von hehocra | Aug. 3, 2017 | Vielfalt |
Ferienzeit. Urlaubszeit. Wie wäre es mal mit einem bunten Tagebuch von Deiner Reise, in dem auch Du Deiner Kreativität und Deinen Gedanken freien Lauf lassen kannst? Um Dir Deine freien Möglichkeiten zu lassen, möchte ich keine Anleitung schreiben, sondern Dir einfach als Anregung einen Blick hinter meine Kulissen gewähren, den ein oder anderen Tipp geben. Probiere es aus. Was Dir gerade einfällt. Es ist unglaublich befreiend und bereichernd.

Reisetagebücher, Auswahl, by hehocra
In meinem Gepäck ist immer ein leeres Notizbuch. Jedes Mal bin ich gespannt, wie sich die Seiten füllen werden. Dabei kommt es mir nicht darauf an, etwas Anspruchsvolles oder Vorzeigbares zu gestalten. Mir ist wichtig, meine Gedanken, Erinnerungsschnipsel und neue Ideen darin festzuhalten. Daher sind diese Bücher für mich selbst auch nicht nur reine Reisetagebücher, sondern auch Gedankenstützen, Schreibfeld, Erinnerungsalbum, Skizzenbuch, Sammelbox und Ideenkladde. Eine wilde Mischung.

Reisetagebuch, Ausschnitt, by hehocra
In Stichpunkten halte ich die Eckdaten und Aktivitäten meiner Reise und Unternehmungen fest. Diese Ergänze ich mit Ausschnitten aus Flyern und Prospekten, Eintrittskarten und Zeitschriften. Daneben fließen Gedanken, die mich, auch unabhängig von der Reise, beschäftigen. Schreiben dient mir oft auch der inneren Auseinandersetzung mit bestimmten Themen. Unterwegs eröffnen sich oft neue Perspektiven. Auch treffe ich immer wieder auf interessante Inspirationen. Diese darf ich auf keinen Fall vergessen, auch wenn sie nicht immer Einzug in meine kreative Arbeit finden, oder ich sie mitunter erst Jahre später umsetzen werde.

Reisetagebuch, New York, by hehocra
Ganz früher war ich da mal ‚ordentlicher‘ und habe in Reisetagebüchern nur geschrieben. Alles andere, wie Eisschirmchen oder Fotos, wanderte chronologisch abgelegt in Kisten oder Alben. Doch seit einigen Jahren geht es in meinen Reisetagebüchern wild durcheinander. Aber auch Lücken lasse ich unperfekt zu. Denn das passt zu meiner kreativen Seele, die sich über die Jahrzehnte mehr und mehr entfaltet hat.

Landkarte im Reisetagebuch, Österreich, by hehocra
Es gibt ja auch viele vorgefertigte Reisetagebücher, die man kaufen kann. Mitunter habe ich diese als Anregung auch schon verschenkt. Da fällt es denen, die sich selbst nicht als so kreativ sehen, leichter, den Faden auf zunehmen. (Ich finde ja, jeder Mensch ist von Natur aus kreativ. Aber das ist ein anderes Thema.) Gleichzeitig gibt es viel inspirierende Literatur. Aus meinem Bücherregal kann ich folgende empfehlen:

Buchtipps: Schreiben unterwegs, by hehocra
Ansonsten finden sich auch jede Menge Schreib- und Kreativtipps in verschiedenen Blogs. Bei der wunderbaren Daniela Heggmaier geben diese Beiträge hilfreiche Tipps: Warum Sie auf Reisen schreiben sollten und Was sie auf eine Schreibreise mitnehmen sollten. Sie empfiehlt übrigens auch das Buch „Schreiben in Cafés“.

Natur im Reisetagebuch, Italien, by hehocra
Wie ist das bei Dir? Schreibst Du unterwegs? Hältst Du Deine Reiseeindrücke in einem Tagebuch fest?

Erinnerungsschnipsel im Reisetagebuch, Italien, by hehocra
von hehocra | Juli 28, 2017 | Vielfalt |
Die Ferien sind da. Der Urlaub steht vor der Tür. Das heißt vorher immer: Koffer und Taschen packen. Du hast bestimmt auch immer etwas zum lesen oder ähnliches dabei. Neben einem oder mehreren Büchern nehme ich auf Reisen gern auch immer etwas mit, mit dem ich kreativ sein kann. Aber was brauche ich dafür? Das möchte ich Dir heute gern zeigen. Ich bin auch auf Deine Reisetasche gespannt, wenn Du mir davon schreiben magst.
Seitdem ich wieder akiv Collagen gestalte und mit Mütze für sie selbst und parallel für mich ein Reisetagebuch führe, müssen immer eine Schere, Klebestift und Kleberollen, Stifte und für jede ein Notizbuch oder Skizzenheft dabei sein. Das vielfältige Material für Collagen findet sich meist unterwegs: Prospekte, Flyer, Zeitschriften, Eintrittskarten, Gesammeltes aus dem Wald, von der Wiese oder vom Strand.

Werkzeuge für unterwegs, by hehocra
Je nachdem, an was ich gerade arbeite, nehme ich auch gern Handarbeiten mit. Entweder stricke oder sticke ich. So wird es in diesem Sommer sein. Ich packe Stoffe, Garn und Nadeln für meine Installation für die kommende Ausstellung Macht der Erinnerung im ehemaligen Frauengefängnis in Berlin Lichterfelde vom 8.-10. September 2017 ein.

Stickmaterial, by hehocra
Eine Kamera darf nicht fehlen. Aber das kommt selten vor, denn meist nutze ich mein Smartphone. Das ist die Kamera, die ich immer dabei habe. Bei meiner digitalen Spiegelreflex überlege ich drei Mal, ob sie mit ins Gepäck passt oder nicht. Oft nehme ich sie nur mit, wenn ich weiß, es kommt auf das Fotografieren an und ich will etwas bestimmtest festhalten. Aber für die überraschenden Momente zwischendurch nehme ich das Smartphone. Seit kurzem blättere und lese ich in dem Buch Fotografieren mit dem Smartphone von der großartigen Fotografin Simone Naumann und ihrem Kollegen Ullrich Dörr. Was soll ich sagen: Ich war überrascht, was alles möglich ist. Ich lerne gerade wieder viel dazu. Aber vor allem bestätigt es meine Auffassung, dass es mehr auf den Blick als auf die Technik beim Fotografieren ankommt. Und es heißt doch auch so schön: Die beste Kamera ist die, die man dabei hat.

„Fotografie mit dem Smartphone“ von Simone Naumann und Ullrich Dorn, FRANZIS Verlag, by hehocra
Was ich auch schon seit Jahren immer auf Reisen mitnehme, sind mein Füller und ein Notizbuch. Klar, ich habe auch noch andere Stifte dabei, aber am liebsten schreibe ich mit Federhalter. Das habe ich schon als Kind gemocht. Wie ist das bei Dir? Hast Du einen Stift, der Dein Favorit ist, oder kümmert es Dich nicht, mit welchem Hilfsmittel Du Notizen und Gedanken festhältst?

Notizbücher mit Füller, by hehcora
Na klar, was zum Lesen muss auch mit. Dann ist die Tasche aber auch voll. Im Gegensatz zu Artikeln, kann ich mich (noch?) nicht damit anfreunden, Bücher digital zu lesen. Daher muss ich leider immer schleppen. Aber das schaffe ich. Schlimmer ist es, wenn ich nichts mehr zum Lesen habe. Im vergangenen Jahr ist es mir tatsächlich passiert, dass ich ein Buch mit hatte und es nach drei Tagen ausgelesen hatte. Den Rest des Urlaubes rettete ich mich dann mit Zeitschriften, weil keine geeignete Buchhandlung aufzufinden war.

Bücher, by hehocra
Lucia vom Blog Schreibtischwelten hat kürzlich gezeigt, wie ihre Reiseapotheke aussieht. Dieser Beitrag diente mir als Anregung, Dir auch einen Blick in mein Gepäck zu gewähren. Na dann, kann die Reise ja starten.
Wie ist das bei Dir? Was nimmst Du auf Reisen mit, um unterwegs kreativ zu sein oder Dich entspannen zu können?
von hehocra | Juli 19, 2017 | Ausstellungen |
Ja, ich werde ins Gefängnis gehen. Du liest richtig.
Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung. Unter diesem Motto laufen bereits die Vorbereitungen für das nächste Event und das hat es in sich. Ich freue mich, dass ich Dir heute einen Ausblick geben und Dich einladen kann. Länger hätte ich es, ehrlich gesagt, auch nicht mehr für mich behalten wollen. Wann ergibt sich schon mal die Gelegenheit, in einem Gefängnis, das auch als Hollywood-Kulisse dient, auszustellen. Das wird schon allein ausgehend vom Ort etwas besonderes.
Zum “Tag des offenen Denkmals” lädt der Kunstverein KUNST.RAUM.STEGLITZ. e.V. am Samstag, 9.9.2017, 11 – 20 Uhr und Sonntag, 10.9.2017, 11 – 18 Uhr
Vernissage: 8. September 2017, 19 Uhr
ORT: ehemaliges Frauengefängnis Lichterfelde, Soehtstr.7, 12203 Berlin
mit Führungen und Programm
An diesem geschichtsträchtigen Ort wollen Fotografen, Bildende Künstler und Performer mit ihren Arbeiten die Macht der Erinnerung untersuchen und auf verschiedenste Weise herausfordern.
Stets geht es am Tag des „Offenen Denkmals“ um das sichtbare Erinnern, so wie in diesem Jahr unter dem bundesweiten Motto “Macht und Pracht“ oder auch leise und versteckt, wie an diesem sehr speziellen Ort.
Wie verändern sich Erinnerungen und wie transformieren sich ihre Bedeutungen mit der Zeit? Werden sie weitergegeben, wohlmöglich vererbt?
Insbesondere die Fotografie gilt schon immer als Erinnerungsträger. Meistens ist sie ein Versuch, die Zeit festzuhalten – damit man sich erinnern kann.
Sind wir nur aus dem gemacht, woran wir uns erinnern?
Teilnehmende Künstler.innen: Tesfa Ande. M I Eva Gjaltema I Peter Hahn I Angélique Preau I Christine Pöttker I Ulrike Reetz I Marty Sander I Dieter Strothmann I Doreen Trittel I Bodo Viebahn I Gesine Wenzel
Veranstalter: KUNST.RAUM.STEGLITZ. e.V., www.kunstraumsteglitz.de

Die Ausstellung findet in einem ehemaligen Frauengefängnis statt. Ich habe das Vergnügen, mir mit der Künstlerin Eva Gjaltema eine Zelle zu teilen. Du kennst meine Künstlerkollegin von unseren vorherigen Projekten im Rahmen unserer Künstlergruppe Kontrapunkt.

Im Mai war ich selbst das erste Mal dort und habe mich versucht, in den Ort einzufühlen. Dabei kam mir der Gedanke: Stoff. Da muss etwas textiles hin. Und seit dem bin ich in der Vorbereitung meiner Installation, die ich extra für diese Ausstellung anfertige. Ich weiß noch nicht, ob ich es zeitlich schaffe. Aber ich bin zuversichtlich und habe einen Plan. Das ist ja schon mal die halbe Miete. Und endlich kommen meine Vorräte an alten Herrenhemden nach langer Zeit mal wieder zum Einsatz.

Was daraus entstehen soll? Ein kleiner Tipp: Ich gestalte mehrere Quadrate aus dem Baumwollstoff. Aber mehr verrate ich heute noch nicht. Es tut mir leid, doch ein bisschen Spannung muss schon noch bleiben. Aktuell sticke ich mal wieder, sogar unterwegs, wie hier auf einer Parkbank zum Beispiel. Aber keine Sorge, ich halte Dich auf dem Laufenden und werde noch genauer von der Herausforderung dieses Ortes berichten.

Fühle Dich schon jetzt herzlich eingeladen. Der Ort ist schon allein einen Besuch wert, und dann noch in Kombination mit einem kreativen und vielfältigen Angebot… Wann kommt man schon mal ins Gefängnis, darf Kunst und Kultur genießen und wieder frei gehen? Also gleich mal den Termin in den Kalender eintragen:
Safe the date!


Achtung: am Sonntag geänderte Öffnungszeiten, 11 – 18 Uhr (im Anschluss findet eine kostenpflichtige Veranstaltung statt)
von hehocra | Juli 10, 2017 | Ausstellungen |
Heute gibt es den letzten Teil meiner Nachlese zu unserer Teilnahme beim Kunstfestival. Und dieser Teil besteht nur aus fotografischen Momentaufnahmen. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Anschauen. Ganz unten gibt es nochmals alle Beiträge meiner Rückschau im Überblick zum Durchklicken.

Das Labor: Kontrapunkt bei 48-Stunden-Neukölln 2017, DON-5, (c) Christian Appl – danke

Durchs Fenster v.l.n.r. mit den Arbeiten von Doreen Trittel, Peter Ehrentraut, Ana Bathe, (c) Christian Appl – danke

Aino Onia nach einer ‚privaten‘ Lesung im Gespräch, (c) hehocra

Doreen Trittel vor ihrer Arbeit „Schießen für den Frieden“ inszeniert und fotografiert von Kater Kosz (c) – danke

Bis in die Nacht hinein viele interessierte Besucher.innen #überwältigend, 48-h-Neukölln 2017, (c) hehocra

Aino Onia mit ihrer Perücke, die Teil ihrer Lesung war, und Doreen Trittel, (c) Carola Muysers – danke

v.l.n.r. Peter Ehrentraut, Doreen Trittel, Ana Bathe, Christine Balbach, Aino Onia, Ivano Pellechia, inszeniert und fotografiert von Kater Kosz (c) – danke

#dankbar, (c) hehocra
Hier nochmals alle meine Blog-Beiträge rund um das Festival 48-Stunden-Neukölln 2017:
Komm mit! Heute hier: Kontrapunkt bei 48-h-Neukölln (6)
Schießen für den Frieden, Teil 1 und Teil 2 (5)
Super war es, auf dem Kunstfestival 48-h-Neukölln 2017 (4)
Die Qual der Wahl: Welche Zielscheibe? (3)
Schießen für den Frieden – ein Vorgeschmack (2)
Einladung: Textur in den Schatten sehen (1)
An alle Besucherinnen und Besucher offline und online, an meine lieben Künstler-Kolleg.innen und an alle, die uns bei der Teilnahme und Realisierung unserer Ausstellung „Textur in den Schatten sehen“ bei 48-h-Neukölln 2017 unterstützt haben:
Merci! Dankeschön! Thank you!
Doreen
von hehocra | Juli 7, 2017 | Ausstellungen |
Kontrapunkt – das ist der Name der Künstlergruppe, in der ich seit Beginn diesen Jahres bin. Nach unserer erfolgreichen Abschlussausstellung „Mutabor“ im Rahmen des ETBK.Erfolgteams haben wir uns als Team gegründet und uns innerhalb kurzer Zeit für eine Teilnahme beim Kunstfestival 48-h-Neukölln beworben. Dank der großartigen Unterstützung lieber Menschen haben wir hierfür auch einen tollen Raum gefunden, in dem wir unsere Kunst zeigen konnten: Das Labor. Hast Du Lust auf einen kleinen Rundgang durch unsere Ausstellung? Ich nehme Dich gern mit.
„Kontrapunkt“, das sind:
Ana Bathe: Fotografie | Peter Ehrentraut: Objekte | Aino Onia: Lesung |
Eva Gjaltema: Fotocollagen | Ivano Pellecchia: Malerei | Doreen Trittel: Installation

v.l.n.r.: π. aka Peter Ehrentraut, Doreen Trittel, Ivano Pellecchia, Aino Onia und Ana Bathe vor den Arbeiten von Eva Gjaltema (c) Aino Onia
„Kontrapunkt“ – das sind 6 Künstler.innen aus 6 verschiedenen Ländern. Schon allein in der Herkunft zeigt sich die Vielfalt der Künstlergruppe. Diese wird durch die unterschiedlichen Ausdrucksformen verstärkt. Jede Stimme strebt nach Gleichwertigkeit und Unabhängigkeit. Aber um mit ihren selbständigen Stimmen ein Thema zu erfüllen, steht der harmonische Zusammenklang im Mittelpunkt. Dadurch schafft es die Künstlergruppe den Reichtum der Vielfalt auch für die Besucherinnen und Besucher zu offenbaren.
Unsere Werke im wunderbaren Ausstellungsraum „Das LABOR“ in der Fuldastr. 56, in Berlin Neukölln (48-h-Location-Standort: DON-05):

Textur in den Schatten sehen, Ausstellung, (c) hehocra; v.l.n.r.: Eva Gjaltema, π. aka Peter Ehrentraut, Doreen Trittel, Ivano Pellecchia

Textur in den Schatten sehen, Ausstellung, (c) hehocra; v.l.n.r.: Doreen Trittel, π. aka Peter Ehrentraut, Ana Bathe
Ein großer Teil unserer Arbeiten wurde ausgehend vom Festivalthema „Schatten“ extra für unsere Ausstellung mit dem Titel „Textur in den Schatten sehen“ gefertigt. Wir haben uns von unserer Idee, wie wir Schatten sehen und mit ihnen umgehen inspirieren lassen:
Da scheint etwas nicht stimmig. Da ist etwas… Die Künstler.innen der Gruppe „Kontrapunkt“ lenken den Blick ausgehend von eigenen Schatten auf gesellschaftsrelevante und politische Schatten. Im Licht der Begegnung geben sie den Schatten eine Textur. Sie machen sich auf den Weg zu ihren Schatten und begeben sich mutig und neugierig in dunkle Räume. In unterschiedlichen, künstlerischen Ausdrucksformen schaffen die Künstler.innen eine Veränderung. Sie stellen die Schatten ins Rampenlicht.

Ana Bathe: Nationalism Kills Diptychon, Fotografie auf Fotopapier, mit Rahmen, je 40 x 60 cm, 2017, Foto by hehocra
Ana Bathe ist in Belgrad geboren. Ihre ausdrucksstarken fotografischen Selbstportraits behandeln vorwiegend politische, soziale und kulturelle Themen. Durch die gleichzeitige Rollenübernahme von Model, Make-up Artist und Fotografin ist sie in der Lage, ihren persönlichen Standpunkten eine tiefergehende visuelle Form zu geben und etablierte Rezeptionen in Frage zu stellen.
Die fotografischen Arbeiten von Ana Bathe werden in Form eines Diptychons präsentiert und fokussieren den Blick auf das Wirken nationalistischer/ faschistischer Ideologien durch Aktion und Reaktion. Inspiriert ist die Arbeit dabei von den persönlichen Erfahrungen der Künstlerin, welche in dem vom Nationalismus geplagten und im Krieg auseinander brechenden Balkan der 1990’er Jahre aufwuchs. www.anabathe.com

π., aka Peter Ehrentraut: o.T. , Stahlplatten mit Gold, Sprengtechnik, je 10 x 10 x 1,5 cm
π., aka Peter Ehrentraut verbindet Bildhauerei mit Konzept-, Objekt- und Installationselementen unter Verwendung vielfältiger Materialien und Techniken – das Spektrum reicht von Kleinskulpturen aus Zigarettenpapier bis zur Vereinigung von Gold und Stahl mittels plastischer Sprengstoffe. Augenzwinkernd, aber mit unmissverständlicher Ernsthaftigkeit nimmt er globale wie politische Themen aufs Korn. Zu einem naturwissenschaftlichen und bekennend antitheistischen Hintergrund gesellen sich Elemente der Pop Art sowie der britischen Punk- und Postpunk-Kultur.

π., aka Peter Ehrentraut: o.T., Installation, Stacheldraht-Kugel auf einem Spot, 2017, (c) Christian Appl
Ich verrate Dir, dass der Künstler diese Kugel wenige Tage vor dem Festival fertigte. Genauso spontan bekam diese Installation eine Rose; und später auch ein Luftballon-Herz. (An dieser Stelle muss ich an Lucias Bild in ihrem Blog Schreibtischwelten denken, denn sie arbeitete kürzlich ebenfalls mit Stacheldraht und Rosen: Verrückt nach Rosen. Welch eine Kombination. Welch ein Motiv.)

Eva Gjaltema: ‚Untitled‘ aus der Serie ‚Patchwork’, Fotocollage gedruckt auf Posterpapier matt 180g, je 60 x 80 cm, limitierte Auflage: 30, 2017
Eva Gjaltema Photography präsentiert Fotocollagen mit dem Titel „Patchwork“. Die Fotocollagen beschäftigen sich mit den Positionen innerhalb der Patchwork Familie. Als Schatten spiel die Vergangenheit in der Gegenwart eine große Rolle in der neuen Familie. Die Schatten zeigen sich immer wieder in unseren wechselnden Gefühlen über den anderen. Die Schatten lenken unseren Blick darauf, dass es immer noch Themen gibt, die nicht besprochen worden sind. Eva Gjaltema entwickelt die Fotocollagen aus vergrößerten Polaroids, die sie in ihrer gemeinsamen Zeit mit ihren ‚Stieftöchtern‘ gemacht hat. Sie kreiert Ort und Zeit,66 die es real nicht gibt. Es sind Bilder, wo alle Ebenen zusammenfinden und zu sehen sind. Die Ebenen verbildlichen unsere Beziehungen, die manchmal aus sehr komplizierten und widersprüchlichen Ebenen bestehen. www.evagjaltema.org

Aino Onia: Lesungen, Kill Bill and other stories aus ‚The secret diary of somebody else‘
Aino Onia stammt aus Helsinki. Sie arbeitet als Künstlerin in Berlin, und hat zuvor Ihr Studium in Willem de Koonig Akademie in Rotterdam (BA) und in Taik, Helsinki (MA) abgeschlossen. Sie arbeitet mit unterschiedlichen Medien wie Text, Zahlen, Performance und Video. Dabei lässt sich vom ganzen Universum inspirieren. Für die Entstehung ihrer Kunst erlebt sie die Freiheit, sich nicht auf eine bestimmte Ausdrucksform zu begrenzen – essenziell.
Aino Onia präsentierte bei 48-h-Neukölln 2017 erstmals Texte aus ihrem Blog-Projekt „the secret diary of somebody else“, das sie gemeinsam mit einer Kollegin führt: „The white stripe on the ground is one undredandsixty steps long. A shorter horizontal line marks its both ends. We are standing one in each end, facing each other. People have gathered around to watch us. My muscles are tense and I feel sweat dripping down my spine. My throat feels dry and I press my tongue firmly against my teeth. I can see you clearly from this distance…“ https://ainomoto.hotglue.me

Ivano Pellecchia: Minotaurus, Öl auf Leinwand, 150 x 170 cm, 2017, (c) Christian Appl
Ivano Pellecchia ist in Italien geboren und lebt seit 2011 in Berlin. Schon als Kind fühlte er sich von der klassisch-antiken Kunst, die in seiner Heimatstadt Taranto allgegenwärtig ist, angezogen. Dadurch und technisch inspiriert von den Alten Meistern malt Pellecchia nun seit 3 Jahren seine „Modernen mythologischen Traumbilder“. Dabei steht die Komposition im Mittelpunkt, Impulse aus seinem Inneren formen sich zu Körpern, Räumen und Perspektiven, menschliche Figuren und Tiere werden lebendig durch das Spiel von Licht und Schatten. http://www.ivano-pellecchia.de

Doreen Trittel vor ihrer Arbeit „Schießen für den Frieden, Teil 1“, (c) Christian Appl
Meine Arbeit habe ich Dir im letzten Beitrag vorgestellt: Schießen für den Frieden, Teil 1 und Teil 2
Herzlichen Dank, dass Du mitgekommen bist, dass ich Dich durch unsere Gruppenausstellung führen durfte. Wenn Du weiteres wissen möchtest: Du kannst die Künstlerinnen und Künstler gern ansprechen bzw. anschreiben. Sie beantworten gern Deine Fragen und erzählen von ihren Arbeiten. Die Kontaktdaten findest Du auf der jeweilen Website. Ich vermittle auch gern.
Im nächsten Beitrag meiner Nachlese geht es dann ‚lockerer‘ zu, da zeige ich Dir ein paar Schnappschüsse und weitere fotografische Eindrücke von unserem Wochenende beim Kunstfestival 48-h-Neukölln.

Kontrapunkt bei 48-h-Neukölln, 2017, (c) hehocra
von hehocra | Juli 5, 2017 | Ausstellungen, Installationen |
Die Installation mit dem Titel „Schießen für den Frieden, Teil 1 und Teil 2“ habe ich bei 48-h-Neukölln 2017 erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert. Heute möchte ich sie Dir gern auch hier vorstellen. Der erste Teil der Installation zeigt meine Erinnerungen und meine heutige Sicht auf meine Erfahrungen als Kind in der DDR, auf die Militarisierung einer Gesellschaft von Kindesbeinen an. Der zweite Teil steht für die Veränderung im Umgang mit den Schatten der Vergangenheit.

Schießen für den Frieden, Teil 1, Installation, ca. 80 x 80 cm, 2017, (c) Doreen Trittel

Schießen für den Frieden, Teil 2, Installation, je 15 x 16 cm, 2017, (c) Doreen Trittel
Die Schwarz-weiß Fotografien der Installation, Teil 1 von Doreen Trittel zeigen ein Kind in den 80igern. Es sind private Fotografien, wie sie aus vielen Fotoalben sein können. Daneben prangen Kugelfangkästen aus Metall. Im Allgemeinen dienen sie beim Schießen als Halterung für Zielscheiben und als Auffangmöglichkeit für abgeschossene Kugeln. In diesen Kugelfangkästen sind originale Zielscheiben mit Einschusslöchern. Sie stammen von diesem Kind. Handgranaten- und Wurfgranatenweitwurf gehören als sportliche Disziplinen in den Schulunterricht. Manöverübungen fördern den Wettkampf und Zusammenhalt der Kinder: Im Ferienlager antreten, im Gleichschritt marschieren und singen, durch den Sand robben, über Sturmwände klettern und mit dem Luftgewehr schießen. Doreen Trittel ist in der DDR geboren. Sie wächst als Stasikind in einem System auf, das für sich die alleinige Wahrheit und das Recht in Anspruch nahm, und in dem der Kampf für Frieden und Sozialismus propagiert wird.
Über 25 Jahre sind seit dem Ende der DDR vergangen. Doch Doreen Trittel hat sich für die Auseinandersetzung und Veränderung entschieden. Im 2. Teil der Installation wendet sie sich den Zielscheiben zu und gestaltet sie mit kreativen Mitteln. Hierfür verwendet sie teilweise auch alten Materialien, wie hier aus dem Nähkasten der Oma. Dabei lässt sie die Schatten der Vergangenheit mitspielen, die dadurch eine neue Form des Ausdrucks und Wege der Wandlung erfahren. Gleichzeitig fließen aktuelle gesellschaftliche Strömungen mit ein. In der Ausstellung ist ein Teil aus diesem Werk zu sehen, das inzwischen mehrere Zielscheiben zählt und weiter wächst.
Diesen Text hast Du vielleicht hier in der Vorschau schon einmal gelesen. Heute gibt es ihn mit den Bildern der Installation hier im direkten Zusammenhang. Und noch ein paar Infos zum Entstehungsprozess: Die Kombination der Zielscheiben mit den Kinderfotos entstand Ende letzten Jahres. Für 48-h-Neukölln habe ich an der Präsentation gearbeitet und mir fielen die Kugelfangkästen ein. Bei meinen Recherchen stieß ich auf die neuen Zielscheiben, die ich dann begann, auf verschiedenen Wegen zu einzelnen dreier Serien zu bearbeiten. Für die Ausstellung wählte ich die obige Serie aus.

…im Gespräch, 48-h-Neukölln, Ausstellung, (c) hehocra

Besucher.innen, 48-h-Neukölln, Ausstellung, (c) hehocra
Viele, sehr interessante Gespräche habe ich führen dürfen, die mich unglaublich bereichert haben und für die ich sehr dankbar bin. Sie zeigen mir, dass dieses Thema die Menschen auf vielen Ebenen und über die Landesgrenzen hinaus beschäftigt und zum Nachdenken anregt. Dass ich dazu mit meinen Arbeiten einen Beitrag leisten kann, dass macht mich glücklich.
Auch wenn sich diese Arbeit aus der Vergangenheit heraus entstanden ist, wirft sie doch aktuelle Fragen auf: Wie ist unser Verhältnis zu Waffen? Sind wir bereit, eine Waffe in die Hand zu nehmen? Worauf zielen wir? Wie ist unser Umgang mit Waffen? Wann ist Schießen Sport? Wann wird es zum Mord? Ein Wettkampf? Welche Macht üben Waffen aus? In welch einer Gesellschaft leben wir heute? Wie sind unsere individuellen Erfahrungen im Umgang mit Waffen? Fühle ich mich sicherer, wenn ich eine Waffe besitze?… Schießen für den Frieden, eine Losung, die auch heute noch gerufen wird. Ein Paradoxon, wie ich finde.

Schießen für den Frieden, Teil 2, Details, Installation, 14 x 14 cm, 2017, (c) Doreen Trittel

Schießen für den Frieden, Teil 2, Details, Installation, 14 x 14 cm, 2017, (c) Doreen Trittel

Schießen für den Frieden, Teil 2, Details, Installation, 14 x 14 cm, 2017, (c) Doreen Trittel

Schießen für den Frieden, Teil 1, Installation, ca. 80 x 80 cm, 2017, (c) Doreen Trittel
Wie sind Deine Ansichten? Was lösen diese Arbeit und meine Worte dazu bei Dir aus?
ps: Im nächsten Beitrag werfen wir einen Blick auf die Arbeiten meiner Künstlerkolleg.innen.