Zeitzeugin – ich

Eine junge Frau bedankte sich nach einem Gespräch bei mir: „In der Schule haben wir ja vieles über die DDR gelernt, aber das nicht.“

Dies war für mich der Moment, in dem mir so richtig bewusst wurde: Ich bin Zeitzeugin. Ja, ich bin in einem Land aufgewachsen, dass es nicht mehr gibt, in der DDR. Ich war 16 Jahre alt, als 1989 die Mauer fiel. Ich bin ein Stasi-Kind. Ich bin Deutsche mit ostdeutschem Migrationshintergrund. Ich bin eine Zeitzeugin.

…eine einheitliche Definition des Begriffs Zeitzeuge kaum möglich. Der Begriff ist sehr wandelbar, in stetiger Entwicklung begriffen, und unterliegt hierbei bestimmten Funktionalisierungen und Zuschreibungen. Die genannten Kontexte überschneiden sich teilweise, was die Komplexität der Erscheinungsformen von Zeitzeugenschaft aufzeigt. Die DDR-Zeitzeugenschaft ist zum einen eng verknüpft mit den Debatten um die Aufarbeitung der Geschichte der DDR;… Bevor dieses Wort endgültig zum Allgemeinbegriff wurde, wurde dieselbe Bedeutung mit den Umschreibungen „Zeuge der Zeit“oder „Zeuge seiner Zeit“ verbunden… (Quelle: Wikipedia, Feb.19)

 

sw, Kindheit

40 Jahre Ich, Ausschnitt, Fotografie (c) hehocra

 

Zeitzeugin

Zeuge
Ich
Zeugin

Meinung
Stark
Wahrheit
Meine

Lieber leise
Zweifel
Still

Schreien
Schrei

Reden
Sagen

Vertreten
Mich

Erzählen
meine Geschichte

Zeugin
meiner Zeit
ich

2014, (c) Doreen Trittel

 

Seitdem ich mir meiner Verantwortung bewusst geworden bin, stehe ich gern als Gesprächspartnerin und Zeitzeugin zur Verfügung.

 

neugierig, reflektierend, Tabu brechend

Ein Schwerpunkt meiner Arbeiten liegt auf meiner ostdeutschen Herkunft, meinen Erfahrungen als Stasi-Kind und als Teenager in der Wende-Zeit. Insbesondere vor diesem Hintergrund bin ich neben meinen künstlerischen Arbeiten gern auch Impulsgeberin, Gesprächspartnerin, Zeitzeugin und Mutmacherin. Mit meinen Erfahrungen in der kreativen Auseinandersetzung und meinem Weg des inneren Wachstums bin ich überzeugt davon: Veränderungen beginnen bei uns selbst und das erfordern Mut.

 

"Mutgestalter 1.0" by Katarina Marevic Schmieder, Foto (c) Marija Krolo (kroloma)

Meine Geschichte bei „Mutgestalter 1.0“ von Katarina Marevic Schmieder, 2018, Foto (c) Marija Krolo (kroloma)

 

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Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogaktion 28 Tage Content von Anna Koschinski. Gleichzeitig ist er ein Teil meiner Aktionen rund um das Jubiläum 30 Jahre Mauerfall.

 

Doreen Trittel vor ihrer Arbeit "Schießen für den Frieden, Teil 1", (c) Christian Appl

Doreen Trittel vor ihrer Arbeit „Schießen für den Frieden, Teil 1“, (c) Christian Appl

Aus der Vergangenheit auftauchen

Aus der Vergangenheit auftauchen

Aus der Vergangenheit auftauchen

Langsam wieder auftauchen. Ankommen im Heute. Fotografien, Grußkarten vergangener Zeiten haben mich in den letzten Stunden in ihren Bann gezogen. Ihr Ursprung liegt mehrere Jahrzehnte zurück. Vorfahren. Menschen wie du und ich. Meine Familie. Durch sie lebe ich, bin ich hier. Fragen bleiben ohne Antworten. Vermutungen. Aha, Erkenntnisse und dann doch wieder Fragezeichen. Fröhliche Gesichter. Traurige Augen. Männer in Uniform. Auch Kinder gleich gekleidet. Feierlichkeiten. Feste. Ein Hoch auf das Brautpaar. Der Stolz sind die Kinder. Eine trauernde Frau am mit Blumen geschmückten Grab. Sie ist nun Witwe – vermutlich. Gefühle? Ängste? Wünsche? 

 

"Die Ketten meiner Oma", Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

„Die Ketten meiner Oma“, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

 

In der Gegenwart ankommen

Tränen suchen sich ihren Weg. Wollen die Gefühle ans Licht bringen, den Körper von der Last befreien. Atmen. Einatmen. Ausatmen. Den Blick ins Himmelblau, geblendet vom winterlichen Sonnenlicht. Die Augen schließen. Schreiben. Wort für Wort. Hoffen auf Erlösung von dem Moment. Wieder ankommen. 

Zurück im eigenen Leben. Eben war sie noch das Kind auf dem Arm der Mutter, auf den Schultern des Vaters, nun ist sie selbst die Mutter, die ihr fröhliches Kind von der Schule empfängt. 

Tief einatmen. Kräftig ausatmen. Die Arme in den Himmel richten. Die Verbindung spüren. Alles ist mit allem verbunden. Den Körper strecken. Dem Gähnen freien Lauf lassen. In Bewegung kommen. Heute. Einen Schritt nach dem anderen. Auf dem eigenen Weg. 

 

"Die Ketten meiner Oma", Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

„Die Ketten meiner Oma“, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

 

In die Zukunft schauen

Das Wissen ins sich, vor uns sind schon viele ihren Weg oder den Weg anderer gegangen, bestimmt von der Familie, vom Umfeld, von den gesellschaftlichen und politischen Ereignissen. Heute leben wir, hier und jetzt. Wie wird es nach uns sein? Welchen Weg werden die heutigen jungen Menschen, die heutigen Kinder, die heutigen Babys, die heute noch ungeborenen Kinder nach uns gehen? Wie wird sich die Welt verändern? Wir wird es sein, wenn wir einmal nicht mehr sind? Wird etwas von uns bleiben? Was wird bleiben? 

Alles ist miteinander verbunden.

Übernehmen wir die Verantwortung für die Vergangenheit, für unsere Gegenwart, für die Zukunft. 

 

"Die Ketten meiner Oma", Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

„Die Ketten meiner Oma“, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

 

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Den Text oben habe ich in 10 Minuten geschrieben, nachdem ich alte Unterlagen und Fotografien meiner Familie durchgesehen habe. 10 Minuten schreiben, einfach schreiben – das ist eine Anregung, die ich von Anna Koschinski habe. Vielen Dank. Im Rahmen ihrer Aktion 28 Tage Content erscheint auch dieser Blogbeitrag. Gleichzeitig ist er ein Teil meiner Aktionen rund um das Jubiläum 30 Jahre Mauerfall.

Die Fotografien zeigen Details meiner Bilder der Serie „Die Ketten meiner Oma“. Diese präsentierte ich im vergangenen Jahr erstmals beim Kunstfestival 48 Stunden Neukölln in Berlin.

In Collagen, Installationen und Fotografien setzt sich Doreen Trittel immer wieder mit Erinnerungen auseinander. Sie betrachtet Elemente daraus, spiegelt sie, stellt sie in einen neuen Kontext und transformiert sie. Dabei fasziniert die Künstlerin der Veränderungsprozess von der Vergangenheit, über die Gegenwart, hin zur Zukunft.

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeiten liegt in ihrer ostdeutschen Herkunft. Mit ihrer Serie „Die Ketten meiner Oma“ geht Doreen Trittel weiter und widmet sich den Einflüssen vorheriger Generationen: Was ist da noch? Was beeinflusst mich und verfälscht mich vielleicht? Oder machen mich die Prägungen, die Werte aus meiner Familiengeschichte erst richtig echt? Wer bin ich? Doreen Trittel stellt ihre eigene Identität immer wieder in Frage und folgt der Sehnsucht nach dem echten Ich. Damit zeigt die Künstlerin im Rahmen des Festivals ihre neueste Arbeit, die einzelne Collagen/Assemblagen in mehreren Objektkästen umfasst.

Diese Beiträge könnten Dich auch interessieren. Hier findest Du mehr zu diesem Thema und kannst die Bilder der Serie komplett sehen: Ketten – so und so… *** Die Ketten meiner Oma | der Ursprung *** Die Ketten meiner Oma | Teil 1 *** Die Ketten meiner Oma | Teil 2. Damit beschäftige ich mich auch mit meiner Zugehörigkeit zu den Kriegsenkeln. Eigentlich bin ich Kriegsurenkelin, aber ich sehe viele Parallelen und bin selbst von den Erfahrungen meiner Vorfahren geprägt.

 

"Die Ketten meiner Oma", Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

„Die Ketten meiner Oma“, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

Alte Zeichen

alte zeichen

die zeichen der zeit
schweigen laut
schreien stumm

tragen spuren vieler jahre
leben die erinnerungen
die zeichen der zeit

2007, © Doreen Trittel

 

Spuren vom Konsum, 2009, (c) Doreen Trittel

Spuren vom Konsum, 2009, (c) Doreen Trittel

 

Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogaktion 28 Tage Content von Anna Koschinski. Gleichzeitig ist er ein Teil meiner Aktionen rund um das Jubiläum 30 Jahre Mauerfall.

„War schon froh, dass du mit dabei warst.“ – Podcast

„War schon froh, dass du mit dabei warst.“ – Podcast

…War schon froh, dass du mit dabei warst… (aus Mensch Mutta)

Wie sie diesen Satz sagt… Er fällt so nebenbei. Doch mit der Pause danach gewinnt er an Bedeutung. Er offenbart die Liebe und Zuneigung zu ihrer Tochter.

{Werbung ohne Auftrag} Katharina Thoms spricht über eine lange Zeit mit ihrer Mutter über deren Leben in der DDR und deren Erfahrungen nach dem Mauerfall. Die Gespräche mit ihrer Mutter hat die Journalistin und Filmemacherin nun in einem Podcast der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Damit macht sie uns, den Zuhörerinnen und Zuhörern ein unschätzbares Geschenk.

Mensch Mutta 

Katharina Thoms hält ihre Mutter für normal und nicht besonders. Sie hat sich dem System der DDR angepasst und ihr Leben so gut gelebt, wie es eben ging. Doch, dass dem nicht so ist, lassen nun die erzählten Erinnerungen der Mutter erkennen. In Nebensätzen offenbaren sich Entscheidungen der Mutter, die mehr als nur normal sind.

 

Tränenpalast, Friedrichstraße, Berlin, 2019, (c) Doreen Trittel

Blick auf den Tränenpalast vom S-Bahnsteig Friedrichstraße, Berlin, 2019, (c) Doreen Trittel

 

Mutter, Tochter und die DDR

Der Bericht von menschmutta nicht nur ein Zeugnis über ein halbes Leben in der DDR. Die Gespräche zeigen auch, wie sich der Blick auf die eigene Mutter (oder auch den Vater) verändern kann. Oft glauben wir zu wissen, dass wir unsere Mutter kennen. Doch wenn man sich traut, nachzufragen und wenn Antworten kommen, wenn man seinen Blick auf die kleinen Gesten und Handlungen lenkt, dann kann man neue Facetten erkennen.

menschmutta erzählt von ihren Erfahrungen als Kind auf dem Land und von ihrem Wunsch, Erzieherin zu werden, der sich nicht erfüllte. menschmutta traut sich erst nicht, den Führerschein zu machen, doch dann fährt sie mit dem Auto Post aus und erlebt damit so manches Abenteuer… Aber dies sind nur kleine Einblicke. Der Podcast umfasst mehrere Folgen und gibt einen tiefen Einblick in ein halbes Leben in der DDR.

Die Folgen: 01 Normal is anders / 02 Der Traumberuf / 03 In der Parallelwelt / 04 Ab durch die Mitte / 05 Schnüffelliesen / 06 Menschenskinder / 07 Mauer uff

 

Tränenpalast, Friedrichstraße, Berlin, 2019, (c) Doreen Trittel

Tränenpalast, Friedrichstraße, Berlin, 2019, (c) Doreen Trittel

 

Der Tränenpalast

Der Tränenpalast am Bahnhof Friedrichstraße in Berlin war…

…die ehemalige Ausreisehalle der Grenzübergangsstelle Bahnhof Friedrichstraße in der zwischen 1961 und 1989 geteilten Stadt Berlin… (aus Wikipedia)

Die Fotografien vom Tränenpalast veröffentlichte ich Ende Januar auf meinem Instagram-Profil mit folgendem Text:

Während ich die letzte #podcast Folge höre, blättert @menschmutta in ihrem alten #ddr Pass und findet den Stempel ihres ersten Grenzübertritts im November 1989 #9Nov1989. In diesem #moment laufe ich gerade an diesem Ort vorbei #berlin#friedrichstrasse #tränenpalast Das war auch mein erster Grenzübertritt im gleichen Monat. Ich als 16 jährige mit meiner Schwester, unserer Mutter und ihrer Freundin. #ostdeutschekindheit #erinnerung#ddrvergangenheit Atelier für Erinnerung & Veränderung #hehocra #künstlerin#bloggerin #impulsgeberin #zeitzeugin#stasikind (@hehocra)

Ich war sehr berührt von diesem Moment, davon, dass ich am Ort war, der vor knapp 30 Jahren nicht nur für mich, sondern auch für menschmutta und viele andere der erste Grenzübertritt nach dem Fall der Mauer am 9. November 1989 war.

 

In die Welt tragen

Der Podcast ist eine Eigenproduktion – mit Unterstützung – und zeichnet sich auch dadurch aus, dass er sehr professionell gemacht ist. Ich wünsche diesem Zeugnis eine große und neugierige Zuhörerschaft. Meinen Beitrag dazu trage ich mit meiner Empfehlung gern bei. In den vergangenen Wochen habe ich schon oft Freundinnen davon erzählt, die ebenfalls sehr berührt sind. So möge sich die Geschichte von menschmutta in die Welt tragen und die Menschen bereichern.

Mensch Mutta 

 

Tränenpalast, Friedrichstraße, Berlin, 2019, (c) Doreen Trittel

Tränenpalast, Friedrichstraße, Berlin, 2019, (c) Doreen Trittel

 

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Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogaktion 28 Tage Content von Anna Koschinski. Gleichzeitig ist er ein Teil meiner Aktionen rund um das Jubiläum 30 Jahre Mauerfall.

Fragen an die Großeltern: Sei dennoch unverzagt – Ein Buch

Sei dennoch unverzagt ist nicht nur der Beginn des folgenden Gedichtes, sondern auch der Titel eines Buches, das ich heute gern vorstellen möchte. [Werbung ohne Auftrag]

 

An sich selbst

Sei dennoch unverzagt, gib dennoch unverloren,
Weich keinem Glücke nicht, steh höher als der Neid,
Vergnüge dich an dir und acht es für kein Leid,
Hat sich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen.

Was dich betrübt und labt, halt alles für erkoren,
Nimm dein Verhängnis an, lass alles unbereut.
Tu, was getan muß sein, eh man dir’s gebeut.
Was du noch hoffen kannst, das wird noch stets geboren.

Was klagt, was lobt man doch?
Sein Unglück und sein Glücke
Ist sich ein jeder selbst. Schau alle Sachen an,
Dies alles ist in dir. Laß deinen eitlen Wahn,

Und eh du vorwärts gehst, so geh in dich zurücke.
Wer sein selbst Meister ist und sich beherrschen kann,
Dem ist die weite Welt und alles untertan.

Paul Fleming (Flemming)
(1609 – 1640), deutscher geistlicher Dichter und Lyriker

 

 

Jana Simon arbeitet als Journalistin und Schriftstellerin. Ihr Buch Sei dennoch unverzagt erschien 2013 im Ullstein Buchverlag und trägt den Untertitel: Gespräche mit meinen Großeltern Christa und Gerhard Wolf. Jana Simon führt unregelmäßig über zehn Jahre hinweg Gespräche mit ihren Großeltern, beide bekannte Schriftsteller, die sich auch politisch und mit kritischem Blick in der DDR engagierten. Sie fragt: Wie war das damals?… So erinnern sich die Großeltern an ihre Erfahrungen in den Anfängen der DDR und bis lange nach dem Fall der Mauer. Was haben sie erlebt? Wie haben sie bestimmte Entwicklungen früher gesehen? Wie sehen sie früheres heute? Warum…? Wieso…?

Jana Simon ist Journalistin, aber das besondere an diesem Buch, finde ich, ist, dass sie mit ihren Großeltern auf persönlicher Ebene spricht und ihre ganz persönlichen Fragen stellt – neugierig, vorsichtig, fordernd. Wer von und über das Schriftstellerehepaar Christa Wolf und Gerhard Wolf bereits gelesen hat, für den ist es nicht verwunderlich, dass beide offen und selbstkritisch zurückblicken. Die aufgezeichneten Gespräche sind großartiges Beispiel dafür, um verschiedene Themen innerhalb der Familie anzusprechen, generationsübergreifend auf den Verlauf der Geschichte, auf die Entwicklungen von Gesellschaften, auf den ganz persönlichen Weg einer Familie zu blicken. Gleichzeitig ist dem Buch auch anzumerken, wie schwierig es ist, innerhalb einer Familie ins Gespräch zu kommen.

ps: Einst hatte das Buch in wenigen Tagen ausgelesen. Damals reiste ich nach London. Unterwegs bin ich zwischendurch in eine längst vergangene und mir zum Teil aus meiner Kindheit bekannte Zeit abgetaucht. Ein seltsames Gefühl, zwischen den Zeiten, zwischen den Welten.

 

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Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogaktion 28 Tage Content von Anna Koschinski. Gleichzeitig ist er ein Teil meiner Aktionen rund um das Jubiläum 30 Jahre Mauerfall.

Das Leben, ein Experiment

Das Leben, ein Experiment

Das größte Risiko

Das Leben – ein Experiment.
Es kann gut gehen oder missglücken.
Niemand weiß, wie es endet,
welche Nebenreaktionen auftreten.

Das Leben – ein Risiko.

Jeder muss es eingehen,
keine Alternativen.

Das Leben riskiert sich selbst.

1992, (c) Doreen Trittel

 

Zwei Welten, Collage, 1992, (c) Doreen Trittel

Zwei Welten, Collage, 1991, (c) Doreen Trittel

 

Dieses Gedicht und die Collage entstanden beide, als ich noch aufs Gymnasium ging. Das war 1990-92. Ich stand kurz vorm Abitur und schaute in eine Zukunft, die mir nicht zu behagen schien…

Für mich war es eine Zeit der Unsicherheit und Orientierungslosigkeit, der vielen Eindrücke und Ratschläge von außen. Die zwei Welten spiegeln auf der einen Seite meine Erfahrungen auf Reisen nach Dänemark und Schweden während eines Schüleraustauschs. Auf der anderen Seite steht der Druck, in einer mir unbekannten Gesellschaft nicht untergehen zu dürfen und bestehen zu müssen.

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Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogaktion 28 Tage Content von Anna Koschinski. Gleichzeitig ist er ein Teil meiner Aktionen rund um das Jubiläum 30 Jahre Mauerfall.