Ein großes Dankeschön
Ihr Lieben, ich danke Euch für die Unterstützung und Eure vielen Rückmeldungen zu meinem spontanen Projekt, dem BH-Organizer. Darüber freue ich mich sehr.
Ihr Lieben, ich danke Euch für die Unterstützung und Eure vielen Rückmeldungen zu meinem spontanen Projekt, dem BH-Organizer. Darüber freue ich mich sehr.

Creative Arte TV sucht/e nach kreativen Ideen, wie man einen BH (Büstenhalter) noch anders nutzen kann. Anlass ist eine Ausstellung im Frankfurter Museum für Kommunikation „Body Talks – 100 Jahre BH“. Der Aufruf läuft schon seit einiger Zeit. Ich widmete ihm nur am Rande Beachtung. Doch vor ein paar Tagen setzte sich doch eine Idee in mir fest, die danach schrie, umgesetzt zu werden. Und wem meine Idee und die Umsetzung gefallen: Bitte gebt mir Eure Stimme. Am 2. Dezember 2014 ist leider Schluss. Also schnell. Ich danke Euch. Merci.
Bitte hier abstimmen.
(Nachtrag: Der Link ist nicht mehr aktuell. Der Wettbewerb ist nicht mehr auf der ArteCreative-Seite verfügbar. Die Preisträgerin präsentiert eine kreative BH-Kopfbedeckung.)
***
Und nun ein paar Worte und Bilder aus dem Entstehungsprozess: In den letzten zwei Tagen habe ich dann wie wild gewerkelt, Bilder im Kopf entstehen lassen, Notizen und Skizzen gemacht, gesammelt und genäht und gefüllt…
Zunächst habe ich BHs genommen, die schon lange aussortiert in einer meiner Schublade auf einen kreativen Einsatz warteten. (Welche Erinnerungen sie verbergen, überlasse ich Eurer Fantasie.) Dann habe ich gemessen und überlegt und bin zum Baumarkt. Dort habe ich ein Brett gekauft. Zum Glück musste ich nicht erklären, wofür ich es brauche. Obwohl, das hätte sicher für einige Erheiterung gesorgt. Na beim nächsten Mal.

Dann habe ich Stoffe ausgesucht: Lila, oder auch magenta genannt, und ein graues Braun für die Vorderseite, schwarz für die Rückseite und ein alter Vorhangstoff in Hellbeige zur inneren Verstärkung. Dann ging es ans Zuschneiden. Abmessen. Mit Stecknadeln fixieren und ab an die Nähmaschine. Zum Glück macht meine alte Veritas solche Spielchen mit.

Ich habe mich der Herausforderung gestellt und das erste Mal in meinem Leben solch einen Tacker verwendet. Im Büro für mich normal, aber Klammern in Holz reinwuchten? Ich habe gelernt und freue mich, dass es super geklappt hat. So konnte ich den Stoffüberzug am Brett wunderbar fixieren und nix verrutscht.

Spassig war dann das Befüllen des Organizers. Auch das Fotoshootings auf dem Dach hat Spass gemacht, aber ganz schön frostig war’s.

Da ich mit diesem Werk aussortierte BHs und einen alten Vorhangstoff recycelt habe, möchte ich dies hinüber zum Upcycling Dienstag Dezember 2014 schicken.
Am 10. November war‘s. 1989, an einem Freitag. Am frühen Morgen kurz vor sieben Uhr traf ich mich mit meinen vier Schulfreundinnen wie jeden Dienstag und Freitag an der gleichen Straßen Ecke in unserem Kiez, in Berlin-Friedrichshain. Wir hatten in der nullten Stunde Französisch in einer anderen Schule. Französischlehrer waren knapp, so dass nicht jede Schule diesen Unterricht anbieten konnte.
So nach und nach kamen meine Schulfreundinnen und ich an unserem Treffpunkt zusammen. Eine Freundin kam aufgeregt und sagte: „Die Mauer ist gefallen.“ Am Abend zuvor, am 09. November 1989 wurden die Grenzen nach Westdeutschland geöffnet. Erst an diesem Morgen erfuhr ich davon. Ob ich in dem Moment, als ich diesen Satz vernommen hatte, aber nicht gleich glauben konnte, überhaupt ansatzweise ahnte, dass sich alles verändern würde, alles hinterfragt werden müsse?
Die Lehrerin erzählte ganz aufgeregt von ihrem nächtlichen Spaziergang über den Ku`damm. Ich hatte das Bild vor Augen. Sie mit ihrem Mann, bei ihm untergehakt schlendernd über eine breite Straße, die mit vielen Bäumen und einigen Straßenlaternen gesäumt ist – ähnlich der Straße Unter den Linden. Was ich noch nicht sah, waren die vielen Lichter der Leuchtreklamen, Geschäfte und Autos, die vielen Menschen, das emsige Treiben der Bewohner und der Besucher.
Fern liegt dieser Moment. Vergangen in meinen Erinnerungen. Ein Moment unter vielen. Ein Moment, dem eine Zeit des Umbruchs folgte. Eine Zeit der Veränderungen. Heute würde ich sagen, in diesem Moment, endete meine Kindheit. Ich war gerade sechzehn Jahre alt geworden.
Auf der Grundlage meiner persönlichen Erinnerungen habe ich folgende Installation erarbeitet, die für mich den 9. November 1989 bzw. die Tage und Wochen um diesen Wendepunkt darstellt. Sie beinhaltet Fotos, Zeichnungen, Kopien, Hausaufgabenheft aus dieser Zeit. Im Anschluss findest Du unten meine persönlichen Erinnerungen an den 9. bzw. 10. November 1989.
9. November 1989, Installation, 85 x 65 cm, 2013 (c) Doreen Trittel
9. November 1989, Detail, (c) Doreen Trittel
9. November 1989, Detail, (c) Doreen Trittel
Am 10. November war‘s. 1989, an einem Freitag. Am frühen Morgen kurz vor sieben Uhr traf ich mich mit meinen vier Schulfreundinnen wie jeden Dienstag und Freitag an der gleichen Straßen Ecke in unserem Kiez, in Berlin-Friedrichshain. Wir hatten in der nullten Stunde Französisch in einer anderen Schule. Französischlehrer waren knapp, so dass nicht jede Schule diesen Unterricht anbieten konnte.
So nach und nach kamen meine Schulfreundinnen und ich an unserem Treffpunkt zusammen. Eine Freundin kam aufgeregt und sagte: „Die Mauer ist gefallen.“ Am Abend zuvor, am 09. November 1989 wurden die Grenzen nach Westdeutschland geöffnet. Erst an diesem Morgen erfuhr ich davon. Ob ich in dem Moment, als ich diesen Satz vernommen hatte, aber nicht gleich glauben konnte, überhaupt ansatzweise ahnte, dass sich alles verändern würde, alles hinterfragt werden müsse?
Die Lehrerin erzählte ganz aufgeregt von ihrem nächtlichen Spaziergang über den Ku`damm. Ich hatte das Bild vor Augen. Sie mit ihrem Mann, bei ihm untergehakt schlendernd über eine breite Straße, die mit vielen Bäumen und einigen Straßenlaternen gesäumt ist – ähnlich der Straße Unter den Linden. Was ich noch nicht sah, waren die vielen Lichter der Leuchtreklamen, Geschäfte und Autos, die vielen Menschen, das emsige Treiben der Bewohner und der Besucher.
Fern liegt dieser Moment. Vergangen in meinen Erinnerungen. Ein Moment unter vielen. Ein Moment, dem eine Zeit des Umbruchs folgte. Eine Zeit der Veränderungen. Heute würde ich sagen, in diesem Moment, endete meine Kindheit. Ich war gerade sechzehn Jahre alt geworden.
Wie schon angekündigt, sind mir weitere interessante Rückblicke auf die Ereignisse von 1989 über den Weg gelaufen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:
* Wende Gelände ist eine fotografische Serie mit Aufnahmen von verschwunden Orten einer Kindheit. Erinnerungen der Fotografin Sarah Schönfeld.
* Vor fünf Jahren, zum 20. Jahrestag des Mauerfalls, hat das Deutsche Tagebucharchiv ein Heft mit Tagebuchausschnitten zur Erinnerung an eine Welt, die es nicht mehr gibt herausgebracht. Dieses ist mir gerade wieder in die Hände gekommen und in diesen Tagen wieder aktuell, deshalb erwähne ich es an dieser Stelle einfach mal. (Es lohnt sich sowieso, auf den Seiten des Tagebucharchivs zu stöbern; eine interessante und wichtige Einrichtung. Es gibt zum Beispiel auch ein Heft mit Tagebucheinträgen zum 9. November, die nichts mit dem Mauerfall 1989 zu tun haben, sondern weiter zurück liegen.)
* Eine sehr persönliche, humorvolle und nachdenkliche Sicht zeigt eine Dokumentation mit Erinnerungen des Schauspielers Jan Josef Liefers.
* „Wir reflektieren die Vergangenheit, um daraus zu lernen und gemeinsam Gegenwart und Zukunft mitzugestalten.“ – Ein interessantes Interview mit zwei engagierten Wendekindern der Dritten Generation Ost.
* Auf Twitter gibt es auch unter folgenden Hashtags Informationen und Hinweise: #ddr und #wende89.
* Wie sehr sich Berlin verändert hat, zeigt diese großartige Gegenüberstellung von Fotografien gestern und heute. (Man kann sogar in den Fotos schieben, so dass sich der frühere bzw. der heutige Blick komplett öffnet.)
* Die Dokumentation „Zonenmädchen“ hat mich sehr berührt. Ich habe ihn auf Arte in der Mediathek gesehen. Sabine Michel und ihre Freundinnen waren beim Mauerfall 18 Jahre alt. Sie blicken – sehr persönlich – gemeinsam zurück und fragen sich, wie viel Zone noch in ihnen steckt. (Leider steht er dort nicht mehr zur Verfügung, aber man kann den Film erwerben. Hier bei YouTube gibt es einen Trailer.)
Dies ist nur eine kleine subjektive Auswahl meinerseits. Die Berichte und Veranstaltungen überschlagen sich ja gerade, jetzt, wo der Jahrestag am 9. November kurz bevorsteht.
Es gibt ja gerade zahlreiche Rückblicke auf die Ereignisse von 1989. Auf folgende möchte ich Euch gern aufmerksam machen:
* Anke Domscheit Berg veröffentlicht in mehreren Teilen ihre Tagebücher und andere Dokumente aus den Tagen um dem Mauerfall 1989.
* Arte zeigt in einem Programmschwerpunkt interessante, vielschichtige Dokumentationen und Filme.
* Die Zeit stellt zahlreiche Statistiken in ihrem Artikel Das geteilte Land dar. Aber daneben finde ich das gezeigte Video sehr interessant. Es stellt Fotografien von damals mit heutigen Bildern einzelner Plätze gegenüber.
* Eine Ausstellung in Magdeburg gewährt mit Fotografien private Einblicke in die Kunstszene der DDR. (Ich selbst kann diese Ausstellung leider nicht besuchen, aber habe sie von einem für mich besonderen Menschen empfohlen bekommen.)
* Erzählcafé in Berlin Pankow: Frauen mit DDR-Wurzeln erzählen ihre Geschichte. (Hiervon habe ich bereits einen Abend besucht und hier berichtet.)
* Auf Twitter gibt es unter den Hashtags #de25 und #Mauerfall weitere Informationen und Hinweise.
Mir wird in den nächsten Tagen und Wochen sicher noch mehr über den Weg laufen…
Habt Ihr noch spannende und zum Nachdenken anregende Empfehlungen?