Die Ketten meiner Oma | Teil 2

Die Ketten meiner Oma | Teil 2

Doreen Trittel – Collagen/ Assemblagen

In Collagen, Installationen und Fotografien setzt sich Doreen Trittel immer wieder mit Erinnerungen auseinander. Sie betrachtet Elemente daraus, spiegelt sie, stellt sie in einen neuen Kontext und transformiert sie. Dabei fasziniert die Künstlerin der Veränderungsprozess von der Vergangenheit, über die Gegenwart, hin zur Zukunft. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeiten findet seinen Ursprung in ihrer ostdeutschen Herkunft. Doreen Trittel stellt ihre eigene Identität immer wieder in Frage und folgt der Sehnsucht nach dem echten Ich.

Mit ihrer Serie „Die Ketten meiner Oma“ geht Doreen Trittel weiter und widmet sich den Einflüssen vorheriger Generationen. Die Ketten aus dem Familiennachlass verstehen sich nicht nur als schmückendes Element. Sie symbolisieren die unbewusste und oft schwer erkennbare Verbundenheit über die Generationen hinweg. Vieles ist verdeckt und nicht sichtbar. Trotzdem ist es da und hat mit uns zu tun, was auch immer das ist…

 

Die Ketten meiner Oma, Teil 2, Nr. 1 von 12, 33 x 33 x 4 cm incl. Objektrahmung, 2018, (c) Doreen Trittel

Die Ketten meiner Oma, Teil 2, Nr. 1 von 12, 33 x 33 x 4 cm incl. Objektrahmung, 2018, (c) Doreen Trittel

 

 

Die Ketten meiner Oma, Teil 2, Nr. 1 bis 6, je 30 x 30 cm bzw. 33 x 33 x 4 cm incl. Objektrahmung, 2018, (c) Doreen Trittel

Die Ketten meiner Oma, Teil 2, Nr. 1 bis 6, je 30 x 30 cm bzw. 33 x 33 x 4 cm incl. Objektrahmung, 2018, (c) Doreen Trittel

 

 

Die Ketten meiner Oma, Teil 2, Nr. 10 von 11, 30 x 30 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

Die Ketten meiner Oma, Teil 2, Nr. 10 von 11, 30 x 30 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

 

 

Die Ketten meiner Oma, Teil 2, Nr. 7 bis 12, je 30 x 30 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

Die Ketten meiner Oma, Teil 2, Nr. 7 bis 12, je 30 x 30 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

 

 

Alle Beiträge im Überblick:

Als ich noch echt war… | Einladung
5 Annäherungen an die ‘neue Echtheit’
Ketten – so und so
48 h Neukölln – Mein Rückblick
Die Ketten meiner Oma | Der Ursprung
Die Ketten meiner Oma | Teil 1

 

Foto mit mir und einem Teil meiner Arbeit bei 48-h-Neukölln 2018 von Carla Pohl

Foto mit mir und einem Teil meiner Arbeit bei 48-h-Neukölln 2018 von Carla Pohl

 

Herzlichen Dank, dass Du mich in meinen Vorbereitungen, während und nach der Ausstellung “Als ich noch echt war…” begleitet und Dich für mein Thema geöffnet hast. Meine Reihe hierzu möchte ich heute hiermit beenden. Neue, interessante Themen und Berichte warten auf Dich, auf uns…

Die Ketten meiner Oma | Teil 1

Die Ketten meiner Oma | Teil 1

“DIe Ketten meiner Oma”, so heißt meine jüngste Serie, die ich in den ersten Monaten diesen Jahres erstellt habe. Nachdem die Bilder nun erstmals beim Kunstfestival 48-h-Neukölln in Berlin zu sehen waren, möchte ich sie Dir hier nicht weiter vorenthalten. Darüber hinaus zeige ich Dir im nächsten Beitrag weitere Bilder aus dieser Serie, die bisher noch nicht veröffentlicht wurden, denn für unsere Ausstellung “Als ich noch echt war…” hatte ich eine Auswahl getroffen.

Der Teil 1 umfasst drei Bilder, die mit Porträtfotografien – analoge Handabzüge – meiner geschätzten Künstlerkollegin Carla Pohl im Rahmen unseres Shootings entstanden sind. Der schwarze Karton, der als Hintergrund dient, war ursprünglich als Abfall, dann als Probestücke gedacht. Doch dann sind damit mehr oder weniger zufällig daraus Bilder entstanden. Anders betrachtet, musste ich diese Arbeiten erst umsetzen, um für meine eigentliche Idee bereit zu sein.

 

Die Ketten meiner Oma, Teil 1, Nr. 1 bis 3, 33 x 24 x 4 cm incl. Objektrahmung, 2018, (c) Doreen Trittel

Die Ketten meiner Oma, Teil 1, Nr. 1 bis 3, 33 x 24 x 4 cm incl. Objektrahmung, 2018, (c) Doreen Trittel

 

Auf dem folgenden Foto kannst Du die Fotos in der Ausstellung mit den sehr timmigen Objektrahmen sehen. An dieser Stelle herzlichen Dank an die Bilderrahmen Manufaktur | Postergalerie Charlottenburg (Link zur Google-Karte). Sie hat mich in dem Prozess von der Idee bis zur finalen Präsentation hilfreich begleitet.

 

Die Ketten meiner Oma, Teil 1, Nr. 3 von 3, 33 x 24 x 4 cm incl. Objektrahmung, 2018, (c) Doreen Trittel

Die Ketten meiner Oma, Teil 1, Nr. 3 von 3, 33 x 24 x 4 cm incl. Objektrahmung, 2018, (c) Doreen Trittel

 

Diese Beiträge sind bereits zu dieser Arbeit erschienen:
Als ich noch echt war… | Einladung
5 Annäherungen an die ‘neue Echtheit’
Ketten – so und so
48 h Neukölln – Mein Rückblick
Die Ketten meiner Oma | Der Ursprung

Es folgt:
‘Die Ketten meiner Oma | Teil 2’

 

 

 

5 Annäherungen an die ‘neue Echtheit’

5 Annäherungen an die ‘neue Echtheit’

“Neue Echtheit”, das ist das diesjährige Thema des Kunstfestivals 48-h-Neukölln. Mit vier wunderbaren Künstlerkolleginnen habe ich mich in einem fröhlichen und inspirierenden Brainstorming mit verschiedenen Fragen rund um Echtes und Unechtes beschäftigt. Dabei fanden wir auch den Namen unserer Künstlerinnengruppe: Ogledalo. Für unsere Ausstellung und LiveAktionen haben wir den Titel “Als ich noch echt war…” gewählt. Worum es uns geht, das habe ich Dir im letzten Beitrag geschrieben. Wenn Du nochmal schauen magst, bitte hier entlang. Heute freue ich mich, Dir unsere Ideen im Einzelnen vorstellen zu dürfen.

***

(c) Ana Bathe

 

Ana Bathe: Fotografien

Life Manual – Die Serie fotografischer Selbstporträts untersucht die symbiotische Beziehung zwischen Nutzer und digitaler Welt sowie den Einfluss von sozialen Medien. Dabei zielt sie darauf ab zwischen der digitalen Selbstpräsentation und einer eher “fadenscheinigen” Version von uns selbst zu unterscheiden.

Die Ego-getriebene Online-Selbstdarstellung in “Missing Link” bewegt sich über die Authentizität hinaus, indem sie danach strebt, ein kalkuliertes und inszeniertes überlegenes Selbst zu erreichen. Dies zeigt, dass wir umso weniger authentisch werden, je mehr wir uns darauf konzentrieren, das digitale Selbst zu erschaffen. Die heutige Notwendigkeit vernetzt zu sein und sich online zu präsentieren wird oft von Ängsten vor Ausschluss und Versagen geprägt – oder schlimmer noch – minderwertig zu sein. Es geht also im wörtlichen Sinne um die physische Verschmelzung des Körpers mit digitalen bzw. elektronischen Geräten.

Die Werke „The Sickness“, Spread & Merge“ und „Rebirth“ vertiefen dazu den Einblick in die Beziehung zwischen Individuum und (digitaler) Gesellschaft. Im Fokus liegen äußerer Druck und Einflussnahme auf unsere persönlichen Ziele und Leben durch Erwartungshaltungen aus der Gesellschaft. Wie unterscheiden wir zwischen dem was wir wirklich anstreben und dem kontinuierlich als wünschenswert beworbenen? Tagtäglich muss zwischen sozial-ökonomischer Leistung oder moralisch gerechtfertigt Handeln entschieden werden. Ist das Leben eines jeden Einzelnen von uns also wahrlich erfüllt und authentisch oder folgen wir doch nur einem uns vorgelegten sorgfältig ausgearbeiteten Muster – und in wie fern ist es möglich diesen Kreislauf zu brechen?

www.anabathe.com

 

(c) Aino Onia

 

Aino Onia: Installation & LiveAktionen 

Authenticity implies value in economy. If something is authentic, it`s worth it`s value. Art can be faked or copied, and thus losing value. However, the question of authenticity is far more complex than its economic dimension. A question of defining real is philosophical. It can be also a psychological question, if we are looking at individuals an at their identity, and try to figure out if ones feelings or behavior is authentic, as we humans are able to simulate feelings and are  incredibly adaptive.

In artists case, the notion of authenticity becomes even more interesting. We artists work with imagination as our main tool. Our job is to stretch the boundaries of reality and play with it. What is the authenticity in art, when arts relationship to the reality is ambiguous in the first place?

I wouId like to explore this aspect of my artistic praxis, and would like to propose a set of exercises that I would execute  in the gallery during the 48h Neukölln festival. The fact of creating to work on the spot will make my connection to my art work visible, and its authenticity will be stated by the spectators.

LiveAktionen: Freitag, 22. Juni 2018, 20 Uhr: Lesung und Musik „ Through blurry light“ Aino Onia mit Kitch-ensemble | Samstag, 23. Juni 2018, 11.30 bis 12.20 Uhr Live-Work | Sonntag, 24. Juni 2018, 15.30 bis 16.30 Uhr Live-Work

https://www.instagram.com/aino_el_solh/

 

(c) Sabine Küster

 

Sabine Küster: Installation & Aktion

Den Echtheitsgehalt meiner selbst suche ich mittels der Text-Objekt-Installation e(r)go_fluide gleichermaßen zu beweisen wie zu widerlegen. 

Dem Echtheitsgehalt der interessierten Besucher*innen werde ich wiederum mittels Interviews auf die Spur kommen. Die Biografische Interviewreihe Fluidum führe ich im Jahr 2018 an verschiedenen Orten durch; sie ist Teil meiner Jahresforschung zum Thema fluide Identität.

LiveAktion:. 23. Juni 2018, Samstag, 15.00 – 18.00 Uhr „FLUIDUM. Performative Interviewsession“

https://www.musenland.de

 

(c) Carla Pohl

 

Carla Pohl: Fotografien

„In jeder Fotografie stecke ich selbst mit drin – gebe einen Teil von mir rein. Irgendwie bin ich eine Traumfängerin, immer auf der Suche nach der Ordnung im Chaos. Die ganze Welt ist komponiert.“ (Carla Pohl, 2016)

In einer Mischung aus Polaroids, analogen 6×6 und 35mm Fotografien begibt sich die Fotografin in Venedig und Belgrad auf die Suche nach dem Echten – dem noch verbliebenem, abgelegenem Stück Welt, was in Wirklichkeit schon (touristisch) komplett erschlossen ist. Und findet in diesen unterschiedlichen Städten viel Gemeinsames. Gleichzeitig stellt sie die Echtheit ihres Blicks und damit ihre eigene Person durch die verschiedenen Ausdrucksformen in Frage. 

http://carla-pohl.format.com

 

(c) Doreen Trittel

 

Doreen Trittel: Collagen

In Collagen, Installationen und Fotografien setzt sich Doreen Trittel immer wieder mit Erinnerungen auseinander. Sie betrachtet Elemente daraus, spiegelt sie, stellt sie in einen neuen Kontext und transformiert sie. Dabei fasziniert die Künstlerin der Veränderungsprozess von der Vergangenheit, über die Gegenwart, hin zur Zukunft. 

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeiten liegt in ihrer ostdeutschen Herkunft. Mit ihrer Serie „Die Ketten meiner Oma“ geht Doreen Trittel weiter und widmet sich den Einflüssen vorheriger Generationen: Was ist da noch? Was beeinflusst mich und verfälscht mich vielleicht? Oder machen mich die Prägungen, die Werte aus meiner Familiengeschichte erst richtig echt? Wer bin ich? Doreen Trittel stellt ihre eigene Identität immer wieder in Frage und folgt der Sehnsucht nach dem echten Ich. Damit zeigt die Künstlerin im Rahmen des Festivals ihre neueste Arbeit, die einzelne Collagen/Assemblagen in mehreren Objektkästen umfasst.

***

Neugierig geworden? Wir freuen uns auf Deinen Besuch. Wann und Wo?

22. bis 24. Juni 2018, LiTE-HAUS, Galerie und Projektraum, RAUM 1 und RAUM 3, Mareschstr. 4, 12055 Berlin Neukölln. Mehr Informationen findest Du im letzten Blogbeitrag: Als ich noch echt war… | Einladung

Und im nächsten Beitrag verrate ich Dir mehr zu meiner Arbeit: Die Ketten meiner Oma… Bis dahin, liebe Grüße.

 

 

4 minus 2 – Schritt für Schritt zu einer kleinen eigenen Collage

4 minus 2 – Schritt für Schritt zu einer kleinen eigenen Collage

Heute nehme ich Dich mit auf einen meiner Wege, eine kleine Collage zu gestalten. Du brauchst nicht viel und es geht schnell. So einfach kommst Du ins kreative Tun. Auf geht’s!

4 Dinge

Du brauchst für eine Collage, wie ich sie heute mit Dir mache, folgende vier Materialien: 1 Schere, 1 Klebestift, 1 Blatt Papier und 1 Zeitschrift. Ich habe eine alte Zeitschrift genommen. Dafür eigenen sich aber auch kostenfreie Magazine, Werbeblättchen oder Flyer. Genauso ist es mit dem Papier, das die Grundlage bildet. Ich habe hier ein Kartonpapier in der Größe 10 x 15 cm. Du kannst aber auch größere, farbige Blätter nehmen. Schau Dich um, Du wirst viel entdecken und Deine Kreativität schon vor der eigentlichen Gestaltung finden. Nur zu. Alles ist möglich. Das ist das wunderbare an Collagen.

Nur perfekt bleibt außen vor, sonst fühlt sich die Kreativität vielleicht eingeschüchtert.

 

 

…minus 2

Weil alles möglich ist und die unglaubliche Vielfalt auch lähmend sein kann, verrate ich Dir bei dieser Gelegenheit auch, dass es nicht unbedingt die 4 genannten Materialien sein müssen. Es reichen im Grunde auch 2 Dinge, um eine Collage kreieren zu können. Auf die Schere kannst Du verzichten. Papier lässt sich reißen. Auch das weiße Blatt Papier, auf das Du die Collage kleben möchtest, brauchst Du nicht. Dies kann auch eine Seite aus der gleichen Zeitschrift sein. Hier wirst Du merken, Begrenzung macht kreativ und lässt Dich auf Ideen kommen. Die Kraft der minimalen Mittel fällt mir oft auf, wenn ich unterwegs bin. Da habe ich zwar Klebestift und Schere dabei, doch nach dem Papier schaue ich mich dann erst um. Da können schon mal Papiertüten, Prospekte oder kleine Broschüren herhalten.

 

 

Los geht’s!

Nun haben wir die vier Dinge vor uns liegen. Dann kann es losgehen: In der Zeitschrift blättern und schauen, was mich anspricht. Für mein Papier in der Größe eine Postkarte wähle ich zunächst einen Hintergrund, der die komplette Fläche bedeckt.

 

 

 

Dann bestreiche ich das weiße Blatt Papier mit dem Klebestift. Dieses dann – Achtung – auf die Rückseite des gewählten Hintergrundes aufkleben. Schön festdrücken und bis in die Ecken und Kanten fest streichen. Dann kommt die Schere zum Einsatz.

 

 

Na da haben wir ja schon mal ein Bild. Die Angst vorm weißen Blatt Papier kann uns jetzt nicht mehr behindern.

 

 

Mir gefallen jetzt die Holzleisten auf dem Bild nicht. Da schaue ich nun, was ich darüber legen könnte. Wieder blättern… Der blaue Himmel spricht mich an. Hier reiße ich das Papier jetzt.

 

 

Na, das wird doch schon was… Aber noch zu langweilig, finde ich.

 

 

Nun blättere ich wieder, stöbere in der Zeitschrift, schaue nach Details. Mir fällt die Frau ins Auge, die da gemütlich im Gras sitzt und in die Landschaft schaut. Sie fasziniert mich. 

 

 

Doch wo platziere ich sie nun auf meinem Bild? Ich probiere und probiere… und merke, dass sie irgendwie da nicht so hin passt. Es dauert einen Moment, bis ich dies zulasse und mich von mir wieder verabschiede.

 

 

Also weiter, wieder durch die Zeitschrift blättern, Ausschau halten… Da wird mein Blick von einem Sessel und einem Sofa aus einer Anzeige angezogen. Schwarz und weiß, sie stehen im Kontrast zu meinem Baum-Himmel-Bild. Das probiere ich und finde, das passt super.

 

 

Doch irgendwie braucht das Bild noch etwas… Da lacht mich der kleine Vogel an…

 

 

Ich schiebe die kleinen Elemente über die Collage. Als es sich gut anfühlt, klebe ich sie auf.

 

 

Fertig!

 

 

Da liegt sie nun vor mir, die kleine, neue Postkarten-Collage und das fühlt sich für mich jedesmal unglaublich gut, bereichert und beflügelt an. 

 

 

Nun Du…

Du kannst das.

Magst Du mir Deine Collage zeigen? Zeig sie gern in den Social Media Kanälen mit dem Hashtag #hehocra oder schicke sie mir per Mail (s. Impressum/ Datenschutz). Ich würde mich sehr freuen.

Wenn Du Fragen oder Anregungen hast, schreib sie mir gerne.

Beflügelte Grüße, Doreen

Eva & Adele: Kunstwerk in Persona

Eva & Adele: Kunstwerk in Persona

176 cm / 101 cm / 81 cm / 96 cm und 161 cm / 86 cm / 68 cm / 96 cm – Das ist die kurze Vita des Künstlerpaares Eva & Adele mit ihrem Statement: „Eva & Adele kommen aus der Zukunft.“ Das klingt schräg? Ist es auch, aber vor allem ist es faszinierend, inspirierend und enorm grandios.

Seit 1991 leben und arbeiten Eva & Adele zusammen und seitdem gestalten sie ihren Alltag als andauernde Performance und reisen damit durch die Welt.

EVA & ADELE – L’AMOUR DU RISQUE präsentiert in einer retrospektiven Gesamtinstallation Werke des Künstlerpaares der letzten 25 Jahre. Die Ausstellung erläutert die konzeptuelle Haltung sowie die Bildwelten von EVA & ADELE. Erstmals werden dafür im me Collectors Room vom 27.04. – 27.08.2018 in Berlin ganze Werkkomplexe aus ihren wichtigsten Werkgruppen in den Medien Zeichnung, Malerei, Fotografie, Video und Skulptur sowie ihre selbstentworfenen Kostüme und Kostümpläne gezeigt. Sie verdeutlichen die, radikal Grenzen überschreitende, hoch differenziert ausgearbeitete, künstlerische Existenz von EVA & ADELE. Teil des Konzeptes sind auch eigens für die Ausstellung entwickelte limitierte Produkte… (aus der Ankündigung des me Collectors Room)

Die Ausstellung EVA & ADELE – L’AMOUR DU RISQUE wurde kuratiert von Dr. Heike Fuhlbrügge und ist ab heute im me Collectors Room Berlin / Stiftung Olbricht in der Auguststraße 68, 10117 Berlin zu sehen.

 

Eva & Adele, Wings I / II / III, 1997/1998, 3-Kanal-Video (WINGS III, Videostill), Echtzeit, 00:62:14, 00:62:15, 00:62:32 min, Loop Pal, Edition 5 + 3 (c) Eva & Adele und VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Eva & Adele, Wings I / II / III, 1997/1998, 3-Kanal-Video (WINGS III, Videostill), Echtzeit, 00:62:14, 00:62:15, 00:62:32 min, Loop Pal, Edition 5 + 3 (c) Eva & Adele und VG Bild-Kunst, Bonn 2018

 

„Eva & Adele heißen wir, weil wir Eva & Adele sind.“ So schlicht und einfach begann ihre Idee, ihr Leben als Kunstwerk zu gestalten. Doch schnell wurde daraus ihr Konzept: „Wo wir sind ist Museum / Wherever we are is museum“. Damit begann die professionelle Entwicklung, wie uns die beiden verraten haben.

Uns? Susanne Haun und ich hatten die Möglichkeit, die Ausstellung gemeinsam zu besuchen und kurz mit dem Künstlerpaar sprechen zu können. Wir waren und sind beeindruckt von der Jahrzehnte andauernden Präsenz, Konsequenz und Kreativität in der Kunst von Eva & Adele und vor allem in ihrer permanenten Performance. So war ich auch neugierig darauf zu erfahren, ob sie jemals den Gedanken oder den Wunsch hatten, aufzuhören. Das Konzept „Eva & Adele“ wird getragen von einer Vision, die dem Künstlerpaar über alles geht. Daher kam für beide nie die die Frage auf, über ein Ende nachzudenken. Zu Beginn ihrer Arbeit, mit der Ankunft aus der Zukunft, haben sie gleich eine Basis gesucht und gefunden. Sie haben viel überlegt und sind dabei auch analytisch vorgegangen. Eva & Adele durchlebten und durchleben Höhen und Tiefen. Dabei ist ihnen immer wichtig, offen und liebevoll zu sich und im Miteinander zu sein. Der Blick auf ihre Vision ist dabei oft eine große Hilfe. Denn im Vergleich dazu verlieren Befindlichkeiten, wie ich es jetzt mal nenne, ihren Einfluss. Ihr gemeinsames Erscheinungsbild ist auch im inneren durchdacht und bekommt damit eine gelebte Tiefe auf mehreren Ebenen.

 

Susanne Haun, Adele & Eva, Doreen Trittel (v.l.n.r.), Foto Tina Volk - Dankeschön.

Susanne Haun, Adele & Eva, Doreen Trittel (v.l.n.r.), Foto Tina Volk – Dankeschön.

 

Als Beispiel ihres konzeptuellen und disziplinierten Vorgehens werden in dieser Ausstellung erstmals 165 Kostümpläne des Künstlerpaares gezeigt. Hierin sind alle Elemente und Details ihrer Outfits und ihrer Präsentationen mit Anlass, Ort und Zeitpunkt fein säuberlich notiert. Ihre Kleidung sind Kostüme, das Make-up ist Malerei, wie es die Kuratorin Dr. Heike Fuhlbrügge treffend ausdrückte. Ein Blick hinter die Kulissen verrät, dass Adele hier die treibende Kraft war und ist. Sie bezeichnet diese Pläne sehr poetisch als Partituren für ihre weltweiten Auftritte und Begegnungen. 

Die Begegnungen und Darstellungen ihrer Personen sind einmalig und können in ihrer Emotion nicht festgehalten bzw. eins zu eins wiedergegeben werden. Aber ihre mediale Präsenz führen sie über Zeitungsberichte und Fotografien zur Malerei und Plastik. So bildet zum Beispiel ein Fax eines Zeitungsartikels mit Foto die Grundlage für ein großformatiges, abstraktes Bild. Die Biografischen Skulpturen und Installationen, die Videos und Fotografien erzählen von Eva & Adele, ihren Auseinandersetzungen und Begegnungen mit dem Ziel, gewohnte Sichtweisen, Begriffe und Zusammenhänge zu hinterfragen. Mit ihrer Antwort nach dem Ursprung ihrer Arbeit, dass sie aus der Zukunft gekommen sind, und dem zentralen Begriff ihres Konzepts „FUTURING“ kehren Eva & Adele auch unser lineares Zeitverständnis um. Sie bringen die Farbe rosa in die Kunstwelt. Doch vor allem spielen sie mit den verschiedenen Rollen und Mustern von uns Menschen und bezeichnen sich selbst als das 3. Geschlecht.

 

Eva & Adele, l'lamour du risque, Installationsansicht, 2018, (c) me Collectors Room Berlin, Foto Bernd Borchardt

Eva & Adele, l’lamour du risque, Installationsansicht, 2018, (c) me Collectors Room Berlin, Foto Bernd Borchardt

 

Vom 27. April bis zum 27. August 2018 kannst Du in die Welt von Eva & Adele eintauchen und Dich vor allem von ihr inspirieren und anregen lassen. Alle Informationen findest Du auf der Website des me Collectors Room, Berlin / Stiftung Olbricht – Auguststraße 68, 10117 Berlin. Es gibt auch ein tolles Begleitprogramm.

Mein Besuch und die Begegnung mit dem überaus sympathischen und ebenfalls aufgeregten Künstlerpaar klingen wunderbar nach und haben mich in vielerlei Hinsicht sehr bereichert und erfüllt. Ich freue mich sehr, dass Susanne und ich gemeinsam dort waren und wir dieses Erlebnis teilen können. Wie Susanne die Ausstellung und den Besuch wiedergibt, kannst Du hier nachlesen: Eva & Adele im Lampenfieber.

 

Susanne Haun (r) und Doreen Trittel (l) bei Eva & Adele in der Ausstellung L'AMOUR DU RISQUE, im me Collectors Room, Berlin 2018, Foto Doreen Trittel

Susanne Haun (r) und Doreen Trittel (l) bei Eva & Adele in der Ausstellung L’AMOUR DU RISQUE, im me Collectors Room, Berlin 2018, Foto Doreen Trittel

 

Nicht nur die Werke des Künstlerpaares sind beeindruckend, sondern auch die Räumlichkeiten, das Gebäude. Einzelne Serien, die Zeichnungen von Pflanzen und die Papierarbeiten mit Totenkopfmotiven, sind in der oberen Etage gekonnt in die Wunderkammer des me Collectors Rooms integriert. Vor Ort können auch die zauberhaften und limitierten Produkte, die unter dem Label von Eva & Adele eigens für diese Ausstellung angefertigt wurden, erworben werden. Im gemütlichen Café kann man die Atmosphäre genießen und den Kunstgenuss wirken lassen.

 

 

Durchblick bei Eva & Adele in der Ausstellung L'AMOUR DU RISQUE, im me Collectors Room, Berlin 2018, Foto Doreen Trittel

Durchblick bei Eva & Adele in der Ausstellung L’AMOUR DU RISQUE, im me Collectors Room, Berlin 2018, Foto Doreen Trittel

 

So klingt dieser Tag wunderbar inspirierend und beflügelnd nach und ich werde sicher noch mehr davon berichten…
Von Ingeborg und Postkartengrüßen aus der Hauptstadt

Von Ingeborg und Postkartengrüßen aus der Hauptstadt

Die Geschichte von Ingeborg hat Susanne und mich in den Vorbereitungen zu unserem gemeinsamen KunstSalon-Abend stetig begleitet. Ingeborg? Wer ist Ingeborg?

Vielleicht erinnerst Du Dich an meinen Beitrag mit dem Titel Eine Künstlerin, eine Collage und die Zeit. Hierin habe ich die wunderbare Collage von Susanne Haun ‘Zum Andenken an Eure Ingeborgund deren Hintergrund vorgestellt. Ingeborg ist die junge Dame, die an jedem Handgelenk eine Armbanduhr trägt, worüber wir nur spekulieren können. Ich freue mich, dass Susanne in unserer gemeinsamen Ausstellung weitere Arbeiten aus dieser faszinierenden Serie zeigt. Hierin hat sie schwarz-weiß Fotografien aus alten, fremden Fotoalben verarbeitet. Ich bin mir sicher, Ihr werdet genauso begeistert sein, wie ich, in den Collagen abzutauchen, sich Geschichten zu Ingeborg und den anderen Protagonisten auszumalen.

Diese Reise in eine vergangene Zeit, hat mich an eine eigene Zeitreise denken lassen: „Postkartengrüße aus Berlin, Hauptstadt der DDR“. Und so kommt es, dass ich diese Collagen mit der Ausstellung im Atelier von Susanne erstmals öffentlich im Original zeige. Bisher konntest Du diese Arbeiten nur online sehen.

 

Postkartengrüße aus Berlin, Hauptstadt der DDR, Collagen-Serie, 2013, (c) Doreen Trittel

Postkartengrüße aus Berlin, Hauptstadt der DDR, Collagen-Serie, 2013, (c) Doreen Trittel

 

Wie viel DDR steckt noch in Berlin? Eine Frage, die sich viele Berlin-Besucher oder Zugezogene stellen, wenn sie durch die östlichen Bezirke der Stadt gehen oder fahren, etwa, wenn sie nach Spuren des Mauerstreifens Ausschau halten. Das Eintauchen in den alten Postkarten hat mich selbst staunen lassen.

Die Grundlage der einzelnen Papiercollagen bilden originale Ansichtskarten aus der DDR. Die Postkarten dienten Berlin-Reisenden als Souvenir oder als Gruß an die Daheimgebliebenen. Die Bilder auf den alten Postkarten zeigen auf der einen Seite ein längst vergangenes und auf der anderen Seite ein heute noch vertrautes Berlin. Denn beim genauen Hinsehen, lässt sich vieles auf den Postkartenfotografien von damals heute noch wieder finden, Gebäude, Straßen und Plätze, Parks und Sehenswürdigkeiten. Oft sind die Gebäude einer neuen Nutzung zugeführt worden. Einiges ist inzwischen heruntergekommen. Doch bei vielem scheint rein äußerlich die Zeit keine Rolle zu spielen.

Diese alten Postkarten habe ich zu Collagen verarbeitet. Teilweise habe ich sie vorher mit einer Nagelschere und Prickelnadel zerkratzt. Hierin spiegelt sich dann wieder der Lauf der Zeit, der Alterungsprozess, aber auch die Wut über schmerzliche Erinnerungen, die mit dem damaligen politischen und gesellschaftlichen System verbunden sind. Die dazu genommenen Elemente, meist aus Papier, zum Teil aber auch Textilien, bilden einen Bezug zum Heute. Mal mit einem Augenzwinkern, mal mit dem Wissen um den Verlauf der Geschichte zeigt sich der heutige Blick auf die Vergangenheit. Die Erinnerungen mischen sich mit den Ereignissen, Erfahrungen und Erlebnissen der Jahrzehnte, die seit dem Fall der Mauer vergangen sind.

 

Postkartengrüße aus Berlin, Hauptstadt der DDR, Collagen-Serie, 2013, (c) Doreen Trittel

Postkartengrüße aus Berlin, Hauptstadt der DDR, Collagen-Serie, 2013, (c) Doreen Trittel

 

Die Serie umfasst insgesamt 16 Collagen. Einen großen Teil findest Du noch bis zum 4. Mai 2018 in der gemeinsamen Ausstellung „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ im Atelier von Susanne.

Ort: Susanne Haun, Groninger Str. 22, 13347 Berlin (4. Etage ohne Fahrstuhl), Tram M13, M50 Osramhöfe, U6 Seestraße, Leopoldplatz, U9 Nauener Platz
Verbleibende Öffnungszeiten: Fr. 20. April 10 – 13 Uhr, Do 26. April 15 – 18 Uhr, Do 3. Mai, 15 – 18 Uhr, Fr. 4. Mai 10 – 13 Uhr.

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel. Collage rechts: Susanne. Collagen links und Mitte: Doreen.

 

Folgende Beiträge sind im Rahmen des KunstSalons und der Ausstellung bereits erschienen (Auflistung in chronologischer Reihenfolge).

Bei Susanne Haun im Blog:
Geborgenheit und Freiheit – Collage…
Forever Young – Collage…
Einladung zum 16. KunstSalon am Dienstag bei Susanne Haun – Künstlerischer Umgang mit Erinnerung – Gast Doreen Trittel
Vorstellung der Künstlerin Doreen Trittel – hehocra…
Aufbau der Installation…
…Bericht vom 16. Kunstsalon…
…Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen als Künstlerbuch

Hier bei mir im Blog:
Eine Künstlerin, eine Collage und die Zeit
Zu Gast im Kunstsalon
KunstSalon – Der Prozess des Werdens
Die Geburtsstunde naht
Erinnerungen an der Wand – aber nicht nur
Beim KunstSalon mit der Abendsonne am Weltglückstag

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel. Collagen rechts: Susanne. Collagen links: Doreen.

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