Doreen, du bist so mutig.

Selbstporträt, 2019 (c) Doreen Trittel

 

Doreen, du bist so mutig. Diesen Satz habe ich schon öfter gehört. Doch jedes Mal bin ich wieder erstaunt und frage mich: Bin ich das wirklich? Zweifel kommen auf. Mir fallen Dinge ein, die ich mich (noch) nicht traue, wo mit der Mut fehlt. Auch wenn ich auf meinen Weg zurückschaue, kommen mir Momente in den Sinn, in denen ich Angst hatte, richtig Angst. Momente, in denen mir die Wahrheit begegnete, in denen meine innere heile Welt zusammenbrach.

Mut & Freiheit

Ja, Freiheit, erfordert Mut. Die Freiheit, sich von der inneren heilen Welt zu verabschieden. Die Freiheit, sich auf den Weg zu sich selbst zu machen. Die Freiheit, in die Selbstverantwortung zu gehen. Die Freiheit, die Vielfalt der Wahrheiten zu betrachten. Die äußere und die innere Freiheit brauchen Mut.

 

Selbstporträt von Doreen Trittel mit Schmetterlingen auf einem Tuch im Hintergrund

Selbstporträt, 2015 (c) Doreen Trittel

 

Angst & Berufung

Was hatte ich für eine Angst, als das Thema Stasi etwa 25 Jahre nach dem Fall der Mauer in mein Leben kam. Vorher hatte ich die Tätigkeit meines Vaters beim Ministerium für Staatssicherheit erfolgreich verdrängt. Ich folgte dem Gehorsam, keine Fragen zu stellen. Ich saß in Vorträgen, habe Dokumentationen über die Stasi gesehen… Aber das hatte alles NICHTS mir zu tun. Doch dann war das Thema Stasi ganz nah und es wurde sehr persönlich für mich. Mit der Auseinandersetzung mit meiner Familiengeschichte kamen auch der Nationalsozialismus und der 2. Weltkrieg in mein persönliches Leben. Alles, was ich bisher darüber gelernt, gelesen, gesehen und gehört habe, berührte mich nun tief im Innersten. Plötzlich erkannte ich mich als Stasi-Kind und Kriegsenkelin.

Dass ich die Themen, die mit Erinnerungen und Veränderung zu tun haben, mit Hilfe meiner Kunst nach außen tragen werde und tatsächlich trage, daran hatte ich nie einen Zweifel. Etwas in mir sagte schon sehr früh: Das musst du tun! Das ist deine Aufgabe! Mein langjähriges Suchen, auch als Kreative, hatte an dieser Stelle ein Ende. Plötzlich lag die Antwort auf meiner Hand. ABER was hatte ich für eine Angst, als ich wusste, jetzt ist der Moment gekommen, öffentlich auch über meine Erfahrungen als Stasi-Kind zu sprechen. Durch diese Tür zu gehen, war sehr schmerzvoll, schonungslos, tränenreich und voller Erkenntnisse. Doch es gab kein zurück, nur ein nach vorn und, hey, ich habe es geschafft. Ich habe diese und viele andere Türen schon durchschritten. Diese Erfahrungen tragen mich.

 

Selbstporträt von Doreen Trittel mit Schmetterlingen auf einem Tuch im Hintergrund

Selbstporträt, 2015 (c) Doreen Trittel

 

Zweifel & Begegnungen

Aber wie oft begegnen mir Zweifel? Wie oft spüre ich die Wut, mich mit diesen Themen auseinander setzen zu müssen? Warum gerade ich?! Wer möchte das hören?! Wer möchte sich mit der Vergangenheit beschäftigen?! Wer kann es aushalten, dass ich versuche, dieses Schweigen zu brechen?! Wie oft begegnete ich den Grenzen anderer Menschen, auch engen Freunden? Das tut mit unter sehr weh. Ich habe gelernt zu erkennen, dass diese Grenze nichts mit mir zu tun hat. Und doch ist es immer wieder eine Herausforderung. Aber dann begegne ich Menschen, die mich in meinem Sein und Tun bestärken, die mir Mut machen, Menschen, die mich spiegeln, und voranbringen. Ich fühle mich von ihrer Wertschätzung, sei es durch kurze Kommentare oder durch intensive Gespräche, getragen. Ich sehe Menschen, die mutig ihren Weg gehen, die durch ihr Sein und Tun Mut machen.

 

Selbstporträt von Doreen Trittel , Lachen

Selbstporträt, 2019 (c) Doreen Trittel

 

Gemeinschaft & Offenheit

Mit #gemeinsamistdasneueEgo habe ich gemerkt, dass es noch viele andere Menschen gibt, denen es, egal welches Thema sie in die Welt tragen, ähnlich geht. Uns begegnen Zweifel, Unsicherheiten und Ängste, aber wir sind damit nicht allein. Früher konnte ich mich den Menschen nicht so tief öffnen und vor allem nicht, ungehemmt auf sie zu gehen. Heute weiß ich Menschen in meinem Netzwerk, in meinem Freundeskreis und in meiner Familie, denen ich ohne meinen Mut nie begegnet wäre, die ich ohne meinen Mut nie kennengelernt und in mein Leben gelassen hätte. Ich kann mir ein Leben ohne tiefe und wertschätzende Begegnungen, durch einen ehrlichen Austausch und einer liebevollen Unterstützung nicht mehr vorstellen. Es fühlt sich unglaublich gut an, Gemeinsamkeiten und Verbindendes zu entdecken, sich gegenseitig zu helfen, ohne sich selbst aufgeben zu müssen. Es fühlt sich unglaublich gut an, da zu sein und gesehen zu werden.

Wie geht es Dir damit?

Wo stehst Du gerade? Suchst Du etwas und weißt vielleicht nicht, wonach? Du bist unsicher und hast Zweifel, Deiner Mission zu folgen, der Welt Dein Thema in voller Blüte zu zeigen? Kannst Du Anregungen, Unterstützung und Zuversicht gebrauchen? Lass Dich von uns inspirieren und lass Dir von uns Mut machen. Denn ohne Dein Puzzleteil ist das Bild dieser Welt nicht vollständig.

Wir

Wir, das sind über 50 Referent*innen beim Online-Kongress #gemeinsamistdasneueEgo. Die Themen sind vielfältig: Kreativität, Spiritualität, Technik, Selbstvertrauen, Löwinnenkraft, Coaching, Familie, Business, Lebensfreude… Du kannst Dir Deinen eigenen Blumenstrauß zusammenstellen und konkrete Anregungen, viel Wissen, ehrliche Tipps, offene Erfahrungen und befreiende Erkenntnisse holen. Ich möchte Dir als Puzzleteil dieses Kongresses zeigen, wie Du mit Hilfe von Collagen innehalten und quer denken kannst. Die Veränderung beginnt bei Dir selbst.

Im Rahmen der Vorbereitungen habe ich mit einigen Referentinnen schon sprechen und mich mit ihnen austauschen können. Zwei Gespräche findest Du auf meinem YouTube Kanal.  Dort erfährst Du, was wir mit #gemeinsamistdasneueEgo verbinden und was wir uns für Dich wünschen. Ich erzähle Dir auch, woran ich als erstes Denken musste, als ich von #gemeinsamistdasneueEgo erfuhr.

Hier kannst Du Dir Deinen kostenfreien Zugang sichern: #gemeinsamistdasneueEgo Einfach auf den Link klicken und Du kommst zu weiteren Informationen, allen Referent*innen und zur Anmeldung.

Zu Deiner Info: Deine Teilnahme an der Interview-Woche des Online-Kongresses ist kostenlos. Solltest du später das Ticket für die Workshop-Woche mit über 50 Live-Workshops erwerben, werde ich am Verkaufspreis beteiligt. Dein Kaufpreis für das Workshop-Ticket ändert sich dadurch aber natürlich nicht.

 

Doreen Trittel beim Online-Kongress #gemeinsamistdasneueEgo

Doreen Trittel beim Online-Kongress #gemeinsamistdasneueEgo

 

mutig

Während ich jetzt die letzten Zeilen schreibe und ich gleich auf veröffentlichen klicke, spüre ich, wie sich die Angst anschleichen und die Zweifel ein Veto einlegen möchten… Ich atme noch einmal tief ein und aus, mache eine kurze Pause… Ich kenne diesen Moment und sage: Hallo. Meine Erfahrungen bestärken mich und mit dem Gedanken, mit dem Gefühl von #gemeinsamistdasneueEgo sage ich Ja zu Dir und meinem Puzzleteil für Dich. Ja, genau, für Dich. Und wenn das mutig ist, ja, dann bin ich mutig. Und Du bist es auch!

 

 

#gemeinsamistdasneueEgo Online-Kongress, 6. bis 17. Mai 2019

#gemeinsamistdasneueEgo Online-Kongress, 6. bis 17. Mai 2019

 

Wir alle sind mutig! – Dieser Blogbeitrag von mir könnte Dich auch interessieren.

7 Bücher, die mich geprägt haben

7 Bücher, die mich geprägt haben

Sommer, Ferien, Urlaub… Wochenende… Zeit zum Lesen. Auf Facebook wurde ich von einigen nach meinen 7 Büchern gefragt, die mir etwas bedeutet bzw. bedeutet haben. 7 Bücher an 7 Tagen und das ganze ohne Worte, nur der Buchtitel bzw. das Buchcover. Aber im Laufe der Tage hatte ich dann doch das Bedürfnis, das ein oder andere zu den Büchern zu sagen. Und das mache ich heute nun hier, in meinem Blog.

Bei der Auswahl dieser Bücher bin ich ohne große Überlegungen vorgegangen. Ich stand vor meinem Regal und ließ meine Augen, den Kopf geneigt, über die Buchrücken gleiten. So zeige ich Dir heute diese 7, in der Reihenfolge, wie ich sie gelesen habe:

 

Tun Sie’s doch!** von Irene C. Kassorla, Knaur, 1988 — Dieses Buch habe ich Anfang der 90er Jahre auf Empfehlung einer damals befreundeten Kollegin gekauft. Es ist sehr im ‚amerikanischen Stil‘ geschrieben: Chacka! Yeah!… Damals war dies für mich der Einstieg in die Thematik, sich und sein Handeln zu hinterfragen, zu reflektieren.

 

Guten Morgen, du Schöne** von Maxie Wander, dtv, 1977 — Das Buch vereint „…Protokolle nach Tonband. Darin lässt sie Frauen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters über ihre Alltagserfahrungen, Befindlichkeiten und Wünsche sprechen….“ (Wikipedia, Aug.18) Die persönlichen Geschichten der Frauen berührten mich sehr.

Klar bin ich eine Ost-Frau! von Martina Rellin, Rowohlt Berlin, 2004 — Die Autorin hat den Stil von Maxie Wander aufgegriffen und Menschen zu verschiedenen Themen befragt. Ich habe es seiner Zeit in Saarbrücken gelesen, als ich dort einige Jahre lebte. …mit den Jahren begann auch ich selbstbewusst zu sagen: Ja, ich bin eine Ost-Frau!

 

Im Zwischenlicht der Zeit** von Ingrid van Biesen (Gedichte) und Monika Bozem (Grafiken), Gollstein, 2005 — Dieses schmale Buch beinhaltet Gedichte, die mit äußerst wenigen Worten viel erzählen. Das kreative Schreiben, insbesondere von Poesie, stand für mich viele Jahre im Mittelpunkt. Dieser Gedichtband hat mich sehr geprägt. Ich begann vieles, was ich bis dahin geschrieben hatte, zu überarbeiten… Auch heute streiche ich vieles im Prozess des Werdens zusammen, nicht nur in Texten sondern auch in meinen Werken.

 

Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen** von Mitch Albom, Goldmann, 2005 — Der Autor hat mehrere interessante und sehr anregende Bücher geschrieben, die inzwischen auch mitunter verfilmt wurden. Dieses Buch war das erste von Mitch Albom, was zuerst gelesen habe. Ein alt gewordener Mann blickt auf sein Leben zurück, das er als langweilig, ereignis- und sinnlos ansieht. Doch erst nach dem Tod begegnen ihm fünf Menschen, die seine Sicht auf sein Leben grundlegend verändern… Dies hat mir in einer Zeit sehr geholfen, an der etwas zu Ende ging und das Neue noch unbekannt war.

 

Als Mutter bin ich nicht genug** von Elif Shafak, Egmont VGS, 2010 — Dieses Buch hatte ich einst in Istanbul entdeckt. Die Autorin beschreibt ihre inneren Stimmen als einzelne Personen mit einem eigenen Zuhause in sich. Sie kommuniziert mit ihnen. Sie diskutieren untereinander und geraten heftig aneinander. Dies gipfelt in einer Depression nach der Geburt. Mehr dazu habe ich mal im wunderbaren Blog ohfamoos geschrieben: Wie viele Frauen hast Du in Dir?

 

Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat** von Ruth Hoffmann, Propyläen und List Taschenbuch, 2012 — Auch in diesem Buch kommen verschiedene Menschen zu Wort. Sie erzählen ihre Geschichte als Stasi-Kind. Dieses Buch war für mich im wahrsten Sinne eine Offenbarung.

 

Lesen im Café, (c) Doreen Trittel

Lesen im Café, (c) Doreen Trittel

 

Jedes dieser Bücher hat mich auf seine Weise geprägt und dazu beigetragen, dass ich mich verändern und mit verschiedenen Herausforderungen in meinem Leben umgehen konnte… Welche Bücher fallen Dir ein? Du kannst die Anregung gern aufgreifen und uns Deine 7 Bücher zeigen, die Dir etwas bedeuten, die Dich geprägt haben. Ich freue mich darauf und verlinke sie hier gern. Gibst Du mir Bescheid? Dankeschön.

5 Annäherungen an die ’neue Echtheit‘

5 Annäherungen an die ’neue Echtheit‘

„Neue Echtheit“, das ist das diesjährige Thema des Kunstfestivals 48-h-Neukölln. Mit vier wunderbaren Künstlerkolleginnen habe ich mich in einem fröhlichen und inspirierenden Brainstorming mit verschiedenen Fragen rund um Echtes und Unechtes beschäftigt. Dabei fanden wir auch den Namen unserer Künstlerinnengruppe: Ogledalo. Für unsere Ausstellung und LiveAktionen haben wir den Titel „Als ich noch echt war…“ gewählt. Worum es uns geht, das habe ich Dir im letzten Beitrag geschrieben. Wenn Du nochmal schauen magst, bitte hier entlang. Heute freue ich mich, Dir unsere Ideen im Einzelnen vorstellen zu dürfen.

***

(c) Ana Bathe

 

Ana Bathe: Fotografien

Life Manual – Die Serie fotografischer Selbstporträts untersucht die symbiotische Beziehung zwischen Nutzer und digitaler Welt sowie den Einfluss von sozialen Medien. Dabei zielt sie darauf ab zwischen der digitalen Selbstpräsentation und einer eher “fadenscheinigen” Version von uns selbst zu unterscheiden.

Die Ego-getriebene Online-Selbstdarstellung in “Missing Link” bewegt sich über die Authentizität hinaus, indem sie danach strebt, ein kalkuliertes und inszeniertes überlegenes Selbst zu erreichen. Dies zeigt, dass wir umso weniger authentisch werden, je mehr wir uns darauf konzentrieren, das digitale Selbst zu erschaffen. Die heutige Notwendigkeit vernetzt zu sein und sich online zu präsentieren wird oft von Ängsten vor Ausschluss und Versagen geprägt – oder schlimmer noch – minderwertig zu sein. Es geht also im wörtlichen Sinne um die physische Verschmelzung des Körpers mit digitalen bzw. elektronischen Geräten.

Die Werke „The Sickness“, Spread & Merge“ und „Rebirth“ vertiefen dazu den Einblick in die Beziehung zwischen Individuum und (digitaler) Gesellschaft. Im Fokus liegen äußerer Druck und Einflussnahme auf unsere persönlichen Ziele und Leben durch Erwartungshaltungen aus der Gesellschaft. Wie unterscheiden wir zwischen dem was wir wirklich anstreben und dem kontinuierlich als wünschenswert beworbenen? Tagtäglich muss zwischen sozial-ökonomischer Leistung oder moralisch gerechtfertigt Handeln entschieden werden. Ist das Leben eines jeden Einzelnen von uns also wahrlich erfüllt und authentisch oder folgen wir doch nur einem uns vorgelegten sorgfältig ausgearbeiteten Muster – und in wie fern ist es möglich diesen Kreislauf zu brechen?

www.anabathe.com

 

(c) Aino Onia

 

Aino Onia: Installation & LiveAktionen 

Authenticity implies value in economy. If something is authentic, it`s worth it`s value. Art can be faked or copied, and thus losing value. However, the question of authenticity is far more complex than its economic dimension. A question of defining real is philosophical. It can be also a psychological question, if we are looking at individuals an at their identity, and try to figure out if ones feelings or behavior is authentic, as we humans are able to simulate feelings and are  incredibly adaptive.

In artists case, the notion of authenticity becomes even more interesting. We artists work with imagination as our main tool. Our job is to stretch the boundaries of reality and play with it. What is the authenticity in art, when arts relationship to the reality is ambiguous in the first place?

I wouId like to explore this aspect of my artistic praxis, and would like to propose a set of exercises that I would execute  in the gallery during the 48h Neukölln festival. The fact of creating to work on the spot will make my connection to my art work visible, and its authenticity will be stated by the spectators.

LiveAktionen: Freitag, 22. Juni 2018, 20 Uhr: Lesung und Musik „ Through blurry light“ Aino Onia mit Kitch-ensemble | Samstag, 23. Juni 2018, 11.30 bis 12.20 Uhr Live-Work | Sonntag, 24. Juni 2018, 15.30 bis 16.30 Uhr Live-Work

https://www.instagram.com/aino_el_solh/

 

(c) Sabine Küster

 

Sabine Küster: Installation & Aktion

Den Echtheitsgehalt meiner selbst suche ich mittels der Text-Objekt-Installation e(r)go_fluide gleichermaßen zu beweisen wie zu widerlegen. 

Dem Echtheitsgehalt der interessierten Besucher*innen werde ich wiederum mittels Interviews auf die Spur kommen. Die Biografische Interviewreihe Fluidum führe ich im Jahr 2018 an verschiedenen Orten durch; sie ist Teil meiner Jahresforschung zum Thema fluide Identität.

LiveAktion:. 23. Juni 2018, Samstag, 15.00 – 18.00 Uhr „FLUIDUM. Performative Interviewsession“

 

(c) Carla Pohl

 

Carla Pohl: Fotografien

„In jeder Fotografie stecke ich selbst mit drin – gebe einen Teil von mir rein. Irgendwie bin ich eine Traumfängerin, immer auf der Suche nach der Ordnung im Chaos. Die ganze Welt ist komponiert.“ (Carla Pohl, 2016)

In einer Mischung aus Polaroids, analogen 6×6 und 35mm Fotografien begibt sich die Fotografin in Venedig und Belgrad auf die Suche nach dem Echten – dem noch verbliebenem, abgelegenem Stück Welt, was in Wirklichkeit schon (touristisch) komplett erschlossen ist. Und findet in diesen unterschiedlichen Städten viel Gemeinsames. Gleichzeitig stellt sie die Echtheit ihres Blicks und damit ihre eigene Person durch die verschiedenen Ausdrucksformen in Frage. 

http://carla-pohl.format.com

 

(c) Doreen Trittel

 

Doreen Trittel: Collagen

In Collagen, Installationen und Fotografien setzt sich Doreen Trittel immer wieder mit Erinnerungen auseinander. Sie betrachtet Elemente daraus, spiegelt sie, stellt sie in einen neuen Kontext und transformiert sie. Dabei fasziniert die Künstlerin der Veränderungsprozess von der Vergangenheit, über die Gegenwart, hin zur Zukunft. 

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeiten liegt in ihrer ostdeutschen Herkunft. Mit ihrer Serie „Die Ketten meiner Oma“ geht Doreen Trittel weiter und widmet sich den Einflüssen vorheriger Generationen: Was ist da noch? Was beeinflusst mich und verfälscht mich vielleicht? Oder machen mich die Prägungen, die Werte aus meiner Familiengeschichte erst richtig echt? Wer bin ich? Doreen Trittel stellt ihre eigene Identität immer wieder in Frage und folgt der Sehnsucht nach dem echten Ich. Damit zeigt die Künstlerin im Rahmen des Festivals ihre neueste Arbeit, die einzelne Collagen/Assemblagen in mehreren Objektkästen umfasst.

***

Neugierig geworden? Wir freuen uns auf Deinen Besuch. Wann und Wo?

22. bis 24. Juni 2018, LiTE-HAUS, Galerie und Projektraum, RAUM 1 und RAUM 3, Mareschstr. 4, 12055 Berlin Neukölln. Mehr Informationen findest Du im letzten Blogbeitrag: Als ich noch echt war… | Einladung

Und im nächsten Beitrag verrate ich Dir mehr zu meiner Arbeit: Die Ketten meiner Oma… Bis dahin, liebe Grüße.

 

 

Bunt – Wir sind schön

Bunt – Wir sind schön

Unzulänglich. Nicht genug. Nicht normal. Unperfekt… Dies ist nur eine kleine Auswahl der Wörter, die das Unbehagen, die Abneigung gegenüber dem eigenen Körper beschreiben. Wir leben in einer Kultur, die ein unreelles, schiefes Körperbild vermittelt. Wir leben in einer Kultur, die Frauen aufgrund ihres Körpers abwertet.

Das macht mich traurig. Der Film Embrace – Du bist schön hat mich tief berührt. Er hat mir deutlich vor Augen geführt, in welch einer Kultur insbesondere wir Frauen leben, welchen Normen und Kategorien wir ausgesetzt sind und selbst denken. 

Von dem Film hatte ich vorher schon gehört, als er im Kino lief. Den Hype darum konnte ich nicht verstehen. Ich dachte, dass ich mit Mitte vierzig längst aus dem Alter raus bin, mir von anderen sagen zu lassen, wie ich auszusehen habe. Ich habe schon vor vielen Jahren erkannt, was für ein Schwachsinn es war, mich als Kind, Teenager und junge Frau als zu dick zu fühlen. Ich färbe meine Haare nicht mehr, was bei jedem Friseurbesuch zu einer Herausforderung wird. Ich stelle mich nicht mehr auf die Waage, was mein Leben sehr erleichtert. 

Doch als ich den Film nun auf Arte gesehen habe, kam ich sehr ins Nachdenken und Nachfühlen. Ich habe ich vieles wiedererkannt. Ich verstehe nun, weshalb ich nach der Geburt meiner Tochter, über Monate hinweg kein Gefühl für meinen Körper hatte, ihn auch ablehnte. ich ahne, wo ich selbst immer noch in vorgegebenen Schönheitsmustern denke. Ich erkenne meine innere Kritikerin, die auch heute mitunter ziemlich harsch daher kommt.

Nachdem ich den Film ein zweites Mal gesehen hatte, habe ich mich zu diesem Blogbeitrag entschlossen. Ich möchte Dir eine Fotoserie zeigen, die ich im letzten Jahr gemacht habe. Ich gebe zu, bisher hatte ich noch nicht den Mut dazu. Heute traue ich mich.

 

Bunt, 1 von 3, 2017, (c) Doreen Trittel

Bunt, 1 von 3, 2017, (c) Doreen Trittel

 

Verschwenden wir keine Energie mehr damit, unseren Körper oder auch nur Teile von ihm zu bekriegen. Lassen wir uns von der positiven Energie anstecken. Finden wir positive Begriffe für unsern Körper und verbinden uns damit. 

 

Bunt, 2 von 3, 2017, (c) Doreen Trittel

Bunt, 2 von 3, 2017, (c) Doreen Trittel

 

Wir sind alle verschieden. Lasst uns die Vielfalt feiern. Lasst uns leidenschaftlich leben. Lasst uns unseren Körper dafür lieben, was er alles kann, wie unglaublich großartig er ist. Wir sind einzigartig. 

 

Bunt, 3 von 3, 2017, (c) Doreen Trittel

Bunt, 3 von 3, 2017, (c) Doreen Trittel

 

Du bist schön. Wir sind schön.

Ich bin schön. 

#ihaveembraced 

#wasfrauenfordern – nicht nur am 8. März

Respekt, (c) hehocra, #wasfrauenfordern

(c) hehocra

 

Ich fordere Respekt in jeglicher Hinsicht und in jeder Beziehung! Respekt!

Dieses Foto stammt aus der #digitalefrauenchallenge vom Tag 3 mit dem Thema #wasfrauenfordern. An mehreren Tagen haben sich Frauen den unterschiedlichen Fragen gewidmet und hierzu ein Foto vorgestellt. So auch ich. Diese Challenge war im Herbst 2017 eine Aktion der Digital Media Women auf Instagram in Kooperation mit den Zeitschriften emotion, barbara und freundin. Aber warum poste ich das heute?

 

Heute ist der 8. März, der Internationale Frauentag:

Der Internationale Frauentag, Weltfrauentag, Frauenkampftag, Internationaler Frauenkampftag oder Frauentag ist ein Welttag, der am 8. März begangen wird. Er entstand als Initiative sozialistischer Organisationen in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen. (aus Wikipedia)

Schon im vergangenen Jahr habe ich in meinem Blogbeitrag Unsere Welt braucht Feminismus geschrieben, was Feminismus für mich heute bedeutet:

Gegenseitiger Respekt, Anerkennung der Vielfalt und Achtung der Menschenwürde!

 

Kurz notiert:

Am 18. März 2018 ist der Equal Pay Day, der internationale Tag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen.  Hierzu gibt es wieder eine Challenge von @digiwomende, die am 9. März 2018 mit dem Hashtag #wasFrauenfordern und #EPD2018 startet.

Es gibt wieder viele interessante Beiträge, Artikel und Berichte zum Weltfrauentag. Von denen, die ich so bisher aktuell gelesen habe möchte ich diese empfehlen. In ihrer Kolumne beschäftigt sich Margarete Stokowski mit dieser Frage: Ist der Feminismus zu weit gegangen? Arte.TV hat einige interessante Dokumentationen und Filme im Programm bzw. in der Mediathek: Frauen, empört Euch!

In diesem Jahr jährt sich das Frauenwahlrecht in Deutschland zum 100. Mal. Ich kann mir nicht vorstellen, nicht wählen gehen zu dürfen… Ich bin dankbar für die vielen mutigen Schritte, die andere Frauen vor uns gegangen sind.

 

Respekt, (c) hehocra, #wasfrauenfordern

(c) hehocra

Wir alle sind mutig!

Wir alle sind mutig!

Ein kühnes Beginnen ist halbes Gewinnen, sagte einst Heinrich Heine. Ich freue mich und danke der wunderbaren Katarina Marevic Schmieder für die Idee der Veranstaltung „Die Mutgestalter 1.0 – Persönliche Geschichten“ und ihren mutigen Schritt, sie mit dem ersten Abend ins Leben zu rufen.

So war es für uns ein ganz besonderer Abend, der erste Abend einer Veranstaltungsreihe, in der noch viele Geschichten erzählt werden. Ähnlich wie Irmgard Brand es auch für sich feststellte, geht es mir. Schon so manche Gelegenheit hat mich dazu gebracht, als Pionierin in verschiedenen Bereichen dabei zu sein. Es hat einen besonderen Reiz und eine eigene Energie, die ich an diesem Abend mit ganz wunderbaren Menschen gemeinsam genießen konnte. Darüber hinaus war es für mich wieder faszinierend, über die Vielfalt der Speakerinnen und Gäste zu staunen und über den Abend hinweg begeistert, Gemeinsamkeiten zu entdecken.

Folgende Speakerinnen haben an diesem Abend neben mir ihre Geschichte erzählt. Die einzelnen Statements und Zusammenfassungen der Mutmachgeschichten kannst Du hier in der Einladung nachlesen. Katarina Marevic Schmieder, Initiatorin und Veranstalterin der „Mutgestalter 1.0“, hat uns in die Silberfabrik in München eingeladen, unsere Geschichten zu erzählen, um anderen Mut zu machen.

Irmgard Brand – Fotografin
Nina Sadlowsky – Yogalehrerin, Bloggerin, Reise-Liebhaberin
Beatriz Carmen Baldur – Gründerin der Cabea – MyBodyImage Akademie
Susanne Zehntner – Mediaplanerin, „spirituelle“ Hochzeitsplanerin, angehende Yogalehrerin

"Mutgestalter 1.0" by Katarina Marevic Schmieder, Foto (c) Marija Krolo (kroloma)

„Mutgestalter 1.0“ by Katarina Marevic Schmieder, Foto (c) Marija Krolo (kroloma)

 

Aber was ist das eigentlich Mut?

Das Wort „Mut“ stammt aus indogermanisch mo- = sich mühen, starken Willens sein, heftig nach etwas streben > germanisch moda-, mōþa-, mōþaz, mōda-, mōdaz = Sinn, Mut, Zorn > althochdeutsch muot = Sinn, Seele, Geist, Gemüt, Kraft des Denkens, Empfindens, Wollens. (Quelle: Wikipedia, Feb.’18)

Fällt es Dir auch schwer, hierauf eine eindeutige Antwort zu finden? Mit den Geschichten im Ohr und einem Blick in den langen Artikel des großen Onlinelexikons denke ich, dass sich Mut dadurch auszeichnet, dass man sich traut, dass man dazu fähig ist, etwas zu wagen. Dies kann darin bestehen, etwas zu tun oder auch etwas zu lassen.

Mut ist eine Charaktereigenschaft, die dazu befähigt, sich gegen Widerstand und Gefahren für eine als richtig und notwendig erkannte Sache einzusetzen… Die Eigenschaft Mut und ihre Umsetzung in mutiges Verhalten sind individuell unterschiedlich angelegt und nicht für alle Lebensfelder und Situationen gleichermaßen abrufbar. Beide aber sind erlernbar und als Merkmal einer ausgereiften Persönlichkeit wie für ein selbstbestimmtes Leben erforderlich. (Quelle: Wikipedia, Feb.’18)

Von den anderen Geschichten waren nicht nur die Besucher.innen fasziniert, sondern auch ich selbst. Wir kennen alle die Situationen, in denen wir Angst haben, in denen wir das Gefühl haben, vom Mut verlassen zu sein. Da wirken solche Geschichten wie bestärkende Ermutigungen.

Unter Ermutigung ist Mut machen durch andere zu verstehen (durch Zureden, Gesten, Mimik), aber auch Mut durch eigenes Verhalten bekommen, wenn man den Erfolg erkennt, nachdem man etwas gewagt hat. Letzteres wäre eine Selbstbestätigung (Selbstverstärkung…)… (Quelle: Wikipedia, Feb.’18)

"Mutgestalter 1.0" by Katarina Marevic Schmieder, Foto (c) Marija Krolo (kroloma)

„Mutgestalter 1.0“ by Katarina Marevic Schmieder, Foto (c) Marija Krolo (kroloma)

 

Wir sind mutig!

Meistens fühlt man sich ja selbst nicht so mutig in den Momenten, in denen man mutig ist bzw. man denkt nicht darüber nach. Wir hatten alle gemeinsam, dass wir unserem Herzen bzw. unserem inneren Drang gefolgt sind, mal bewusst, mal unbewusst, unseren eigenen Weg zu gehen. Wir hatten keine Angst bzw. haben unsere Ängste überwunden. Auch haben wir uns nicht von eigenen Zweifeln und denen anderer abhalten lassen.

Dankbarkeit

Ich bin dankbar für meinen inneren Drang, meinen persönlichen Antrieb oder wie auch immer man es bezeichnen mag. Irgendetwas hat mich an vielen Stellen meinen Weg gehen lassen, wo mein Verstand bzw. das Bewusstsein noch lange nichts davon ahnten. Das Vertrauen auf den eigenen inneren Antrieb fand sich in jeder Geschichte wieder – auch die Dankbarkeit. Mit Hilfe eines Dankbarkeitstagebuches lässt sich unser Blick bereichernd auf das richten, was wir geschaffen haben, das was wir geleistet haben, das was wir als Glück wahrgenommen haben, das was ist, das was uns fügend begegnet ist. Dazu schreibst Du jeden Abend mindestens fünf Dinge auf, für die Du an diesem Tag dankbar bist.

"Mutgestalter 1.0" by Katarina Marevic Schmieder, Foto (c) Marija Krolo (kroloma)

„Mutgestalter 1.0“ by Katarina Marevic Schmieder, Foto (c) Marija Krolo (kroloma)

 

Sich selbst wertschätzen

Es ist ein unglaublich bestärkendes Gefühl, gesehen zu werden, so gesehen zu werden, wie man ist, nicht ausschließlich darüber was man macht, was man nicht macht, sondern so, wie man einfach selbst ist. Beatriz Carmen Baldur hat sehr treffend dabei hervorgehoben, dass es letztendlich drauf ankommt, sich selbst zu lieben, so wie man ist, sich anzunehmen, sich selbst wertzuschätzen.

Wir brauchen Gleichgesinnte

Ganz wichtig war für alle Erzählerinnen in ihrem Leben auch der Austausch mit anderen, mit Gleichgesinnten. Wie hinderlich Menschen sein können, die uns ausbremsen oder aufhalten wollen, haben wir alle erlebt. Da hilft nur eins: Geh hinaus, such Dir Menschen, denen es ähnlich geht, die auch auf dem Weg sind, sich weiterzuentwickeln. Ich habe wunderbare Menschen über die Social Media Kanäle getroffen und viele auch schon persönlich kennengelernt. Ich habe Kurse und Workshops, Mastermind oder andere Gruppen zu verschiedenen Themen besucht. Hierüber habe ich auch Herzensmenschen getroffen, mit denen ich mich wunderbar austauschen kann, wie wir uns gegenseitig unterstützen und einfach durch unser Tun ermutigen.

 

Doreen Trittel bei den "Mutgestaltern 1.0", Foto (c) Marija Krolo (kroloma)

Doreen Trittel bei den „Mutgestaltern 1.0“, Foto (c) Marija Krolo (kroloma)

 

Von kleinen Schritten zu großen

Mein Leben hat mir bisher gezeigt, dass es nicht immer gleich die radikale Veränderung und das Große Hinter-sich-lassen sein muss*, sondern dass auch viele Schritte, einer nach dem anderen vorwärts führen. Ich bin dankbar für meine Geduld und Ausdauer. Hierbei habe ich immer meine Opfer-Täter-Patchworkdecke vor Augen, die ich letztes Jahr für die Ausstellung im ehemaligen Frauengefängnis in Berlin Lichterfelde Stich für Stich, Wort für Wort, Naht für Naht über Monate hinweg gefertigt hatte.  (* Das gab es bei mir auch, aber dies stand für mich an diesem Abend nicht im Mittelpunkt.)

Lachen, ja richtig: Lachen

Bei allen kleinen und großen Schritten dürfen wir aber nicht vergessen, zu lachen, auch mal über uns und skurrile Situationen, in denen wir uns vielleicht gerade befinden, zu lachen, herzhaft zu lachen. Das hat uns an diesem Abend nicht nur Nina Sadlowsky fröhlich vor gemacht.

Mein mir mutmachendes Motto 2018

Zum Abschluss habe ich allen noch mein Motto für 2018 verraten. Du kennst es sicher schon, aber ich nutze einfach mal die Gelegenheit, es mir selbst wieder vor Augen zu führen: „Ich mute meiner Umwelt meine volle Größe zu!*“ …und mir auch!   (* Spruch von der Tasche vom Marie von Mallwitz Verlag)

Mut-Steinchen

Herzerfüllt, beseelt, glücklich, bereichert und dankbar schaue ich auf diese Erfahrung, bei den „Mutgestaltern 1.0“. Dank Susanne Zehntner habe ich nun auch ein Mut-Steinchen in der Tasche. Zum Nachahmen empfohlen.

 

"Mutgestalter 1.0" by Katarina Marevic Schmieder, Foto by hehocra

„Mutgestalter 1.0“ by Katarina Marevic Schmieder, Foto by hehocra

 

Die nächsten Veranstaltungen sind schon in der Vorbereitung. Sie finden am 22. März und am 19. April 2018 in der Silberfabrik in München statt. Sobald die Informationen veröffentlicht sind, werde ich sie via Facebook und Twitter teilen.

Dein Tipp

Welche Tipps hast Du für andere, damit sie mutig ihren Weg gehen können? Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn wir hier ein paar Tipps für uns und andere zusammentragen können. Was gibt Dir Kraft und Mut? Wie gehst Du mit Zweifeln und Ängsten um? Wie sprichst Du Dir Mut zu bzw. was tust Du, um mutig sein zu können?