Ketten – so und so…

Ketten – so und so…

Es ist bestimmt schon zehn Jahre her. Da war plötzlich der Titel für eine künstlerische Arbeit in meinem Kopf und setzte sich fest: „Die Ketten meiner Oma“. Das war, als ich einen Korb mit einigen verschiedenen Ketten meiner Oma bei der Auflösung der Wohnung an mich nahm. Im Frühjahr 2014 postete ich mit diesem Titel ein Foto auf Instagram. Aber dann geschah nichts… Ich suchte immer mal wieder nach einer Idee der künstlerischen Umsetzung, nach einer Idee, mit der ich diese Ketten verarbeiteten könnte. Doch mir fiel über die Jahre nichts Stimmiges ein. Das war mitunter frustrierend. Aber ich hatte auch die Zuversicht in mir, dass die Zeit kommen wird… 

 

Die Ketten meiner Oma, Serie, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

Die Ketten meiner Oma, Detail, (c) D.Trittel

 

Nicht unnütz oder wertlos bin ich ins Dasein gestellt,
sondern als Glied einer langen Kette, Brücke zwischen Menschen und Generationen.
(aus einem Nachruf)

 

Einige Entwicklungsschritte musste ich nehmen und bewältigen, bis es am Anfang diesen Jahres soweit war: Die Idee für eine Serie! Plötzlich war sie da. In meinem Kopf hatte ich ein konkretes Bild… Mit diesem Projekt bin ich, die längste Zeit, wenn ich es richtig im Blick habe, schwanger gegangen. Es bestätigt sich: Alles hat, alles braucht seine Zeit. In den letzten Monaten habe ich mit den Ketten meiner Oma gearbeitet und mich trotz der Bilder im Kopf vom Tun leiten lassen.

 

Die Ketten meiner Oma, Serie, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

Die Ketten meiner Oma, Detail, (c) D.Trittel

 

Alles hängt normalerweise zusammen, wie die Glieder einer Kette,
und alles ist zum Besten bestellt.
(Voltaire, 1694 – 1778)

 

Die Ketten aus dem Familiennachlass verstehe ich nicht nur als schmückendes Element. Sie symbolisieren die unbewusste und oft schwer erkennbare Verbundenheit über die Generationen hinweg. Vieles ist verdeckt und nicht sichtbar. Trotzdem ist es da und hat mit uns zu tun, was auch immer das ist. Unsere Aufgabe heute ist es, den vererbten Gefühlen Raum zu geben und zu erkennen, dass die Ketten nicht zu unserer Generation gehören, dass es Zeit ist, diese abzustreifen, in dem wir sie erkennen und verstehen. Dies ermöglicht einen persönlichen und gesellschaftlichen Wandel. Davon bin ich überzeugt.

Mitunter ist es auch notwendig, die Ketten zu sprengen. In meiner Auseinandersetzung habe ich den Kontext für die Ketten aus meiner Familie verändert. Sie sind jetzt ein fester und Titelgebender Bestandteil meiner neuesten Arbeit. Die Ketten haben mir geholfen, etwas auszudrücken, was sich schwer in Worte fassen lässt.

 

Die Ketten meiner Oma, Serie, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

Die Ketten meiner Oma, Detail, (c) D.Trittel

 

Es ist eine Kette, die von Gott ausgeht, und alle Wesen vom Weltall bis
auf jeden Staub in Verbindung hält; alles ist verknüpft; hin und wieder finden wir
einige Glieder der Kette, aber das meiste ist in Dunkel gehüllt.

(Johannes von Müller, 1752-1809)

 

Auch wenn ich nicht an einen Gott glaube, so fühle ich mich dennoch mit einer Kraft verbunden, die alles verbindet.

Wunderbar verbunden fühle ich mich auch mit den Bloggerinnen, die das Thema „Ketten bzw. Ketten sprengen“ auch in eigenen Blogbeiträgen behandeln. Im Austausch miteinander kamen online und offline verschiedene Ketten auf. Plötzlich lösten sich buchstäblich welche auf, Perlen kullerten über den Boden… Unterschiedliche Sichtweisen, Interpretationen und Geschichten kamen zu Tage…

Astrid Grövert regt dazu an, unsere Stimme zuhören: Sprenge die Ketten! Vertrau deiner Stimme …

Daniela Heggmeier hat für uns zuversichtliche Sichtweisen und hilfreiche Tipps in Zeiten der digitalen Veränderung: Ketten sprengen: Selbst-PR analog, digital und hybrid

Gaby Regler bietet konkrete Schritte im Zuge der MeToo-Debatte: Ketten sprengen: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz nicht länger hinnehmen.

Angelika Neumann betrachtet die Frage nach dem Du und Sie im respektvollen Miteinander: Ketten sprengen? Du, Frau Müller…

Du kannst das Thema gern aufgreifen und auch einen Blogbeitrag dazu schreiben. Wir freuen uns, wenn Du uns Deine Assoziation, Deine Erfahrung zum Thema „Ketten/ Ketten sprengen“ mit uns teilst. 

 

"Die Ketten meiner Oma", Serie, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

„Die Ketten meiner Oma“, Serie, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

 

Das große Gesetz ist Liebe.
Sie ist die wirkende Kraft,
Mittel zur Umwandlung,
Kette der Einswerdung.

(Karl von Eckartshausen, 1752 – 1803)

 

In diesem Sinne sende ich Dir liebe Grüße, Doreen

 

Auf der Suche nach dem roten Faden in meiner Famliengeschichte, 2018, (c) Doreen Trittel

Auf der Suche nach dem roten Faden in meiner Familiengeschichte, (c) Doreen Trittel

 

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Als ich noch echt war… | Einladung

5 Annäherungen an die ’neue Echtheit‘

5 Annäherungen an die ’neue Echtheit‘

5 Annäherungen an die ’neue Echtheit‘

„Neue Echtheit“, das ist das diesjährige Thema des Kunstfestivals 48-h-Neukölln. Mit vier wunderbaren Künstlerkolleginnen habe ich mich in einem fröhlichen und inspirierenden Brainstorming mit verschiedenen Fragen rund um Echtes und Unechtes beschäftigt. Dabei fanden wir auch den Namen unserer Künstlerinnengruppe: Ogledalo. Für unsere Ausstellung und LiveAktionen haben wir den Titel „Als ich noch echt war…“ gewählt. Worum es uns geht, das habe ich Dir im letzten Beitrag geschrieben. Wenn Du nochmal schauen magst, bitte hier entlang. Heute freue ich mich, Dir unsere Ideen im Einzelnen vorstellen zu dürfen.

***

(c) Ana Bathe

 

Ana Bathe: Fotografien

Life Manual – Die Serie fotografischer Selbstporträts untersucht die symbiotische Beziehung zwischen Nutzer und digitaler Welt sowie den Einfluss von sozialen Medien. Dabei zielt sie darauf ab zwischen der digitalen Selbstpräsentation und einer eher “fadenscheinigen” Version von uns selbst zu unterscheiden.

Die Ego-getriebene Online-Selbstdarstellung in “Missing Link” bewegt sich über die Authentizität hinaus, indem sie danach strebt, ein kalkuliertes und inszeniertes überlegenes Selbst zu erreichen. Dies zeigt, dass wir umso weniger authentisch werden, je mehr wir uns darauf konzentrieren, das digitale Selbst zu erschaffen. Die heutige Notwendigkeit vernetzt zu sein und sich online zu präsentieren wird oft von Ängsten vor Ausschluss und Versagen geprägt – oder schlimmer noch – minderwertig zu sein. Es geht also im wörtlichen Sinne um die physische Verschmelzung des Körpers mit digitalen bzw. elektronischen Geräten.

Die Werke „The Sickness“, Spread & Merge“ und „Rebirth“ vertiefen dazu den Einblick in die Beziehung zwischen Individuum und (digitaler) Gesellschaft. Im Fokus liegen äußerer Druck und Einflussnahme auf unsere persönlichen Ziele und Leben durch Erwartungshaltungen aus der Gesellschaft. Wie unterscheiden wir zwischen dem was wir wirklich anstreben und dem kontinuierlich als wünschenswert beworbenen? Tagtäglich muss zwischen sozial-ökonomischer Leistung oder moralisch gerechtfertigt Handeln entschieden werden. Ist das Leben eines jeden Einzelnen von uns also wahrlich erfüllt und authentisch oder folgen wir doch nur einem uns vorgelegten sorgfältig ausgearbeiteten Muster – und in wie fern ist es möglich diesen Kreislauf zu brechen?

www.anabathe.com

 

(c) Aino Onia

 

Aino Onia: Installation & LiveAktionen 

Authenticity implies value in economy. If something is authentic, it`s worth it`s value. Art can be faked or copied, and thus losing value. However, the question of authenticity is far more complex than its economic dimension. A question of defining real is philosophical. It can be also a psychological question, if we are looking at individuals an at their identity, and try to figure out if ones feelings or behavior is authentic, as we humans are able to simulate feelings and are  incredibly adaptive.

In artists case, the notion of authenticity becomes even more interesting. We artists work with imagination as our main tool. Our job is to stretch the boundaries of reality and play with it. What is the authenticity in art, when arts relationship to the reality is ambiguous in the first place?

I wouId like to explore this aspect of my artistic praxis, and would like to propose a set of exercises that I would execute  in the gallery during the 48h Neukölln festival. The fact of creating to work on the spot will make my connection to my art work visible, and its authenticity will be stated by the spectators.

LiveAktionen: Freitag, 22. Juni 2018, 20 Uhr: Lesung und Musik „ Through blurry light“ Aino Onia mit Kitch-ensemble | Samstag, 23. Juni 2018, 11.30 bis 12.20 Uhr Live-Work | Sonntag, 24. Juni 2018, 15.30 bis 16.30 Uhr Live-Work

https://www.instagram.com/aino_el_solh/

 

(c) Sabine Küster

 

Sabine Küster: Installation & Aktion

Den Echtheitsgehalt meiner selbst suche ich mittels der Text-Objekt-Installation e(r)go_fluide gleichermaßen zu beweisen wie zu widerlegen. 

Dem Echtheitsgehalt der interessierten Besucher*innen werde ich wiederum mittels Interviews auf die Spur kommen. Die Biografische Interviewreihe Fluidum führe ich im Jahr 2018 an verschiedenen Orten durch; sie ist Teil meiner Jahresforschung zum Thema fluide Identität.

LiveAktion:. 23. Juni 2018, Samstag, 15.00 – 18.00 Uhr „FLUIDUM. Performative Interviewsession“

https://www.musenland.de

 

(c) Carla Pohl

 

Carla Pohl: Fotografien

„In jeder Fotografie stecke ich selbst mit drin – gebe einen Teil von mir rein. Irgendwie bin ich eine Traumfängerin, immer auf der Suche nach der Ordnung im Chaos. Die ganze Welt ist komponiert.“ (Carla Pohl, 2016)

In einer Mischung aus Polaroids, analogen 6×6 und 35mm Fotografien begibt sich die Fotografin in Venedig und Belgrad auf die Suche nach dem Echten – dem noch verbliebenem, abgelegenem Stück Welt, was in Wirklichkeit schon (touristisch) komplett erschlossen ist. Und findet in diesen unterschiedlichen Städten viel Gemeinsames. Gleichzeitig stellt sie die Echtheit ihres Blicks und damit ihre eigene Person durch die verschiedenen Ausdrucksformen in Frage. 

http://carla-pohl.format.com

 

(c) Doreen Trittel

 

Doreen Trittel: Collagen

In Collagen, Installationen und Fotografien setzt sich Doreen Trittel immer wieder mit Erinnerungen auseinander. Sie betrachtet Elemente daraus, spiegelt sie, stellt sie in einen neuen Kontext und transformiert sie. Dabei fasziniert die Künstlerin der Veränderungsprozess von der Vergangenheit, über die Gegenwart, hin zur Zukunft. 

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeiten liegt in ihrer ostdeutschen Herkunft. Mit ihrer Serie „Die Ketten meiner Oma“ geht Doreen Trittel weiter und widmet sich den Einflüssen vorheriger Generationen: Was ist da noch? Was beeinflusst mich und verfälscht mich vielleicht? Oder machen mich die Prägungen, die Werte aus meiner Familiengeschichte erst richtig echt? Wer bin ich? Doreen Trittel stellt ihre eigene Identität immer wieder in Frage und folgt der Sehnsucht nach dem echten Ich. Damit zeigt die Künstlerin im Rahmen des Festivals ihre neueste Arbeit, die einzelne Collagen/Assemblagen in mehreren Objektkästen umfasst.

***

Neugierig geworden? Wir freuen uns auf Deinen Besuch. Wann und Wo?

22. bis 24. Juni 2018, LiTE-HAUS, Galerie und Projektraum, RAUM 1 und RAUM 3, Mareschstr. 4, 12055 Berlin Neukölln. Mehr Informationen findest Du im letzten Blogbeitrag: Als ich noch echt war… | Einladung

Und im nächsten Beitrag verrate ich Dir mehr zu meiner Arbeit: Die Ketten meiner Oma… Bis dahin, liebe Grüße.

 

 

Als ich noch echt war… | Einladung

Dies ist der Titel für unseren Festivalbeitrag „48 Stunden Neukölln“ in diesem Jahr vom 22. bis zum 24. Juni 2018. Hiermit möchte ich Dich, Deine Freunde und Bekannte, alle die neugierig sind, nach Berlin Neukölln einladen. Das Festivalthema lautet in diesem Jahr: Neue Echtheit. Ein interessantes und herausforderndes Thema. Zusammen haben wir diese Ausstellung entwickelt. Wir freuen uns auf Dich.

 

 

Fünf Berliner Künstlerinnen begeben sich auf die Suche nach dem Echten in sich selbst, in ihrer Kunst und in ihrem direkten Umfeld. Mit Fotografien, Installationen und Performances stellen sie die Sehnsucht nach der Echtheit und damit sich selbst in Frage. Dabei kommen die Künstlerinnen nicht an der eigenen Biografie und den mutigen Blick in den Spiegel vorbei. Auf spielerische Art und Weise werden die Festivalbesucher.innen im Rahmen von Performances eingeladen, selbst zu prüfen, was echt ist. Durch Live-Aktionen geben die Künstlerinnen einen Einblick in das Entstehen eines originalen Kunstwerkes. Somit können sich die Besucher.innen von der Echtheit überzeugen, um dies dann durch die Sehnsucht nach dem Echten selbst wieder in Frage zu stellen.

Wir, das ist die Künstlerinnen-Gruppe „Ogledalo“. Das sind meine wunderbaren Künstlerkolleginnen: Ana Bathe, Fotografien www.anabathe.com | Aino Onia, Installation & LiveAktionen https://www.instagram.com/aino_el_solh/ | Sabine Küster, Installation & LiveAktion https://www.musenland.de | Carla Pohl, Fotografien/ Polaroids http://carla-pohl.format.com | und ich mit Collagen/ Assemblagen.

 

Öffnungszeiten: 22.06. bis 24.06.2018, Freitag 19.00 bis 23.00 Uhr, Samstag 11.00 bis 23.00 Uhr, Sonntag 11.00 bis 19.00 Uhr

Live-Aktionen: 22. Juni 2018, Freitag, 20.00 Uhr „Live-Work“, Aino Onia; 23. Juni 2018, Samstag 11.30 – 12.30 Uhr „Live-Work“, Aino Onia; 15.00 – 18.00 Uhr „FLUIDUM. Performative Interviewsession“, Sabine Küster; 24. Juni 2018, Sonntag, 15.30 – 16.30 Uhr „Through blurry light“, Lesung und Musik, Aino Onia und Kitch-ensemble

 

Ort: LiTE-HAUS, Galerie und Projektraum, RAUM 1 und RAUM 3, Mareschstr. 4, 12055 Berlin Neukölln. Herzlichen Dank, dass wir die Möglichkeit haben, hier unsere Ideen, Gedanken und Arbeiten präsentieren zu können.

 

In den folgenden Blogbeiträgen werde ich Dir einen Einblick geben und unsere Arbeiten vorstellen. Auch auf mein Thema gehe ich weiter ein. Aber nun erst einmal: Bitte den Termin im Kalender eintragen und vorfreuen. Bei uns laufen die letzten Vorbereitungen.

Wenn Du auf das vergangene Kunstfestival zurückschauen möchtest, empfehle ich Dir diesen Beitrag. Dort sind alle weiteren Artikel zu der Ausstellung „Textur in den Schatten sehen“ verlinkt: Nachlese, letzter Teil…

 

ps: Wenn Du wissen möchtest, was „Ogledalo“ heißt, dann komm vorbei, wir verraten es Dir gern.

5 + 5 und ein Workshop, der nicht stattfand

5 + 5 und ein Workshop, der nicht stattfand

Niemand kommt zu meinem Workshop und trotzdem fühle ich mich reich beschenkt.

Von verschieden Seiten wurde ich immer mal wieder gefragt, ob ich auch Workshops anbiete, Collagen-Workshops. Dann kam die Gelegenheit über das HEALING-Festival, in der die Initiatorin und Kuratorin der Ausstellung HEALING und die Inhaberin der Concept Gallery PAULINA’S FRIENDS  Paulina Tsvetanova ein vielfältiges Programm zusammenstellte. Ich dachte, ich probiere es mal und sagte zu. Dann war es soweit. Wir hatten alles vorbereitet… Doch der Workshop hat nicht stattgefunden, weil niemand kam. Das war sehr schade. Aber ich fühle mich dennoch sehr bereichert.

…Wie das?

Während ich wartete und schon ahnte, dass niemand kommen würde, gestaltete ich selbst eine Collage. Ich folgte meinem eigenen Thema „Die Schönheit der Kunst und ihre Fähigkeiten“… Beim Tun kamen mir die einzelnen Schritte aus den vergangenen Wochen und Monaten in den Sinn. Ich fühlte die Gaben jedes Einzelnen.

 

Gut, wie es ist; Collage, 2018, (c) Doreen Trittel

Gut, wie es ist; Collage, 2018, (c) Doreen Trittel

 

…Welche sind das?

  1. Bei der Zusage, einen Workshop anzubieten, habe ich nicht lange nachgedacht. Denn ich wusste, wenn ich das tue, würde ich es nicht tun. Zweifel, Ängste und Bedenken hätten mich davon abhalten können. Doch das kenne ich inzwischen und habe dem Mut den Vortritt gelassen.
  2. Bei der Entwicklung meines Themas und Konzepts hatte ich wunderbare Unterstützung von meinen Bloggerkolleginnen aus meiner Blogger Mastermind Gruppe. Dies setzte sich über die gesamte Vorbereitungszeit fort: Aus verschiedenen Ecken kamen Tipps und Anregungen. Ich führte ein tolles Telefonat. Mir begegnete die Freude an Workshops, am kreativen Tun und die Begeisterung für Collagen. Ich bekam mutmachende Worte und Wünsche. Dafür ein herzliches Dankeschön auch an dieser Stelle. Ihr seid wunderbar. Schon dafür hat sich alles gelohnt.
  3. Mit jedem Tag, an dem der Workshop näher rückte, genoss ich die Vorfreude. Ich sammelte Zeitschriften, ich kaufte Kleber und borgte mir Scheren. Dabei war ich selbst kreativ und mir wurde wieder bewusst, wie wenig es doch zum Kreativsein, zum Collagen gestalten braucht.
  4. Bereichernd empfand und empfinde ich auch die gute Zusammenarbeit mit Paulina’s Friends. Mir ist es in den letzten Jahren wichtig geworden, mit Herzensmenschen zusammenzuarbeiten. Paulina ist so ein Mensch. Das schätze ich sehr. 
  5. Während ich die einzelnen Elemente dieser Collage zusammenstellte und zu einem neuen Bild zusammenfügte, überkam mich das Gefühl der Fülle. Es verdrängte, das bedauernde Gefühl, dass niemand gekommen war. Ich spürte die Fülle, dass alles richtig so ist, wie es ist, und das war wunderbar.

 

Paulina's Friends, (c) Doreen Trittel

Paulina’s Friends, (c) Doreen Trittel

…Was mache ich mit dieser Erfahrung?

  1. Als erstes kam mir der Gedanke, einen Blogbeitrag zu schreiben, in dem ich Dir zeige, wie einfach es sein kann, ins kreative Tun zu kommen, dass es dafür nicht viel braucht. Damit greife ich eine Idee auf, die ich bereits im Austausch mit anderen hatte, die mich danach fragten.
  2. Dann habe ich überlegt, ob es doch besser ist, einen Workshop nur mit vorheriger Anmeldung und Kostenbeitrag zu starten. Die Spontanität ist – gerade in Berlin mit dem vielfältigen und großartigen Angebot – nicht planbar. Oder aber ich lasse es dabei und schaue, wie der Zufall agiert, denn das hat auch einen Reiz, wie ich kürzlich im Gespräch mit einer Kollegin erfuhr, die ohne Anmeldungen arbeitet. Ich werde es sehen…
  3. Ich habe ein Konzept für meinen Workshop, das ich sicher wieder hervorholen und bei der nächsten Gelegenheit anbieten werde.
  4. Ich freue mich über diese Erfahrungen und gehe nun meinen anderen Projekten nach. Aktuell steht die Ausstellung „Als ich noch echt war…“ im Rahmen des Kunstfestivals 48-h-Neukölln mit großartigen Künstlerkolleginnen an. Die letzten Vorbereitungen laufen. Hierzu mehr in eigenen Blogbeiträgen.
  5. Ich werde mich weiterhin mit anderen, gern auch mit Dir, über das Thema Workshops austauschen. Nun kann ich diese, meine Erfahrung mit einbringen. 

 

Workshop, (c) Doreen Trittel

Workshop, (c) Doreen Trittel

 

…und so beschritt ich auf diese Art und Weise wieder den Prozess, „…wie aus der Zerstörung durch Reißen und Schneiden etwas wundervoll Neues durch Gestalten und Kleben entstehen kann – ganz Intuitiv und nach Herzenslust, allein durch’s Tun…“.

Sonnige Grüße, Doreen

Concept Gallery Paulina's Friends, Der Zufallsladen, Gartens. 114, Berlin Mitte, (c) Doreen Trittel

Concept Gallery Paulina’s Friends, Der Zufallsladen, Gartens. 114, Berlin Mitte, (c) Doreen Trittel

 

Es war ein glücklicher Abschied

Es war ein glücklicher Abschied

Erfüllt und bereichert, zufrieden und glücklich haben Susanne Haun und ich unsere gemeinsame Installation und Ausstellung „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ abgebaut. Angefangen beim KunstSalon-Abend am 20. März 2018 bis zum letzten Öffnungstag am 4. Mai 2018 hatten Susanne und ich wunderbare Begegnungen und interessante Gespräche mit den Besucher.innen, aber auch wir beide miteinander. 

 

Taschenuhr, Element aus der Installation "Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen" von Susanne Haun und Doreen Trittel

Taschenuhr, Element aus der Installation „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ von Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Zeit
Erinnerungen im
Gespräch viele Gemeinsamkeiten
Fotoalben, Kisten, Schachteln, Dateien
heute

(c) Doreen Trittel

 

Unserer Thema löste Diskussionen aus, holte verschiedene Erinnerungen hervor… Dies brachte uns zu neuen Erkenntnissen, Anregungen und Ideen. Daher begleitete uns die Freude beim Abschied, die Vorfreude auf das Kommende. Nach der Ausstellung ist vor dem Kunstbuch. Das ist unsere Idee. 

Susanne und ich wollen aus unserer Installation ein Kunstbuch entwickeln. Wir haben viel Material und Gedanken zu unserem Vorhaben. Einiges haben wir auch schon in bzw. vor unserer Installation ausprobiert. Momentan sind wir in der Phase ‚Brainstorming‘. Das heißt, wir stehen am Anfang und sind vor allem in technischer Hinsicht auf der Suche: Welches Programm eignet sich für Laien? Hast Du vielleicht einen Tipp für uns?

 

Susanne Haun und Doreen Trittel begießen den Abschluss einer erfolgreichen Ausstellung, 2018

Susanne Haun und Doreen Trittel begießen den Abschluss einer erfolgreichen Ausstellung, 2018

 

Der Abbau der Ausstellung war für uns auch ein Moment zum Innehalten. Ich freue mich sehr über diese Erfahrung, über jeden einzelnen Schritt, über jede bereichernde Begegnung…

Wenn eine Idee aufkeimt, man sie zulässt… Wenn sie von liebevoller Begeisterung und beflügelnden Fleiß gegossen wird… Wenn sie sich entwickelt, Abzweigungen nimmt und wächst… Und wenn man diesen Prozess gemeinsam geht, beitragen und teilen kann, dann ist das etwas ganz besonders.

 

Spitzentaschentuch, Element aus der Installation "Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen" von Susanne Haun und Doreen Trittel

Spitzentaschentuch, Element aus der Installation „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ von Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Ich möchte Dich heute auch auf den kommenden KunstSalon von Susanne Haun am Dienstag, 7. August 2018, 18 Uhr aufmerksam machen. Anke Boche-Koos wird zu Gast sein und das Thema „Gewalt – Frei – Kommunizieren.“ mitbringen. Ich bin schon sehr gespannt darauf. Bei einem unserer Öffnungstage durfte ich Anke kennenlernen und habe einen Einblick in dieses sehr anregende Thema bekommen. Ich freue mich schon auf den Salon-Abend: „Kunst ist Kommunikation und gewaltfreie Kommunikation ist Kunst.“ Hier geht’s zur Einladung.

Und ich möchte Dich auch noch auf einen Artikel von Susanne aufmerksam machen. Sie hat einen zauberhaften Tipp aus ihrem Kiez: Was ziehe ich zur Vernissage an? Verliebt in ein Kimonokleid im Atelier Nuno. Ich war selbst noch nicht in dem verlockenden Atelier, aber ich bin schon ganz verliebt in den Schmetterling, der zu mir geflattert kam. Er passt zu meiner Bluse, wie für sie und für mich 😉 gemacht:

 

Doreen Trittel vor der Installation mit Schmetterling-Anstecker aus dem Atelier Nuno, Selbstporträt (c)

Doreen Trittel vor der Installation mit Schmetterling-Anstecker aus dem Atelier Nuno, Selbstporträt (c)

 

#dankbar in vielerlei Hinsicht

 

Hier nochmals alle Blogbeiträge im Überblick:

Von Ingeborg und Postkartengrüßen aus der Hauptstadt
Beim KunstSalon mit der Abendsonne am Weltglückstag
Erinnerungen an der Wand – aber nicht nur
Die Geburtsstunde naht
KunstSalon – Der Prozess des Werdens
Zu Gast im KunstSalon + Ausstellung
Eine Künstlerin, eine Collage und die Zeit

HEALING – mein Weg ist die Kunst

HEALING – mein Weg ist die Kunst

…Eine der vertretenen Künstlerinnen ist Doreen Trittel. Sie stellt mehrere Zielscheiben aus, die normalerweise für Gewalt und Krieg stehen. Von ihr wurden sie in neue Symbole für Liebe und Frieden verwandelt (siehe Foto oben). Ihre Werke mit dem Titel „SCHIESSEN FÜR DEN FRIEDEN!“ sind auch eine Anspielung auf die momentane globale Situation mit zahlreichen kriegerischen Konflikten. Doreen Trittel meint: „Situationen, die ausweglos erscheinen, können durch Mut und Kreativität verändert werden. Es gibt immer mehr als eine Option. Ich hoffe, dass dies auch für komplexe Konstellationen, wie zum Beispiel den Krieg um Syrien, gilt.“…

Dies ist ein Auszug aus der Pressemitteilung zur aktuellen Ausstellung mit dem Titel HEALING in der Concept-Gallery PAULINA’S FRIENDS. „Kunst entblößt, erschüttert, transformiert: Ängste, Schwächen, Traumata. Innere Konflikte, Herzschmerzen, Verluste. Ein Wiederaufblühen, Neuanfang, Heilung. Unsere Künstler & Designer erzählen Geschichten von Stärke, Hoffnung, Liebe und persönlicher Erlösung, die beflügeln und wichtige Lebensfragen beantworten.“ Zu diesem Thema hat die Inhaberin und Kuratorin Paulina Tsvetanova Werke von 29 Künstler.innen und Designer.innen zusammengestellt.

Ich hatte in diesem Beitrag auch schon dazu geschrieben: Die Chancen und Kraft der Kunst: HEALING

 

Schießen für den Frieden Nr. 06|2017, 3er-Set, Teil 2 Installation/ Objekte, Zielscheiben mit Fäden, Perlen und Pailletten bestickt jeweils im Kugelfangkasten (schwarz, Metall); je 15 x 16 x 5 cm, 2017, (c) Doreen Trittel

Schießen für den Frieden Nr. 06|2017, 3er-Set, Teil 2 Installation/ Objekte, Zielscheiben mit Fäden, Perlen und Pailletten bestickt jeweils im Kugelfangkasten (schwarz, Metall); je 15 x 16 x 5 cm, 2017, Doreen Trittel, Foto (c) M. Fanke

 

In der Auseinandersetzung mit meiner ostdeutschen Herkunft, meinen Erfahrungen als Stasikind und meiner Familiengeschichte erkenne ich immer wieder Bezüge zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen. Den Zweck meiner Künstlerischen Arbeit erlebe ich darin, Veränderungen anzustoßen, denn Veränderungen beginnen bei uns selbst.

Die Ausstellung wurde zum Gallery Weekend bei PAULINA’S FRIENDS in der Gartenstr. 114 in Berlin Mitte am 26. April 2018 eröffnet. Entgegen der schweren Themen, die die einzelnen Arbeiten in sich tragen, war es ein fröhlicher Abend mit herzlichen Begegnungen.

 

Doreen Trittel vor den Urnen, Designobjekten von w e i s s über den Tod hinaus, Foto (c) M. Fanke

Doreen Trittel vor den Urnen von w e i s s über den Tod hinaus, Foto (c) M. Fanke

 

Bis zum 30. Juni 2018 kannst Du die Ausstellung von Montag bis  Samstag von 12 bis 19 Uhr besuchen. Am 2. Juni 2018, Samstag, 14-18 Uhr werde ich selbst vor Ort sein und einen Collagen-Workshop geben. Du bist herzlich eingeladen.

Collagen-Workshop: Die Schönheit der Kunst und ihre Fähigkeiten. Lasst uns das Leben im gemeinsamen Kreativsein feiern und dies in in einer selbst gefertigten Collage ausdrücken. Erfahre in netter und lockerer Runde, wie aus der Zerstörung durch Reißen und Schneiden etwas wundervoll Neues durch Gestalten und Kleben entstehen kann – ganz intuitiv und nach Herzenslust, allein durch Dein Tun. Wenn Du magst, kannst Du gern persönliche Materialien, wie zum Beispiel Fotos, Papier oder Stoffreste, mitbringen. Zeitschriften, Schere und Kleber sind herzlich willkommen. Es sind keine künstlerischen oder handwerklichen Vorkenntnisse erforderlich. Eine spontane Teilnahme ist leider nur bei einem freien Platz möglich. Daher sichere Dir einen von 8 Plätzen besser unter kontakt@hehocra.de Teilnahme kostenlos, Spenden erbeten.

 

Susanne Haun und Doreen Trittel in der HEALING-Ausstellung, Foto (c) M. Fanke

Susanne Haun und Doreen Trittel in der HEALING-Ausstellung, Foto (c) M. Fanke

 

Susanne Haun hat die Ausstellung bei der Eröffnung besucht und dazu einen Blogbeitrag veröffentlicht: Doreen Trittel in der Ausstellung Healing in der Concept-Gallery PAULINA’S FRIENDS. Ich finde es immer wieder spannend, meine Aktivitäten mit anderen Augen betrachten zu können. Herzlichen Dank dafür.

 

PAULINA'S FRIENDS, Foto (c) M. Fanke

PAULINA’S FRIENDS, Foto (c) M. Fanke

 

Weitere Informationen zur Concept-Gallery und zur Ausstellung findest Du hier, bei PAULINA’S FRIENDS. Dort sind auch die anderen Workshop-Angebote, die im Rahmen des HEALING-Festivals stattfinden, genannt.