von hehocra | März 20, 2015 | Fundstücke |
Er hat uns ja in diesem Jahr schon zeitig besucht, der Frühling. Seit Anfang Februar konnten wir hier schon erste Frühblüher und sich öffnende Knospen entdecken. Heute ist nun auch aus astronomischer Sicht der Frühlingsanfang. Ich liebe diese Jahreszeit.

Ich wünsche Dir einen schönen Frühling mit zauberhaften Genussmomenten und wunderbaren Entdeckungen.
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Frühlingsanfang. Dieser Tag lässt mich in den vergangenen Jahren auch immer wieder an einen Beitrag im Magazin der Süddeutschen Zeitung von 2008 denken. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tagebucharchiv haben die Autoren private Tagebucheinträge vom 20. März aus aus mehreren Jahrzehnten zusammengetragen und veröffentlicht: „Mein liebes Tagebuch“ Und immer wieder Frühling: 100 Jahre Zeitgeschichte in privaten Notizen.
Viel Spaß beim Lesen. Ich klicke mich auch gleich nochmal hinüber. Dem Internet sei Dank. (Irgendwo habe ich auch das reale Heft aufgehoben. Aber wie das immer so ist, wenn man etwas sucht… Du kennst das, oder?)
von hehocra | März 15, 2015 | Ausstellungen |
Die Geschichte der Vivian Maier kann man kurz oder auch lang erzählen. Sie war ein Kindermädchen aus Chicago und starb in armen Verhältnissen (1926 – 2009). Im Rahmen einer Versteigerung wurden ihre zahlreichen Filmrollen mit bisher unentwickelten Aufnahmen entdeckt und aufgekauft. Weitere Informationen und Einblicke in das fotografische Werk findest Du unter anderem hier (englisch) und hier (deutsch). Das unscheinbare Leben der Vivian Maier, die Entdeckung ihrer großartigen Fotografien, die aktuelle Begeisterung für die Straßenfotografie im Allgemeinen… – eine Mischung aus vielem, die eine große Faszination hervorrufen und die durch einen Streit um den Nachlass noch mehr Feuer bekommt.

Ich stehe solchen Begeisterungsstürmen ja meist eher skeptisch gegenüber. Doch dann musste ich die aktuelle Ausstellung Vivian Maier – Streetphotographer im Willy-Brand-Haus in Berlin doch besuchen. Und ich muss sagen, die Fotografien sind wahrlich großartig. Mich begeistern insbesondere ihre Selbstporträts und Schattenbilder. Die wunderbare Carola Muysers, die ich übrigens kürzlich persönlich kennenlernen durfte, hat die Ausstellung ebenfalls besucht und auf Berlin-Woman davon berichtet. Die Ausstellung läuft noch bis zum 12. April 2015.

Ergänzen dazu möchte ich: Wem es in der Ausstellung zu eng und zu stickig wird, dem hätte ich eine weitere, äußerst interessante Ausstellung eine Etage höher gern empfohlen. Diese lief leider nur bis zum 25. Februar 2015. Aber ich möchte nicht versäumen, Dir kurz davon zu berichten: Heimat. Deutschland – Deine Gesichter. Der Fotograf Carsten Sander (Achtung: Link mit Musik) porträtiert zahlreiche Menschen in der immer gleichen Anordnung. Die Fotografien „…unterscheiden nicht, woher man kommt oder was man macht. Durch den Verzicht künstlicher Posen zeigen die Portraits immer die Essenz eines Menschen, und damit auch die Essenz dieses Landes…“, heißt es in der Ausstellungsbeschreibung. Ich bin mir sicher, von diesem engagierten Projekt wird es künftig noch mehr Ausstellungen und Berichte geben. Und wenn Du schon jetzt mehr erfahren möchtest, dann schau doch einfach mal hier: Deutschland – Deine Gesichter.

von hehocra | März 13, 2015 | Ausstellungen |
Unter Fotokunstbegeisterten hat sich bereits herumgesprochen, dass das C|O Berlin umgezogen ist. Nach einer längeren Umbauphase hat es im vergangenen Herbst seine neuen Türen im Amerika Haus in Berlin geöffnet. Nun habe ich das neue Haus auch besucht. Wunderschön ist es dort.


Der Bau stammt aus den Jahren 1956/57 und blickt auf eine politisch bewegende Geschichte zurück. Der schlichte Stil seines Ursprungs wurde mit viel Liebe zum Detail hervorgeholt und bietet nun eine Fläche für neue faszinierende Ausstellungen.

Die aktuellen Ausstellungen umfassen eine kleine Zeitreise:
Lore Krüger – Ein Koffer voller Bilder. Fotografien von 1934 – 1944.
Blow-up -vAntonionis Filmklassiker und die Fotografie… (aus den 60er Jahren)
Niina Vatanen – Beyond the Visible Surface. (zeitgenössische Fotografie)

Die letztgenannte Ausstellung hat mich am meisten beeindruckt. Die finnische Künstlerin Nina Vatanen spielt mit alten Fotografien und damit auch gleichzeitig mit Erinnerungen, Gefühlen und Stimmungen. Sie arbeitet mit der Oberfläche und verändert damit auch die Tiefe. Sie widmet sich dem Sichtbarem und Nicht-Sichtbarem.
Über die Ausstellung mit den Fotografien von Lore Krüger kannst Du auch im Online-Magazin Berlin-Woman nachlesen.
Und wie ich gerade gesehen habe, gibt es eine neue Ausstellung: Somewhere on disappearing path. Talents 31. Iveta Vaivode. Die lettische Fotografin Iveta Vaivode porträtiert die dörfliche Heimat ihrer Familie, in der sie selbst nie gelebt hat. In der Ausstellungsbeschreibung heißt es: „…Ein Ort, der eigene Erinnerungen wachruft, obwohl man nie zuvor dort war…“ Na das klingt doch spannend. Da muss ich unbedingt hin. Vielleicht begegnen wir uns ja dort…
Alle hier genannten Ausstellungen gehen noch bis zum 8. bzw. 10. April 2015. Infos zum jeweils aktuellen Programm bitte hier.
Wo war das C|O Berlin vorher? Hier kannst Du mit mir in Erinnerungen schwelgen.
von hehocra | März 12, 2015 | Vielfalt |
Kürzlich war ich das C|O Berlin in seinen neuen Räumlichkeiten im Amerika Haus besuchen. Doch bevor ich Dir davon erzähle, möchte ich heute kurz in meinen Erinnerungen an die frühere Location schwelgen.

Wer eine Ausstellung im ehemaligen Postfuhramt je besucht hat, wird sich an den morbiden Charme der Räume und Flure, der alten Turnhalle mitten in Berlin Mitte, an der Ecke Oranienburger Straße und Tucholskystraße erinnern.


Großartige, sehr berührende und beeindruckende Ausstellungen haben sich mir eingeprägt. Zum Beispiel:
Annie Leibovitz – A Photographer`s life 1995 – 2005
Gundula Schulze Eldowy – Die frühen Jahre. Fotografien 1977 – 1990
Sibylle Bergemann – Polaroids

Gestern bin ich an dem alten Gebäude vorbeigefahren. Es ist komplett eingezäunt. Was dort wohl entstehen wird?* Bestimmt nichts vergleichbares. Das Leben geht weiter…

Und dass das C|O an diesem Ort nicht ewig bleiben konnte, war klar. Umso erfreulicher ist es, dass die Idee und das bewährte Konzept eine neue Spielwiese bekommen haben. Und diese Spielwiese, das Amerika Haus am Bahnhof Zoo hat seinen ganz eigenen – auch gesichtsträchtigen – Charme. Dazu mehr im nächsten Beitrag.
* Wie ich gerade hier gelesen habe, soll dort eine Konzernrepräsentanz geschaffen werden. Nun gut. Richten wir unseren Blick auf das Amerika Haus…
von hehocra | Feb. 26, 2015 | Fundstücke |

Fünf Dinge, für die Dein Herz schlägt? Verschiedene Leute stellen auf dieser Website fünf Dinge zusammen, an denen ihr Herz hängt. Das wunderbare dabei sind natürlich die Geschichten hinter diesen Dingen.
Der alltägliche Wahnsinn: In diesem knapp fünfminütigen Video wird der Künstler Peter Piller mit einigen seiner Arbeiten vorgestellt. Er sammelt zum Beispiel alte Fotos und Zeitschriften und sieht darin Zusammenhänge, die sonst kaum jemand sieht. Faszinierend und Blick verändernd.
Blätter und Fäden – wie das zusammengeht? Ganz wunderbar, wie diese kleinen, sehr kunstvollen Objekte zeigen: Stitched Leaves by Hillary Fayles Mal eine andere Erinnerung an den Herbst.
Miss Herzfrisch schaut in ihrem Blog auf ihr Projekt vom vergangenen Jahr zurück: 365 Papiergeschichten… Aus alten Postkarten vom Flohmarkt hat sie 365 kleine Collagen gestaltet. Hast Du auch noch eine Kiste mit alten Postkarten im Schrank?
Ich bin stark. Diesen und andere Sätze hat Selma Berger auf kleine Stoffe alter Kleidungsstücke gestickt und mit zierenden Bändern umrandet. Ein Tagebuch der besonderen Art.
Das Dunkle in mir. Christoph Ermert setzt sich in seinen großartigen fotografischen Selbstporträts mit den eigenen tief gehenden Gefühlen auseinander, die gemeinhin als Depression zusammengefasst werden. Sehr berührend und ermutigend.
In der Sammelmappe findet Ihr ein paar Links zum Thema Tagebuchbloggen. Es gibt sie (wieder), die BloggerInnen, die tagtäglich aus ihrem persönlichen Leben berichten. Ich selbst schaffe es nicht, dies so regelmäßig umzusetzen. Aber ich lese gern, was andere schreiben. Und Du, kannst Du Dich eher fürs Schreiben oder eher fürs Lesen von Tagebüchern oder Tagebuchnotizen begeistern?
Wenn Dir etwas interessantes über den Weg läuft, dann immer her damit. Vielen Dank.
von hehocra | Feb. 12, 2015 | Künstler.innen |

Im Kupferstichkabinett, im Kulturforum beim Potsdamer Platz in Berlin ist nur noch bis zum 15. Februar 2015 die Ausstellung Nanne Meyer. Nichts als der Moment. Zeichnungen zu sehen. Die Künstlerin wurde mit dem Hannah-Höch-Preis ausgezeichnet und die Ausstellung zeigt die Vielfalt ihrer Arbeiten. Im Mittelpunkt stehen ungewöhnliche und faszinierende Zeichnungen. Aber auch Collagen und malerische Herangehensweisen zeigen sich in ihren Werken. Dabei bedient sie sich nicht nur dem einfachen weißen Blatt Papier sondern verwendet auch Buchseiten, Kartenmaterial, Postkarten oder alte Tonbandverpackungen.
Ich selbst kannte die Künstlerin bzw. ihre Arbeiten bisher nicht und war aufgrund einer ganz besonderen Empfehlung in dieser Ausstellung. Sehr beeindruckend und sehr inspirierend. Wer diese Ausstellung nicht mehr besuchen kann, der kann sich wunderbar auf der Website von Nanne Meyer verlieren. Auch in den Katalog, der zur Ausstellung herausgegeben wurde, vertiefe ich mich selbst immer wieder gern.
