Kunst * Transfer * Weiterentwicklung | Ich bei Eleni Iatridi im Spirit Talk

Kunst * Transfer * Weiterentwicklung | Ich bei Eleni Iatridi im Spirit Talk

Das Private ist mit dem Gesellschaftlichem und dem Politischem eng verbunden. Dies musste ich mir irgendwann in meinem Leben eingestehen.

Wie ich damit umgehe, was es mit mir macht und welche Gefühle ich damit verarbeite, das habe ich Eleni Iatridi, Spiritual Lifestyle Coach, auf Facebook live in ihrem Spirit Talk vergangene Woche erzählt. Nun ist die Aufzeichnung online und Du kannst Dir unser Gespräch und meine Bilder in Ruhe zu Hause oder unterwegs anschauen.

Kennst Du auch die Situationen, in denen Du einen Halt brauchst? Momente, in denen Du nicht weißt, wie Du der Hilflosigkeit begegnen kannst? Fehlen Dir die Worte für Gefühle, Erinnerungen oder Erfahrungen? Wir sprechen über Wut und Schmerzen, über das Wachsen, die Veränderung und Transformation, über Bewegung und Kreativität, über Heilung und Spiritualität. Ich schenke Dir auch einen Impuls, den Du vielleicht einmal ausprobieren magst. Nur Mut!

 

 

Herzlichen Dank Eleni für diese wunderbare Erfahrung und Deine Worte zu meinen Bildern. Ich bin ganz fasziniert und freue mich über Deine Sicht. Herzlichen Dank an alle, die live dabei waren. Es war wunderbar Euch mit uns zu wissen.

Eleni Iatridi ist spirituelle Mentorin und Selbsliebe Coach. Du findest sie und ihre Angebote auf Ihrer Website: My Voice of Spirit. Schau in ihrem Blog vorbei, dort postet sie die Aufzeichnungen ihrer wöchentlichen Spirit Talks.

Diese Arbeiten von mir kommen im Video oben quasi zu Wort. Auch offenbaren sie ihre Rückseiten.

Neuordnung, Collage, 30x40 cm, 2016, (c) Doreen Trittel

Neuordnung, Collage, 30×40 cm, 2016, (c) Doreen Trittel

 

Ja, Assemblage/ Collage, 2018, (c) Doreen Trittel

Ja, Assemblage/ Collage, 30×40 cm 2018, (c) Doreen Trittel

 

Genähte Wunden, Collage auf Leinwand, 40x40 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

Genähte Wunden, Collage auf Leinwand, 40×40 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

 

Zwischen schwarz und weiß, Assemblage auf Leinwand, 40x40 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

Zwischen schwarz und weiß, Assemblage auf Leinwand, 40×40 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

 

Und zum Abschluss haben wir noch ein paar fotografische Einblicke von uns hinter dem Video:

 

Eleni Iatridi und Doreen Trittel, 2019

Eleni Iatridi und Doreen Trittel (c), 2019

 

Eleni Iatridi und Doreen Trittel, 2019

Eleni Iatridi und Doreen Trittel (c), 2019

 

Danke Eleni, 2019, Doreen Trittel (c)

 

 

 

Der Osten, die bessere Welt – Im Gespräch mit Sabine Küster

Der Osten, die bessere Welt – Im Gespräch mit Sabine Küster

 

 

Der Osten, die bessere Welt – Erfahrungen aus einer friedensbewegten Arbeit.

Im Gespräch mit Sabine Küster – MUSENLAND, Akademie für Biografisches und Kunst.

 

 

Lust am Spiel und an Ernsthaftigkeit

Sabine Küster ist die Muse vom MUSENLAND, der Akademie für Biografisches und Kunst. Zu Beginn unseres Gespräches habe ich sie nach ihrem Umgang mit Erinnerungen und nach ihrer Sicht auf Biografie befragt. Ich mag ihre Arbeiten sehr und empfinde sie als große Bereicherung, weil sie so ganz anders sind als mein Ansatz in der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte.

Eine Welt bricht zusammen

Sabine Küster kommt aus dem Vogelsbergkreis, lebte zur Wendezeit in Fulda. Sie war politisch, Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei,  in der Frauen- und Friedensbewegung aktiv. Sie strebte nach einem Ideal, in dem Menschen friedlich, gleichberechtigt und frei miteinander leben. Ihr Blick auf die DDR teilte sich, ebenso wie in der DDR selbst auch, in die offizielle und die persönliche Sichtweise. Es war vieles nicht in Ordnung, aber doch war Sabine damals überzeugt davon, dass die DDR auf dem richtigen Weg ist, dass der Osten die bessere Welt ist. Mit dem Fall der Mauer brach für sie diese Welt zusammen.

Eine Macherin

Aber was ist aus der Utopie von damals geworden? Wie empfindet  Sabine ihre Arbeit von damals? Wonach sucht und sehnt sie sich heute? Das beantwortet Sabine Küster in unserem Gespräch. Sie erzählt von der Zeit damals, aber auch von ihrer Sicht und ihren Wünschen heute. Wir denken über Idealismus, Utopie und die Herausforderungen der Realität nach.

 

Freiheit, Zitat von Sabine Küster, 2019, by Doreen Trittel

Freiheit, Zitat von Sabine Küster, 2019, by Doreen Trittel

 

 

Herzlichen Dank!

Mehr von Sabine findest Du im MUSENLAND, der Akademie für Biografisches und Kunst.

Vielen Dank an das Café Mal so Mal so in Berlin Neukölln, dass wir hier drehen durften.

 

Sabine Küster (re) und Doreen Trittel (li)

Danke, Sabine Küster (re), 2019, (c) Doreen Trittel (li)

 

Gesprächsreihe

Dieses Video erscheint im Rahmen meiner Gesprächsreihe anlässlich 30 Jahre Mauerfall. Weitere Aufzeichnungen und Beiträge zu diesem Anlass findest Du in der entsprechenden Kategorie: 30 Jahre Mauerfall. 

Neugierig? – 13 Dinge über mich, von denen Du noch nichts weißt.

Neugierig? – 13 Dinge über mich, von denen Du noch nichts weißt.

Das Neue Jahr liegt wie ein weißes, reines Blatt Papier vor mir, zumindest wenn ich ans Bloggen denke. Ich bin mitten in einem neuen Projekt für Euch, das ich Dir in den nächsten Tagen vorstellen möchte… Da fiel es mir schwerer, das weiße Blatt mit Leben zu füllen. Aber gestern Nacht kam ein Inspirationsfunken zu mir geflogen: Mehrere in meiner Timeline haben mehr als zehn Dinge, spannende Fakten über sich verraten, so dass mir jetzt auch einige ‘Geheimnisse’ in den Sinn kamen, von denen ich Dir bestimmt noch nicht erzählt habe. Also springe ich jetzt noch schnell auf die Blogparade von Birgit Schultz von Marketing-Zauber auf. Viel Spaß bei meinen Einblicken und augenzwinkernde Grüße von mir.

 

Selbstporträt, 2015, (c) Doreen Trittel

Selbstporträt, 2015, (c) Doreen Trittel

 

1. Funktion: In der Schule, in meiner Klasse war ich Wandzeitungsredakteur. Das war in der Pionierorganisation neben dem Gruppenratsvorsitzenden, Agitator, Kassenführer… eine der zu übernehmenden Funktionen, für die man von allen Pionieren der Klasse gewählt wurde. Ich hatte Spaß daran, weil ich da Bilder suchen, ausschneiden, sammeln und schön anordnen durfte. Etwas besonderes war es, wenn ich passende Objekte mit einbauen konnte. Das Gestalten stand für mich im Mittelpunkt. An die Inhalte darf ich garnicht denken.

2. Vernünftig: Als Kind und auch später war ich immer (oder meistens) die Vernünftige. Ich war ja auch die Älteste von allen Kindern in der Familie… Heute bin ich, soweit ich recherchieren konnte, die erste Künstlerin und schaffe Arbeiten, die mit meiner Familiengeschichte zu tun haben, und die ich dann auch noch veröffentliche…

3. Weihnachtsfrau: Als ich klein war, stand ich gern auf der Bühne. Ich habe sogar mal mit dem Morgenmantel meiner Mutter den Weihnachtsmann gespielt. Heute würde ich ja sagen: Weihnachtsfrau.

 

Selbstporträt, analog, Ende 90er, (c) Doreen Trittel

Selbstporträt, analog, Ende 90er, (c) Doreen Trittel

 

4. Suse: Beim Neptunfest im Ferienlager wurde ich mal auf den Namen “Suse von Schneckenhausen” getauft. Das habe ich schon damals nicht verstanden und mich mit dem Namen nicht verbunden gefühlt.

5. Schießen: Wenn Du meine Arbeit “Schießen für den Frieden” kennst, dann weißt Du, dass ich als Kind Manöverübungen mitgemacht, im Sport Handgranatenweitwurf hatte und schießen gelernt habe. Damals war das normal. In meiner Installation setze ich mich damit kritisch auseinander. Aber es gab eine Zeit, in der ich es gemocht habe zu schießen. Es war ein Gefühl der Herausforderung, besser zu sein als die anderen. Ich hatte den Ehrgeiz, bei der Zielscheibe ins Schwarze zu treffen.

6. Post austragen: Als in der DDR der erste Walkman für Kassetten herauskam, habe ich bei der Post gearbeitet. Ich habe mitten in der Nacht Zeitungen ausgetragen und in der zweiten Runde dann die Briefe. Im Sommer habe ich irgendwo in der Prignitz in einer Kantine für Eisenbahner Kartoffeln geschält und rostige Fahrradständer abgebürstet. Ich war so glücklich, dann einer anschließenden Reise in die Ferien im Zug meine Musik hören zu können. Da waren die eisigen Finger vom Briefe einsortieren im Winter und die dunklen und verwinkelten Hinterhöfe in Berlin Friedrichshain, wo auch noch Briefkästen versteckt waren, vergessen, auch die rostigen Eisenspähne, die mir um die Ohren flogen. An die Zeit beim Kartoffeln schälen mit den Kolleginnen dort habe ich als lustig und fröhlich in Erinnerung.

 

Selbstporträt, analog, Mitte 90er, (c) Doreen Trittel

Selbstporträt, analog, Mitte 90er, (c) Doreen Trittel

 

7. Berufswunsch 1: Früher wollte ich Lehrerin werden, für Russisch. Oh ja. Aber man bescheinigte mir, dass ich kein Talent für Sprachen hätte. Und dann kam der Mauerfall und dieser Wunsch zerplatzte wie eine Seifenblase. Später habe ich erkannt, dass dies dann wohl doch nicht mein ureigenster Wunsch war.

8. Berufswunsch 2: Dann träumte ich davon, Schriftstellerin zu werden. Ich habe viel geschrieben, Notizen für Bücher gemacht, Kurse besucht, Bücher gelesen. Aber irgendwie ging mir das nicht leicht von der Hand. So bin ich bei der Poesie, die mit wenigen Worten auskommt, hängen geblieben. Und dann gab es auch auch schon die Möglichkeit des Bloggens.

9. Sicherheit: In der Orientierungslosigkeit nach dem Mauerfall, stand Sicherheit ganz oben. So bin ich gleich nach dem Abi in den öffentlichen Dienst gekommen. Dort war ich an verschiedenen Stellen und an verschiedenen Orten. Aber die Kunst war immer da. Es brauchte meine Zeit bis ich mich selbstbewusst auch als Künstlerin sah und damit die Bühne betrat.

 

Selbstporträt, analog, 1999, (c) Doreen Trittel

Selbstporträt, analog, 1999, (c) Doreen Trittel

 

10. Auto: Knapp hätte ich meinen Auto-Führerschein noch vor meinem 18. Geburtstag gemacht. Doch dann bin ich in der praktischen Prüfung durchgefallen. Ich war so traurig und sauer darüber… Da habe ich dann meine analoge Kamera genommen und erste Selbstporträts, analog sw, gemacht. Das hat mir darüber hinweggeholfen und zwei Wochen später habe ich die Prüfung dann auch geschafft.

11. PS: Ich bin mir nicht sicher, ob ich das schon mal erwähnt habe. Ich habe mit Ende Zwanzig den Motorrad-Führerschein gemacht. Das war damals ein großer Traum von mir. Die Prüfungen hierfür hatte ich gleich beim ersten Mal bestanden. Doch auf dem Weg zur praktischen Prüfung hatte ich mich mit dem Motorrad erst einmal hingelegt, weil ich in beim Abbiegen zu langsam war. Da musste ich mir vom Fahrlehrer eine Standpauke anhören. Mein eigenes Motorrad war dann eine Honda Hornet mit einigen PS und ich war nie wieder zuuu langsam. Ich bin einige Jahre gefahren und habe mit Freunden schöne Touren gemacht, interessante Ecken Deutschlands entdeckt. Heute ist das weit, weit weg für mich.

12. Saarbrücken: Ich weiß bis heute nicht genau, was mich dazu gebracht hat, seiner Zeit beruflich nach Saarbrücken zu ziehen. Damals dachte ich noch, ich würde nie wieder nach Berlin zurück kommen können. Es kam dann anders. Nach fünf Jahren und vielen Veränderungen kam ich dann nach Berlin Charlottenburg, wo ich heute noch lebe. Die Zeit im Saarland war für mich und meinen Weg sehr wichtig, so dass ich da schon das Gefühl hatte, Saarbrücken ist meine zweite Heimat. Ich muss unbedingt mal wieder hin.

 

Selbstporträt, 2008, (c) Doreen Trittel

Selbstporträt, 2008, (c) Doreen Trittel

 

13. Angst: Ich habe in den letzten Jahren gelernt, Angst als Wegweiser zu betrachten. Doch gleichzeitig habe ich auch immer noch Angst vor der Angst. Und sich selbst immer wieder zu hinterfragen, ist kein Kinderspiel. Aber ich kann nicht mehr ohne, denn durch die unterschiedlichen Transformationen kann ich loslassen und Veränderungen schaffen. Ich fühle mich damit reich beschenkt und sehr bei mir. Dafür bin ich dankbar.

 

Selbstporträt, 2010, (c) Doreen Trittel

Selbstporträt, 2010, (c) Doreen Trittel

 

Das waren 13 Dinge aus meinem ganz persönlichen Nähkästchen.

Da dies mein erster Blogbeitrag in 2019 ist, sende ich Dir noch herzliche Grüße zum Neuen Jahr und wünsche Dir gesunde, inspirierende und frohe zwölf Monate. Alles Liebe und Gute für Dich und Deine Lieben!

Aufgewachsen… | Ich in einem Interview

Aufgewachsen… | Ich in einem Interview

Vor kurzem lernte ich Maria Klitz auf digitalen Wegen kennen. Maria hat eine Website und schreibt einen Blog zum Thema Bedürfnisorientiertes Familienleben. Da ich selbst auch Mutter bin und mich mit Familie in meiner Kunst auseinandersetze, fand ich gleich spannend, was Sie macht. Maria ist Erzieherin und Elterncoach. Online führt sie Interviews zu Tabuthemen, Alltag und Kindheit früher. So kamen wir auf meine Familiengeschichte zu sprechen und ich beantwortete Marias Fragen.

 

Baby im Kinderwagen sw

Foto privat, (c) Doreen Trittel

 

„Aufgewachsen in einem Land, das es nicht mehr gibt“: Herzlichen Dank, liebe Maria, für Dein Interesse und Deine Neugier an meiner ostdeutschen Herkunft und meinen Erfahrungen als Stasi-Kind. Auf der einen Seite erzähle ich viel aus dieser Zeit und beschäftige mich auch in meiner künstlerischen Arbeit damit, und auf der anderen Seite habe ich durch Deine Fragen wieder erfahren, dass es nicht einfach ist, die damaligen Lebenserfahrungen und das Lebensgefühl aus meinem Alltag an jemanden weiterzugeben, der es selbst nicht erlebt hat. Kommt es mir selbst mitunter fremd vor. Aber dieser Herausforderung stelle ich mich immer wieder gern, öffnen sich mir dadurch immer wieder neue Perspektiven… weiterlesen

 

Kind Fahrradfahren sw

Foto privat, (c) Doreen Trittel

 

…Ich war zum Beispiel sehr stolz darauf, dass ich mit meinem grasgrünen Fahrrad schnell das Fahren lernte und den Fahrtwind im Gesicht spüren konnte…

 

Foto sw Porträt

Foto privat, (c) Doreen Trittel

 

…Manchmal, wenn ich so da sitze und einfach in die Welt schaue, spüre ich die Schwere meiner Geschichte und Auseinandersetzung… Doch dann blicke ich auf die vielen Phasen zurück, in denen ich viele Hürden schon genommen habe. Und das fühlt sich unglaublich gut an…

 

Das vollständige Interview kannst Du bei Maria Klitz nachlesen: Aufgewachsen in einem Land, das es nicht mehr gibt. Auch die anderen Interviews kann ich empfehlen. Ich finde die verschiedenen individuellen Geschichten und Erfahrungen immer sehr spannend.

Eva & Adele: Kunstwerk in Persona

Eva & Adele: Kunstwerk in Persona

176 cm / 101 cm / 81 cm / 96 cm und 161 cm / 86 cm / 68 cm / 96 cm – Das ist die kurze Vita des Künstlerpaares Eva & Adele mit ihrem Statement: „Eva & Adele kommen aus der Zukunft.“ Das klingt schräg? Ist es auch, aber vor allem ist es faszinierend, inspirierend und enorm grandios.

Seit 1991 leben und arbeiten Eva & Adele zusammen und seitdem gestalten sie ihren Alltag als andauernde Performance und reisen damit durch die Welt.

EVA & ADELE – L’AMOUR DU RISQUE präsentiert in einer retrospektiven Gesamtinstallation Werke des Künstlerpaares der letzten 25 Jahre. Die Ausstellung erläutert die konzeptuelle Haltung sowie die Bildwelten von EVA & ADELE. Erstmals werden dafür im me Collectors Room vom 27.04. – 27.08.2018 in Berlin ganze Werkkomplexe aus ihren wichtigsten Werkgruppen in den Medien Zeichnung, Malerei, Fotografie, Video und Skulptur sowie ihre selbstentworfenen Kostüme und Kostümpläne gezeigt. Sie verdeutlichen die, radikal Grenzen überschreitende, hoch differenziert ausgearbeitete, künstlerische Existenz von EVA & ADELE. Teil des Konzeptes sind auch eigens für die Ausstellung entwickelte limitierte Produkte… (aus der Ankündigung des me Collectors Room)

Die Ausstellung EVA & ADELE – L’AMOUR DU RISQUE wurde kuratiert von Dr. Heike Fuhlbrügge und ist ab heute im me Collectors Room Berlin / Stiftung Olbricht in der Auguststraße 68, 10117 Berlin zu sehen.

 

Eva & Adele, Wings I / II / III, 1997/1998, 3-Kanal-Video (WINGS III, Videostill), Echtzeit, 00:62:14, 00:62:15, 00:62:32 min, Loop Pal, Edition 5 + 3 (c) Eva & Adele und VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Eva & Adele, Wings I / II / III, 1997/1998, 3-Kanal-Video (WINGS III, Videostill), Echtzeit, 00:62:14, 00:62:15, 00:62:32 min, Loop Pal, Edition 5 + 3 (c) Eva & Adele und VG Bild-Kunst, Bonn 2018

 

„Eva & Adele heißen wir, weil wir Eva & Adele sind.“ So schlicht und einfach begann ihre Idee, ihr Leben als Kunstwerk zu gestalten. Doch schnell wurde daraus ihr Konzept: „Wo wir sind ist Museum / Wherever we are is museum“. Damit begann die professionelle Entwicklung, wie uns die beiden verraten haben.

Uns? Susanne Haun und ich hatten die Möglichkeit, die Ausstellung gemeinsam zu besuchen und kurz mit dem Künstlerpaar sprechen zu können. Wir waren und sind beeindruckt von der Jahrzehnte andauernden Präsenz, Konsequenz und Kreativität in der Kunst von Eva & Adele und vor allem in ihrer permanenten Performance. So war ich auch neugierig darauf zu erfahren, ob sie jemals den Gedanken oder den Wunsch hatten, aufzuhören. Das Konzept „Eva & Adele“ wird getragen von einer Vision, die dem Künstlerpaar über alles geht. Daher kam für beide nie die die Frage auf, über ein Ende nachzudenken. Zu Beginn ihrer Arbeit, mit der Ankunft aus der Zukunft, haben sie gleich eine Basis gesucht und gefunden. Sie haben viel überlegt und sind dabei auch analytisch vorgegangen. Eva & Adele durchlebten und durchleben Höhen und Tiefen. Dabei ist ihnen immer wichtig, offen und liebevoll zu sich und im Miteinander zu sein. Der Blick auf ihre Vision ist dabei oft eine große Hilfe. Denn im Vergleich dazu verlieren Befindlichkeiten, wie ich es jetzt mal nenne, ihren Einfluss. Ihr gemeinsames Erscheinungsbild ist auch im inneren durchdacht und bekommt damit eine gelebte Tiefe auf mehreren Ebenen.

 

Susanne Haun, Adele & Eva, Doreen Trittel (v.l.n.r.), Foto Tina Volk - Dankeschön.

Susanne Haun, Adele & Eva, Doreen Trittel (v.l.n.r.), Foto Tina Volk – Dankeschön.

 

Als Beispiel ihres konzeptuellen und disziplinierten Vorgehens werden in dieser Ausstellung erstmals 165 Kostümpläne des Künstlerpaares gezeigt. Hierin sind alle Elemente und Details ihrer Outfits und ihrer Präsentationen mit Anlass, Ort und Zeitpunkt fein säuberlich notiert. Ihre Kleidung sind Kostüme, das Make-up ist Malerei, wie es die Kuratorin Dr. Heike Fuhlbrügge treffend ausdrückte. Ein Blick hinter die Kulissen verrät, dass Adele hier die treibende Kraft war und ist. Sie bezeichnet diese Pläne sehr poetisch als Partituren für ihre weltweiten Auftritte und Begegnungen. 

Die Begegnungen und Darstellungen ihrer Personen sind einmalig und können in ihrer Emotion nicht festgehalten bzw. eins zu eins wiedergegeben werden. Aber ihre mediale Präsenz führen sie über Zeitungsberichte und Fotografien zur Malerei und Plastik. So bildet zum Beispiel ein Fax eines Zeitungsartikels mit Foto die Grundlage für ein großformatiges, abstraktes Bild. Die Biografischen Skulpturen und Installationen, die Videos und Fotografien erzählen von Eva & Adele, ihren Auseinandersetzungen und Begegnungen mit dem Ziel, gewohnte Sichtweisen, Begriffe und Zusammenhänge zu hinterfragen. Mit ihrer Antwort nach dem Ursprung ihrer Arbeit, dass sie aus der Zukunft gekommen sind, und dem zentralen Begriff ihres Konzepts „FUTURING“ kehren Eva & Adele auch unser lineares Zeitverständnis um. Sie bringen die Farbe rosa in die Kunstwelt. Doch vor allem spielen sie mit den verschiedenen Rollen und Mustern von uns Menschen und bezeichnen sich selbst als das 3. Geschlecht.

 

Eva & Adele, l'lamour du risque, Installationsansicht, 2018, (c) me Collectors Room Berlin, Foto Bernd Borchardt

Eva & Adele, l’lamour du risque, Installationsansicht, 2018, (c) me Collectors Room Berlin, Foto Bernd Borchardt

 

Vom 27. April bis zum 27. August 2018 kannst Du in die Welt von Eva & Adele eintauchen und Dich vor allem von ihr inspirieren und anregen lassen. Alle Informationen findest Du auf der Website des me Collectors Room, Berlin / Stiftung Olbricht – Auguststraße 68, 10117 Berlin. Es gibt auch ein tolles Begleitprogramm.

Mein Besuch und die Begegnung mit dem überaus sympathischen und ebenfalls aufgeregten Künstlerpaar klingen wunderbar nach und haben mich in vielerlei Hinsicht sehr bereichert und erfüllt. Ich freue mich sehr, dass Susanne und ich gemeinsam dort waren und wir dieses Erlebnis teilen können. Wie Susanne die Ausstellung und den Besuch wiedergibt, kannst Du hier nachlesen: Eva & Adele im Lampenfieber.

 

Susanne Haun (r) und Doreen Trittel (l) bei Eva & Adele in der Ausstellung L'AMOUR DU RISQUE, im me Collectors Room, Berlin 2018, Foto Doreen Trittel

Susanne Haun (r) und Doreen Trittel (l) bei Eva & Adele in der Ausstellung L’AMOUR DU RISQUE, im me Collectors Room, Berlin 2018, Foto Doreen Trittel

 

Nicht nur die Werke des Künstlerpaares sind beeindruckend, sondern auch die Räumlichkeiten, das Gebäude. Einzelne Serien, die Zeichnungen von Pflanzen und die Papierarbeiten mit Totenkopfmotiven, sind in der oberen Etage gekonnt in die Wunderkammer des me Collectors Rooms integriert. Vor Ort können auch die zauberhaften und limitierten Produkte, die unter dem Label von Eva & Adele eigens für diese Ausstellung angefertigt wurden, erworben werden. Im gemütlichen Café kann man die Atmosphäre genießen und den Kunstgenuss wirken lassen.

 

 

Durchblick bei Eva & Adele in der Ausstellung L'AMOUR DU RISQUE, im me Collectors Room, Berlin 2018, Foto Doreen Trittel

Durchblick bei Eva & Adele in der Ausstellung L’AMOUR DU RISQUE, im me Collectors Room, Berlin 2018, Foto Doreen Trittel

 

So klingt dieser Tag wunderbar inspirierend und beflügelnd nach und ich werde sicher noch mehr davon berichten…
Unscharf

Unscharf

Vor drei Jahren etwa sind die Aufnahmen für die Serie, die ich Dir aus meinem Portfolio heute gern vorstellen möchte, entstanden. Bis jetzt hat es gedauert, die für mich stimmige Auswahl und Anordnung der einzelnen Fotografien sowie den passenden Text dazu zu finden. Diese Arbeit besteht aus einer Serie mit bewusst unscharfen Fotografien.

 

Unscharf, Serie Fotografien, Ansicht, 2014 (c) Doreen Trittel

“Unscharf”, Serie, Fotografien und Selbstporträts, 01-11, 2014 (c) Doreen Trittel

 

Wenn eine Erkenntnis dein Leben verändert. Wenn du bereit bist, die Wahrheit anzuschauen, zu erkennen und auszuhalten.

Diese Selbstporträts und Fotografien habe ich gemacht, als mir bewusst wurde, dass die Stasi zu meiner Familiengeschichte gehört. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich dies nicht wahrgenommen. ‘Stasi’, das waren immer die anderen. Plötzlich ist das ein Teil von mir. Der neutrale Hintergrund der Porträts ermöglichen die Konzentration auf den Ausdruck der Wandlung, der von Unschärfe und dem Wille, den Nebel zu lichten, geprägt war.

Stasi ist die Kurzbezeichnung für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Das Ministerium war auch Nachrichtendienst, Geheimpolizei und Auslandsgeheimdienst. Zum Fall der Mauer 1989 arbeiteten etwa 91.000 hauptamtliche und geschätzte 190.000 Inoffizielle Mitarbeiter (IM) für den Überwachungsapparat.

Diese Serie ist ein Teil meiner Werkgruppe „Ostdeutsche und Stasikind“, in der ich mich mit der ostdeutschen Vergangenheit auseinandersetze. Ausgangspunkt sind dabei immer meine persönlichen Erinnerungen und meine heutige Sicht darauf. Gleichzeitig möchte ich damit auch versuchen, ein allgemeines Thema zu erkunden. Inwieweit tragen wir Verantwortung für das, was unsere Familien, unsere Vorfahren getan haben? Welche Verpflichtung ergibt sich für jeden Einzelnen daraus?

 

Unscharf, 01-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 01-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 02-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 02-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 03-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 03-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 04-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 04-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 05-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 05-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 06-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 06-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 07-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 07-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 08-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 08-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 09-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 09-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 10-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 10-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 11-11, 2014 (c) Doreen Trittel

Unscharf, 11-11, 2014 (c) Doreen Trittel

 

Herzlichen Dank an die Fotografin Susan Paufler für die Inspiration zu dieser Ausdrucksmöglichkeit und an LensCulture für das sehr hilfreiche Feedback.

Am 9. November 2017 jährt sich der Mauerfall zum 28. Mal. Weitere Beiträge von mir zu diesem Thema findest Du hier, in meinem Blog:

Weitere Arbeiten aus dieser Werkgruppe:

 

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