Stoff-Erinnerungen: Textile Collagen

Selbstgenähte Kleidung aus meinen Teenagertagen habe ich nicht mehr. Aber folgende Collagen bilden drei meiner früheren Outfits ab:

Textil-Collagen

* ein lila, gerade geschnittenes Kleid, mit einem weißen Gürtel und weißen, rechteckigen Stempelaufdrucken auf dem oberen Teil sowie einem dreieckigen Schlitz mit Steg an der rechten Seite

* ein geblümter Tellerrock, mit einem schwarzen Gürtel, ein weißes Oberteil mit einem Netzeinsatz am Halsausschnitt

* ein weiß, schwarz-gepunkteter Tellerrock, mit einem beigefarbenen kantig-geometrisch geschnittenen Oberteil und einem weißen Gürtel (würde ich heute ja nicht mehr so zusammenstellen)

Zu dieser Zeit war ich in einer Arbeitsgemeinschaft TextilgestaltungDort lernte ich nicht nur nähen, sondern auch andere kreative Ideen mit Stoffen umsetzen. Dabei sind diese Collagen entstanden.

Bei den folgenden Zusammenstellungen ging es um die Kombination von Stoffen in ihrer Farbe und Material zu bestimmten Themen, z.B.: ländlich-rustikal, festlich-elegant, frühlingshaft-pastell, kindlich-kreativ. Das war eine gute Übung.

Textil-Collagen

Auch in der Ausstellung „Guter Stoff – Kleidung im DDR-Alltag“ gibt es die eine oder andere kleine Collage bzw. einzelne Stoffzusammenstellungen zu sehen.

Ausstellung: Guter Stoff - Kleidung im DDR-Alltag

Ausstellung: Guter Stoff - Kleidung im DDR-Alltag

 

Sibylle ist mehr als nur ein Name

Wenn es um die Mode in der DDR geht, dann werden auch immer die Zeitschrift Sibylle und ihre Fotografien vorgestellt. So auch in der Ausstellung „Guter Stoff – Kleidung im DDR-Alltag“:

Ausstellung: Guter Stoff - Kleidung im DDR-Alltag

Die Sibylle „Zeitschrift für Mode und Kultur“ war eine Frauenzeitschrift in der DDR, herausgegeben vom Modeinstitut Berlin. Gründerin und Namensgeberin war Sybille Gerstner.[1] Sie erschien ab 1956 sechs mal pro Jahr in einer Auflage von nur 200.000 Exemplaren im Verlag für die Frau Leipzig, war regelmäßig schnell vergriffen und galt als Ost-Vogue. Neben anspruchsvollen Modefotos von Arno Fischer, Roger Melis, Günter Rössler, Ute Mahler, Sibylle Bergemann, Sven Marquardt, Elisabeth Meinke u. a. waren auch ansprechende redaktionelle Beiträge ihr Markenzeichen. Auf die frauenzeitschrifttypischen Ratgeberteile wurde bewusst verzichtet. Langjährige Moderedakteurin war Dorothea Bertram (später verheiratet mit dem Fotografen Roger Melis). Die gezeigte Mode hatte mit der realsozialistischen Wirklichkeit nur wenig gemein.

Quelle: Wikipedia Sibylle (Zeitschrift)

Die Porträt- und Modefotografien wurden später auch in eigenen Büchern veröffentlicht. Dieses steht zum Beispiel in meinem Regal: Sibylle – Modefotografie aus drei Jahrzehnten DDR, herausgegeben von Dorothea Melis, erschienen im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf.

Buch: Sibylle - Modefotografie aus drei Jahrzehnten DDR

Aber auch andere Zeitschriften spielten eine Rolle, gerade, wenn man selbst Kleidung nähte, strickte oder häkelte: z.B. Modische Maschen,  pramo, Handarbeit (erschienen im Verlag für die Frau)

Ausstellung: Guter Stoff - Kleidung im DDR-Alltag

 

Eine Weste und eine Stola

Gestern habe ich von meinem Besuch in der Ausstellung Guter Stoff – Kleidung im DDR-Alltag berichtet. Heute fange ich hinten an und zeige Dir zwei meiner Erinnerungsstücke.

Upcycling einer Herrenweste

Diese Weste gehörte früher meinem Vater. Es war eine Anzugsweste. Dann habe ich sie in die Hände bekommen, per Hand bestickt und stolz angezogen. Inzwischen trage sie schon längst nicht mehr, aber ich fühle gern den Stoff und die Stickereien und erinnere mich an so manche Nähnacht mit der Hand oder an meiner Nähmaschine.

Tuch - Stola

Diese Stola gehörte früher meiner Oma. Meine Oma hängte sie sich im Sommer über ein Kleid über die Schultern und im Winter über den Mantel auch über die Schultern. Ich hatte eine weiße Stola und trug sie um den Hals gewickelt über meinen Wintermantel oder meine Winterjacke.

Ausstellung: Guter Stoff...

Und heute? Beide Kleidungsstücke hängen nun in der Ausstellung Guter Stoff – Kleidung im DDR-Alltag. Denn dort habe ich sie bei meinem gestrigen Besuch als Leihgabe gelassen.

Ausstellung: Guter Stoff...

Eine tolle Aktion der Studierenden, die Besucher auf diese Art und Weise mit in die Ausstellung einzubeziehen. Bei dieser Gelegenheit habe ich das alte Wort Pantalons (heute: Leggins) wieder entdeckt. Das hatte ich längst vergessen. Meine Freundin und ich standen davor: Oh ja…, weißt Du noch…?

Und wer jetzt Lust auf weitere Upcycling-Ideen bekommen hat, den empfehle ich den Blog Werkeltagebuch. Dort werden immer tolle Projekte gesammelt.

Guter Stoff im DDR-Alltag

In Berlin ist derzeit eine Ausstellung unter dem Titel Guter Stoff – Kleidung im DDR-Alltag im Lichthof Ost der Humboldt Universität zu Berlin, Unter den Linden 6 noch bis zum 13. Mai 2015 zu sehen.

Die Ausstellung ist Teil eines Studienprojekts von acht Studierenden und gibt einen sehr guten Querschnitt und Überblick zum Thema Mode in der DDR: Jeans, Sibylle, Selbst nähen, Exquisit, Entwürfe, Arbeitskleidung, Pramo etc.

Ausstellung: Guter Stoff

Heute war ich mit einer Freundin dort und wir tauchten in längst vergangene Erinnerungen ab… In vielem haben wir eigene Erfahrungen und Erinnerungen wieder gefunden, gleichzeitig haben wir viel Neues entdeckt. Die Ausstellung ist klein, aber birgt eine faszinierende Tiefe und lässt erahnen, dass man in die einzelnen Bereiche noch weiter einsteigen kann. Auch macht sie neugierig: Wie sah die Modewelt zur gleichen Zeit in westlichen Teil Deutschlands aus? Eintragungen im Gästebuch ließen erahnen, dass Parallelen erkennbar sein könnten.

Ausblick: Die Ausstellung hat mich dazu inspiriert, mich diesem Teil meiner Erinnerungen weiter zu zuwenden, denn viele meiner Sachen habe ich in meiner frühesten Jugend selbst genäht. In den nächsten Tagen und Wochen werde ich mich in einzelnen Beiträgen diesem Thema widmen.

Tipp: Zwei meiner persönlichen Erinnerungsstücke sind nun auch Teil der Ausstellung.

Ein Brief geht auf Reisen

Brief - Collage

Das Wort ist Medium der Erinnerung.

Ferdinand Ebner (1882 – 1931)

Collage: Zuversicht und Mut

Diese Collage habe ich kürzlich spontan auf einen Briefumschlag (A4) geklebt; darin ein Brief an eine Freundin in der Ferne. Wir schreiben uns regelmäßig, mal mit kürzeren und mal mit größeren Abständen, in ein Heft, was wir uns hin und her schicken. Inzwischen haben wir über die Jahre schon mehrere Hefte gefüllt. (Da fällt mir auf, dass ich sie noch nie gezählt habe.)

Netzfundstücke |0415

Wer alte Liebesbriefe hat und sich von ihnen trennen möchte, der sollte sie nicht wegwerfen, sondern kann sie dem Projekt Liebesbriefarchiv zur Verfügung stellen.

Was man aus alten Pinseln so machen kann: Amüsante Gesellen.

Dieses Video zeigt, wie aus kleinen Spielzeugfiguren ein Stylischer Lampenschirmständer gemacht wird.

Delphi ist eine Gemeinschaftsausstellung, in der die Fotografinnen und Fotografen sich mit der Auforderung auseinandersetzen: Erkenne dich selbst. (Die Ausstellung läuft bis zum 6. Juni 2015 in Berlin Friedrichshain. Weitere Infos gibt es nicht nur über die verlinkte Ausstellungswebsite, sondern auch in diesem Artikel.)

Aufwachsen inmitten von Müll und Dreck – Ein sehr berührendes Projekt zur Bewältigung der eigenen Vergangenheit. Bruder und Schwester stellen sich mit diesen Fotografien ihren Kindheitserinnerungen.

In Erinnerungen kramen: Was und wie habt Ihr in der DDR gefrühstückt?

Sicher hast Du auch schon einmal einen Einkaufszettel verloren. Vielleicht findet er sich in diesem Buch wieder: Skurrile Einkaufszettel.

 

ps: Wenn Dir etwas interessantes zum Thema Erinnerungen, spannende Projekte oder Berichte über den Weg laufen, dann immer her damit. Vielen Dank.

Netzfundstücke – der Ursprung.