Kunst kann Mauern verändern

Kunst kann Mauern verändern

Machtvoll stehen sie
Auf Grenzen, starr
Unbezwingbar, scheinbar
Erfühlen, erleben
Raus aus dem Gefängnis
Natürlich leben, lachen und lieben

(c) Doreen Trittel

 

Lieber glücklich ohne Mauern…

Über Mauern, DIE Mauer und insbesondere über unsere eigenen, unsere inneren Mauern habe ich im Rahmen der Blogreihe Lieber glücklich von A bis Z einen Gastbeitrag geschrieben:

Mauern sind massiv. Mauern trennen. Mauern begrenzen. …Im Zuge der friedlichen Revolution ist die Mauer am 9. November 1989 gefallen. Und wie ist es mit den Mauern im inneren der Menschen? …Unsere eigenen Mauern, die unser Selbst im Innern abgrenzen, haben viel mit Schweigen und Verdrängen, mit Rückzug und Sicherheit zu tun. Wir hatten einen Grund, sie zu errichten. …Eleni Iatridi, Spirit-Botschafterin, sagte in einem Interview einmal sehr heilend: „Umarme deine Mauern.“ Das ist der erste Schritt. Die Mauern wahrnehmen… Hier geht es zu meinem Gastbeitrag: Lieber glücklich ohne Mauern

 

Efeu und Fenster alt in sw im Hintergrund, bunte Mauer rechts und links, Hand im Seil hängend, Hundekissen darüber, Beine in gestreifter Strumpfhose

Hand schwer, Collage, Papier, 28 x 20 cm, 2015, (c) Doreen Trittel – Ein Tipp hierzu am Ende des Blogbeitrages im ps.

 

Ein berührender Gruß aus einer längst vergangenen Zeit

Es gibt viele interessante und spannende Bücher zur Mauer, insbesondere zur Berliner Mauer – mit alten Fotografien, teilweise in Gegenüberstellung zu heutigen Aufnahmen… Aber ich möchte Dir heute dieses einmalige Buch gern ans Herz legen. Denn es macht deutlich, wie Künstler*innen es schaffen, mit ihrer Kunst DIE Mauer zu umarmen. Das Buch zeigt Fotografien der Kunst auf der Berliner Mauer. Künstlerinnen und Künstler waren auf West-Berliner Seite kreativ und haben das Grau der Mauer mit Farben und Bildern verändert.

Berliner Mauer.
Botschaften gegen das Grau

von Volker Noth, Grafiker und Fotograf
mit Fotografien aus den Jahren 1982 – 1990 und 2011
Hardcover
Seitenformat 21 x 14,8 cm, 88 Seiten
Selbstverlag, 2011

 

Berliner Mauer. Botschaften gegen das Grau. von Volker Noth, mit Fotografien aus den Jahren 1982 – 1990 und 2011, Selbstverlag 2011, fotografiert von Doreen Trittel, 2019

 

„Der weiße Strich“

Aber da war auch jemand und malte eine weiße Linie, die sich durch viele Kunstwerke zog, und die die Betrachtung der zunächst Bilder störte… Doch dann stellte sich heraus, dass diese Linie einen tieferen Sinn hatte… So bildenden die Fotografien in diesem Buch nicht nur die Kunstwerke sondern auch eine Protestaktion ab. Diese kannst Du hier, bei Wikipedia nachlesen.

 

Berliner Mauer, Gedenkstätte Bernauer Straße, 2019, by Doreen Trittel

 

Durchblick

…Doch wenn wir erst einmal auch nur einen kleinen Blick durch die Mauern bekommen haben, dann erreicht uns die Ahnung, welch freies und leichtes Leben sich dahinter verbergen kann,… Zitat aus meinem Gastbeitrag. hier kannst Du weiterlesen: Lieber glücklich ohne Mauern

Durchblick… Eine Ahnung bekommen, für das, was hinter der Mauer verbirgt und sein kann… Dies wird durch das letzte Bild im Buch im Gegensatz zu den anderen Aufnahmen, die die Kunst im Mittelpunkt haben, mehr als deutlich. Denn hier tritt die Mauer und damit auch das Kunstwerk, das auf ihr entstand, in den Hintergrund, der Blick geht in die Freiheit…

 

Berliner Mauer, Gedenkstätte Bernauer Straße, 2019, by Doreen Trittel

 

Kunst transformiert

Und weil ich dieses Buch so besonders finde und Volker Noth nicht nur in seiner Arbeit und seinem kreativen Tun persönlich sehr schätze, war ich mit seinem Buch im Juni an der Berliner Mauer Gedenkstätte Bernauer Straße. Dieses Buch direkt an der Berliner Mauer zu fotografieren, war für mich ein faszinierendes Erlebnis. Es zeigt die Veränderung, die Transformation… Die Kunst von damals war ein Stück davon… Von West-Berliner Seite konnte man direkt an die Mauer herantreten. Künstlerinnen und Künstler haben diese genutzt, um das Grau der Mauer mit ihren Farbein, mit ihrer Kreativität zu verändern. Im Buch „Berliner Mauer. Botschaften gegen das Grau“ zeigt sich die Kraft der Kunst zu verändern… Dies berührt mich im Nachhinein und mit meinem Blick heute sehr.

 

Berliner Mauer. Botschaften gegen das Grau von Volker Noth, Grafiker und Fotograf mit Fotografien aus den Jahren 1982 – 1990 und 2011 Hardcover Seitenformat 21 x 14,8 cm, 88 Seiten Selbstverlag, 2011

Berliner Mauer. Botschaften gegen das Grau von Volker Noth, vor der Berliner Mauer, Gedenkstätte Bernauer Straße, fotografiert von Doreen Trittel

 

Vorbei

Die Berliner Mauer ist Geschichte und damit auch ihre Kunst. Insofern ist dieses Buch nicht nur ein wichtiges Zeugnis unserer Stadt und deren Teilung, die man sich heute kaum noch vorstellen kann, sondern es zeigt auch was Kunst bewirken und wie Kunst verändern kann.  Danke, dass die Kunst mit den von Volker Noth in diesem Buch versammelten Fotografien weiterlebt und die Zeit überdauert.

 

Berliner Mauer, Gedenkstätte Bernauer Straße, 2019, by Doreen Trittel

Berliner Mauer, Gedenkstätte Bernauer Straße, 2019, by Doreen Trittel

 

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ps: Die Collage „Hand schwer“ kannst Du Dir als Abzug nach Deinen Wünschen in meinem Shop bei Artflakes bestellen. Bitte hier entlang – von Postkarte über Poster bis hin zum Kunstdruck. In meinem Shop dort findest Du weitere Collagen und Fotografien. Viel Vergnügen beim Stöbern! Ansonsten kannst Du das Original selbstverständlich bei mir direkt erwerben. Schreibe mir hierzu eine kurze Mail: kontakt@hehocra.de

Das hier vorgestellte Buch ist in einer kleinen Auflage erschienen. Du kannst es direkt bei Herrn Volker Noth erwerben: Kontakt.

Ansonsten schau Dich gern auch in der Blogreihe – Lieber glücklich von A bis Z um. Die Beiträge erscheinen nach und nach. Bisher ist von mir auch ein Gastbeitrag mit dem Titel Lieber glücklich mit Deiner Collagen erschienen.

Von Mythen und Entlastungserzählungen – Ein Buch

Von Mythen und Entlastungserzählungen – Ein Buch

Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass

Ein Buch** von Ines Geipel (Werbung ohne Auftrag)

Im Roten Salon der Volksbühne in Berlin stellte Ines Geipel im März 2019 ihr neues Buch „Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass“ im Rahmen einer Gesprächsrunde vor. Mit dabei waren Roland Jahn, Journalist und Leiter der Stasiunterlagenbehörde BStU, und Jens Bisky, Journalist und Autor, der auch durch den Abend führte.

Ines Geipel erinnert in diesem Buch an ihren jüngeren Bruder, der im vergangenen Jahr überraschend starb. Gleichzeitig behandelt sie historische und gesellschaftliche Themen des Nationalsozialismus und der DDR, die eng mit ihrer Familiengeschichte verwoben sind. Ines Geipel ist 1960 in Dresden geboren. Ihre Eltern waren Kriegskinder. Ihr Großvater war aktives Mitglied der NSDAP und Funktionär. Ihr Vater leitete in der DDR als Direktor den Pionierpalast in Dresden und war gleichzeitig Stasi-Agent. Er hatte mehrere Identitäten und observierte Menschen in West-Deutschland. 

Jens Bisky stelle an dem Abend im Roten Salon interessante Fragen, die in mir nachklangen. Zum Beispiel ob die Vergangenheit in unserer Kindheit präsent war…

 

Ines Geipel, Jens Bisky, Roland Rahn (sitzend v.l.n.r.) bei der Buchvorstellung im Roten Salon, März 2019

Ines Geipel, Jens Bisky, Roland Rahn (sitzend v.l.n.r.) bei der Buchvorstellung im Roten Salon, Berlin im März 2019

 

In meiner Auseinandersetzung

In der Auseinandersetzung mit meiner Familiengeschichte komme auch ich nicht an der ostdeutschen und gesamtdeutschen Geschichte vorbei. Ich spüre, wie sehr meine Familie und meine Prägungen mit den politischen Systemen verwoben sind. Ja: Das Politische ist privat. Das Private ist politisch. Wenn ich mich mit meiner ostdeutschen Kindheit und meinen Erfahrungen als Tochter eines hauptamtlichen Mitarbeiters der Stasi beschäftige, komme ich auch am Nationalsozialismus und den 2. Weltkrieg nicht vorbei. 

Kurz vor der Buchvorstellung war ich an einem Wochenende in Weimar und besuchte die Gedenkstätte Buchenwald. Im Mittelpunkt standen meine Recherchen zum Speziallager Nr. 2, das in der Zeit von 1945 bis 1950 in der Sowjetischen Besatzungszone neben anderen als Kriegsgefangenenlager genutzt wurde – ein großes Tabu in der DDR. (Hierüber werde ich Dir noch in einem eigenen Blogbeitrag berichten.)

 

Von Mythen und Entlastungserzählungen

Ines Geipel schreibt in ihrem Buch vom Buchenwald-Mythos… Ich hatte mich bis dahin damit noch nicht beschäftigt. An diesem Beispiel wird mir einmal mehr bewusst, wie sehr wir Ostdeutsche, die in der DDR zur Schule gingen, mit einem falschen Geschichtswissen aufgewachsen sind und wie sehr uns dieses heute noch beeinflusst. (Diese Frage, ob es auch schon weitergegeben wurde bzw. wird, bleibt offen.) Ines Geipel beschäftigt sich mit dem Film „Nackt unter Wölfen“, ein Buch, das auch ich in der Schule gelesen habe und deren Geschichte mich sehr berührte. Erst heute hinterfrage ich auch das…

Es gibt viele Entlastungsgeschichten, wie Ines Geipel sie nennt, die noch in unseren Köpfen sitzen, die uns erzählt wurden und die wir selbst sogar erzählen, um nicht dahinter zu schauen. Doch es gibt noch viele Geschichten, die bis heute nicht erzählt sind, die wir erzählen und hören müssen, um zu sehen, was offengelegt wird.

 

Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass - Ein Buch von Ines Geipel, 2019

Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass ** von Ines Geipel – im Roten Salon bei der Buchvorstellung im März 2019, Foto by Doreen Trittel

 

Über das Buch hinaus

Das Buch, die Gesprächsrunde zur Buchvorstellung und die Interviews, die Ines Geipel in diesem Zusammenhang gibt, bringen mir neue Erkenntnisse und gehen tief. Ja, vieles hat auch mit mir zu tun. Es gab Passagen, bei denen ich Tränen in den Augen hatte. Ich finde Parallelen. Gleichzeitig erschließen sich mir eine neue Sichtweise in der Generation Mauerkinder. 

Ines Geipel spricht die Themen an, die unbequem sind. Doch wir müssen uns unsere Vergangenheit und unsere Verstrickungen darin auf verschiedenen Ebenen schonungslos anschauen. Nur so können wir verstehen, wie wir als einzelne Person, als Familie und als Gesellschaft geworden sind, und Veränderungen herbeiführen, die wir in allem dringend nötig haben. 

Im Zuge der Buchveröffentlichung gibt Ines Geipel verschiedene Interviews, die ich als Ergänzung zum Buch gern empfehlen möchte. Hier eine kleine Auswahl:

 

 

Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass**
Ein Buch von Ines Geipel, erschienen im Klett-Cotta Verlag, 2019

Heute, am 23. April ist der Welttag des Buches, der 1995 von der UNESCO als Feiertag der Bücher und des Lesens sowie der Rechte der Autoren ins Leben gerufen wurde.

 

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Diesen Blogbeitrag habe ich ohne Auftrag geschrieben. Das Buch empfehle ich, weil es mich persönlich bereichert.

** Der Link führt zu einem Partnerprogramm. Bei einem qualifizierten Verkauf kann mich eine kleine Provision unterstützen, für Dich bleibt der Preis gleich.

Fragen an die Großeltern: Sei dennoch unverzagt – Ein Buch

Sei dennoch unverzagt ist nicht nur der Beginn des folgenden Gedichtes, sondern auch der Titel eines Buches, das ich heute gern vorstellen möchte. [Werbung ohne Auftrag]

 

An sich selbst

Sei dennoch unverzagt, gib dennoch unverloren,
Weich keinem Glücke nicht, steh höher als der Neid,
Vergnüge dich an dir und acht es für kein Leid,
Hat sich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen.

Was dich betrübt und labt, halt alles für erkoren,
Nimm dein Verhängnis an, lass alles unbereut.
Tu, was getan muß sein, eh man dir’s gebeut.
Was du noch hoffen kannst, das wird noch stets geboren.

Was klagt, was lobt man doch?
Sein Unglück und sein Glücke
Ist sich ein jeder selbst. Schau alle Sachen an,
Dies alles ist in dir. Laß deinen eitlen Wahn,

Und eh du vorwärts gehst, so geh in dich zurücke.
Wer sein selbst Meister ist und sich beherrschen kann,
Dem ist die weite Welt und alles untertan.

Paul Fleming (Flemming)
(1609 – 1640), deutscher geistlicher Dichter und Lyriker

 

 

Jana Simon arbeitet als Journalistin und Schriftstellerin. Ihr Buch Sei dennoch unverzagt erschien 2013 im Ullstein Buchverlag und trägt den Untertitel: Gespräche mit meinen Großeltern Christa und Gerhard Wolf. Jana Simon führt unregelmäßig über zehn Jahre hinweg Gespräche mit ihren Großeltern, beide bekannte Schriftsteller, die sich auch politisch und mit kritischem Blick in der DDR engagierten. Sie fragt: Wie war das damals?… So erinnern sich die Großeltern an ihre Erfahrungen in den Anfängen der DDR und bis lange nach dem Fall der Mauer. Was haben sie erlebt? Wie haben sie bestimmte Entwicklungen früher gesehen? Wie sehen sie früheres heute? Warum…? Wieso…?

Jana Simon ist Journalistin, aber das besondere an diesem Buch, finde ich, ist, dass sie mit ihren Großeltern auf persönlicher Ebene spricht und ihre ganz persönlichen Fragen stellt – neugierig, vorsichtig, fordernd. Wer von und über das Schriftstellerehepaar Christa Wolf und Gerhard Wolf bereits gelesen hat, für den ist es nicht verwunderlich, dass beide offen und selbstkritisch zurückblicken. Die aufgezeichneten Gespräche sind großartiges Beispiel dafür, um verschiedene Themen innerhalb der Familie anzusprechen, generationsübergreifend auf den Verlauf der Geschichte, auf die Entwicklungen von Gesellschaften, auf den ganz persönlichen Weg einer Familie zu blicken. Gleichzeitig ist dem Buch auch anzumerken, wie schwierig es ist, innerhalb einer Familie ins Gespräch zu kommen.

ps: Einst hatte das Buch in wenigen Tagen ausgelesen. Damals reiste ich nach London. Unterwegs bin ich zwischendurch in eine längst vergangene und mir zum Teil aus meiner Kindheit bekannte Zeit abgetaucht. Ein seltsames Gefühl, zwischen den Zeiten, zwischen den Welten.

 

***

Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogaktion 28 Tage Content von Anna Koschinski. Gleichzeitig ist er ein Teil meiner Aktionen rund um das Jubiläum 30 Jahre Mauerfall.

7 Bücher, 3 Blogparaden und mehr persönliche Blogeinblicke

7 Bücher, 3 Blogparaden und mehr persönliche Blogeinblicke

Vor Weihnachten schon eine Rückschau? Meine Zeit das alte Jahr zu verabschieden liegt zwischen den Jahren. Da bin ich mit mir, meinem Kalender und meinen Tagebüchern verabredet, mache es mir gemütlich und schaue zurück. Daraus gehe ich dann mit Zuversicht, Hoffnungen und Wünschen ins Neue Jahr. Aber heute ist für mich schon der Moment gekommen, mit Dir und meinem Blog zurückzuschauen. Gleichzeitig möchte ich Dir ein paar Bücher vorstellen, die Dich vielleicht für die Feiertage oder das neue Jahr inspirieren. 

Gemeinschaftlich bloggen mit Blogparaden

Blogparaden sind immer wieder Reisen, auf die ich Dich gern mitnehme. Die Anregungen, die ich aufgreife, die Gedanken, die ich mir dabei mache, die Bilder, die dabei entstehen, den Kontext, der sich daraus bildet… das sind immer wieder neue Sichtweisen und Perspektiven, aus denen etwas Neues entsteht. Neue Perspektiven ermöglichen, unser Tun und unsere Sicht auf die Welt kreativ zu hinterfragen. 

„Eine Idee wird gemeinschaftlich geformt,“ schreibt Tanja Praske in ihrem Artikel: Blogparaden in der Kultur – Chancen, Risiken und Learnings. Genau das ist es. Tanja arbeitet mit Museen und kulturellen Einrichtungen zusammen, berät sie und startet verschiedene Aktionen. Vor ein paar Wochen kam mir spontan der Titel Blogparaden-Queen in den Sinn. Ja, das ist Tanja Praske für mich. Denn in diesem Jahr führte sie gleich 3 Blogparaden durch, die ineinander übergingen und sich den Staffelstab in die Hand gaben. Nicht nur die Themen sind anspruchsvoll und eine Herausforderung, auch die Kulturexpertin zeigt mit ihrem Engagement, wie sehr sie für diese Aktionen brennt. Sie gibt nicht nur Tipps zur Teilnahme an einer Blogparade, sondern reflektiert auch ihre Erfahrungen auf ihrem Blog bei der Durchführung von solchen Aktionen und diskutiert darüber mit ihren Leser.innen.

Ich habe das Gefühl, Teil einer Bewegung zu sein, eines Gedankenaustauschs, in dem meine Texte nachklingen. Das, die Vernetzung, die Anregungen, die neuen Blickweisen, die verschiedenen Ebenen stehen für mich im Vordergrund. Da fallen Klickzahlen und Statistiken gern bei mir hinten runter. Im Drei-Klang 2018 von Tanja Praske und drei Museen habe ich mich von einer Blogparade zu einem Beitrag inspirieren lassen, der sich mit der Frage auseinandersetzt „Europa und das Meer – Was bedeutet mir das Meer?“: Die Grenze am Meer | Erinnerungen #dhmmeer Dass dieser Text zu einer weiteren Inspiration und Zusammenarbeit geführt hat, davon werde ich im kommenden Jahr erzählen.

 

Auf dem Parkett, Enrico Brissa, Siedler Verlag - Ein achtsamer Umgang miteinander

Auf dem Parkett. Kleines Handbuch des weltläufigen Benehmens**, Enrico Brissa, Siedler Verlag — Für einen achtsamen Umgang miteinander.

 

Wieso habe ich mit dem Bloggen überhaupt angefangen?

Mit diesen Gedanken bin ich bei Anna Livia Koschinski und ihren Angeboten über die Social Media Kanäle hängen geblieben. Auch sie geht in den Austausch. Anna ist Bloggerin, Texterin und Beraterin für Content Marketing. Sie fragt im Rahmen ihrer aktuellen Blogparade: Warum hast Du mit dem Bloggen angefangen? Ich möchte die Einladung gern annehmen und nicht nur auf das Jahr 2018 schauen.

Meine Motivation und meine Einladung für Dich

Keine Angst, wer hier schon länger liest, weiß, dass ich vor einem Jahr schon einmal auf meine Erfahrungen zurückgeschaut habe: 10 Jahre Bloggerin – 10 Tipps für Dich. Inzwischen sind es elfeinhalb Jahre, die ich schon blogge. Was für eine Zeit. Meine Motivation von damals, im März 2007, ähnelt sich mit meiner Motivation heute: Austausch und Feedback, Sichtbarkeit. Mein Blog ist mein Zuhause, in das ich Dich gern einlade. Gleichzeitig ist er meine Bühne. Er eröffnet mir die Möglichkeit, räumlich und zeitlich ohne Grenzen agieren zu können. Und bei allen Social Media Plattformen, die sich mit den Jahren entwickelt haben, bleibt mein Blog meine Basis. Und ich sage: der Blog 😉

Habe ich einen Plan mit meinem Blog?

Ich mache mir Gedanken und greife Anlässe auf. Aber das Bloggen war und ist für mich die Herausforderung, einfach zu machen. Denn früher habe ich gern geplant und dabei schon fünf Schritte im Voraus gedacht. Das hat mich oft gehindert und ich bin stehen geblieben. Also mache ich es heute anders. Ich beginne mit den ersten Schritten und schaue dann, wie es sich entwickelt. Das habe ich auch für 2019 vor. Ein neues Element kommt in meinem Blog hinzu. Du darfst gespannt sein.

 

Zeit Wert Geben, dm-drogeriemarkt - Inspirationen und Gedanken

Zeit Wert Geben. Ein Inspirationsbuch mit 40 guten Gedanken**, dm-drogeriemarkt – Inspirationen und Gedanken.

 

Welche Hürden hatte ich auf meinem Weg?

Beim Bloggen gab es für mich bisher drei große Hürden. Die ersten Jahre bewegte ich mich anonym im Netz. Ich gebe zu, ich habe mich gern dahinter versteckt. Daher war es auch ein enormer Schritt für mich, mich mit anderen Blogger.innen dann real zu treffen. Meine erste Begegnung war ein Abendessen mit Johannes, der leider viel zu früh von uns gegangen ist. Ein Punkt ohne Happy End. 

Es war eine Herausforderung mich mit realem Namen, mich mit meinem Ich zu präsentieren. Dies war gleichzeitig auch der Abschied von meinem Blog und meinem Twitterkanal „wortmeer“. Heute genieße ich es sehr, den Menschen zu begegnen, die mir über digitale Wege bereits vertraut sind. Es ist ein besonderes Gefühl, die Verbindungen zu spüren und zu leben. So sind es längst keine Hürden mehr, sondern unglaublich bereichernde Begegnungen, die ich sehr schätze. 

In diesem Jahr waren es unter anderem die Begegnungen mit meinen Kolleginnen aus der Blogger Mastermind Gruppe von Daniela Heggmeier. Nachdem wir fast ein Jahr online und per Telefon gearbeitet hatten, traf ich die Gruppe Anfang des Jahres das erste Mal live in München. Das Buch „Selbst-PR“ von Daniela Heggmeier ist übrigens auf dieser großartigen Liste der besten Wirtschaftsbücher von Frauen.

Für das kommende Jahr möchte ich die Blogroll wieder aufleben lassen und meine Bloggerkolleginnen und -kollegen gern vorstellen. Wenn Du nicht weißt, was eine Blogroll war bzw. ist, dann lass Dich überraschen.

 

Habe ich Lampenfieber beim Bloggen?

Erinnerst Du Dich noch an das Gefühl, als Du Deinen ersten Blogbeitrag veröffentlicht hattest? So ähnlich geht es mir auch heute noch. Dies sind meist Artikel oder Bilder, die für mich sehr, sehr persönlich sind oder mit denen ich eindeutig Stellung beziehe. In 2018 waren es insbesondere diese Beiträge:

  • 5+5 und ein Workshop, der nicht stattfand: Manche würden es als Niederlage betrachten, doch dass ich es nicht so gesehen habe, das habe ich hier öffentlich gemacht. Niemand kommt zu meinem Workshop und trotzdem fühle ich mich reich beschenkt. (Text)
  • Bunt – wir sind schön: Wir leben in einer Kultur, die ein unreelles, schiefes Körperbild vermittelt. Wir leben in einer Kultur, die Frauen aufgrund ihres Körpers abwertet… (Text und Fotografien)
  • Rechts: Rechts – ein Wort. Der Schriftzug – Typografie. (Fotografien)
  • Aufgewachsen…: Manchmal, wenn ich so da sitze und einfach in die Welt schaue, spüre ich die Schwere meiner Geschichte und Auseinandersetzung… Doch dann blicke ich auf die vielen Phasen zurück, in denen ich viele Hürden schon genommen habe. Und das fühlt sich unglaublich gut an… (ich in einem Interview)
  • Ganz besonderes Lampenfieber überkam mich gleich zu Beginn des Jahres 2018, als mich Katarina Marevic Schmieder nach München zu ihrer Veranstaltung eingeladen hatte. Dort habe ich neben anderen meine Geschichte erzählt: Zu Gast bei den Mutgestaltern 1.0.

 

Frauen & Macht, Mary Bread - Ein kurzweiliges, eindrucksvolles Buch für Mann und Frau.

Frauen & Macht. Ein Manifest**, Mary Bread, S. Fischer Verlag – Ein kurzweiliges, eindrucksvolles Buch für Mann und Frau.

 

Wenn ein Thema nicht in einen Blogartikel passt. 

Die meisten Blogartikel in diesem Jahr – nämlich 7 – widmeten sich der Zusammenarbeit mit der Künstlerin Susanne Haun. Sie hatte mich in ihren KunstSalon am Dienstag eingeladen und dies mit einer Ausstellung verbunden. Gemeinsam erarbeiteten wir eine Installation, der wir uns auch im kommenden Jahr auf eine andere Art und Weise widmen möchten.

  • Wenn eine Idee aufkeimt, man sie zulässt… Wenn sie von liebevoller Begeisterung und beflügelnden Fleiß gegossen wird… Wenn sie sich entwickelt, Abzweigungen nimmt und wächst… Und wenn man diesen Prozess gemeinsam geht, beitragen und teilen kann, dann ist das etwas ganz besonderes. Es war ein glücklicher Abschied

Eine Zusammenarbeit, die ich ebenfalls sehr genossen habe, war die mit wunderbaren Künstlerinnen, Ana Bathe, Sabine Küster – Musenland, Aino Onia und Carla Pohl. Für das Kunstfestival 48 h Neukölln hatten wir uns zur Künstlerinnengruppe Ogledalo zusammengefunden und die gemeinsame Ausstellung Als ich noch echt war…  präsentiert. Hier habe ich eine Arbeit gezeigt, die mich hat wachsen lassen und etwas abschließen lassen hat: Die Ketten meiner Oma | Teil 1 und Teil 2.

Kunst ist für mich die Chance zu Veränderung und inneren Wachstum. HEALING war auch der Titel eines Aufrufs von Paulina’s friends, dem eine Ausstellung und ein Festival in Berlin Mitte folgten. HEALING – mein Weg ist die Kunst

Gespräche im Blog

Herzlichen Dank an meine Interviewpartnerinnen Sabine Küster vom MUSENLAND, Carla Pohl, Eva Gjaltema und dem Eichhörnchenverlag. Es ist immer wieder spannend, die Geschichten von anderen zu hören. Dieser Neugier gehe ich im kommenden Jahr stärker nach. Aber mehr verrate ich hier noch nicht.

 

Der Elefantenflüsterer, mvgverlag - Ein Wichtelgeschenk auf das ich mich über die Feiertage freue.

Der Elefantenflüsterer. Mein Leben mit den sanften Riesen und was sie mir beibrachten**, mvgverlag – Ein Wichtel-Geschenk, auf das ich mich schon sehr freue. // Nachtrag, nachdem ich es gelesen habe: Dieses Buch berührt in vielerlei Hinsicht und zeigt, wie viel wir von den Elefanten, von der Natur lernen können.

 

Zu Ausstellungen reisen

Im vergangenen Sommer habe ich mir eine Reise nach Bonn gegönnt. Es war Eine Ausstellung der Erfahrungen. Der Künstlerin Marina Abramovic wurde eine großartige Retrospektive in der Bundeskunsthalle gewidmet. Ich bin immer noch froh und dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, nach Bonn zu reisen und meine Erfahrungen mit den Arbeiten der Künstlerin Marina Abramovic in der Ausstellung The Cleaner machen zu können.

Bei einer meiner Reise nach München war ich von der Ausstellung Procession der großartigen Künstlerin Kiki Smith sehr beeindruckt. Mich haben nicht nur ihre Figuren und Installationen sondern insbesondere auch ihre Wandteppiche sehr fasziniert.

In Berlin war ich mit meiner Künstlerkollegin Susanne Haun in der Ausstellung EVA & ADELE – L’AMOUR DU RISQUE. Eva & Adele sind ein Kunstwerk in Persona. Es war ein besonderes Erlebnis, sie persönlich zu treffen und kurz mit ihnen zu sprechen. „Eva & Adele kommen aus der Zukunft.“ Das klingt schräg? Ist es auch, aber vor allem ist es faszinierend, inspirierend und enorm grandios.

 

Procession, Kiki Smith - Eine beeindruckende Ausstellung im Haus der Kunst, München, 2018

Kiki Smith: Procession** – Eine beeindruckende Ausstellung im Haus der Kunst, München, 2018.

 

Die Gegenwart der Vergangenheit 

Faszinierend war in diesem Jahr auch, sich folgendes bewusst zu machen: Am 5. Februar 2018 war es. Das war der Tag, an dem die Mauer auf den Tag genau 10316 Tage stand und genauso viele Tage nicht mehr. 

Im August 2018 erinnerte ich mich an: Der Mann im All – ein Held meiner Kindheit. Vor 40 Jahren, am 26. August 1978 flog Sigmund Jähn als erster Deutsche – mit seinem russischen Kollegen Waleri Bykowski – ins All zur sowjetischen Raumstation Saljut 6.

Mein Beitrag zum Tag der Deutschen Einheit Der 3. Oktober 2018 – Der Beginn (m)einer Versöhnung und mein Beitrag anlässlich der Jahrestage am 9. November Wir sind die Anderen…

Im kommenden Jahr jährt sich der Mauerfall zum 30. mal… Mein Schwerpunktthema #ostdeutschekindheit #stasikind wird daher etwas mehr in den Mittelpunkt rücken: 1989 – 2019.

 

...Das MfS und die Familie, Metropol Verlag - Berührende Berichte von Zeitzeug.innen.

Verführung, Kontrolle, Verrat. Das MfS und die Familie. Zeitzeugen berichten**, Metropol Verlag – Berührende Berichte von Zeitzeug.innen.

 

Zweifel? Krisen?

Zweifel und Krisen gehören zum Bloggen und vor allem zum Künstlerinnen-Dasein dazu. Du hast vielleicht gemerkt, dass ich in den letzten Monaten weniger gebloggt habe. Da waren die Zweifel stark. Gleichzeitig wurden sie von Überlegungen begleitet, die dann vor ein paar Tagen zu Änderungen auf meiner Website führten. Meine Erfahrungen in 2018 haben mich dazu inspiriert, Dir von meinen Erfahrungen nicht nur in künstlerischen Arbeiten zu erzählen, sondern auch als Impulsgeberin, Mutmacherin und Zeitzeugin. Mein Portfolio habe ich neu sortiert: Detail-Verbindungen, Nadel-Fäden und Spiegel-Bilder.

 

maas - Eine Zeitschrift mit Tiefgang

maas – Eine Zeitschrift mit Tiefgang.

 

Meine Wünsche

Dies führt mich zu der Blogparade Wünsch’ dir was! von Geschenkmamsell – passend zum Dezember, dem Monat der Wünsche, Wunschzettel und guten Vorsätze fürs Neue Jahr.

Ich wünsche mir für meinen Blog, dass es für Dich weiterhin interessant und inspirierend bleibt. Lass uns gemeinsam neugierig sein. Lass uns die Inspirationsfunken zum Brennen bringen. Lass uns unseren Blick immer wieder weiten.

Ich wünsche mir für meine Kunst, dass ich Dir noch mehr Einblicke in mein kreatives Tun geben kann, dass ich Dich noch mehr in meine Geschichten dahinter mitnehmen kann.

Ich wünsche mir für meine Rolle als Impulsgeberin, dass Du Anregungen bekommst und dass ich Dir Mut machen kann. Ja, die Veränderung beginnt bei uns selbst.

Ich wünsche mir für unsere Welt, dass wir die Kurve in Sachen Klimaschutz schaffen, dass Mädchen und Frauen (mehr) Respekt und Chancengleichheit bekommen, dass die Kriege beendet werden, dass alle Menschen sich Zuhause fühlen, dass wir die Vielfalt respektieren und leben können. Lasst uns aus unserer Geschichte lernen.

 

He, du Glückliche!, Mitteldeutscher Verlag - Lebensgeschichten von Frauen mit Ostdeutschen Wurzeln

He, du Glückliche! 29 Lebensgeschichten, Mitteldeutscher Verlag – Lebensgeschichten von Frauen mit Ostdeutschen Wurzeln.

 

Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute, Gesundheit und Freude, Glück und Erfolg, Zufriedenheit und Zuversicht, Mut und Antrieb auf und für Deinen ganz persönlichen Weg für das Leben und diese Welt.

7 Bücher, die mich geprägt haben

7 Bücher, die mich geprägt haben

Sommer, Ferien, Urlaub… Wochenende… Zeit zum Lesen. Auf Facebook wurde ich von einigen nach meinen 7 Büchern gefragt, die mir etwas bedeutet bzw. bedeutet haben. 7 Bücher an 7 Tagen und das ganze ohne Worte, nur der Buchtitel bzw. das Buchcover. Aber im Laufe der Tage hatte ich dann doch das Bedürfnis, das ein oder andere zu den Büchern zu sagen. Und das mache ich heute nun hier, in meinem Blog.

Bei der Auswahl dieser Bücher bin ich ohne große Überlegungen vorgegangen. Ich stand vor meinem Regal und ließ meine Augen, den Kopf geneigt, über die Buchrücken gleiten. So zeige ich Dir heute diese 7, in der Reihenfolge, wie ich sie gelesen habe:

 

Tun Sie’s doch!** von Irene C. Kassorla, Knaur, 1988 — Dieses Buch habe ich Anfang der 90er Jahre auf Empfehlung einer damals befreundeten Kollegin gekauft. Es ist sehr im ‚amerikanischen Stil‘ geschrieben: Chacka! Yeah!… Damals war dies für mich der Einstieg in die Thematik, sich und sein Handeln zu hinterfragen, zu reflektieren.

 

Guten Morgen, du Schöne** von Maxie Wander, dtv, 1977 — Das Buch vereint „…Protokolle nach Tonband. Darin lässt sie Frauen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters über ihre Alltagserfahrungen, Befindlichkeiten und Wünsche sprechen….“ (Wikipedia, Aug.18) Die persönlichen Geschichten der Frauen berührten mich sehr.

Klar bin ich eine Ost-Frau! von Martina Rellin, Rowohlt Berlin, 2004 — Die Autorin hat den Stil von Maxie Wander aufgegriffen und Menschen zu verschiedenen Themen befragt. Ich habe es seiner Zeit in Saarbrücken gelesen, als ich dort einige Jahre lebte. …mit den Jahren begann auch ich selbstbewusst zu sagen: Ja, ich bin eine Ost-Frau!

 

Im Zwischenlicht der Zeit** von Ingrid van Biesen (Gedichte) und Monika Bozem (Grafiken), Gollstein, 2005 — Dieses schmale Buch beinhaltet Gedichte, die mit äußerst wenigen Worten viel erzählen. Das kreative Schreiben, insbesondere von Poesie, stand für mich viele Jahre im Mittelpunkt. Dieser Gedichtband hat mich sehr geprägt. Ich begann vieles, was ich bis dahin geschrieben hatte, zu überarbeiten… Auch heute streiche ich vieles im Prozess des Werdens zusammen, nicht nur in Texten sondern auch in meinen Werken.

 

Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen** von Mitch Albom, Goldmann, 2005 — Der Autor hat mehrere interessante und sehr anregende Bücher geschrieben, die inzwischen auch mitunter verfilmt wurden. Dieses Buch war das erste von Mitch Albom, was zuerst gelesen habe. Ein alt gewordener Mann blickt auf sein Leben zurück, das er als langweilig, ereignis- und sinnlos ansieht. Doch erst nach dem Tod begegnen ihm fünf Menschen, die seine Sicht auf sein Leben grundlegend verändern… Dies hat mir in einer Zeit sehr geholfen, an der etwas zu Ende ging und das Neue noch unbekannt war.

 

Als Mutter bin ich nicht genug** von Elif Shafak, Egmont VGS, 2010 — Dieses Buch hatte ich einst in Istanbul entdeckt. Die Autorin beschreibt ihre inneren Stimmen als einzelne Personen mit einem eigenen Zuhause in sich. Sie kommuniziert mit ihnen. Sie diskutieren untereinander und geraten heftig aneinander. Dies gipfelt in einer Depression nach der Geburt. Mehr dazu habe ich mal im wunderbaren Blog ohfamoos geschrieben: Wie viele Frauen hast Du in Dir?

 

Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat** von Ruth Hoffmann, Propyläen und List Taschenbuch, 2012 — Auch in diesem Buch kommen verschiedene Menschen zu Wort. Sie erzählen ihre Geschichte als Stasi-Kind. Dieses Buch war für mich im wahrsten Sinne eine Offenbarung.

 

Lesen im Café, (c) Doreen Trittel

Lesen im Café, (c) Doreen Trittel

 

Jedes dieser Bücher hat mich auf seine Weise geprägt und dazu beigetragen, dass ich mich verändern und mit verschiedenen Herausforderungen in meinem Leben umgehen konnte… Welche Bücher fallen Dir ein? Du kannst die Anregung gern aufgreifen und uns Deine 7 Bücher zeigen, die Dir etwas bedeuten, die Dich geprägt haben. Ich freue mich darauf und verlinke sie hier gern. Gibst Du mir Bescheid? Dankeschön.

Ein Schriftsteller fotografiert | Buch

(Werbung ohne Auftrag) Bei M i MA las ich kürzlich einen Blogbeitrag zu ihrem Besuch in Bargfeld, Niedersachsen: KW #27 im Zeichen der ‚Heimat‘. Indre schildert kurz ihre eigenen Kindheitserinnerungen an diesen Ort, an dem der bekannte Schriftsteller Arno Fischer mit seiner Frau lebte und arbeitete (von 1958 bis zu seinem Tode 1979). Zudem zeigt Indre Fotos von dem Ort heute.

Dort erkenne ich Fotografien von Arno Fischer wieder und ich erinnere mich an ein Buch mit Fotografien, das ich im Regal zu stehen habe. Es ist das Buch: Vier mal vier – Fotografien aus Bargfeld. Von Arno Schmidt, herausgegeben von Janos Frecot.

Ich habe es mir gekauft, weil es in mir viele schöne Erinnerungen wach ruft. Auch wenn ich keine persönlichen Kindheitserinnerungen mit Niedersachsen verbinde, eher mit dem Westen Brandenburgs, lassen die Bilder Arno Schmidts dennoch eigene Erinnerungen aufsteigen. Es sind Erinnerungen an meine Kindheit, an Schulferien, die ich bei meinen Großeltern auf dem Dorf bzw. in einer Kleinstadt verbrachte.

 

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Arno Schmidt war ein bekannter, deutscher Schriftsteller. Wie ich durch den Fotoband erfuhr, spielte neben der Literatur auch die Fotografie eine große Rolle in seinem Leben, zunächst als Hilftsmittel bzw. Gedächtnisstütze für seine Texte. Durch eine Spiegelreflexkamera (1964) wurden seine Fotografien mehr als das. Arno Schmidt hat über zweitausend Bilder (Dias) im seltenen Vier-Mal-Vier-Format hinterlassen.

Vier mal Vier. Fotografien aus Bargfeld.* Herausgegeben und mit einem Nachwort von Janos Frecot. Eine Edition der Arno Schmidt Stiftung im Suhrkamp Verlag. Link zum Buch**