und Ausdrucksformen. So füge ich meinen Werken oft Worte oder textile Elemente hinzu. Der Name hehocra setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Worte heri * hodie * cras zusammen. Dies ist lateinisch für gestern * heute * morgen.
Ostdeutsche und Stasi-Kind…
Viele Jahre war ich auf der Suche, ohne zu wissen wonach. Ein wichtiger Meilenstein auf meinem Weg war das Buch „Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat“ von Ruth Hoffmann. Die Autorin sprach mit Menschen, deren Eltern oder ein Elternteil als hauptamtliche Mitarbeiter beim Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) gearbeitet haben. Mein Vater war dort auch beschäftigt. Insofern war dieses Buch eine Offenbarung für mich. In vielem erkannte ich eigene Erinnerungen wieder. Es brachte mich zu der klärenden Erkenntnis: Ja, ich bin Ostdeutsche und ja, ich bin ein Stasi-Kind. Die Tätigkeit meines Vaters und auch das System der DDR haben meine Kindheit, haben mich geprägt. Ich war sechzehn Jahre alt, als die Mauer fiel. Der Austausch mit anderen, bestärkt mich immer wieder, in und mit meiner Kunst von meinen individuellen Erfahrungen und Sichtweisen zu erzählen. Oft konzentrieren sich die Äußerungen und Darstellungen auf die Dämonisierung der ostdeutschen Geschichte, sie verklären sie oder ignorieren die Erfahrungen komplett. Das möchte ich ändern. Mich interessieren die vielen, verschiedenen Nuancen dazwischen, in denen ich auch Zusammenhänge zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen erkenne.
Das Leben ist Veränderung…
Alles, was aus dem Meer der Erinnerungen zu etwas Verändertem oder gar Neuem erwächst, berührt mich. Ich betrachte Elemente aus verschiedenen Lebensphasen und spiele mit ihnen. In Form von Werkgruppen, Serien und einzelnen Bildern versuche ich mich den Themen und Fragen, die mir auf unterschiedlichen Wegen begegnen, zu nähern, den Blickwinkel zu verändern und neue Perspektiven zu erkennen, in die Tiefe zu gehen. Dabei fasziniert mich der Veränderungsprozess von der Vergangenheit, über die Gegenwart, hin zur Zukunft.
Von Veränderungen in Richtung eines ‚Optimierungswahns‘ halte ich nichts. Aber ich halte sehr viel davon, sich auf den Weg zu machen, um sich selbst zu entdecken. Es beginnt damit, sich selbst und unsere Welt offen und mutig zu hinterfragen. Dies ist ein immer währender Prozess, der nie aufhört, aber der uns enorm wachsen lässt; ganz nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel.“
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hehocra
heri * hodie * cras
gestern * heute * morgen
Atelier für Erinnerung & Veränderung