Schreiben. Ja? Nein? – Mein Fazit nach 28 Tagen

Schreiben. Ja? Nein? – Mein Fazit nach 28 Tagen

Vielleicht

Müde.
Worte schreiben.
Ja? Nein?

Morgen.
Nicht mehr jetzt.
Ja? Nein?

Den Bogen spannen:
Vielleicht?

Schließ die Augen.
Heute: Gute Nacht.

2009, (c) Doreen Trittel

 

 

28 Tage Inhalte posten. 28 Blogbeiträge. 28 Tage schreiben, Bilder heraussuchen, Gedanken machen, suchen, auswählen, schreiben, schreiben… 28 Tage. Heute ist der 28. Tag, der letzte Tag.

Vielen Dank an Anna Koschinski. Sie ist die Initiatorin der Aktion 28 Tage Content. Hierfür hat sie im Februar täglich inspirierende Impulse, Anregungen und Tipps rund ums Schreiben bereitgestellt. Es lohnt sich, Annas Blog zu durchstöbern.

 

Tastatur, Bloggen, Schreiben

(c) Doreen Trittel

 

Geschichte & Gedichte

In diesem Jahr, dem 30. Jahr des Mauerfalls, wollte ich nicht nur einzelne sondern mehrere Blogbeiträge zu diesem Anlass posten. Hierfür hatte ich bereits vor, auch in mein persönliches Archiv zu gehen und Texte hervorzuholen, die ich noch nie veröffentlicht hatte. Dabei half mir mein Ziel, im Rahmen von #28tagecontent jeden Tag einen Blogbeitrag zu posten. Aber auch aktuelle Texte und Empfehlungen sind mit eingeflossen. Unerwartet waren für mich die Gedichte, die mir bei meiner Suche über den Weg liefen. Hier zeigte sich für mich der rote Faden: Gedichte aus und für Umbruchsphasen. Vielleicht steckst Du gerade in einer Veränderung und ich kann Dir damit ein wenig Mut machen und Kraft schenken.

Gestresst?

Weshalb habe ich bei dieser Aktion überhaupt mitgemacht? Das hat sich so manche, so mancher schon gefragt. Ich möchte es Dir gern beantworten. Bloggen bedeutet für mich nicht Stress. Das Bloggen gehört seit 2007 zu meinem Leben und ich kann es mir nicht mehr ohne vorstellen. Das Vergnügen, Dir zu schreiben, erfüllt mich mit großer Freude.

Aber ja, ich gebe zu, mitunter habe auch ich die ein oder andere Durststrecke. Aber selten mache ich eine Pause, denn irgendwo kommt dann doch unverhofft ein Inspirationsfunken daher geflogen. Und dann bin ich selbst erstaunt, was sich da mitunter so zeigt. Ähnlich wie beim Gestalten von Bildern, Installationen oder Serien. Ich habe eine Idee im Kopf, bin auf der Suche… bis sich dann etwas zeigt, das ich nicht unbedingt gesucht habe.

 

Tastatur, Bloggen, Schreiben

(c) Doreen Trittel

 

Gemeinsam

In Gemeinschaft zu Bloggen, im Austausch zu sein, das brauche ich zwischendurch. Dann genieße ich die Motivation, den Austausch und die Anregungen sehr. Wir haben unterschiedliche Themen und Inhalte, doch wir sind mit den ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. Eine wichtige Begleiterin ist für mich nicht nur die Initiatorin Anna Koschinski, sondern auch meine Bloggerfreundin und Kollegin Astrid Grövert. Sie schrieb und veröffentlichte im Februar auf ihrem Blog die Serie „Singe deine Lebensmelodie“. Diese besteht aus Fragen und Übungen rund um Deine Stimme – Trust your inner sound.

 

Tastatur, Bloggen, Schreiben

(c) Doreen Trittel

 

Geschafft

Das Ziel, dass ich mir gesetzt und nach außen kommuniziert hatte, beflügelte mich, ins Tun zu kommen. Ja, zur Kreativität gehört auch Disziplin. So freue ich mich, dass ich 28 Beiträge fertigstellen konnte, die Dir Impulse, neue Sichtweisen oder Anregungen geben können.

Gespannt

Auf mich warten nach dem täglichen Bloggen Freiräume für andere Dinge. Ich freue mich aus offline Kreativsein. Das kam jetzt eindeutig zu kurz. Die Beiträge sind online, so dass Du sie Dir in Ruhe durchschauen und lesen kannst. Viel Freude beim Entdecken und Inspirieren lassen.

Ich freue mich, dass Du mit dabei warst. Herzliche Grüße, Doreen

 

Nelken, (c) Doreen Trittel

Dankeschön #dankbar #28tagecontent #28tc – (c) Doreen Trittel

 

 

28 Tage Content – Alle meine Beiträge:

28 – Schreiben. Ja? Nein? – Mein Fazit nach 28 Tagen

27 – Erleuchtung in der S-Bahn – Im Gespräch mit Harald Polzin #videointerview

26 – Zeitzeugin – ich

25 – Kairos, Karma, Kismet – oder doch nur Zufall? – Ein Gastbeitrag aus dem Musenland

24 – Halt finden im Fluss #gedicht

23 – Aus der Vergangenheit auftauchen #10minblog #collagen

22 – Alte Zeichen #gedicht

21 – „War schon froh, dass du mit dabei warst.“ #podcast

20 – ohne punkt und komma #kreativesschreiben

19 – Fragen an die Großeltern: Sei dennoch unverzagt #buch

18 – Der Weg des Schmetterlings #selbstporträts

17 – Das Leben, ein Experiment #gedicht #collage

16 – Sommer 1990 – die D-Mark und der Sternenhimmel

15 – Schreiben, schreiben und nochmals schreiben #kreativesschreiben #collagen

14 – Der 14. Februar – Bergfest

13 – Zukunft #gedicht

12 – Sommer 1989 – Menschen flüchten

11 – annehmen #gedicht

10 – Lang war die Nacht #gedicht #collagen

9 – Sommer 1985 – Immer bereit! #installation

8 – Verändertes Leben #gedicht

7 – Mich sehen #gedicht

6 – 3 Trompeterbücher mit 2 Widmungen – (keine) Erinnerungen

5 – Vor einem Jahr: 10.316 Tage

4 – Loslassen #gedicht

3 – Im Meer der Schichten #gedicht

2 – Schulfete war langweilig #installation

1 – Eine Reise: 28 Tage neue Inhalte.

Was für eine Reise. Ich freue mich auf den Nachklang…

Zeitzeugin – ich

Eine junge Frau bedankte sich nach einem Gespräch bei mir: „In der Schule haben wir ja vieles über die DDR gelernt, aber das nicht.“

Dies war für mich der Moment, in dem mir so richtig bewusst wurde: Ich bin Zeitzeugin. Ja, ich bin in einem Land aufgewachsen, dass es nicht mehr gibt, in der DDR. Ich war 16 Jahre alt, als 1989 die Mauer fiel. Ich bin ein Stasi-Kind. Ich bin Deutsche mit ostdeutschem Migrationshintergrund. Ich bin eine Zeitzeugin.

…eine einheitliche Definition des Begriffs Zeitzeuge kaum möglich. Der Begriff ist sehr wandelbar, in stetiger Entwicklung begriffen, und unterliegt hierbei bestimmten Funktionalisierungen und Zuschreibungen. Die genannten Kontexte überschneiden sich teilweise, was die Komplexität der Erscheinungsformen von Zeitzeugenschaft aufzeigt. Die DDR-Zeitzeugenschaft ist zum einen eng verknüpft mit den Debatten um die Aufarbeitung der Geschichte der DDR;… Bevor dieses Wort endgültig zum Allgemeinbegriff wurde, wurde dieselbe Bedeutung mit den Umschreibungen „Zeuge der Zeit“oder „Zeuge seiner Zeit“ verbunden… (Quelle: Wikipedia, Feb.19)

 

sw, Kindheit

40 Jahre Ich, Ausschnitt, Fotografie (c) hehocra

 

Zeitzeugin

Zeuge
Ich
Zeugin

Meinung
Stark
Wahrheit
Meine

Lieber leise
Zweifel
Still

Schreien
Schrei

Reden
Sagen

Vertreten
Mich

Erzählen
meine Geschichte

Zeugin
meiner Zeit
ich

2014, (c) Doreen Trittel

 

Seitdem ich mir meiner Verantwortung bewusst geworden bin, stehe ich gern als Gesprächspartnerin und Zeitzeugin zur Verfügung.

 

neugierig, reflektierend, Tabu brechend

Ein Schwerpunkt meiner Arbeiten liegt auf meiner ostdeutschen Herkunft, meinen Erfahrungen als Stasi-Kind und als Teenager in der Wende-Zeit. Insbesondere vor diesem Hintergrund bin ich neben meinen künstlerischen Arbeiten gern auch Impulsgeberin, Gesprächspartnerin, Zeitzeugin und Mutmacherin. Mit meinen Erfahrungen in der kreativen Auseinandersetzung und meinem Weg des inneren Wachstums bin ich überzeugt davon: Veränderungen beginnen bei uns selbst und das erfordern Mut.

 

"Mutgestalter 1.0" by Katarina Marevic Schmieder, Foto (c) Marija Krolo (kroloma)

Meine Geschichte bei „Mutgestalter 1.0“ von Katarina Marevic Schmieder, 2018, Foto (c) Marija Krolo (kroloma)

 

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Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogaktion 28 Tage Content von Anna Koschinski. Gleichzeitig ist er ein Teil meiner Aktionen rund um das Jubiläum 30 Jahre Mauerfall.

 

Doreen Trittel vor ihrer Arbeit "Schießen für den Frieden, Teil 1", (c) Christian Appl

Doreen Trittel vor ihrer Arbeit „Schießen für den Frieden, Teil 1“, (c) Christian Appl

Halt finden im Fluss

Halt finden im Fluss

veränderung

in der Bewegung liegen
immer wieder laufen
Tag für Tag den Morgen begrüßen
schmerzlich der Abschied
fern reisen nah zu Hause sein
dem Ich in die Augen sehen
im Schatten baden
lächelnd im Sommerregen weinen
mit den Tropfen tanzen
springen die Knospen
ins Leben

allein – miteinander
unter der Weite des Himmels
Halt finden im Fluss
Leben

2007, © Doreen Trittel

 

Eins mit den Wellen, Fotografie, digital sw, 2005, (c) Doreen Trittel

Eins mit den Wellen, Fotografie, digital sw, 2005, (c) Doreen Trittel

 

Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogaktion 28 Tage Content von Anna Koschinski. 

Alte Zeichen

alte zeichen

die zeichen der zeit
schweigen laut
schreien stumm

tragen spuren vieler jahre
leben die erinnerungen
die zeichen der zeit

2007, © Doreen Trittel

 

Spuren vom Konsum, 2009, (c) Doreen Trittel

Spuren vom Konsum, 2009, (c) Doreen Trittel

 

Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogaktion 28 Tage Content von Anna Koschinski. Gleichzeitig ist er ein Teil meiner Aktionen rund um das Jubiläum 30 Jahre Mauerfall.

Der Weg des Schmetterlings

Der Weg des Schmetterlings

 

vor dem fliegen

die augen schließen
sich aus dem kokon schälen
die kraft in sich spüren, vertrauen
im sonnenlicht baden,
damit die flügel trocknen

2016, (c) Doreen Trittel

 

Der Weg des Schmetterlings, Fotografien, Serie, Abzüge glänz je 31x31 cm, gerahmt, 2015 (c) Doreen Trittel

Der Weg des Schmetterlings, Fotografien, Serie, Abzüge glänz je 31×31 cm, gerahmt, 2015 (c) Doreen Trittel

 

Die Seeleentwickelt sich durch eine tiefe innere Wandlung. Rückzug. Altes muss abgelegt werden, um Raum für das Neue zu schaffen. Das Leben ist Veränderung. Wie gehen wir mit tiefgreifenden Veränderungen um? Was machen wir, wenn wir unsere Identität verlieren, wenn wir das Gefühl haben, alles zerfällt?

Welchen Weg geht der Schmetterling? Welche Phasen muss er durchlaufen, um fliegen zu können? Kann sich der Schmetterling an sein Wesen als Raupe erinnern?

 

Der Weg des Schmetterlings, Fotografien, Serie, Detail, 2015 (c) Doreen Trittel

Der Weg des Schmetterlings, Fotografien, Serie, Detail, 2015 (c) Doreen Trittel

 

ps: „Was die Raupe das Ende der Welt nennt, nennen wir Schmetterling.“ (Lao Tse)

 

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Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogaktion 28 Tage Content von Anna Koschinski.

Das Leben, ein Experiment

Das Leben, ein Experiment

Das größte Risiko

Das Leben – ein Experiment.
Es kann gut gehen oder missglücken.
Niemand weiß, wie es endet,
welche Nebenreaktionen auftreten.

Das Leben – ein Risiko.

Jeder muss es eingehen,
keine Alternativen.

Das Leben riskiert sich selbst.

1992, (c) Doreen Trittel

 

Zwei Welten, Collage, 1992, (c) Doreen Trittel

Zwei Welten, Collage, 1991, (c) Doreen Trittel

 

Dieses Gedicht und die Collage entstanden beide, als ich noch aufs Gymnasium ging. Das war 1990-92. Ich stand kurz vorm Abitur und schaute in eine Zukunft, die mir nicht zu behagen schien…

Für mich war es eine Zeit der Unsicherheit und Orientierungslosigkeit, der vielen Eindrücke und Ratschläge von außen. Die zwei Welten spiegeln auf der einen Seite meine Erfahrungen auf Reisen nach Dänemark und Schweden während eines Schüleraustauschs. Auf der anderen Seite steht der Druck, in einer mir unbekannten Gesellschaft nicht untergehen zu dürfen und bestehen zu müssen.

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Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogaktion 28 Tage Content von Anna Koschinski. Gleichzeitig ist er ein Teil meiner Aktionen rund um das Jubiläum 30 Jahre Mauerfall.

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