Wir Frauen… | Verbundene Spuren Einblicke Teil 10

Wir Frauen… | Verbundene Spuren Einblicke Teil 10

Wir Frauen schauen auf ein Hier und Heute, das gewachsen ist aus einem Gestern, in dem uns Frauen oft genug das öffentliche Wort verboten wurde.

Wir wollen lernen, zu diesem Wort für uns und für andere zu finden. Deshalb müssen wir unser Geworden-Sein, unser So-Sein ergründen und uns untereinander verständigen.

Diese Zitate stammen aus dem Programmentwurf der Fraueninitiative Leipzig im neuen Forum vom 18.10.1989.

Von 1989 in die Zukunft

Diese Worte sind in diesem Jahr, 2019 in mein Leben gekommen und drücken das aus, was ich schon seit einigen Jahren selbst tue, versuche: schauen, ergründen, mein Wort finden, verbinden… Dabei kommen diese Zeilen aus dem Jahr 1989 und sind inzwischen schon 30 Jahre alt. Zunächst hatte ich sie kreativ in einer textilen Arbeit mit Taschentüchern verarbeitet:  „Frauen verändern…“. Diese Arbeit ist noch in der Frauenkultur Leipzig zu sehen. Dort hatte ich damit auch den 1. Platz beim Kunstwettbewerb „Frauen 1989 – Künstlerinnen* 2019“ belegt.  

Dann sagte mir meine Intuition

Diese Worte müssen auch in die Ausstellung „Verbundene Spuren“. So wurden sie zum Bestandteil unserer gemeinsamen Installation. Carla Pohl hat das Denkmal von beiden Seiten fotografiert und auf Leinwand ziehen lassen. Ich habe diese beschrieben, bestickt und mit verschiedenen Elementen versehen. Darum und um einige Ebenen mehr geht es in der heutigen Folge meiner Video-Reihe. 

 

Hinweis: Beim Anklicken des Videos, wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt.

 

In meiner heutigen Atelier-Post …

…geht es um die Angst, die Angst davor loszulegen, anzufangen, den ersten Schritt zu wagen. Über meine Atelier-Post schicke ich Dir zu jeder Folge Anregungen, wie Du selbst ins kreative Tun kommen kannst, wie Dir Deine Kreativität bei verschiedenen Themen der Auseinandersetzung helfen kann.

 

Gemeinsam Ängste überwinden

An dieser Stelle wünsche ich Dir ein wunderbares Wochenende. Ich melde mich am Montag mit der letzten Folge meiner Video-Reihe und meinem letzten E-Mail-Impuls wieder. Lass die Themen dieser Woche wirken. Ich freue mich auf den kommenden Mittwoch. Bist Du mit dabei?

Du hast das Gefühl, etwas steht Dir im Weg? Du hast eine Ahnung, dass da was altes sein könnte, das sich da bemerkbar macht. Aber Du weißt nicht, genau, was da ist oder sein könnte? 

Selbst gestaltete Collagen können Dir helfen, Deine Emotionen auszudrücken, Deine Ängste zu überwinden und Deinem Unbewusstem Ausdruck zu verleihen. Das geht mit einfachen und wenigen Hilfsmitteln. Komm ins Tun und nutze Deine kreativen Quellen, denn die Veränderung beginnt bei Dir selbst.

Lass uns gemeinsam kreativ werden. Lass uns gemeinsam hineinführen, was sich da zeigen will. 

 

am 27. November 2019, um 20.30 Uhr

Collagen-Online-Workshop

 

Am besten, Du meldest Dich direkt bei mir an. Alle Informationen und den Link zum Zoom-Raum versende ich per Mail. (Mehr Informationen zu diesem Anbieter findest Du in meiner Datenschutzerklärung.) Ich freue mich auf Dich.

 

Frauen verändern | 1. Platz beim Kunstwettbewerb

Frauen verändern | 1. Platz beim Kunstwettbewerb

Mit zwei Zitaten aus dem Programmentwurf der Fraueninitiative Leipzig im neuen Forum vom 18.10.1989 habe ich mich in meiner textilen Installation „Frauen verändern“ auseinandergesetzt. Und mit dieser Arbeit habe ich beim Kunstwettbewerb der Frauenkultur Leipzig den 1. Platz gewonnen.

Ich bin sehr berührt. Dankeschön an alle Künstlerinnen*, an alle Beteiligte und Organisatorinnen. Es ist mir eine große Ehre, Teil dieser inspirierenden, bewegenden und tief gehenden Ausstellung zu sein.

 

Frauen verändern, textile Installation, 2019, (c) Doreen Trittel / VG Bild-Kunst

Frauen verändern, textile Installation, 2019, (c) Doreen Trittel / VG Bild-Kunst

 

In meiner Arbeit habe ich mich mit folgenden Zitaten beschäftigt:

„Wir Frauen schauen auf ein Hier und Heute, das gewachsen ist aus einem Gestern, in dem uns Frauen oft genug das öffentliche Wort verboten wurde.“

„Wir wollen lernen, zu diesem Wort für uns und für andere zu finden. Deshalb müssen wir unser Geworden-Sein, unser So-Sein ergründen und uns untereinander verständigen.“

Die Frauenkultur Leipzig hatte im Vorfeld verschiedene Zitate auf Ihre Webseite zur Verfügung gestellt und Künstlerinnen* dazu aufgerufen, sich davon kreativ inspirieren zu lassen. Alle Künstlerinnen* konnten dann untereinander abstimmen und Punkte vergeben (ihr eigenes Werk ausgeschlossen).

Die beiden Zitate oben sprachen mich sofort an. Beinhalten sie auch mein Tun auf mehreren Ebenen. In der Betrachtung der Vergangenheit lerne ich, wie wir zu dem geworden sind, was wir heute sind, verändere ich und finde zu mit, meinem Ursprung, meinem Selbst und damit auch zu meinem Wort. Erinnern & verändern.

 

Frauen verändern, Detail, textile Installation, 2019, (c) Doreen Trittel / VG Bild-Kunst

Frauen verändern, Detail, textile Installation, 2019, (c) Doreen Trittel / VG Bild-Kunst

 

Frauen verändern, Detail, textile Installation, 2019, (c) Doreen Trittel / VG Bild-Kunst

Frauen verändern, Detail, textile Installation, 2019, (c) Doreen Trittel / VG Bild-Kunst

 

Ich habe den abwechslungsreichen Abend der Vernissage, die sich musikalisch und erinnernd über die 4 tollen Ausstellungsorte erstreckte, sehr genossen. Eine wunderbare Vielfalt und intensive Umsetzung. Die Ausstellung wurde durch Christine Rietzke und Dietlinde Starke eröffnet. Sie erinnerten sich an ihre Aktivitäten im Zuge der Frauenbewegungen in den Jahren 1989/ 1990 sowie den davon gebliebenen Initiativen. Die Frauenkultur Leipzig ist eine davon. Die Geschichten aus 1989 und deren unglaubliche Aktualität haben mich tief beeindruckt. Musikalisch wurde der Abend von Sylke Jilani, Akkordeon und Stefanie Koch, Klarinette sowie Ingeborg Freytag, Violine getragen.

 

Frauenkultur Leipzig, 2019, (c) Doreen Trittel / VG Bild-Kunst

Christine Rietzke (li.) und Dietlinde Starke, Frauenkultur Leipzig, 2019, (c) Doreen Trittel / VG Bild-Kunst

 

Frauen verändern, textile Installation, in der Frauenkultur Leipzig, 70x215 cm, 2019, (c) Doreen Trittel / VG Bild-Kunst

Frauen verändern, textile Installation, in der Frauenkultur Leipzig, 70×215 cm, 2019, (c) Doreen Trittel / VG Bild-Kunst

 

Die Ausstellung kannst Du vom 08.10. bis 02.12.2019 im Soziokulturellen Zentrum Frauenkultur Leipzig und in der Galerie Raum 16 (beide Windscheidstr. 51) sowie in der Feministischen Bibliothek MONAliesA und im Café HdD (beide im Haus der Demokratie | Bernhard-Göring-Str. 152, 04277 Leipzig) sehen.

Die Orte liegen nah beieinander. Schau gern vorbei, wenn Du in Leipzig bist. Künstlerinnen* haben sich in vielfältigen und großartigen Werken mit Zitaten aus Fraueninitiativen und -bewegungen aus den Jahren 1989/1990 kreativ auseinandergesetzt. Beeindruckend und auch erschreckend dabei ist, wie hoch aktuell diese Zitate heute, 30 Jahre später, sind.

 

Frauenkultur Leipzig, 2019, (c) Doreen Trittel / VG Bild-Kunst

Frauenkultur Leipzig, 2019, (c) Doreen Trittel / VG Bild-Kunst

 

Alle ensprechenden Informationen und auch Fotografien sowie alle beteiligten, großartigen Kunstwerke findest Du auf der Seite der Frauenkultur Leipzig hier. Dort kannst Du auch gern alle veröffentlichten Zitate nachlesen. Sie beschäftigen sich mit einer klaren Sicht auf die Realität oder mit der Suche nach neuen Wegen. Und sie sind, wie schon erwähnt, erschreckend aktuell.

 

Christine Rietzke (li.) & Doreen Trittel, Frauenkultur Leipzig, Foto (c) Christiane Eisler

Preisverleihung: Christine Rietzke (li.) und Doreen Trittel, Ausstellungseröffnung in der Frauenkultur in Leipzig “ Kunstwettbewerb Frauen 1989 – Künstlerinnen* 2019″, (c) Christiane Eisler / transit-Archiv

 

Der Abend hat mich darüber hinaus sehr inspiriert und mir bereichernde Einblicke geschenkt… Folgende Gedanken aus dem Abend habe ich Dir noch mitgebracht:

…mit tun
…mit verantwortlich sein
…mit gestalten
…mit bewegen

 

Die Gefühle von 1989 lassen sich kaum beschreiben…

Das war, als die Wende begann, und wir noch nicht wussten, dass das die Wende war.

Gremien, die zu besetzen waren… Wer Zeit hatte, ging hin…
Ich weiß gar nicht mehr, wie mich die Nachricht erreichte…

 

…etwas Neues finden
…neue Wege gehen
…etwas noch nicht da gewesenes

gemeinsam, menschlich, miteinander

 

Ausstellung "Kunstwettbewerb Frauen 1989-Frauen 2019" der Frauenkultur in Leipzig, 2019, Foto (c) Doreen Trittel, VG-Bild-Kunst

Ausstellung „Kunstwettbewerb Frauen 1989-Frauen 2019“ der Frauenkultur in Leipzig, 2019, Foto (c) Doreen Trittel, VG-Bild-Kunst

 

Mit folgenden Worten aus einer Rede von Christine Rietze, Frauenkultur Leipzig, möchte ich mich für heute verabschieden:

Kunst braucht Öffentlichkeit.
Öffentlichkeit braucht Kunst.
Kunst braucht Kunst von Frauen.

Der Abend der Ausstellungseröffnung klingt weiterhin wunderbar und tief erfüllt nach. Ich freue mich auf meine nächste Reise nach Leipzig.

Danke.

 

Frauen verändern, textile Installation, 2019, (c) Doreen Trittel / VG Bild-Kunst

Frauen verändern, textile Installation, in der Frauenkultur Leipzig, 70×215 cm, 2019, (c) Doreen Trittel / VG Bild-Kunst

 

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Angaben zum Beitragsfoto: Preisträgerin Doreen Trittel, Ausstellungseröffnung in der Frauenkultur in Leipzig “ Kunstwettbewerb Frauen 1989 – Künstlerinnen* 2019″, (c) Christiane Eisler / transit-Archiv

 

Sommer 1985 – Immer bereit!

Sommer 1985 – Immer bereit!

Im Sommer 1985 war ich in der Pionierrepublik am Werbellinsee. Das war eine große Auszeichnung, daher traute ich mich niemandem zu erzählen, dass ich mich einfach gemeldet hatte, als eine Lehrerin in den Klassenraum der Russisch-AG (Arbeitsgemeinschaft) rief: Wer möchte…? Auch wenn mir das niemand glaubt… Egal.

 

…1949 beschloss der Ministerrat der DDR den Bau der Pionierrepublik… Die Pionierrepublik Wilhelm Pieck orientierte sich in ihrer Gestaltung weitgehend am sowjetischen Allunions-Pionierlager Artek auf der Krim. Nachdem sie in den Anfangsjahren als Erholungsstätte für Kriegswaisen fungierte, diente sie in den Folgejahren bis 1989 der politischen Erziehung von Mitgliedern der Pionier- und FDJ-Organisation der DDR.

Nach Erweiterungen und Umbauten hatte die Anlage 1989 eine Fläche von insgesamt 1,1 km². Zu den Einrichtungen auf dem Lagergelände gehörten eine Kinderkrippe, eine Polytechnische Oberschule, Sporthallen, Cafés und eine mongolische Jurte.

Die Gesamtzahl der Besucher der Pionierrepublik wird auf etwa 400.000 geschätzt. Ab 1961 wurden auch internationale Sommerlager gestaltet, an denen auch Kinder ausländischer sozialistischer und kommunistischer Jugendorganisationen, auch aus westlichen Ländern, teilnahmen… (Wikipedia)

 

Flyer auf Pappe, hängend

Sommer 1985, 1/2, 33 x 47 cm, 2012, (c) Doreen Trittel

 

Vor einigen Jahren habe ich diese Erfahrung zum Thema einer Installation gemacht. Sie beinhaltet den offiziellen Flyer und mein persönliches Tagebuch von damals.

Ja, meine Tage dort – es waren 6 Wochen – waren von Pionieraktivitäten geprägt: ständig das Halstuch tragen, zu besonderen Anlässen die komplette Pionierkleidung, Frühsport, Fahnenappelle, Wandzeitungen, Arbeiten in der Produktion, Kranzniederlegungen… Auf der anderen Seite erinnere ich mich an: Freunde, Nachtwanderung (eine erlaubte und eine nicht erlaubte), Eisessen, baden, Dampferfahrt, Feste, Theater und meinen ersten Kuss…

 

Tagebuch auf Pappe, hängend

Sommer 1985, 2/2, 33 x 47 cm, 2012, (c) Doreen Trittel

 

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Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogaktion 28 Tage Content von Anna Koschinski. Gleichzeitig ist er ein Teil meiner Aktionen rund um das Jubiläum 30 Jahre Mauerfall.

Schulfete war langweilig

Schulfete war langweilig

Als vor 30 Jahren die Mauer fiel, war ich gerade in der 10. Klasse. 1990 wechselte ich aufs Gymnasium, das ich zwei Jahre später abschloss. Wir waren damals der letzte Jahrgang, bei dem die Schule nach 12 Jahren endete. Nach uns wurde das 13. Schuljahr im Osten Deutschlands eingeführt.

Kürzlich habe ich diese Erinnerungsschnipsel aus alten Tagebüchern von mir gefunden:

07.02.1991 Heute war Schulfete. War langweilig.

30.05.1992: Die Schule liegt nun hinter mir. Gestern hatte ich die letzte Prüfung. Danach war ich total happy, dass es vorbei ist. Außerdem habe ich die Lehrer verblüfft und in Mathe (mündlich) eine 2 gemacht – ´ne 2!!

Dazu muss ich sagen, dass ich zuvor in der schriftlichen Prüfung Mathe durchgefallen war. Ja, das war nicht meine Stärke. Aber auch die Umstände machten diese Prüfungen nicht einfach. So stellte sich im Nachhinein erst heraus, dass ich garnicht die mündliche Prüfung in Biologie hätte machen müssen… Für Französisch gab es nur einen Leistungskurs bei dem ich schon von Anfang an nicht mithalten konnte… Die Lehrerinnen und Lehrer waren sehr verunsichert. Die Note 6 wurde eingeführt… Doch ich hab’s ja geschafft.

In einer anderen Notiz habe ich mit freudigen Ausrufezeichen festgehalten, dass der Samstagsunterricht am 10. Dezember 1989 – zumindest in der Schule, die ich zu dieser Zeit besuchte – abgeschafft wurde. Das ist eigentlich ein denkwürdiges Datum, doch in meinen Gedanken war es leider nicht mehr präsent. Ich bin froh, dass mich mein Jubel über ein Wochenende, bestehend aus vollen 48 Stunden, dazu veranlasste, diesen für viele Schüler historischen Tag festzuhalten. Wenn ich dies heutigen Schüler.innen erzähle, schütteln sie erstaunt den Kopf: Samstags zur Schule?!?

 

Diese Installation zeigt, in welcher Lebensphase ich mich damals, als die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen kamen, befand. Sie besteht aus meinem alten Hausaufgabenheft, Fotografien, Zeichnungen und Kopien aus einem Steckbriefbuch. 

Gesamtansicht, Erinnerungsstücke, 9. November 1989

9. November 1989, Installation, Detail, 85×65 cm, 2012, (c) Doreen Trittel

 

Collage mit Zeichnungen und Fotografien

9. November 1989, Installation, Detail, 2012, (c) Doreen Trittel

 

Schulheft

9. November 1989, Installation, Detail, 2012, (c) Doreen Trittel

 

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Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogaktion 28 Tage Content von Anna Koschinski. Gleichzeitig ist er ein Teil meiner Aktionen rund um das Jubiläum 30 Jahre Mauerfall.

Wir sind die Anderen…

Wir sind die Anderen…

Wir müssen uns an unsere Geschichte erinnern! Wir sind der Wandel!

Diese beiden Sätze habe ich in einer Dokumentation über das „junge, neue Amerika“ aufgeschnappt. Vor zwei Jahren haben wir das Ergebnis der 58. Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten erfahren und es war klar, die Welt wird sich verändern.

 

Die Anderen, Wort Collage, Serie/ Teil einer Installation,  2017 (c) Doreen Trittel

Die Anderen, Wort Collage, Serie/ Teil einer Installation, 2017 (c) Doreen Trittel

 

Heute vor 80 Jahren war die Reichspogromnacht. 1938 wurden organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden verübt. Diesen Jahrestag sehe ich als mahnende Erinnerung. Er ist ein Appel an unsere Verantwortung, für Menschlichkeit und Demokratie einzustehen.

 

Die Anderen, Wort Collage, Serie/ Teil einer Installation,  2017 (c) Doreen Trittel

Die Anderen, Wort Collage, Serie/ Teil einer Installation, 2017 (c) Doreen Trittel

 

Heute vor 29 Jahren fiel die Mauer. Zu dieser Zeit lebte ich als Teenager in Berlin Friedrichshain. Der Tag des Mauerfalls symbolisiert für mich persönlich auch den Beginn meines Weges der Veränderungen, den ich bisher Schritt für Schritt gegangen bin. Wir können so vieles aus der Vergangenheit lernen, wenn wir mutig genug sind, sie uns ohne Schönreden anzuschauen. Wir sind geprägt von unseren Familiengeschichten, von der Gesellschaft und von der Zeit in der wir leben. Sich dessen bewusst zu werden, kann Veränderungen in Gang setzen, die bei uns selbst beginnen.

 

Die Anderen, Wort Collage, Serie/ Teil einer Installation,  2017 (c) Doreen Trittel

Die Anderen, Wort Collage, Serie/ Teil einer Installation, 2017 (c) Doreen Trittel

 

Die Anderen: Wie leicht geht uns der Spruch: „Die Anderen“ über die Lippen… Abgrenzung. Ausgrenzung. Gehören wir dazu? Sind wir außen vor? Fühle ich mich besser, wenn ich andere ausgrenze, herabsetze, herabwürdige?

Vielfalt, Individualität und Gemeinschaft: Ich bin die Anderen. Die Anderen sind ich. Du bist die Anderen. Die Anderen sind du. Wir sind die Anderen. Die Anderen sind wir.

Wir sind die Anderen!

 

Die Anderen, Wort Collage, Serie/ Teil einer Installation,  2017 (c) Doreen Trittel

Die Anderen, Wort Collage, Serie/ Teil einer Installation, 2017 (c) Doreen Trittel

 

 

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Beim KunstSalon mit der Abendsonne am Weltglückstag

Beim KunstSalon mit der Abendsonne am Weltglückstag

Was für ein Tag, der 20. März 2018. Frühlingsanfang und Weltglückstag. Begonnen hat der Tag mit heftigem Schneefall. Solch einen Flockentanz hatten wir den ganzen Winter nicht. Aber wenn ich nach den Bildern aus den anderen Gegenden sehe, dann war selbst das im Vergleich lächerlich. Dennoch hatten Susanne und ich zwischendurch Bedenken, wie sich der verschneite Frühlingsanfang auf unseren Abend auswirken würde.

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Aber wir hatten Glück, am Weltglückstag. Am frühen Abend konnten wir den Sonnenschein im Atelier begrüßen. Kurz darauf kamen unsere Gäste zahlreich. Für unsere Vorbereitungen und Gespräche trafen Susanne und ich uns immer im Café „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“. Welch ein wunderbares Omen, das Susanne gestern als solches erkannte.

Die interessanten Fragen, differenzierten Diskussionen und inspirierenden Gedanken klingen inspiriert in mir nach… Ich fühle mich sehr bereichert und erfüllt. Es ist immer wieder ein Erlebnis, zu sehen, wie der eigene künstlerische Ausdruck seinen Weg findet und mit den Betrachter.innen kommuniziert.

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Susanne und ich haben mit unseren Gästen über Installationen und Collagen gesprochen. Ich bin den Fragen nachgegangen, weshalb sie einen besonderen Reiz für den Umgang mit Erinnerungen ausüben. Sie sind für mich immer eine Herausforderung, Gewohnheiten werden umgekehrt, neue Denkstrukturen provoziert. Mich faszinieren die ungewohnten Wege und Kombinationen verschiedener Materialien. Susanne widmete sich intensiver den Installationen und deren Herausforderungen für den Kunstmarkt. Bei allem ging es um Erinnerungen und Veränderungen. In der Betrachtung der Vergangenheit ist für mich der Wandel allgegenwärtig.

Nachdenken über
das Leben
Veränderung
auf Reisen sein ankommen
Halt finden
auf der Suche sein wonach?
Halt in der Veränderung
das Leben erleben und gestalten
ein neuer Tag
nicht nur die Welt
sondern auch sich selbst entdecken
den Herausforderungen und
der Angst begegnen
in die Tiefe schauen
die Dunkelheit zulassen
es wissen wollen den fluss spüren
mit der Veränderung tanzen
beschwingt zulassen
wachsen

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(c) Doreen Trittel

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Vor vielen Jahren haben Susanne und ich uns über unsere Blogs kennengelernt. Hierin schreiben wir nicht nur von unseren künstlerischen Arbeiten, sondern zeigen auch unsere Werke. Dies war unter anderem ein Punkt als wir über der Faszination von Originalen und den Möglichkeiten von Reproduktionen nachgingen.

„Aufgefordert, in aller Kürze den Begriff Kunst zu definieren, könnte ich ihn nur bezeichnen als die Reproduktion dessen, was unsere Sinne durch den Schleier der Seele von der Natur wahrnehmen.“

.

Edgar Allan Poe

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Ich habe mich sehr über die vielen neuen und bekannten Gesichter gefreut und ich bin für jede Begegnung dankbar. Die Wünsche und Grüße von Abwesenden haben uns ebenfalls wunderbar durch den Abend begleitet.

Wie Susanne den gestrigen Abend erlebt hat, kannst Du in ihrem Blog nachlesen: Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen – Bericht vom 16. KunstSalon.

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Ich werde über vieles am kommenden Freitag nochmals vor Ort nachdenken, wenn ich vor bzw. in unserer Installation stehe. Vielleicht magst Du Dich ja dazustellen, gern auch setzen. Von 10 bis 13 Uhr ist unsere Ausstellung am kommenden Freitag, am 23. März 2018 geöffnet: Atelier Susanne Haun, Groninger Str. 22, 13347 Berlin (4. Etage, leider ohne Fahrstuhl).

Die Ausstellung kann vom 21.3. – 4.5.2018 zu folgenden Öffnungszeiten besucht werden: Fr. 23. März 10 – 13 Uhr, Do. 5. April 15 – 18 Uhr, Mo. 9. April 15 – 18 Uhr, Fr. 20. April 10 – 13 Uhr, Do 26. April 15 – 18 Uhr, Do 3. Mai, 15 – 18 Uhr, Fr. 4. Mai 10 – 13 Uhr.

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

ps: Ja, Du hast richt gesehen. Es gab auch Eierlikör in Schokobechern. Witzig, welche Erinnerungen auch bei unseren Gästen damit so verbunden waren.