5 + 5 und ein Workshop, der nicht stattfand

5 + 5 und ein Workshop, der nicht stattfand

Niemand kommt zu meinem Workshop und trotzdem fühle ich mich reich beschenkt.

Von verschieden Seiten wurde ich immer mal wieder gefragt, ob ich auch Workshops anbiete, Collagen-Workshops. Dann kam die Gelegenheit über das HEALING-Festival, in der die Initiatorin und Kuratorin der Ausstellung HEALING und die Inhaberin der Concept Gallery PAULINA’S FRIENDS  Paulina Tsvetanova ein vielfältiges Programm zusammenstellte. Ich dachte, ich probiere es mal und sagte zu. Dann war es soweit. Wir hatten alles vorbereitet… Doch der Workshop hat nicht stattgefunden, weil niemand kam. Das war sehr schade. Aber ich fühle mich dennoch sehr bereichert.

…Wie das?

Während ich wartete und schon ahnte, dass niemand kommen würde, gestaltete ich selbst eine Collage. Ich folgte meinem eigenen Thema „Die Schönheit der Kunst und ihre Fähigkeiten“… Beim Tun kamen mir die einzelnen Schritte aus den vergangenen Wochen und Monaten in den Sinn. Ich fühlte die Gaben jedes Einzelnen.

 

Gut, wie es ist; Collage, 2018, (c) Doreen Trittel

Gut, wie es ist; Collage, 2018, (c) Doreen Trittel

 

…Welche sind das?

  1. Bei der Zusage, einen Workshop anzubieten, habe ich nicht lange nachgedacht. Denn ich wusste, wenn ich das tue, würde ich es nicht tun. Zweifel, Ängste und Bedenken hätten mich davon abhalten können. Doch das kenne ich inzwischen und habe dem Mut den Vortritt gelassen.
  2. Bei der Entwicklung meines Themas und Konzepts hatte ich wunderbare Unterstützung von meinen Bloggerkolleginnen aus meiner Blogger Mastermind Gruppe. Dies setzte sich über die gesamte Vorbereitungszeit fort: Aus verschiedenen Ecken kamen Tipps und Anregungen. Ich führte ein tolles Telefonat. Mir begegnete die Freude an Workshops, am kreativen Tun und die Begeisterung für Collagen. Ich bekam mutmachende Worte und Wünsche. Dafür ein herzliches Dankeschön auch an dieser Stelle. Ihr seid wunderbar. Schon dafür hat sich alles gelohnt.
  3. Mit jedem Tag, an dem der Workshop näher rückte, genoss ich die Vorfreude. Ich sammelte Zeitschriften, ich kaufte Kleber und borgte mir Scheren. Dabei war ich selbst kreativ und mir wurde wieder bewusst, wie wenig es doch zum Kreativsein, zum Collagen gestalten braucht.
  4. Bereichernd empfand und empfinde ich auch die gute Zusammenarbeit mit Paulina’s Friends. Mir ist es in den letzten Jahren wichtig geworden, mit Herzensmenschen zusammenzuarbeiten. Paulina ist so ein Mensch. Das schätze ich sehr. 
  5. Während ich die einzelnen Elemente dieser Collage zusammenstellte und zu einem neuen Bild zusammenfügte, überkam mich das Gefühl der Fülle. Es verdrängte, das bedauernde Gefühl, dass niemand gekommen war. Ich spürte die Fülle, dass alles richtig so ist, wie es ist, und das war wunderbar.

 

Paulina's Friends, (c) Doreen Trittel

Paulina’s Friends, (c) Doreen Trittel

…Was mache ich mit dieser Erfahrung?

  1. Als erstes kam mir der Gedanke, einen Blogbeitrag zu schreiben, in dem ich Dir zeige, wie einfach es sein kann, ins kreative Tun zu kommen, dass es dafür nicht viel braucht. Damit greife ich eine Idee auf, die ich bereits im Austausch mit anderen hatte, die mich danach fragten.
  2. Dann habe ich überlegt, ob es doch besser ist, einen Workshop nur mit vorheriger Anmeldung und Kostenbeitrag zu starten. Die Spontanität ist – gerade in Berlin mit dem vielfältigen und großartigen Angebot – nicht planbar. Oder aber ich lasse es dabei und schaue, wie der Zufall agiert, denn das hat auch einen Reiz, wie ich kürzlich im Gespräch mit einer Kollegin erfuhr, die ohne Anmeldungen arbeitet. Ich werde es sehen…
  3. Ich habe ein Konzept für meinen Workshop, das ich sicher wieder hervorholen und bei der nächsten Gelegenheit anbieten werde.
  4. Ich freue mich über diese Erfahrungen und gehe nun meinen anderen Projekten nach. Aktuell steht die Ausstellung „Als ich noch echt war…“ im Rahmen des Kunstfestivals 48-h-Neukölln mit großartigen Künstlerkolleginnen an. Die letzten Vorbereitungen laufen. Hierzu mehr in eigenen Blogbeiträgen.
  5. Ich werde mich weiterhin mit anderen, gern auch mit Dir, über das Thema Workshops austauschen. Nun kann ich diese, meine Erfahrung mit einbringen. 

 

Workshop, (c) Doreen Trittel

Workshop, (c) Doreen Trittel

 

…und so beschritt ich auf diese Art und Weise wieder den Prozess, „…wie aus der Zerstörung durch Reißen und Schneiden etwas wundervoll Neues durch Gestalten und Kleben entstehen kann – ganz Intuitiv und nach Herzenslust, allein durch’s Tun…“.

Sonnige Grüße, Doreen

Concept Gallery Paulina's Friends, Der Zufallsladen, Gartens. 114, Berlin Mitte, (c) Doreen Trittel

Concept Gallery Paulina’s Friends, Der Zufallsladen, Gartens. 114, Berlin Mitte, (c) Doreen Trittel

 

Vitrine der Fundstücke | 0318

Vitrine der Fundstücke | 0318

Heute habe ich wieder ein paar Fundstücke rund um Kunst, Inspiration und Nachdenkliches zusammengetragen. Viel Spaß beim Stöbern. Los geht’s:

Das sommerliche Wetter lädt zu Ausflügen ins Berliner Umland ein. Da lohnt sich ein Abstecher nach Brandenburg in die Kunsthalle Brennabor. Dort findest Du eine Vielzahl besonderer Kunstwerke unter dem Titel MARK. Mit dabei sind Sabine Küster, Christiane Bergelt und Carla Pohl. Beide erstgenannten bieten auch inspirierende Workshops im Rahmen des Begleitprogramms. Carla und Sabine habe ich Dir in meinem Blog bereits vorgestellt – Carla Pohl Eine Brücke zwischen analog und digital, Sabine Küster – Ein neues Land erblickt die Welt.

Daran möchte ich noch auf einen neuen Blogbeitrag von Sabine Küster im Musenland – Akademie für Biografisches & Kunst aufmerksam machen. Mit ihrem Interviewprojekt sammelt sie biografische Begegnungen. Hier mit der Künstlerin Susanne Haun: FLUIDUM II.

 

Neuland. Collage, 10x15 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

Neuland. Collage, 10×15 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

 

Ein Schwerpunkt meiner künstlerischen Arbeiten bezieht sich ja auf meine ostdeutsche Herkunft. Gern stelle ich mich als Deutsche mit ostdeutschem Migrationshintergrund vor. Dies führte schon zu interessanten Diskussionen. Nun wurde ein interessanter Artikel veröffentlicht, der genau dies thematisiert. Prof. Naika Foroutan sagt: Ostdeutsche sind auch Migranten.  Hieraus möchte ich dieses Zitat hervorheben:

…Ostdeutsche sind irgendwie auch Migranten: Migranten haben ihr Land verlassen, Ostdeutsche wurden von ihrem Land verlassen. Das setzt ähnliche Prozesse in Gang,… Wir brauchen zukünftig mehr strategische Allianzen. Diese Kämpfe gegen die Ungleichheit kann man nicht alleine gewinnen.

Der folgende Artikel bezieht sich auf diese Aussage und fragt: Sind Ossis auch nur Migranten? Interessant und nachvollziehbar. Nur dem Aufruf am Ende möchte ich nicht folgen, weil er sich der gleichen Mittel bedient, die vorher kritisiert wurden. Aber diesen Gedanken nehme ich mit:

…wie wäre es denn mal mit gegenseitigem Verständnis?

Eine andere Sicht auf diese Diskussion bringt dieser Artikel: Der Tag, an dem ich Ostdeutscher wurde. Der Schriftsteller Klaus-Rüdiger Mai hatte sich selbst bisher nicht als Ostdeutscher gesehen.

Ost – West mal anders: Da empfehle ich Dir gern Kathrin Scheurich von Stadtnatur Berlin. Im Rahmen des Events „Langer Tag der Stadt Natur“ erhältst Du am 17. Juni 2018 faszinierende Einblicke: Ost-West-Romanze – Kräuterführung und anschließende Weinprobe. Ich selbst habe Kathrin schon mehrmals im Tiergarten folgen dürfen und bin immer wieder fasziniert, was es schönes in der Stadt zu entdecken gibt.

 

Sommer. Collage, 10x15 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

Sommer. Collage, 10×15 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

 

Vor einigen Wochen wurde wieder der Muttertag gefeiert, den ich und andere in meinem Umfeld nicht feiern. Hier gibt es einen kurzen, interessanten Blick in die Geschichte, zum Ursprung dieses Feiertages: Muttertag – ein kritischer Rückblick in das Jahr 1923. Gastbeitrag von Katharina Schulze. Danke für diesen guten Beitrag inzwischen der Flut aus Kommerz.

„…An diesem Tag sollte die Familie der Mutter danken, die still und unermüdlich ihre Arbeiten verrichtet und immer bereit ist, die Bedürfnisse der Familienmitglieder zu befriedigen…“

 

In ihrer Herangehensweise und Inspiration an schwierige (Familien)Themen hat mich diese künstlerische Arbeit sehr beeindruckt und berührt: Psychische Krisen: „Heilung beginnt mit einer radikalen Akzeptanz der eigentlichen Wunde“ von Silvia Follmann. Sie stellt die Fotografin Kirsten Becken und ihre Serie vor: „’Seeing Her Ghosts’ war ein therapeutischer Prozess für meine Mutter, meinen Vater und mich.“

Wir sollten wissen, dass wir Angst haben sollten – Diesen Artikel möchte ich Dir gern ans Herz legen. Er beschäftigt sich mit dem Interesse an unserer Angst.

 

Keiner weiß. Collage, 10x15 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

Keiner weiß. Collage, 10×15 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

 

Ein passender Übergang zur  D S G V O  fällt mir heute nicht ein. Aber im Vergleich zu den menschlich Herausfordernden und tief berührenden Themen kommt die  D S G V O  für die meisten nervig, für viele auch angstmachend, daher. Ich finde die Umsetzung auch schwierig und war in den letzten Wochen und Monaten umfassend damit beschäftigt. Aber ich finde auch gut daran, dass der Schutz unserer Daten zum Thema gemacht wurde und uns alle dafür sensibilisiert. Ich möchte an dieser Stelle nicht ausführlich darauf eingehen. Du kannst alles in meiner  D a t e n s c h u t z e r k l ä r u n g. Nach außen habe ich auch einiges umgestellt, z.B. das Abo für die Kommentare zu einem Blogbeitrag entfernt. Vielleicht fällt es Dir auf, vielleicht aber auch nicht. Jetzt nutze ich die freie Zeit, um mich wieder meinen eigentlichen Arbeiten zu widmen.

Die letzten Vorbereitungen laufen. Am kommenden Samstag gebe ich meinen – ersten – COLLAGEN-WORKSHOP:

„DIE SCHÖNHEIT DER KUNST UND IHRE FÄHIGKEITEN“ AM 2.JUNI, 14-18 UHR 

Lasst uns das Leben feiern im gemeinsamen Kreativsein feiern und dies in in einer selbst gefertigten Collage ausdrücken. Erfahre in netter und lockerer Runde, wie aus der Zerstörung durch Reißen und Schneiden etwas wundervoll Neues durch Gestalten und Kleben entstehen kann – ganz Intuitiv und nach Herzenslust, allein durch Dein Tun. Wenn Du magst, kannst Du gern persönliche Materialien, wie zum Beispiel Fotos, Papier oder Stoffreste, mitbringen. Zeitschriften, Schere und Kleber sind herzlich willkommen. Es sind keine künstlerischen oder handwerklichen Vorkenntnisse erforderlich.

In diesem Sinne herzliche Frühlingsgrüße voller Vorfreude, Doreen

Pfingstrose, (c) Doreen Trittel

 

Von Ingeborg und Postkartengrüßen aus der Hauptstadt

Von Ingeborg und Postkartengrüßen aus der Hauptstadt

Die Geschichte von Ingeborg hat Susanne und mich in den Vorbereitungen zu unserem gemeinsamen KunstSalon-Abend stetig begleitet. Ingeborg? Wer ist Ingeborg?

Vielleicht erinnerst Du Dich an meinen Beitrag mit dem Titel Eine Künstlerin, eine Collage und die Zeit. Hierin habe ich die wunderbare Collage von Susanne Haun ‚Zum Andenken an Eure Ingeborg‚ und deren Hintergrund vorgestellt. Ingeborg ist die junge Dame, die an jedem Handgelenk eine Armbanduhr trägt, worüber wir nur spekulieren können. Ich freue mich, dass Susanne in unserer gemeinsamen Ausstellung weitere Arbeiten aus dieser faszinierenden Serie zeigt. Hierin hat sie schwarz-weiß Fotografien aus alten, fremden Fotoalben verarbeitet. Ich bin mir sicher, Ihr werdet genauso begeistert sein, wie ich, in den Collagen abzutauchen, sich Geschichten zu Ingeborg und den anderen Protagonisten auszumalen.

Diese Reise in eine vergangene Zeit, hat mich an eine eigene Zeitreise denken lassen: „Postkartengrüße aus Berlin, Hauptstadt der DDR“. Und so kommt es, dass ich diese Collagen mit der Ausstellung im Atelier von Susanne erstmals öffentlich im Original zeige. Bisher konntest Du diese Arbeiten nur online sehen.

 

Postkartengrüße aus Berlin, Hauptstadt der DDR, Collagen-Serie, 2013, (c) Doreen Trittel

Postkartengrüße aus Berlin, Hauptstadt der DDR, Collagen-Serie, 2013, (c) Doreen Trittel

 

Wie viel DDR steckt noch in Berlin? Eine Frage, die sich viele Berlin-Besucher oder Zugezogene stellen, wenn sie durch die östlichen Bezirke der Stadt gehen oder fahren, etwa, wenn sie nach Spuren des Mauerstreifens Ausschau halten. Das Eintauchen in den alten Postkarten hat mich selbst staunen lassen.

Die Grundlage der einzelnen Papiercollagen bilden originale Ansichtskarten aus der DDR. Die Postkarten dienten Berlin-Reisenden als Souvenir oder als Gruß an die Daheimgebliebenen. Die Bilder auf den alten Postkarten zeigen auf der einen Seite ein längst vergangenes und auf der anderen Seite ein heute noch vertrautes Berlin. Denn beim genauen Hinsehen, lässt sich vieles auf den Postkartenfotografien von damals heute noch wieder finden, Gebäude, Straßen und Plätze, Parks und Sehenswürdigkeiten. Oft sind die Gebäude einer neuen Nutzung zugeführt worden. Einiges ist inzwischen heruntergekommen. Doch bei vielem scheint rein äußerlich die Zeit keine Rolle zu spielen.

Diese alten Postkarten habe ich zu Collagen verarbeitet. Teilweise habe ich sie vorher mit einer Nagelschere und Prickelnadel zerkratzt. Hierin spiegelt sich dann wieder der Lauf der Zeit, der Alterungsprozess, aber auch die Wut über schmerzliche Erinnerungen, die mit dem damaligen politischen und gesellschaftlichen System verbunden sind. Die dazu genommenen Elemente, meist aus Papier, zum Teil aber auch Textilien, bilden einen Bezug zum Heute. Mal mit einem Augenzwinkern, mal mit dem Wissen um den Verlauf der Geschichte zeigt sich der heutige Blick auf die Vergangenheit. Die Erinnerungen mischen sich mit den Ereignissen, Erfahrungen und Erlebnissen der Jahrzehnte, die seit dem Fall der Mauer vergangen sind.

 

Postkartengrüße aus Berlin, Hauptstadt der DDR, Collagen-Serie, 2013, (c) Doreen Trittel

Postkartengrüße aus Berlin, Hauptstadt der DDR, Collagen-Serie, 2013, (c) Doreen Trittel

 

Die Serie umfasst insgesamt 16 Collagen. Einen großen Teil findest Du noch bis zum 4. Mai 2018 in der gemeinsamen Ausstellung „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ im Atelier von Susanne.

Ort: Susanne Haun, Groninger Str. 22, 13347 Berlin (4. Etage ohne Fahrstuhl), Tram M13, M50 Osramhöfe, U6 Seestraße, Leopoldplatz, U9 Nauener Platz
Verbleibende Öffnungszeiten: Fr. 20. April 10 – 13 Uhr, Do 26. April 15 – 18 Uhr, Do 3. Mai, 15 – 18 Uhr, Fr. 4. Mai 10 – 13 Uhr.

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel. Collage rechts: Susanne. Collagen links und Mitte: Doreen.

 

Folgende Beiträge sind im Rahmen des KunstSalons und der Ausstellung bereits erschienen (Auflistung in chronologischer Reihenfolge).

Bei Susanne Haun im Blog:
Geborgenheit und Freiheit – Collage…
Forever Young – Collage…
Einladung zum 16. KunstSalon am Dienstag bei Susanne Haun – Künstlerischer Umgang mit Erinnerung – Gast Doreen Trittel
Vorstellung der Künstlerin Doreen Trittel – hehocra…
Aufbau der Installation…
…Bericht vom 16. Kunstsalon…
…Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen als Künstlerbuch

Hier bei mir im Blog:
Eine Künstlerin, eine Collage und die Zeit
Zu Gast im Kunstsalon
KunstSalon – Der Prozess des Werdens
Die Geburtsstunde naht
Erinnerungen an der Wand – aber nicht nur
Beim KunstSalon mit der Abendsonne am Weltglückstag

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel. Collagen rechts: Susanne. Collagen links: Doreen.

Beim KunstSalon mit der Abendsonne am Weltglückstag

Beim KunstSalon mit der Abendsonne am Weltglückstag

Was für ein Tag, der 20. März 2018. Frühlingsanfang und Weltglückstag. Begonnen hat der Tag mit heftigem Schneefall. Solch einen Flockentanz hatten wir den ganzen Winter nicht. Aber wenn ich nach den Bildern aus den anderen Gegenden sehe, dann war selbst das im Vergleich lächerlich. Dennoch hatten Susanne und ich zwischendurch Bedenken, wie sich der verschneite Frühlingsanfang auf unseren Abend auswirken würde.

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Aber wir hatten Glück, am Weltglückstag. Am frühen Abend konnten wir den Sonnenschein im Atelier begrüßen. Kurz darauf kamen unsere Gäste zahlreich. Für unsere Vorbereitungen und Gespräche trafen Susanne und ich uns immer im Café „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“. Welch ein wunderbares Omen, das Susanne gestern als solches erkannte.

Die interessanten Fragen, differenzierten Diskussionen und inspirierenden Gedanken klingen inspiriert in mir nach… Ich fühle mich sehr bereichert und erfüllt. Es ist immer wieder ein Erlebnis, zu sehen, wie der eigene künstlerische Ausdruck seinen Weg findet und mit den Betrachter.innen kommuniziert.

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Susanne und ich haben mit unseren Gästen über Installationen und Collagen gesprochen. Ich bin den Fragen nachgegangen, weshalb sie einen besonderen Reiz für den Umgang mit Erinnerungen ausüben. Sie sind für mich immer eine Herausforderung, Gewohnheiten werden umgekehrt, neue Denkstrukturen provoziert. Mich faszinieren die ungewohnten Wege und Kombinationen verschiedener Materialien. Susanne widmete sich intensiver den Installationen und deren Herausforderungen für den Kunstmarkt. Bei allem ging es um Erinnerungen und Veränderungen. In der Betrachtung der Vergangenheit ist für mich der Wandel allgegenwärtig.

Nachdenken über
das Leben
Veränderung
auf Reisen sein ankommen
Halt finden
auf der Suche sein wonach?
Halt in der Veränderung
das Leben erleben und gestalten
ein neuer Tag
nicht nur die Welt
sondern auch sich selbst entdecken
den Herausforderungen und
der Angst begegnen
in die Tiefe schauen
die Dunkelheit zulassen
es wissen wollen den fluss spüren
mit der Veränderung tanzen
beschwingt zulassen
wachsen

.

(c) Doreen Trittel

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Vor vielen Jahren haben Susanne und ich uns über unsere Blogs kennengelernt. Hierin schreiben wir nicht nur von unseren künstlerischen Arbeiten, sondern zeigen auch unsere Werke. Dies war unter anderem ein Punkt als wir über der Faszination von Originalen und den Möglichkeiten von Reproduktionen nachgingen.

„Aufgefordert, in aller Kürze den Begriff Kunst zu definieren, könnte ich ihn nur bezeichnen als die Reproduktion dessen, was unsere Sinne durch den Schleier der Seele von der Natur wahrnehmen.“

.

Edgar Allan Poe

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Ich habe mich sehr über die vielen neuen und bekannten Gesichter gefreut und ich bin für jede Begegnung dankbar. Die Wünsche und Grüße von Abwesenden haben uns ebenfalls wunderbar durch den Abend begleitet.

Wie Susanne den gestrigen Abend erlebt hat, kannst Du in ihrem Blog nachlesen: Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen – Bericht vom 16. KunstSalon.

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Ich werde über vieles am kommenden Freitag nochmals vor Ort nachdenken, wenn ich vor bzw. in unserer Installation stehe. Vielleicht magst Du Dich ja dazustellen, gern auch setzen. Von 10 bis 13 Uhr ist unsere Ausstellung am kommenden Freitag, am 23. März 2018 geöffnet: Atelier Susanne Haun, Groninger Str. 22, 13347 Berlin (4. Etage, leider ohne Fahrstuhl).

Die Ausstellung kann vom 21.3. – 4.5.2018 zu folgenden Öffnungszeiten besucht werden: Fr. 23. März 10 – 13 Uhr, Do. 5. April 15 – 18 Uhr, Mo. 9. April 15 – 18 Uhr, Fr. 20. April 10 – 13 Uhr, Do 26. April 15 – 18 Uhr, Do 3. Mai, 15 – 18 Uhr, Fr. 4. Mai 10 – 13 Uhr.

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

ps: Ja, Du hast richt gesehen. Es gab auch Eierlikör in Schokobechern. Witzig, welche Erinnerungen auch bei unseren Gästen damit so verbunden waren.

Erinnerungen an der Wand – aber nicht nur

Erinnerungen an der Wand – aber nicht nur

Nach fast 9 Stunden steht und hängt unsere gemeinsame Installation. Auch unsere Collagen sind gerahmt und hängen. Alles ist bereit und freut sich auf interessierte und neugierige Blicke. Heute Abend heißt es: Herzlich Willkommen!

 

Aufbau "Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen" , (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

Aufbau „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ , (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Susanne Haun und ich waren im Aufbau sozusagen abgetaucht. Zwischendurch waren wir immer wieder erstaunt, wie schnell die Zeit vergeht. Es war ein wunderbares Erlebnis, wie sich die einzelnen Elemente aus unseren Vorbereitungen herauskristallisierten und nach und nach ihren Platz fanden. Es war schön zu erleben, wie sich unsere Arbeitsschritte wortlos aufteilten. Ich kann Dir dazu auch Susannes Blogbeitrag zu unserem Aufbau-Tag empfehlen: Aufbau der Installation Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen.

 

Aufbau „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ , (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Heute Abend werden Susanne und ich zu ihrem 16. KunstSalon am Dienstag in ihrem Atelier nicht nur davon erzählen, wie wir auf die Idee zu diesem Werk gekommen sind und in welchen einzelnen Schritten wir es gemeinsam entwickelt und verwirklicht haben. Wir werden auch über Installationen und Collagen allgemein sprechen und der Frage nachgehen, welchen Reiz diese Ausdrucksformen auf uns ausüben.

Susanne präsentiert außerdem eine Auswahl an gezeichneten Fotocollagen mit Fotografien aus einem alten Fotoalbum. Von mir hängen einige Collagen aus der Serie „Postkartengrüße aus der Hauptstadt der DDR“, die ich das erste Mal im Original zeige. Bisher waren sie nur online in Form von Abbildungen zu sehen.

 

Aufbau "Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen" , (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

Aufbau „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ , (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Alles ist bereit. Wir freuen uns auf einen schönen gemeinsamen Abend mit Dich, mit Euch.

Der 16. KunstSalon am Dienstag findet am 20. März 2018 um 18 Uhr statt,
in Atelierräumen der Künstlerin Susanne Haunin der Groninger Str. 22, 13347 Berlin.

Die Einladung einschließlich Programm kann als pdf hier heruntergeladen werden.

 

Aufbau "Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen" , (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

Aufbau „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ , (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Aufbau "Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen" , (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

Aufbau „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ , (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Diese Beiträge könnten Dich auch interessieren:

Im Blog von Susanne Haun: Geborgenheit und Freiheit – Collage |  Vorstellung der Künstlerin Doreen Trittel | Forever young – Collage | Aufbau der Installation…

In meinem Blog: Eine Künstlerin, eine Collage und die Zeit | Zu Gast im KunstSalon + Ausstellung | KunstSalon – Der Prozess des Werdens | Die Geburtsstunde naht

 

Aufbau "Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen" , (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

Aufbau „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ , (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Aufbau "Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen" , (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

Aufbau „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ , (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Die Geburtsstunde naht

Die Geburtsstunde naht

In dieser Woche ist es soweit: Susanne Haun und ich werden unsere Idee einer gemeinsamen Installation auf die Welt bringen, zum Leben erwecken. Wir sind sehr gespannt und ich bin auch etwas nervös, muss ich zugeben.

Im vergangenen Sommer keimte unsere Idee auf. Seit dem wuchs sie fleißig. Wir haben einzelne Elemente entwickelt, in unseren Erinnerungen und privaten Archiven gestöbert und so manches Interessante, Spannende und auch Amüsante zu Tage befördert. Die Grundlage für unsere Idee war unser persönlicher Austausch darüber, wie wir in Berlin verwurzelt sind und beide jeweils auf der anderen Seite der Berliner Mauer aufgewachsen sind – Susanne Haun in West-Berlin und ich in Ost-Berlin. Obwohl wir in zwei unterschiedlichen politischen System groß geworden sind, haben wir schnell viele Gemeinsamkeiten ausmachen können. An dieser Stelle gingen wir dann ins Detail… Und in dieser Woche kommt alles zusammen. Nächste Woche kannst Du es zum KunstSalon am Dienstag bei Susanne Haun im Atelier nicht nur sehen sondern auch erleben: Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen am 20. März 2018.

Veränderung 1, Collage, 30 x 40 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

Veränderung 1, Collage, 30 x 40 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

 

Eine weitere Grundlage für unseren Austausch bildete unser Interesse und unsere Herangehensweisen an die Arbeit mit Collagen. Diese Art des künstlerischen Ausdrucks übt auf uns beide einen besonderen Reiz aus. Darüber werden wir auch am Salonabend sprechen. Die Ausstellung, die unseren Salon begleitet und auch im Anschluss noch bis zum 4. Mai 2018 zu sehen sein wird, beinhaltet demnach nicht nur die Installation, sondern auch Collagen.

Eigens hierfür haben Susanne Haun und ich jeweils zwei neue Collagen unter dem Stichwort „Veränderung“ in der Größe 30 x 40 cm angefertigt. Je eine davon findet sich auch auf unserem Flyer wieder. Zur Ausstellung kannst Du sie erstmalig im Original sehen (…und auch erwerben). Im Rahmen des KunstSalons werden wir auch darüber sprechen, ob nur originale Kunstwerke ihre Wirkung entfalten, oder ob dies auch durch Reproduktionen möglich ist.

Veränderung 2, Collage, 30 x 40 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

Veränderung 2, Collage, 30 x 40 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

 

Die Hintergründe meiner Collagen bilden Ausschnitte zweier alter Landkarten, die noch von meinen Großeltern stammen. Bei der Betrachtung dieser war ich erstaunt darüber, wie alt und damit auch fern mir diese Erinnerungsstücke sind und gleichzeitig sind sie so vertraut. Die Orte, die Flüsse und Seen… Das alles gibt es heute auch noch. Hier hat sich nichts verändert. Und doch ist in den letzten Jahrzehnten so viel geschehen. Ich selbst habe mich stark verändert. Schon allein durch die Jahre und die Erfahrungen… Dies waren so meine Gedanken, als die Ausschnitte der Landkarten vor mir lagen und ich sie nach und nach mit kleinen Details aus Zeitschriften, eigenen Fotografien, verwitterten Plakaten, Geschenkpapieren, einem Teefilter und Negativfilmstreifen sowie zwei Knöpfen bestückte.

Susanne hat ihre Collagen hier in ihrem Blog vorgestellt und dazu etwas geschrieben: Geborgenheit und Freiheit – Collage von Susanne Haun | Forever Young – Collage von Susanne Haun.

Du bist herzlich eingeladen, zum KunstSalon am Dienstag – 20. März 2018 – Dich auf unsere Ausstellung einzulassen, von unseren Überlegungen inspiriert zu werden und mit uns darüber zu diskutieren. Wir sind auf Deine Sicht gespannt, denn Kunst entfaltet ihre Wirkung erst durch den Betrachter, die Betrachterin, durch Dich.

 

Hier kannst Du die Einladung einschließlich Programm und Sonderöffnungszeiten nachlesen und als pdf herunterladen.

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ps: Die Ausstellung kannst Du zum KunstSalon und nach Vereinbarung vom 21. März bis 4. Mai 2018 oder zu folgenden Sonderöffnungszeiten besuchen. Hier habe ich gekennzeichnet, an welchen Tagen ich vor Ort sein werde, ansonsten auch gern nach vorheriger Vereinbarung.

Fr. 23. März 10 – 13 Uhr (Doreen)  |  Do. 5. April 15 – 18 Uhr  |  Mo. 9. April 15 – 18 Uhr (Doreen)  |  Fr. 20. April 10 – 13 Uhr (Doreen)  |  Do 26. April 15 – 18 Uhr  |  Do 3. Mai, 15 – 18 Uhr  |  Fr. 4. Mai 10 – 13 Uhr (Doreen)

Wir freuen uns auf Dich!