von hehocra | Juni 6, 2015 | Fundstücke |
Kürzlich habe ich innerhalb weniger Tage ein Buch verschlungen, das ich heute gern vorstellen möchte. Es ist ein Briefroman: Reich der Verluste, von Erika Pluhar (erschienen als Insel Taschenbuch).
So oft, kam es in den letzten Jahren nicht vor, dass ich in ein Buch quasi eintauchen konnte. Dies lag aber meist weniger an den Büchern als an der Tatsache, dass ich Mutter geworden bin und sich auch meine Prioritäten für meine Zeit allein verschoben haben. Ein Stück weit ist es aber auch meine Bequemlichkeit. Ja, das muss ich zugeben. Ich greife eher zum Handy mit seinen weiten Lesewelten und zu Zeitungen bzw. Zeitschriften. Manchmal sage ich scherzhaft Fastfood-Lesen dazu… Aber ich will nicht weiter abschweifen – zurück zum Buch.

Im Klappentext heißt es:
Es beginnt mit einer Postkarte: Sie habe in ihrer Wohnung versehentlich ein Fenster offen gelassen, schreibt Magda an ihre Hausmeistersfrau Maria in der Stadt. Magda schreibt es von einer Mittelmeerinsel, auf die sie sich nach diversen Schicksalsschlägen zurückgezogen hat. Das Fenster wird geschlossen – ein Briefwechsel beginnt, in dem sich die beiden so unterschiedlichen Frauen einander immer mehr annähern und schließlich Freundinnen werden. Sie erzählen ihre Lebensgeschichten. Kränkungen, Lebensleiden oder Liebesverluste werden noch einmal durchlebt, lang unterdrückte Tränen endlich geweint. Die schlichte, warmherzige Maria entdeckt die Macht der Wörter und das Vergnügen, sich schreibend mitzuteilen. Mit neuem Selbstbewusstsein nimmt sie ihr Schicksal in die Hand, während Magda neuen Mut schöpft und zurück ins Leben kehrt. Ein gefühlvolles, lebendiges, mitreißendes Buch voller Hoffnung und Sehnsucht.
Für mich ist es eines dieser Bücher, welches ich innerhalb weniger Tage aufgesogen hatte und wehmütig war, als meine Hand die letzte Seite umblätterte. Magda schreibt in ihren Briefen aus ihrem Leben, sie stellt sich ihren Erinnerungen, und Maria entdeckt die Welt der Worte. Zwei herzensgute Frauen, die zunächst nicht unterschiedlicher hätten erscheinen können und sich in vertrauensvollen, offenen Briefen kennenlernen und sehr schnell nahe sind.
Dies ist mein erstes Buch, das ich von der österreichischen Schauspielerin, Sängerin und Schriftstellerin Erika Pluhar gelesen habe. Was ich bisher über sie erfahren habe, scheint sie eine mutige und beeindruckende Frau. Ich danke dem Zufall, der mir das obige Buch als Mängelexemplar beim Stöbern in einer Buchhandlung zugespielt hatte, und bin neugierig auf ihre Bücher geworden.
von hehocra | Juni 3, 2015 | Fundstücke, Textiles |
Dass ich mich für Textiles und Handarbeiten begeistern kann, dürfte sich ja schon rumgesprochen haben, ganz besonders, wenn so berührend sympathische Geschichten wie diese hier daher kommen.
Für „Square” wird die Berliner Schauspielerin und Sängerin Meret Becker zur Filmregisseurin! Sie stellt uns die Modedesignerin Ann-Kathrin Carstensen und ihr Label „Rita in Palma” in ihrem Dokumentarfilm vor. Das Besondere an diesem Projekt: Türkische Frauen häkeln Haute Couture und erlangen dadurch ein Stück Unabhängigkeit.
(Square ist eine Sendung von arte und beschäftigt sich mit Künstlern und Intellektuellen.)
Hier geht es zur Website von RITA IN PALMA aus Berlin Neukölln. Dort kannst Du die zauberhaften Kreationen bewundern. Dazu empfehle ich aber auch den Link zum Häkelclub, dem sozialen Engagement des Modelabels.
Am Rande: Wenn es nach mir ginge, könnte Meret Becker noch mehr solch schöne Filme machen. Eine tolle Frau, deren Vielfältigkeit und Kreativität mich sehr beeindruckt.
Noch etwas: Den Film entdeckte ich auf dem Blog My Fair Yarn. Er fasziniert mich, weil darin die Begeisterung, die Freude und die Leidenschaft der Autorin für Garne zum Ausdruck kommt. Sie schreibt über ihre Entdeckungen und Erfahrungen mit Wolle, die sich durch die Charakterzüge natürlich, nachhaltig und fair auszeichnet.
Aber zurück zum Häkeln. Der Film von Meret Becker über Rita In Palma hat mich an ein Paar gehäkelte Handschuhe erinnert, die ich von meiner Oma habe. Ich selbst trage sie nicht, aber ich finde sie so schön, dass ich sie bisher nicht aussortierten konnte. (Mir sind sie leider zu klein und entsprechen auch überhaupt nicht meinem Stil.) Für diesen Blogbeitrag heute habe ich sie hervorgeholt und fotografiert.

Ein Mal hatte ich tatsächlich überlegt, sie auszusortieren, weil ich selbst keine Erinnerungen mit ihnen verbinde, aber nun, inspiriert durch die Geschichte von Rita In Palma, behalte ich sie doch. Entwickelt sich langsam eine Idee, was ich mit ihnen künstlerisch umsetzen könnte… Insbesondere frage ich mich dabei, welche Erinnerungen diese Handschuhe haben könnten. Woher hatte meine Oma diese Handschuhe? Hat sie sie selbst getragen? Wer hat sie getragen? Zu welchem Anlass? Aus welcher Zeit stammen sie?… Fragen, die Du Dir sicher bei anderen Gegenständen oder Orten auch schon einmal gestellt hast…
von hehocra | Mai 26, 2015 | Blogaktionen, Collagen |
Wieder hüpften die Inspirationsfunken… Das zweite Mal, dass ich jetzt beim Bilder-Pingpong von Lucia mit ihrem Blog Schreibtischwelten und Ghislana mit ihrem Blog Jahreszeitenbriefe mitmache. Dies ist mein Ergebnis:

‚Scherben ganz‘ – Collage, Papier, A4, (c) hehocra
Eine Collage, geklebt, geschnitten, geritzt, gelegt, geschoben… und zum Schluss fotografiert. Ich habe das Ausgangsbild, wie auch schon bei meinem April-Bild, in schwarz-weiß auf einem A4-Blatt zuvor ausgedruckt und draus die Collage gestaltet.
Dies war das Ausgangsbild, das Startfoto, von dem sich alle Mitmachenden inspirieren ließen:

Ich klicke mich dann mal durch die anderen Beiträge: Die Mai-Ergebnisse. Was ich aus dem Augenwinkel schon sehen konnte: Es zeigt sich wieder eine wunderbare kreative Vielfalt.
Vielleicht magst Du ja auch mal – mit Worten, mit Farben, mit Schnipseln oder anderem mehr – mitmachen?
von hehocra | Mai 20, 2015 | Fotografien |
Gute Erinnerungen tragen unser Leben. Aus Japan

Ich bin am Meer!
Ich bin am Meer!
Ich bin tatsächlich am Meer!

Spüre den Sand unter meinen Füßen,
den Wind in meinem Haar,
die Sonne auf meinem Gesicht.
Lasse meine Gedanken
in der Luft schweben,
auf den Wellen reiten,
bis sie am Ufer verebben.

Ich war am Meer!
Ich war tatsächlich am Meer!
(c) hehocra

von hehocra | Mai 17, 2015 | Ostdeutsches, Textiles |
In meinen letzten Beiträgen habe ich mich angeregt durch die Ausstellung „Guter Stoff – Kleidung in der DDR“ meinen textilen Erinnerungen gewidmet. Heute halte ich kurz inne, schaue zurück, gebe einen Überblick und beende damit meine Serie.

Alle Beträge:
Guter Stoff im DDR-Alltag
Eine Weste und eine Stola
Sibylle ist mehr als nur ein Name
Stoff-Erinnerungen: Textile Collagen
Meine Nähmaschine heißt Veritas
Me Made 1989

Warst Du zufällig auch in der Ausstellung? Wie war Dein Eindruck?
Hast Du persönliche Erinnerungen zum Thema Kleidung im DDR-Alltag? Magst Du sie mit mir teilen?

von hehocra | Mai 15, 2015 | Ausstellungen, Ostdeutsches, Textiles |
Bevor ich meine Serie – inspiriert durch die Ausstellung Guter Stoff – Kleidung im DDR-Alltag – abschließe, möchte ich Dir heute noch ein paar Impressionen zeigen und Buchtipps geben.

Die eigene Anfertigung von Kleidung spielte in der Ausstellung zwar eine große Rolle, aber daneben zeigt sie auch interessante Exponate und Entwürfe aus professioneller Hand, von DesignerInnen und SchneiderInnen, und gibt Einblicke hinter die Kulissen.



Das folgende Buch ist zu diesem Thema ähnlich aufbereitet: Interessantes und Wissenswertes verknüpft mit persönlichen Geschichten und Fotografien – Das große DDR-Mode-Buch, herausgegeben von Thomas Kupfermann, erschienen im Eulenspiegel Verlag

Aus meinem Bücherregal möchte ich Dir noch folgende Bücher und Hefte zeigen, die für mich nicht nur früher sondern auch heute immer wieder inspirierend und hilfreich sind. Vielleicht erkennst Du selbst das eine oder andere wieder oder entdeckst es mal im Antiquariat oder in Gebrauchtbörsen.



Im nächsten Beitrag gibt es einen gesamten Überblick und damit dann auch einen Abschluss dieser Serie.