Im Meer der Schichten

im Meer der Gedanken baden
abtauchen, auftauchen
schwimmen, sich treiben lassen
Welle für Welle

im Stapel der Geschichte lesen
abtragen, auftragen
innehalten, sich durchwühlen
Schicht um Schicht

suchen, wonach
finden, was
???

weitergehen

(c) Doreen Trittel, 2010

 

Schichten, (c) Doreen Trittel

Schichten, (c) Doreen Trittel

 

Als ich diese Zeilen schrieb, habe ich mich schon mit meiner ostdeutschen Herkunft beschäftigt, aber ich war noch auf der Suche… Erst etwa drei Jahre später sollte mir bewusst werden, wonach ich suchte und was ich dann fand…

 

***

Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogaktion 28 Tage Content von Anna Koschinski. Gleichzeitig ist er ein Teil meiner Aktionen rund um das Jubiläum 30 Jahre Mauerfall.

Der Osten, die bessere Welt – Im Gespräch mit Sabine Küster

Der Osten, die bessere Welt – Im Gespräch mit Sabine Küster

 

 

Der Osten, die bessere Welt – Erfahrungen aus einer friedensbewegten Arbeit.

Im Gespräch mit Sabine Küster – MUSENLAND, Akademie für Biografisches und Kunst.

 

 

Lust am Spiel und an Ernsthaftigkeit

Sabine Küster ist die Muse vom MUSENLAND, der Akademie für Biografisches und Kunst. Zu Beginn unseres Gespräches habe ich sie nach ihrem Umgang mit Erinnerungen und nach ihrer Sicht auf Biografie befragt. Ich mag ihre Arbeiten sehr und empfinde sie als große Bereicherung, weil sie so ganz anders sind als mein Ansatz in der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte.

Eine Welt bricht zusammen

Sabine Küster kommt aus dem Vogelsbergkreis, lebte zur Wendezeit in Fulda. Sie war politisch, Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei,  in der Frauen- und Friedensbewegung aktiv. Sie strebte nach einem Ideal, in dem Menschen friedlich, gleichberechtigt und frei miteinander leben. Ihr Blick auf die DDR teilte sich, ebenso wie in der DDR selbst auch, in die offizielle und die persönliche Sichtweise. Es war vieles nicht in Ordnung, aber doch war Sabine damals überzeugt davon, dass die DDR auf dem richtigen Weg ist, dass der Osten die bessere Welt ist. Mit dem Fall der Mauer brach für sie diese Welt zusammen.

Eine Macherin

Aber was ist aus der Utopie von damals geworden? Wie empfindet  Sabine ihre Arbeit von damals? Wonach sucht und sehnt sie sich heute? Das beantwortet Sabine Küster in unserem Gespräch. Sie erzählt von der Zeit damals, aber auch von ihrer Sicht und ihren Wünschen heute. Wir denken über Idealismus, Utopie und die Herausforderungen der Realität nach.

 

Freiheit, Zitat von Sabine Küster, 2019, by Doreen Trittel

Freiheit, Zitat von Sabine Küster, 2019, by Doreen Trittel

 

 

Herzlichen Dank!

Mehr von Sabine findest Du im MUSENLAND, der Akademie für Biografisches und Kunst.

Vielen Dank an das Café Mal so Mal so in Berlin Neukölln, dass wir hier drehen durften.

 

Sabine Küster (re) und Doreen Trittel (li)

Danke, Sabine Küster (re), 2019, (c) Doreen Trittel (li)

 

Gesprächsreihe

Dieses Video erscheint im Rahmen meiner Gesprächsreihe anlässlich 30 Jahre Mauerfall. Weitere Aufzeichnungen und Beiträge zu diesem Anlass findest Du in der entsprechenden Kategorie: 30 Jahre Mauerfall. 

Der 3. Oktober 2018 – Der Beginn (m)einer Versöhnung

Der 3. Oktober 2018 – Der Beginn (m)einer Versöhnung

Jetzt war ich das erste Mal bei den offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit, die man schon zwei Tage vorher besuchen konnte. “…Die offizielle Feier zum Tag der Deutschen Einheit findet seit 1990 in der Landeshauptstadt des Landes statt, das zu dem Zeitpunkt den Vorsitz im Bundesrat innehat…” (Wikipedia). In diesem Jahr ist es Berlin.

Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich mit dem 3. Oktober schon seit 28 Jahren, seit seinem Bestehen so meine Probleme habe. Im vergangenen Jahr habe ich versucht, das mal zusammenzufassen: Der 3. Oktober 1990: Es war eine Zeit der Extreme. Es war eine Zeit der Extreme zwischen Euphorie und Überleben. Diese Zeit hat uns geprägt.

 

100DM – Revolution & Konsum: Die Wünsche einer Generation. Ausstellung. https://100dm.de/de/

100DM – Revolution & Konsum: Die Wünsche einer Generation. Ausstellung, Foto by Doreen Trittel

 

Wie sehe ich es heute?

Es ist etwas in Bewegung gekommen. Die Diskussionen rund um Ostdeutschland und die ostdeutsche Geschichte beziehen nun auch mehr und mehr die Zeit nach dem 9. November 1989 bis heute mit ein. Ich hoffe, dass mit fast 30 Jahren Abstand, die Zeit gekommen ist, um offen und konstruktiv über die gemachten Erfahrungen zu sprechen – zu erzählen, zu zuhören und sich auszutauschen. Denn unsere Erlebnisse begrenzen sich nicht nur auf die beiden Pole Stasi und Ostalgie, sondern erstrecken sich auf verschiedene Ebenen dazwischen.

Das konnte ich vor einiger Zeit bei einer Podiumsdiskussion in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin erleben: 28 Jahre Wiedervereinigung – Aufbruch – Umbruch – Ausbruch? Dieser Abend hat mir gezeigt, dass es möglich ist, mehrere Ebenen bei der Diskussion um die aktuelle Situation in Deutschland – in Ost und West – mit Blick auf die letzten Jahrzehnte zuzulassen und bereichernd diskutieren zu können. Diese Veranstaltung wurde live mitgeschnitten. Du kannst sie hier anschauen: Neue Mauern in den Köpfen?…

 

Band der Einheit, Tag der Deutschen Einheit Berlin, https://www.kulturprojekte.berlin/projekt/tag-der-deutschen-einheit-berlin-2018/

Band der Einheit, Tag der Deutschen Einheit Berlin, Foto by Doreen Trittel

 

Die DDR existiert seit fast 30 Jahren nicht mehr, doch sie lebt bis heute fort. Sie hat uns geprägt, sie steckt in uns, in unseren Eltern und Großeltern. Auch die Zeit der Wende nach dem Mauerfall hat mehrere Generationen vor Herausforderungen gestellt, die auch heute noch nachwirken. Die Prägungen können nicht über Nacht zum Einsturz gebracht werden. Dies erfordert eine intensive und schonungslose Auseinandersetzung.

Ein gutes Beispiel ist für mich der Artikel von Daniel Schulz in der TAZ: Wir waren wie Brüder. Im Untertitel heißt es: Unser Autor ist vor Neonazis weggelaufen und er war mit Rechten befreundet. In den Neunzigern in Ostdeutschland ging das zusammen. Und heute? Daniel Schulz schont sich nicht in seinem Artikel, aber nicht nur deshalb ist er lesenswert. Er gibt uns einen Einblick in ein Kapitel der Wende- und Nachwendezeit… Ja, auch dorthin müssen wir schauen. Der Druck von Rechts ist ein gesamtdeutsches Problem, aber der Blick geht im Ostteil auf eine andere Entwicklung zurück, und das dürfen wir nicht außer acht lassen. Die aktuellen Ereignisse machen deutlich: Es wird Zeit! – Rechts ist ebend nicht nur ein Wort…

Gleichzeitig ist es wichtig, immer wieder zu betonen: Der Osten besteht nicht nur aus Rechtsradikalen. Um dies deutlich zu machen hat Stefan Krabbes auf Twitter den Hashtag #derandereosten ins Leben gerufen. Hier erzählen Menschen von ihren Erfahrungen und ihrer Sicht: Der Osten ist bunt. Auch ich habe mich schon mit einzelnen Tweets beteiligt. Davon haben auch die Medien berichtet. Die DW hat zum Beispiel eine Videocollage zusammengestellt, an der auch ich beteiligt bin.

Ein sehr persönliches Interview hat Maria Klitz für ihren Blog mit mir geführt: Aufgewachsen in einem Land, das es nicht mehr gibt. Es hat mir selbst wieder neue Perspektiven aufgezeigt und mein Verständnis erweitert.

 

Tag der Deutschen Einheit in Berlin, Foto by Doreen Trittel

Tag der Deutschen Einheit in Berlin, Foto by Doreen Trittel

 

Ich bin froh, dass ich heute einer persönlichen Einladung (Danke!) gefolgt bin, und so über meinen Schatten springen konnte, um es mal auf diese Art zu formulieren. Denn eigentlich wollte ich heute eine Serie bestehend aus drei Fotografien mit dem Titel “Blühende Landschaften” zeigen und dazu etwas schreiben… (Mache ich später, in einem anderen Blogbeitrag.) Aber das schien mir nun nicht mehr passend. Nach meinem Besuch der offiziellen Feierlichkeiten, spüre ich das erste Mal so etwas wie eine Versöhnung mit dem Tag der Deutschen Einheit. Ja, es ist vieles schief gelaufen. Ja, es gibt noch viel zu tun. Aber es hat sich etwas in Bewegung gesetzt, das uns weiterbringen wird. Das hoffe ich, und ich werde mit dem, was ich künstlerisch und persönlich aus eigener Erfahrung zu erzählen habe, dazu beitragen.

 

Doreen Trittel beim Tag der Deutschen Einheit in Berlin

Doreen Trittel beim Tag der Deutschen Einheit in Berlin

 

Bei den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit #TDE2018 präsentieren sich verschiedene Akteure. Ich möchte beim #TDE2018Berlin die einzelnen Präsentationen der Bundesländer, die Informationsstände der Gedenkstätten und die vielfältige Kunst empfehlen. Und wie es sich für ein Fest gehört: Es gibt auch gutes Essen und Trinken. Dazu spielt Musik. Nun fehlt nur noch der herbstlich wärmende Sonnenschein über Berlin.

 

Rheinland Pfalz beim Tag der Deutschen Einheit in Berlin, Foto by Doreen Trittel

Rheinland Pfalz beim Tag der Deutschen Einheit, Foto by Doreen Trittel

 

Prost! Auf uns, in Ost & West, in Nord & Süd!

 

Tag der Deutschen Einheit in Berlin, Foto by Doreen Trittel

Tag der Deutschen Einheit in Berlin, Foto by Doreen Trittel

Ketten – so und so…

Ketten – so und so…

Es ist bestimmt schon zehn Jahre her. Da war plötzlich der Titel für eine künstlerische Arbeit in meinem Kopf und setzte sich fest: „Die Ketten meiner Oma“. Das war, als ich einen Korb mit einigen verschiedenen Ketten meiner Oma bei der Auflösung der Wohnung an mich nahm. Im Frühjahr 2014 postete ich mit diesem Titel ein Foto auf Instagram. Aber dann geschah nichts… Ich suchte immer mal wieder nach einer Idee der künstlerischen Umsetzung, nach einer Idee, mit der ich diese Ketten verarbeiteten könnte. Doch mir fiel über die Jahre nichts Stimmiges ein. Das war mitunter frustrierend. Aber ich hatte auch die Zuversicht in mir, dass die Zeit kommen wird… 

 

Die Ketten meiner Oma, Serie, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

Die Ketten meiner Oma, Detail, (c) D.Trittel

 

Nicht unnütz oder wertlos bin ich ins Dasein gestellt,
sondern als Glied einer langen Kette, Brücke zwischen Menschen und Generationen.
(aus einem Nachruf)

 

Einige Entwicklungsschritte musste ich nehmen und bewältigen, bis es am Anfang diesen Jahres soweit war: Die Idee für eine Serie! Plötzlich war sie da. In meinem Kopf hatte ich ein konkretes Bild… Mit diesem Projekt bin ich, die längste Zeit, wenn ich es richtig im Blick habe, schwanger gegangen. Es bestätigt sich: Alles hat, alles braucht seine Zeit. In den letzten Monaten habe ich mit den Ketten meiner Oma gearbeitet und mich trotz der Bilder im Kopf vom Tun leiten lassen.

 

Die Ketten meiner Oma, Serie, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

Die Ketten meiner Oma, Detail, (c) D.Trittel

 

Alles hängt normalerweise zusammen, wie die Glieder einer Kette,
und alles ist zum Besten bestellt.
(Voltaire, 1694 – 1778)

 

Die Ketten aus dem Familiennachlass verstehe ich nicht nur als schmückendes Element. Sie symbolisieren die unbewusste und oft schwer erkennbare Verbundenheit über die Generationen hinweg. Vieles ist verdeckt und nicht sichtbar. Trotzdem ist es da und hat mit uns zu tun, was auch immer das ist. Unsere Aufgabe heute ist es, den vererbten Gefühlen Raum zu geben und zu erkennen, dass die Ketten nicht zu unserer Generation gehören, dass es Zeit ist, diese abzustreifen, in dem wir sie erkennen und verstehen. Dies ermöglicht einen persönlichen und gesellschaftlichen Wandel. Davon bin ich überzeugt.

Mitunter ist es auch notwendig, die Ketten zu sprengen. In meiner Auseinandersetzung habe ich den Kontext für die Ketten aus meiner Familie verändert. Sie sind jetzt ein fester und Titelgebender Bestandteil meiner neuesten Arbeit. Die Ketten haben mir geholfen, etwas auszudrücken, was sich schwer in Worte fassen lässt.

 

Die Ketten meiner Oma, Serie, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

Die Ketten meiner Oma, Detail, (c) D.Trittel

 

Es ist eine Kette, die von Gott ausgeht, und alle Wesen vom Weltall bis
auf jeden Staub in Verbindung hält; alles ist verknüpft; hin und wieder finden wir
einige Glieder der Kette, aber das meiste ist in Dunkel gehüllt.

(Johannes von Müller, 1752-1809)

 

Auch wenn ich nicht an einen Gott glaube, so fühle ich mich dennoch mit einer Kraft verbunden, die alles verbindet.

Wunderbar verbunden fühle ich mich auch mit den Bloggerinnen, die das Thema „Ketten bzw. Ketten sprengen“ auch in eigenen Blogbeiträgen behandeln. Im Austausch miteinander kamen online und offline verschiedene Ketten auf. Plötzlich lösten sich buchstäblich welche auf, Perlen kullerten über den Boden… Unterschiedliche Sichtweisen, Interpretationen und Geschichten kamen zu Tage…

Astrid Grövert regt dazu an, unsere Stimme zuhören: Sprenge die Ketten! Vertrau deiner Stimme …

Daniela Heggmeier hat für uns zuversichtliche Sichtweisen und hilfreiche Tipps in Zeiten der digitalen Veränderung: Ketten sprengen: Selbst-PR analog, digital und hybrid

Gaby Regler bietet konkrete Schritte im Zuge der MeToo-Debatte: Ketten sprengen: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz nicht länger hinnehmen.

Angelika Neumann betrachtet die Frage nach dem Du und Sie im respektvollen Miteinander: Ketten sprengen? Du, Frau Müller…

Du kannst das Thema gern aufgreifen und auch einen Blogbeitrag dazu schreiben. Wir freuen uns, wenn Du uns Deine Assoziation, Deine Erfahrung zum Thema „Ketten/ Ketten sprengen“ mit uns teilst. 

 

"Die Ketten meiner Oma", Serie, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

“Die Ketten meiner Oma”, Serie, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

 

Das große Gesetz ist Liebe.
Sie ist die wirkende Kraft,
Mittel zur Umwandlung,
Kette der Einswerdung.

(Karl von Eckartshausen, 1752 – 1803)

 

In diesem Sinne sende ich Dir liebe Grüße, Doreen

 

Auf der Suche nach dem roten Faden in meiner Famliengeschichte, 2018, (c) Doreen Trittel

Auf der Suche nach dem roten Faden in meiner Familiengeschichte, (c) Doreen Trittel

 

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Als ich noch echt war… | Einladung

5 Annäherungen an die ‘neue Echtheit’

Beim KunstSalon mit der Abendsonne am Weltglückstag

Beim KunstSalon mit der Abendsonne am Weltglückstag

Was für ein Tag, der 20. März 2018. Frühlingsanfang und Weltglückstag. Begonnen hat der Tag mit heftigem Schneefall. Solch einen Flockentanz hatten wir den ganzen Winter nicht. Aber wenn ich nach den Bildern aus den anderen Gegenden sehe, dann war selbst das im Vergleich lächerlich. Dennoch hatten Susanne und ich zwischendurch Bedenken, wie sich der verschneite Frühlingsanfang auf unseren Abend auswirken würde.

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Aber wir hatten Glück, am Weltglückstag. Am frühen Abend konnten wir den Sonnenschein im Atelier begrüßen. Kurz darauf kamen unsere Gäste zahlreich. Für unsere Vorbereitungen und Gespräche trafen Susanne und ich uns immer im Café “Auf der Suche nach dem verlorenen Glück”. Welch ein wunderbares Omen, das Susanne gestern als solches erkannte.

Die interessanten Fragen, differenzierten Diskussionen und inspirierenden Gedanken klingen inspiriert in mir nach… Ich fühle mich sehr bereichert und erfüllt. Es ist immer wieder ein Erlebnis, zu sehen, wie der eigene künstlerische Ausdruck seinen Weg findet und mit den Betrachter.innen kommuniziert.

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Susanne und ich haben mit unseren Gästen über Installationen und Collagen gesprochen. Ich bin den Fragen nachgegangen, weshalb sie einen besonderen Reiz für den Umgang mit Erinnerungen ausüben. Sie sind für mich immer eine Herausforderung, Gewohnheiten werden umgekehrt, neue Denkstrukturen provoziert. Mich faszinieren die ungewohnten Wege und Kombinationen verschiedener Materialien. Susanne widmete sich intensiver den Installationen und deren Herausforderungen für den Kunstmarkt. Bei allem ging es um Erinnerungen und Veränderungen. In der Betrachtung der Vergangenheit ist für mich der Wandel allgegenwärtig.

Nachdenken über
das Leben
Veränderung
auf Reisen sein ankommen
Halt finden
auf der Suche sein wonach?
Halt in der Veränderung
das Leben erleben und gestalten
ein neuer Tag
nicht nur die Welt
sondern auch sich selbst entdecken
den Herausforderungen und
der Angst begegnen
in die Tiefe schauen
die Dunkelheit zulassen
es wissen wollen den fluss spüren
mit der Veränderung tanzen
beschwingt zulassen
wachsen

.

(c) Doreen Trittel

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Vor vielen Jahren haben Susanne und ich uns über unsere Blogs kennengelernt. Hierin schreiben wir nicht nur von unseren künstlerischen Arbeiten, sondern zeigen auch unsere Werke. Dies war unter anderem ein Punkt als wir über der Faszination von Originalen und den Möglichkeiten von Reproduktionen nachgingen.

“Aufgefordert, in aller Kürze den Begriff Kunst zu definieren, könnte ich ihn nur bezeichnen als die Reproduktion dessen, was unsere Sinne durch den Schleier der Seele von der Natur wahrnehmen.”

.

Edgar Allan Poe

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Ich habe mich sehr über die vielen neuen und bekannten Gesichter gefreut und ich bin für jede Begegnung dankbar. Die Wünsche und Grüße von Abwesenden haben uns ebenfalls wunderbar durch den Abend begleitet.

Wie Susanne den gestrigen Abend erlebt hat, kannst Du in ihrem Blog nachlesen: Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen – Bericht vom 16. KunstSalon.

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Ich werde über vieles am kommenden Freitag nochmals vor Ort nachdenken, wenn ich vor bzw. in unserer Installation stehe. Vielleicht magst Du Dich ja dazustellen, gern auch setzen. Von 10 bis 13 Uhr ist unsere Ausstellung am kommenden Freitag, am 23. März 2018 geöffnet: Atelier Susanne Haun, Groninger Str. 22, 13347 Berlin (4. Etage, leider ohne Fahrstuhl).

Die Ausstellung kann vom 21.3. – 4.5.2018 zu folgenden Öffnungszeiten besucht werden: Fr. 23. März 10 – 13 Uhr, Do. 5. April 15 – 18 Uhr, Mo. 9. April 15 – 18 Uhr, Fr. 20. April 10 – 13 Uhr, Do 26. April 15 – 18 Uhr, Do 3. Mai, 15 – 18 Uhr, Fr. 4. Mai 10 – 13 Uhr.

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

ps: Ja, Du hast richt gesehen. Es gab auch Eierlikör in Schokobechern. Witzig, welche Erinnerungen auch bei unseren Gästen damit so verbunden waren.

Die Geburtsstunde naht

Die Geburtsstunde naht

In dieser Woche ist es soweit: Susanne Haun und ich werden unsere Idee einer gemeinsamen Installation auf die Welt bringen, zum Leben erwecken. Wir sind sehr gespannt und ich bin auch etwas nervös, muss ich zugeben.

Im vergangenen Sommer keimte unsere Idee auf. Seit dem wuchs sie fleißig. Wir haben einzelne Elemente entwickelt, in unseren Erinnerungen und privaten Archiven gestöbert und so manches Interessante, Spannende und auch Amüsante zu Tage befördert. Die Grundlage für unsere Idee war unser persönlicher Austausch darüber, wie wir in Berlin verwurzelt sind und beide jeweils auf der anderen Seite der Berliner Mauer aufgewachsen sind – Susanne Haun in West-Berlin und ich in Ost-Berlin. Obwohl wir in zwei unterschiedlichen politischen System groß geworden sind, haben wir schnell viele Gemeinsamkeiten ausmachen können. An dieser Stelle gingen wir dann ins Detail… Und in dieser Woche kommt alles zusammen. Nächste Woche kannst Du es zum KunstSalon am Dienstag bei Susanne Haun im Atelier nicht nur sehen sondern auch erleben: Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen am 20. März 2018.

Veränderung 1, Collage, 30 x 40 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

Veränderung 1, Collage, 30 x 40 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

 

Eine weitere Grundlage für unseren Austausch bildete unser Interesse und unsere Herangehensweisen an die Arbeit mit Collagen. Diese Art des künstlerischen Ausdrucks übt auf uns beide einen besonderen Reiz aus. Darüber werden wir auch am Salonabend sprechen. Die Ausstellung, die unseren Salon begleitet und auch im Anschluss noch bis zum 4. Mai 2018 zu sehen sein wird, beinhaltet demnach nicht nur die Installation, sondern auch Collagen.

Eigens hierfür haben Susanne Haun und ich jeweils zwei neue Collagen unter dem Stichwort “Veränderung” in der Größe 30 x 40 cm angefertigt. Je eine davon findet sich auch auf unserem Flyer wieder. Zur Ausstellung kannst Du sie erstmalig im Original sehen (…und auch erwerben). Im Rahmen des KunstSalons werden wir auch darüber sprechen, ob nur originale Kunstwerke ihre Wirkung entfalten, oder ob dies auch durch Reproduktionen möglich ist.

Veränderung 2, Collage, 30 x 40 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

Veränderung 2, Collage, 30 x 40 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

 

Die Hintergründe meiner Collagen bilden Ausschnitte zweier alter Landkarten, die noch von meinen Großeltern stammen. Bei der Betrachtung dieser war ich erstaunt darüber, wie alt und damit auch fern mir diese Erinnerungsstücke sind und gleichzeitig sind sie so vertraut. Die Orte, die Flüsse und Seen… Das alles gibt es heute auch noch. Hier hat sich nichts verändert. Und doch ist in den letzten Jahrzehnten so viel geschehen. Ich selbst habe mich stark verändert. Schon allein durch die Jahre und die Erfahrungen… Dies waren so meine Gedanken, als die Ausschnitte der Landkarten vor mir lagen und ich sie nach und nach mit kleinen Details aus Zeitschriften, eigenen Fotografien, verwitterten Plakaten, Geschenkpapieren, einem Teefilter und Negativfilmstreifen sowie zwei Knöpfen bestückte.

Susanne hat ihre Collagen hier in ihrem Blog vorgestellt und dazu etwas geschrieben: Geborgenheit und Freiheit – Collage von Susanne Haun | Forever Young – Collage von Susanne Haun.

Du bist herzlich eingeladen, zum KunstSalon am Dienstag – 20. März 2018 – Dich auf unsere Ausstellung einzulassen, von unseren Überlegungen inspiriert zu werden und mit uns darüber zu diskutieren. Wir sind auf Deine Sicht gespannt, denn Kunst entfaltet ihre Wirkung erst durch den Betrachter, die Betrachterin, durch Dich.

 

Hier kannst Du die Einladung einschließlich Programm und Sonderöffnungszeiten nachlesen und als pdf herunterladen.

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ps: Die Ausstellung kannst Du zum KunstSalon und nach Vereinbarung vom 21. März bis 4. Mai 2018 oder zu folgenden Sonderöffnungszeiten besuchen. Hier habe ich gekennzeichnet, an welchen Tagen ich vor Ort sein werde, ansonsten auch gern nach vorheriger Vereinbarung.

Fr. 23. März 10 – 13 Uhr (Doreen)  |  Do. 5. April 15 – 18 Uhr  |  Mo. 9. April 15 – 18 Uhr (Doreen)  |  Fr. 20. April 10 – 13 Uhr (Doreen)  |  Do 26. April 15 – 18 Uhr  |  Do 3. Mai, 15 – 18 Uhr  |  Fr. 4. Mai 10 – 13 Uhr (Doreen)

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