Ich bin doch nicht das einzige Stasi-Kind?

Ich bin doch nicht das einzige Stasi-Kind?

Beim Ministerium für Staatssicherheit – Stasi – arbeiteten 1989 etwa 91.000 hauptamtliche Mitarbeiter. Viele hatten Familien, Kinder. Ich kann also nicht die Einzige mit den Erfahrungen eines Stasi-Kindes sein. Dies ist mir selbstverständlich nicht neu. Andere Stasi-Kinder haben auch schon ihre Geschichten öffentlich erzählt. Einige davon waren für mich mit dem Buch „Stasi-Kinder“ von Ruth Hoffmann eine wahre Offenbarung und halfen mir Antworten auf Ungereimtheiten zu finden. Doch es gab immer wieder Phasen in meiner Auseinandersetzung, in denen ich mich mit meinen Erfahrungen allein fühlte und auch manchmal noch fühle.

 

Allein…?

Ja, ich habe auch Freunde, deren Eltern bzw. ein Elternteil ebenfalls für die Stasi arbeiteten, doch für sie ist dies bei weitem nicht so ein Thema, wie für mich. In den Medien oder im www lese ich selten von ähnlichen Erfahrungen, wie meine. Aber ich weiß, dass ich nicht allein bin, und das verdanke ich – nicht nur, aber zu einem großen und intensiven Teil – der Selbsthilfegruppe „Deine (Groß-)Eltern bei der Stasi?“.

 

Ich hatte eine Mail geschrieben, mich dann aber nicht mehr gemeldet…

Ungefähr in der Zeit, als mir die Tätigkeit meines Vaters selbst bewusst wurde, gründete sich diese Selbsthilfegruppe. Ich hatte bei meinen Recherchen davon erfahren und stand kurz davor, mich zu melden bzw. ich hatte mich gemeldet. Doch dann hatte ich das Gefühl, dies ist (noch) nicht das Richtige für mich. Ich war dabei, meinen eigenen Weg zu finden und zu gehen und ich hatte noch nicht die Kraft für die Geschichten der anderen. Im vergangenen Jahr war es dann aber soweit, dass ich doch neugierig geworden bin und in mir spürte, jetzt möchte ich die Gruppe kennenlernen. Ich war bereit für die Geschichten der anderen.

 

1 Collage mit alten sw Fotografien

Neuordnung 3, 3/3, Collagen, (c) Doreen Trittel

 

Ich bin nicht allein und Du bist nicht allein…

An einem der letzten Treffen der Gruppe habe ich mehr von mir und meiner künstlerischen Auseinandersetzung erzählt. Davon habe ich kürzlich auch auf der Website der Selbsthilfegruppe berichtet. Heute möchte ich diesen Text auch hier, in meinem Blog für Dich veröffentlichen. Gleichzeitig möchte ich denjenigen bzw. derjenigen unter Euch, die dieses Thema auch mit sich tragen, Mut machen, sich Gleichgesinnte zu suchen, sich offen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen. Melde Dich gern bei bei. Melde Dich gern bei uns.

Auch wenn Du diese Erfahrung nicht hast, Dich aber ein anderes Problem bzw. Thema beschäftigt und Du das Gefühl hast, damit allein zu sein: Geh hinaus! Es gibt Menschen, die auch nach Austausch suchen, die sich mit Dir verbinden möchten.

 

1 Collage mit alten sw Fotografien

Neuordnung 3, 2/3, Collagen, (c) Doreen Trittel

 

Ausdruck für das Unterschwellige

Seit einigen Monaten bin ich in der Selbsthilfegruppe für Stasi-Kinder. Mein Vater war hauptamtlicher Mitarbeiter beim Ministerium für Staatssicherheit der DDR. Dieses Thema beschäftigt mich seit etwa fünf Jahren, seit dem Zeitpunkt, als mir dies selbst bewusst wurde. Als Künstlerin, Bloggerin und Impulsgeberin sind meine ostdeutsche Herkunft und meine Erfahrungen als Stasi-Kind auch Teil meiner öffentlichen Sichtbarkeit. Ich spreche über diese Erfahrungen und zeige, wie ich mich mit diesen Prägungen auseinandersetze.

Im März 2019 hatte ich die Gelegenheit, von meinem Weg, den ich bisher gegangen bin, nicht nur zu erzählen, sondern auch einzelne Phasen und Erkenntnisse anhand eigener Arbeiten darzustellen. Hierfür hatte ich zum Beispiel meine Patchwork-Decke mitgenommen, die ich für eine Installation in einem ehemaligen Frauengefängnis mit den Worten „Opfer, Täter und Täter, Opfer“ bestickt und beschrieben hatte. Mit dabei war auch das Kissen mit der Aufforderung: „Steh auf!“ Denn Veränderungen beginnen bei uns selbst.

Größtenteils verwende ich in meinen Werken vorhandene Materialien und Erinnerungsstücke. In einer kleinen Übung haben wir eine unangenehme oder gar schmerzvolle Erinnerung symbolisch anhand einer Fotografie zerstört, um dann daraus wieder etwas Neues entstehen zu lassen, selbst zu gestalten. Ich freue mich, dass sich alle auf dieses Experiment eingelassen haben und dem kreativen Prozess gefolgt sind. Der eigenen Intuition zu vertrauen, kann auch eine Herausforderung sein. Wie ich mich dem Weg anvertraut habe, konnte ich auch an früheren Arbeiten mit alten Fotografien aus meinem Leben zeigen.

Meine künstlerische Auseinandersetzung findet oft ihren Ursprung in Wahrnehmungen und Fragen, die sich mir auf unterschiedlichen Wegen zeigen. In Bildern können Emotionen ihren Ausdruck finden, ohne dass schon Worte da sein müssen. Diese ergeben sich für mich während des kreativen Prozesses und im persönlichen Austausch.

Ich schätze die Gespräche in der Gruppe sehr, denn hier wissen die anderen, wovon ich rede und ich finde in ihren Erzählungen Worte für eigene Erfahrungen und Beobachtungen. Gleichzeitig zeigen sich so unterschiedliche Geschichten, die meine eigenen Sichtweisen bereichern.

 

1 Collage mit alten sw Fotografien

Neuordnung 3, 3/3, Collagen, (c) Doreen Trittel

 

Der Text unter der Überschrift „Ausdruck für das Unaussprechlich“ erschien erstmals auf der Website: SHG „Deine (Groß-)Eltern bei der Stasi?“ | www.stasi-kinder.de

Mehr als unsere Herkunft – Im Gespräch mit Stefanie Sändig

Mehr als unsere Herkunft – Im Gespräch mit Stefanie Sändig

 

Mehr als unsere Herkunft – Erinnerungen einer Ausreise

Im Gespräch: Stefanie Sändig

Stefanie Sändig ist als Heilpraktikerin für Psychotherapie und Coach in eigener Praxis tätig. Sie hilft mentale Blockaden und emotionale Belastungen zu verabschieden, um sich befreiter und klarer auf den Weg zu machen, wo auch immer Dein Herz Dich hintragen mag. PRAXIS FÜR WIRKEN UND WERDEN

Durch die Initiative von Stefanie haben wir uns gemeinsam mit Harald Polzin zu einem Erfolgsteam miteinander verbunden. Wir treffen uns regelmäßig, unterstützen uns und tauschen uns gegenseitig aus. (Die ersten Erfolgsteams überhaupt leitete die amerikanische Autorin und Coach Barbara Sher.)

Im vergangenen Video hat uns Harald von seinen Erfahrungen als Bausoldat in der DDR berichtet. Heute erzählt uns Stefanie von ihren Ausreiseerfahrungen als Kind. Wir sprechen aber auch über uns drei als Erfolgsteam, das auch ein paar Flauten hatte.

 

Hinweis: Beim Anklicken des Videos, wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt.

 

Alles hinter sich lassen

Stefanie ist als 9jährige mit ihrer Mutter aus der DDR ausgereist. In unserem Gespräch habe ich sie gefragt, wie das damals war und wie sie es als Kind empfunden hat. Wie ging es ihr dann im „goldenen Westen“? Was hat sie erlebt? Stefanie erzählt von dem Ort, wo sie herkam, von mehreren Umzügen und den damit verbundenen Dialekten. Als die Mauer fiel war sie Teenager und Stefanie erinnert sich: „Ich hab’ mich total gefreut. Es geht auf. Es verbindet sich.“

Einfach nur sein

Neugierig war ich auch darauf, wie diese Erfahrungen Stefanie geprägt haben. Wir sprachen übers Improvisieren und Inspirieren, von der Kraft einer verbundenen Gemeinschaft. Stefanie lässt sie sich nicht gern einordnen oder irgendwo zurechnen. Stefanie möchte sein, einfach nur sein: „Der Mensch ist weit mehr, als seine Herkunft.“

 

Verbundenheit, Zitat von Stefanie Sändig, 2019, by Doreen Trittel

Verbundenheit, Zitat von Stefanie Sändig, 2019, by Doreen Trittel

 

Herzlichen Dank!

Herzlichen Dank, Stefanie Sändig! Ich freue mich sehr, dass Du Deine Geschichte und Erkenntnisse mit uns geteilt hast. Ja, macht Euch auf den Weg. Ihr habt es selbst in der Hand, Euch mit anderen Menschen, Gleichgesinnten zu verbinden.

Herzlichen Dank auch an Tanja Ries. Über ihre Workshops haben wir uns einst gefunden.

Vielen Dank auch an Dich, dass Du mit dabei bist. Schreib mir gern von Deinen Gedanken und Erfahrungen.

 

Stefanie Sändig (re) und Doreen Trittel (li), (c) Doreen Trittel

Danke Stefanie Sändig, (c) Doreen Trittel

 

Gesprächsreihe

Dieses Video erscheint im Rahmen meiner Gesprächsreihe anlässlich 30 Jahre Mauerfall. Weitere Aufzeichnungen zu diesem Anlass findest Du in der Kategorie: 30 Jahre Mauerfall: Interviews. Weitere Beiträge findest Du hier: 30 Jahre Mauerfall: Kunst & mehr.

Im vergangenen Video erzählte uns Harald Polzin von seinen Erfahrungen als Bausoldat: Erleuchtung in der S-Bahn. Das erste Interview führte ich mit meiner geschätzten Künstlerkollegin Sabine Küster: Der Osten, die bessere Welt.

 

#interviews30Jmauerfall #gespräche30Jmauerfall #doreentrittel30Jmauerfall

 

Sei mit mir gespannt auf die folgende Geschichte und Impulse. Ich freue mich auf das folgende Interview.

 

Erleuchtung in der S-Bahn – Im Gespräch mit Harald Polzin

Erleuchtung in der S-Bahn – Im Gespräch mit Harald Polzin

 

Erleuchtung in der S-Bahn – Erfahrungen als Bausoldat in der DDR

Im Gespräch: Harald Polzin, Schauspieler, Coach und Trainer

 

Für dieses und das nächste Interview habe ich mir mein Erfolgsteam eingeladen. Das sind Stefanie Sändig und Harald Polzin. Beide leben und arbeiten in Berlin. Wir haben uns vor vielen Jahren* zusammengefunden, um uns gegenseitig zu unterstützen. Davon erzählen wir auch am Rande der beiden Interviews. Heute nimmt uns Harald mit in seine Zeit als Bausoldat.

 

Hinweis: Beim Anklicken des Videos, wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt.

 

 

Bausoldaten – Wer war das? Was war das?

„Ein Bausoldat… war ein Angehöriger der Baueinheiten der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR. Der Dienst als Bausoldat bot den DDR-Bürgern eine Möglichkeit, den Kriegsdienst mit der Waffe zu verweigern…. Es handelte sich um keinen zivilen Wehrersatzdienst… Am 24. Januar 1962 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik die Wehrpflicht eingeführt. …mit Unterstützung der Kirchen wurde diese einzige Möglichkeit, den Dienst an der Waffe zu verweigern, geschaffen, die es in keinem anderen sozialistischen Land außer der DDR gab. Die Gründe, die dazu führten, dass die Staatsführung die Schaffung eines Waffenersatzdienstes ermöglichte, sind nicht hinreichend erforscht. Auch diese Sonderform des Wehrdienstes dauerte genau wie der Dienst mit der Waffe 18 Monate…“ (Quelle: Wikipedia, Jan.19)

 

Spaten der Schulterstücke von Bausoldaten

Spaten der Schulterstücke von Bausoldaten

 

„Zeit, die viel gebracht hat“

Sich für den Weg des Bausoldaten zu entscheiden, war für Harald Polzin eine Erleuchtung und er sagt von sich „Ich hatte Glück.“ Er erzählt erstaunliche Anekdoten. Für diesen Weg spielen sein Vater und seine Frau entscheidende Rollen. Aber auch die vielen Begegnungen prägen Harald bis heute.

Mit dem Mauerfall verändert sich die Situation auch für die Bausoldaten. Harald kam nach seinen Einsätzen in der ostdeutschen Industrie in eine Pflegeeinrichtung. Dort arbeitet er als Zivildienstleistender, ohne das es diese Bezeichnung und den Dienst zu dieser Zeit schon gab.

 

Verbundenheit, Zitat von Harald Polzin, 2019, by Doreen Trittel

Verbundenheit, Zitat von Harald Polzin, 2019, by Doreen Trittel

 

Herzlichen Dank!

„Verbundenheit lebt in jedem Herzen.“ Diesen Gedanken nehmen wir gern mit. Herzlichen Dank, Harald Polzin!

Herzlichen Dank auch an Tanja Ries. Über ihre Workshops haben wir uns einst gefunden. Das möchte ich an dieser Stelle gern erwähnen.

 

Harald Polzin und Doreen Trittel, (c) Doreen Trittel

Danke Harald Polzin, 2019, (c) Doreen Trittel

 

Gesprächsreihe

Dieses Video erscheint im Rahmen meiner Gesprächsreihe anlässlich 30 Jahre Mauerfall. Weitere Aufzeichnungen zu diesem Anlass findest Du in der Kategorie: 30 Jahre Mauerfall: Interviews. Weitere Beiträge findest Du hier: 30 Jahre Mauerfall: Kunst & mehr.

Zudem erscheint dieser Blogbeitrag im Rahmen der Aktion 28 Tage Content, bei der ich im Februar 20129 mitmache, von Anna Koschinski.

Im nächsten Video, das in Kürze erscheint, spricht Stefanie Ständig von ihren Ausreiseerfahrungen als Kind. Ich freue mich darauf und, dass Du dann wieder mit dabei bist.

 

Danke, dass Du mit dabei bist.

#interviews30Jmauerfall #gespräche30Jmauerfall #doreentrittel30Jmauerfall

Alte Zeichen

alte zeichen

die zeichen der zeit
schweigen laut
schreien stumm

tragen spuren vieler jahre
leben die erinnerungen
die zeichen der zeit

2007, © Doreen Trittel

 

Spuren vom Konsum, 2009, (c) Doreen Trittel

Spuren vom Konsum, 2009, (c) Doreen Trittel

 

Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogaktion 28 Tage Content von Anna Koschinski. Gleichzeitig ist er ein Teil meiner Aktionen rund um das Jubiläum 30 Jahre Mauerfall.

„War schon froh, dass du mit dabei warst.“ – Podcast

„War schon froh, dass du mit dabei warst.“ – Podcast

…War schon froh, dass du mit dabei warst… (aus Mensch Mutta)

Wie sie diesen Satz sagt… Er fällt so nebenbei. Doch mit der Pause danach gewinnt er an Bedeutung. Er offenbart die Liebe und Zuneigung zu ihrer Tochter.

{Werbung ohne Auftrag} Katharina Thoms spricht über eine lange Zeit mit ihrer Mutter über deren Leben in der DDR und deren Erfahrungen nach dem Mauerfall. Die Gespräche mit ihrer Mutter hat die Journalistin und Filmemacherin nun in einem Podcast der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Damit macht sie uns, den Zuhörerinnen und Zuhörern ein unschätzbares Geschenk.

Mensch Mutta 

Katharina Thoms hält ihre Mutter für normal und nicht besonders. Sie hat sich dem System der DDR angepasst und ihr Leben so gut gelebt, wie es eben ging. Doch, dass dem nicht so ist, lassen nun die erzählten Erinnerungen der Mutter erkennen. In Nebensätzen offenbaren sich Entscheidungen der Mutter, die mehr als nur normal sind.

 

Tränenpalast, Friedrichstraße, Berlin, 2019, (c) Doreen Trittel

Blick auf den Tränenpalast vom S-Bahnsteig Friedrichstraße, Berlin, 2019, (c) Doreen Trittel

 

Mutter, Tochter und die DDR

Der Bericht von menschmutta nicht nur ein Zeugnis über ein halbes Leben in der DDR. Die Gespräche zeigen auch, wie sich der Blick auf die eigene Mutter (oder auch den Vater) verändern kann. Oft glauben wir zu wissen, dass wir unsere Mutter kennen. Doch wenn man sich traut, nachzufragen und wenn Antworten kommen, wenn man seinen Blick auf die kleinen Gesten und Handlungen lenkt, dann kann man neue Facetten erkennen.

menschmutta erzählt von ihren Erfahrungen als Kind auf dem Land und von ihrem Wunsch, Erzieherin zu werden, der sich nicht erfüllte. menschmutta traut sich erst nicht, den Führerschein zu machen, doch dann fährt sie mit dem Auto Post aus und erlebt damit so manches Abenteuer… Aber dies sind nur kleine Einblicke. Der Podcast umfasst mehrere Folgen und gibt einen tiefen Einblick in ein halbes Leben in der DDR.

Die Folgen: 01 Normal is anders / 02 Der Traumberuf / 03 In der Parallelwelt / 04 Ab durch die Mitte / 05 Schnüffelliesen / 06 Menschenskinder / 07 Mauer uff

 

Tränenpalast, Friedrichstraße, Berlin, 2019, (c) Doreen Trittel

Tränenpalast, Friedrichstraße, Berlin, 2019, (c) Doreen Trittel

 

Der Tränenpalast

Der Tränenpalast am Bahnhof Friedrichstraße in Berlin war…

…die ehemalige Ausreisehalle der Grenzübergangsstelle Bahnhof Friedrichstraße in der zwischen 1961 und 1989 geteilten Stadt Berlin… (aus Wikipedia)

Die Fotografien vom Tränenpalast veröffentlichte ich Ende Januar auf meinem Instagram-Profil mit folgendem Text:

Während ich die letzte #podcast Folge höre, blättert @menschmutta in ihrem alten #ddr Pass und findet den Stempel ihres ersten Grenzübertritts im November 1989 #9Nov1989. In diesem #moment laufe ich gerade an diesem Ort vorbei #berlin#friedrichstrasse #tränenpalast Das war auch mein erster Grenzübertritt im gleichen Monat. Ich als 16 jährige mit meiner Schwester, unserer Mutter und ihrer Freundin. #ostdeutschekindheit #erinnerung#ddrvergangenheit Atelier für Erinnerung & Veränderung #hehocra #künstlerin#bloggerin #impulsgeberin #zeitzeugin#stasikind (@hehocra)

Ich war sehr berührt von diesem Moment, davon, dass ich am Ort war, der vor knapp 30 Jahren nicht nur für mich, sondern auch für menschmutta und viele andere der erste Grenzübertritt nach dem Fall der Mauer am 9. November 1989 war.

 

In die Welt tragen

Der Podcast ist eine Eigenproduktion – mit Unterstützung – und zeichnet sich auch dadurch aus, dass er sehr professionell gemacht ist. Ich wünsche diesem Zeugnis eine große und neugierige Zuhörerschaft. Meinen Beitrag dazu trage ich mit meiner Empfehlung gern bei. In den vergangenen Wochen habe ich schon oft Freundinnen davon erzählt, die ebenfalls sehr berührt sind. So möge sich die Geschichte von menschmutta in die Welt tragen und die Menschen bereichern.

Mensch Mutta 

 

Tränenpalast, Friedrichstraße, Berlin, 2019, (c) Doreen Trittel

Tränenpalast, Friedrichstraße, Berlin, 2019, (c) Doreen Trittel

 

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Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogaktion 28 Tage Content von Anna Koschinski. Gleichzeitig ist er ein Teil meiner Aktionen rund um das Jubiläum 30 Jahre Mauerfall.

Fragen an die Großeltern: Sei dennoch unverzagt – Ein Buch

Sei dennoch unverzagt ist nicht nur der Beginn des folgenden Gedichtes, sondern auch der Titel eines Buches, das ich heute gern vorstellen möchte. [Werbung ohne Auftrag]

 

An sich selbst

Sei dennoch unverzagt, gib dennoch unverloren,
Weich keinem Glücke nicht, steh höher als der Neid,
Vergnüge dich an dir und acht es für kein Leid,
Hat sich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen.

Was dich betrübt und labt, halt alles für erkoren,
Nimm dein Verhängnis an, lass alles unbereut.
Tu, was getan muß sein, eh man dir’s gebeut.
Was du noch hoffen kannst, das wird noch stets geboren.

Was klagt, was lobt man doch?
Sein Unglück und sein Glücke
Ist sich ein jeder selbst. Schau alle Sachen an,
Dies alles ist in dir. Laß deinen eitlen Wahn,

Und eh du vorwärts gehst, so geh in dich zurücke.
Wer sein selbst Meister ist und sich beherrschen kann,
Dem ist die weite Welt und alles untertan.

Paul Fleming (Flemming)
(1609 – 1640), deutscher geistlicher Dichter und Lyriker

 

 

Jana Simon arbeitet als Journalistin und Schriftstellerin. Ihr Buch Sei dennoch unverzagt erschien 2013 im Ullstein Buchverlag und trägt den Untertitel: Gespräche mit meinen Großeltern Christa und Gerhard Wolf. Jana Simon führt unregelmäßig über zehn Jahre hinweg Gespräche mit ihren Großeltern, beide bekannte Schriftsteller, die sich auch politisch und mit kritischem Blick in der DDR engagierten. Sie fragt: Wie war das damals?… So erinnern sich die Großeltern an ihre Erfahrungen in den Anfängen der DDR und bis lange nach dem Fall der Mauer. Was haben sie erlebt? Wie haben sie bestimmte Entwicklungen früher gesehen? Wie sehen sie früheres heute? Warum…? Wieso…?

Jana Simon ist Journalistin, aber das besondere an diesem Buch, finde ich, ist, dass sie mit ihren Großeltern auf persönlicher Ebene spricht und ihre ganz persönlichen Fragen stellt – neugierig, vorsichtig, fordernd. Wer von und über das Schriftstellerehepaar Christa Wolf und Gerhard Wolf bereits gelesen hat, für den ist es nicht verwunderlich, dass beide offen und selbstkritisch zurückblicken. Die aufgezeichneten Gespräche sind großartiges Beispiel dafür, um verschiedene Themen innerhalb der Familie anzusprechen, generationsübergreifend auf den Verlauf der Geschichte, auf die Entwicklungen von Gesellschaften, auf den ganz persönlichen Weg einer Familie zu blicken. Gleichzeitig ist dem Buch auch anzumerken, wie schwierig es ist, innerhalb einer Familie ins Gespräch zu kommen.

ps: Einst hatte das Buch in wenigen Tagen ausgelesen. Damals reiste ich nach London. Unterwegs bin ich zwischendurch in eine längst vergangene und mir zum Teil aus meiner Kindheit bekannte Zeit abgetaucht. Ein seltsames Gefühl, zwischen den Zeiten, zwischen den Welten.

 

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Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogaktion 28 Tage Content von Anna Koschinski. Gleichzeitig ist er ein Teil meiner Aktionen rund um das Jubiläum 30 Jahre Mauerfall.

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