von hehocra | Apr. 28, 2016 | Collagen, Fundstücke |
Dada/ Dadaismus – eine literarische und künstlerische Kunstrichtung, die an sich schon impliziert, nicht definiert zu werden. Wenn man doch einen Versuch unternimmt, so lässt sich Dada mit folgenden Worten kurz beschreiben:
Der Begriff Dada(ismus) steht im Sinne der Künstler für totalen Zweifel an allem, absoluten Individualismus und die Zerstörung von gefestigten Idealen und Normen. Man ersetzte die durch Disziplin und die gesellschaftliche Moral bestimmten künstlerischen Verfahren durch einfache, willkürliche, meist zufallsgesteuerte Aktionen in Bild und Wort. (Wikipedia)
Vor 100 Jahren fand der Dadaismus durch eine Gruppe von KünstlerInnen seinen Ursprung in der Schweiz: 1916. Dies habe ich bei Sabine Küster erfahren. Sabine ist Kuratorin und Autorin sowie Inhaberin von MusenTritt. Durch Zufall entdeckte ich zunächst ihre Facebookseite, anschließend stöberte ich auf ihrer Website, auf der sie viel Informatives und Wissenswertes rund um Dada veröffentlicht. Zudem engagiert sich Sabine mittels Ausschreibungen, Workshops, Performances und Projekten rund um das große Jubiläum.
In einem Projekt sammelt Sabine Küster selbst gestaltete Postkarten, die alle zusammen zum Beispiel in Wanderausstellungen gezeigt werden. Meine Postkarte ist inzwischen wohlbehalten angekommen Vielleicht magst Du Dich ja auch beteiligen? Sabine freut sich über weitere Postkarten. Oder kennst Du AusstellerInnen und VeranstalterInnen, die sich für dieses Projekt begeistern könnten? Aktuelle Termine findest Du auf Sabines Website. Wenn Du Zeit und Lust hast, dann schau doch mal vorbei. Sabine ist zum Beispiel in Zürich, Köln, Bad-Bad-Münstereifel-Effelsberg und Berlin unterwegs.
Ganz besonders habe ich mich gefreut, Sabine Küster bei der Ausstellungseröffnung „ona rabotajet. sie arbeitet.“ persönlich kennenzulernen und so, mehr von ihrer Arbeit zu erfahren. Am 5. Mai 2016 findet ein Workshop im Rahmen der Ausstellung im Projektraum 29d, in Berlin Friedrichshain statt. Ich bedaure sehr, dass ich selbst nicht dort sein kann, denn das Thema reizt mich sehr.
Im Kopf von Jelinek und Co: Sprachexperimente wagen auf der Suche nach Authentizität und Transparenz. Kraftvolle Worte finden für den eigenen Lebensweg. Den roten Faden im Leben sprachlich sichtbar werden lassen. Brüche und (Neu)Anfänge fragmentarisch verdichten…
Ich bin gespannt, was uns in den kommenden Monaten im Rahmen des 100jährigen Jubiläums erwarten wird…
Dada-faszinierte Grüße, Doreen
von hehocra | Apr. 9, 2016 | Fundstücke |
Nach einer Woche mit einigen Tiefen, aber auch schönen Höhen bin ich nun im Wochenende angekommen. Eine Erkältung macht mir zu schaffen, von so manchem habe ich einfach die Nase voll. Es ist nicht immer einfach, dies anzunehmen, aber ich übe mich darin. Gelassen bleiben. Diese Phasen aushalten und den Blick auf die schönen Dinge des Lebens lenken. Vertrauen, darauf vertrauen, dass auch durchhängende Momente produktive und kreative Blüten tragen können, darauf vertrauen, dass die Sonne auch wieder in meinem Herzen lachen wird. Ich genieße die leuchtenden Frühlingsfarben und bin überwältigt von den Überraschungen, die mir begegnen.
Eine davon ist diese wunderschöne Motivationskarte, ein „Echtbriefchen“ auf meinen Blogbeitrag Motivation zur Kunst (03). Diese zauberhafte Collage kommt von Ghislana vom Blog Jahreszeitenbriefe, eine Collage von Hand gestaltet. Immer wieder streichle ich mit meinen Fingern sanft über die Fläche. Ich danke Dir, liebe Ghislana für diese Freude, in im mein Haus geflattert kam und mich sehr berührt. Dankeschön.
Mit diesem sonnig lächelnden Gefühl
wünsche ich Dir ein schönes Frühlingswochenende.
Mach es Dir schön.

Herzliche Grüße, Doreen
von hehocra | Feb. 22, 2016 | Fundstücke, Vielfalt |
Warum nicht? Ich habe das noch nicht oft gemacht, aber das ein oder andere Mal, als ich im Urlaub noch eine Karte und Briefmarke übrig hatte, dann schrieb ich sie mir selbst. Hast Du Dir schon selbst Karten geschrieben?
Kürzlich entdeckte ich eine Idee von EchtPost, die dazu animierte, sich selbst Motivationskarten zu schreiben. Karten zur Motivation? Mmh. Irgendwie reizte es mich, ohne genau zu wissen, wie und wozu ich mich motivieren könnte. Aber ich habe einfach mal angefangen und mir die erste Karte geschrieben, die am nächsten Tag schon in meinem Briefkasten auf mich wartete.
Doch zunächst die Frage: Was ist EchtPost? Ich hatte von diesem Online-Dienst schon gehört, es aber selbst noch nie ausprobiert. Ich bin nämlich noch eine derjenigen, die Postkarten und manchmal auch Briefe mit der Hand schreibt. EchtPost greift einen Teil des alten Weges auf. Doch von vorn: Du suchst Dir auf der Seite eines der vielen schönen Motive aus. Dann schreibst Du jemandem eine Karte, bezahlst diese – aktuell 2,30 EUR – und schon geht die Karte auf die Reise bis sie im Briefkasten landet. Eine coole Idee. Wie schwer fällt es doch vielen, heutzutage noch einen Stift in die Hand zu nehmen, eine Briefmarke zu besorgen und einen Briefkasten zu suchen? Aber gleichzeitig: Wie schön ist es doch, eine richtige, echte Postkarte mit lieben Zeilen im Briefkasten vorzufinden?
Als Motiv wählte ich ein Design von Helen Hartwig (Studentenmotive Uni-Weimar); sehr naheliegend: Diese Karte soll dich motivieren 🙂 Und wer motiviert jetzt mich? :'(

Bist Du jetzt neugierig, was ich mir geschrieben habe? Na gut, dann will ich es Dir gern zeigen:
Hallo Doreen, Deine erste Karte zur Motivation. Motivation wozu? Mmh… Lass es auf Dich zukommen. Schau, wozu Du Dich motiviert fühlen möchtest, wenn Du diese Karte in Deinem Briefkasten findest. / Ja, Du kannst Dich darauf freuen. Zeilen von Dir für Dich, von mir für mich, von mir für Dich. Fühle Dich umarmt und gedrückt. Du weißt, ich bin für Dich da, Du bist für Dich da, wir. / Herzliche Grüße, Deine Doreen / ps: Viel Spaß mit der Karte.
ps: Um den Dienst von EchtPost nutzen zu können, habe ich die Karten kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank dafür. Die obigen Zeilen geben ausschließlich meine Sicht wieder.
von hehocra | Dez. 16, 2015 | Fundstücke |
Heute freue ich mich, Dir Frauke mit ihrem Label Farbspuren vorstellen zu können. Frauke zaubert aus alten Kinderbüchern neue Notizbücher. Ich war fasziniert von diesem Upcycling und erinnerte mich gleichzeitig an viele schöne Bücher aus meiner Kindheit… So kamen wir per Mail ins Gespräch…
Hallo Frauke, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, mir meine Fragen zu beantworten, um mir und meinen LeserInnen einen kleinen Einblick in dein kreatives Tun zu geben. Kannst du dich kurz selbst vorstellen: Wer bist du, wo lebst und arbeitest du?
Hallo Doreen, schön, dass ich hier sein darf. Ich bin Frauke und wohne in Stetten im Remstal, in der Nähe von Stuttgart. Ich bin Kreativkopf bei Farbspuren, Mutter, Ehefrau, Ergotherapeutin, leidenschaftliche Kaffeetrinkerin, Puppenspielerin, Leseratte, Seriensüchtige… Seit 2012 betreibe ich mein kleines Label Farbspuren. Ich habe schon vorher gerne und viel mit Papier gearbeitet, und da war es eine logische Konsequenz einen Schritt weiter zu denken und zunächst einen Dawandashop zu eröffnen. Heute gehe ich auch viel auf Märkte, habe außerdem einen Etsyshop und verkaufe in ausgesuchten Läden in der Region.

Foto (c) www.farbpuren.com
Farbspuren, so nennst du dein Label, in dem du Schönes aus Papier – Upcycling, Papeterie, Gefaltetes – präsentierst. Wie ist der Name entstanden, den ich sehr schön finde?
Manchmal küsst einen einfach die Muse, oder? Nein, im Ernst. Ich wollte mit dem Namen unbedingt ausdrücken, dass die Sachen, die ich anbiete, größtenteils bereits ein Vorleben hatten – eben schon Gebrauchsspuren haben. Außerdem ist Farbe in meinem Sortiment ganz wichtig… Ich mag auch sehr minimalistische schwarz-weiße Sachen, aber das kann ich nicht… bei mir wird irgendwie immer alles bunt. Da passte Farbspuren einfach perfekt.

Foto (c) www.farbpuren.com
Eines deiner großen Highlights sind deine Notizbücher, die du aus alten Kinderbüchern herstellst. Es hat schon etwas besonderes, ein Kinderbuch, mit dem man eigene Erinnerungen verknüpft, in den Händen zu halten und neu gestalten zu können. Gleichzeitig, muss ich zugeben, dass ich es mir seltsam vorstelle, ein Buch in seine Einzelteile zu zerlegen bzw. ein Buchdeckel von seinem Inhalt zu lösen. Wie bist du auf diese Idee gekommen? Wie findest du die Bücher, die du veränderst?
Ich kann mich ganz schlecht von Büchern trennen. Ich mag sie auch nicht wegwerfen. Ich war schon immer sehr froh, wenn die Bücher, die ich aussortiert hatte, wieder gelesen wurden… also habe ich sie gespendet oder verschenkt. Die alten, schönen Kinderbücher mit den vielen Erinnerungen will aber niemand haben. Die Geschichten und die Rechtschreibung sind veraltet und sprechen (auch meine) Kinder nicht mehr an. Ich kam auf die Idee wenigstens den schönen Buchumschlag (und natürlich die Erinnerungen) retten zu können, wenn ich neue Seiten einfülle. Mir ist dabei wichtig, dass das Buch seinen Charakter behält und nicht plötzlich eine Ringbindung hat. Also haben meine Upcycling-Notizbücher einen fadengehefteten Buchblock. Und da ich weiß, dass aus dem Buch (und ja größtenteils auch aus den Seiten) etwas Neues und Brauchbares wird, fällt es mir gar nicht schwer, dass Buch auseinanderzunehmen. In diesem Sinne bin ich gerne eine Bücherzerstörerin.
Ich habe mir ein Notizbuch gekauft. Ich weiß nichts über den Inhalt, aber ich fand den schönen Titel „Bei uns geht’s immer lustig zu“ sowie die Illustration sehr ansprechend. Über deine Kinderbuch-Notizbücher bin ich ja auf dich und deine Produkte neugierig geworden. Und ich erinnere mich, dass wir dann ins Gespräch gekommen sind, weil Du nach den Erinnerungen an Bücher aus der Kindheit anderer fragtest. Welches sind deine fünf liebsten Bücher aus deiner Kindheit und Jugend?
Die alten Illustrationen sind wirklich wunderbar, nicht wahr? Es wäre doch wirklich schade, wenn diese Kunstwerke im Reißwolf landen würden. Aber nun zu meinen Lieblingsbüchern: Ich habe „Blitz der schwarze Hengst“ geliebt und habe noch heute alle Bände, außerdem natürlich Astrid Lindgren und da besonders „Ronja Räubertochter“. Janoschs „Oh, wie schön ist Pananma“ habe ich erst kennengelernt, als ich schon älter war, habe es aber mit Begeisterung meinen kleinen Geschwistern vorgelesen, das muss also auch auf de Liste. An Jugendbüchern fallen mir vor allem „Der Herr der Ringe“ und „Die Nebel von Avalon“ ein.
„Oh, wie schön ist Panama“ lese ich meiner Tochter auch gern vor. Aber dieses Buch habe ich erst mit ihr entdeckt. Die Erinnerungen an meine Kinder- und Jugendbücher teile ich hier mit Euch.

Foto (c) www.farbpuren.com
Liebe Frauke, hab herzlichen Dank für die Einblicke in deine zauberhafte kreative Welt.
Vielleicht magst Du uns, Frauke und mir, Deine Lieblingsbücher aus Deiner Kindheit und Jugend verraten? Wir sind neugierig.
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Links
Fraukes Website mit Blog: Farbspuren
Fraukes Online-Shops: Farbspuren bei Dawanda und Farbspuren bei Etsy
von hehocra | Juni 12, 2015 | Fundstücke |
Susanne bemerkt Veränderung und denkt darüber in ihrem Blog nach: Loslassen. In Buchalovs Blog zeigt Jürgen Impressionen einer Ausstellung mit dem Titel Veränderung – Change.
Veränderung… Auch mich treibt sie immer wieder um und das Nachdenken, das Schreiben und Arbeiten über sie. In einigen Texten habe ich mich ihr schon gewidmet. Gerade wollte ich eines blätternd heraussuchen, da tippten meine Finger folgende Worte – und diese lasse ich zur Inspiration und zum Nachdenken einfach mal hier los und hier stehen.
*
Veränderung. Veränderungen.
Nachdenken. Innehalten.
Veränderung.
*
Einatmen. Ausatmen.
Annehmen. Loslassen.
Einatmen. Ausatmen.
*
Still.
*
Weiter.
*
Einatmen. Ausatmen.
Es ist. Es wird.
Einatmen. Ausatmen.
*
Veränderung.
Fühlen. Spüren.
Veränderung. Veränderungen.
*
(c) hehocra
von hehocra | Juni 8, 2015 | Fundstücke, Gedichte |
Kürzlich habe ich einen Text in den Tiefen meiner digitalen Ordner gesucht. Manchmal überkommt mich dann ein Gefühl der Überforderung ob der Masse von Material und Idee und Inspiration. Wenn etwas neues hinzukommt, passt es manchmal nicht ins alte System. Dann richte ich etwas ein und dann verstetigt sich ein Provisorium… Du kennst das sicher, wenn Du selbst kreativ tätig bist und unzählige Fotos, Texte und Ideen in Form von digitalen Dateien auf Deinem Speicher schlummern. (Wie hältst Du digital Ordnung? Wenn Du ein gutes System hast oder kennst, für Tipps bin ich sehr dankbar.)
Ob der vielen Sicherungskopien von Sicherungskopien, von Neuem, von Verändertem habe ich kürzlich den Entschluss gefasst: Ich muss mal meine sämtlichen Gedichte, die im Laufe der Zeit entstanden sind, ausdrucken lassen. Ich muss sie anfassen, fühlen, die Seiten umblättern und mit Notizen versehen können. Nun habe ich diese Stapel hier, die eine gänzlich andere Wirkung haben, aufgereiht.
Ich möchte jetzt hier keine Diskussion lostreten, die das Buch an sich verteidigen und das Digitale verteufeln soll. Nutze ich doch beides leidenschaftlich gern, je nachdem wofür und für was. Hier war mir der klassische Weg wichtig und führt mich vielleicht weiter in meinem kreativen Tun. Ich weiß noch nicht, wohin. Lasse ich mich überraschen und schaue mal, was daraus entstehen wird. Für heute habe ich folgende Zeilen aus dem Jahre 2007 ausgegraben:
aus der leere
Worte
von Händen
durch den Raum
getragen
durstig
in der Wüste
aus der Leere
gesprochen
auf der Suche
nach Leben
2017, © Doreen Trittel