von hehocra | Aug. 28, 2016 | Vielfalt |
Während ich dieses Mal auf meinem Monat zurückschaue, genieße ich die letzten Urlaubstage fern der Heimat. Wie sehr ich mich darauf gefreut habe: mal raus, mal wieder etwas anderes sehen, als die gewohnte Umgebung, etwas neues entdecken, Erfahrungen sammeln, sich auf eine neue Umgebung einlassen. Wunderbar. Bevor mich aber nun die Freude auf zu Hause einnimmt, erfreue ich mich noch an den Bildern, die mich hier umgeben.
Nun fragst Du Dich sicher, wo ich gerade bin: In Österreich, in den Alpen, am Dachstein. Bei herrlichem Sommerwetter erlebe ich diese Berge das erste Mal. Bisher kannte ich sie nur Schneebedeckt vom Skifahren oder von der Durchreise auf dem Weg nach Italien. Schlimm, ich weiß. Dafür bin ich jetzt sehr angetan und kann die Begeisterung fürs Wandern nachempfinden. Der Weitblick, hoch oben von den Bergen, ist nach wie vor sehr beeindruckend und unvergleichlich.

In den Alpen, Fotocollage by hehocra
Ja, Du siehst richtig, ich stand mitten im August im Schnee. Es war ziemlich frisch, dort oben, zumal die Wolken in den Bergen hingen. Dann strahlte der Himmel im schönsten blau, so dass sich unglaublich viele Postkartenmotive vor uns ausbreiteten. So kitschig die Landschaft auch aussieht, ich könnte einfach nur hier sitzen und stundenlang schauen. Für mich als Stadtmensch eine völlig andere Welt.
Mein August ist aber auch erfüllt von einer Serie an bunten Collagen, die ich auf alten BGB-Seiten gestalte: Mit Buchseiten in den Flow. Ich bin immer noch erstaunt, was sich so für Schnipsel zusammenfinden; insbesondere durch Zufälle, die es ja eigentlich nicht gibt, und durch Schnipselreste, die zunächst als Abfall gedacht waren. An dieser Stellen erlaube ich mir einen kleinen Ausblick auf den September: Da findest Du diese Collagen und mich auf einem Markt in Berlin Neukölln. Auf welchem, wann und wo genau? Das verrate ich Dir in einem der kommenden Beiträge.

Collagen auf Buchseiten, (c) D. Trittel
Was war sonst noch so im August los? Zwei Collagen, die sich mit dem 9-to-5-Job auseinandersetzen, konnte ich nun endlich fertig stellen. Lange haben sie darauf gewartet. Nun vervollständigen die beiden eine Serie, die ich vor über einem Jahr schon begonnen hatte.
Auf einem Bauernhof in Bremen habe ich Kunst und Kühe entdeckt. In der Nähe von Potsdam und Berlin war ich auf dem Baumwipfelpfad von den Überresten der Beelitz Heilstätten beeindruckt. In Berlin war ich auf vertrauten Wegen, aber mit dem Versuch eines neuen Blicks, unterwegs.
Rückblick: Mein August |16, Fotocollage by hehocra
Ein paar bunte Schnipsel habe ich auf Reisen geschickt. Mein Mann hat mich komisch angeschaut und dachte ich verwechsle den Briefumschlag mit dem Papierkorb. Aber nein. Die bunten Papiere habe ich für Lucia von den Schreibtischwelten für ein Kunstprojekt zusammengestellt. Ja, nur wild Kreative können den Wert bunter Schnipsel ermessen. Oder?
In meinem Beitrag Rabenmütter und andere Fundstücke habe ich einige interessante Links als Ergänzung zu meinem Artikel Muss ich meine Mutterrolle opfern, um als Künstlerin erfolgreich zu sein? zusammengetragen. Dies bringt mich auch dazu, meine Reihe Netzfundstücke wieder ins Leben zu rufen: Im September dann, aber in veränderter Form. Lass Dich überraschen.
Jetzt lege ich den Laptop aber wieder beiseite und genieße diese herrliche Aussicht – mit dem Klang der Kuhglocken und dem Rauschen des Baches im Hintergrund.

Zimmer mit Aussicht
Andere wunderschöne Monatsrückblicke findest Du bei Birgitt, in ihrem Blog erfreulichkeiten.
von hehocra | Aug. 25, 2016 | Vielfalt |
Vor einiger Zeit habe ich der Zeitschrift FLOW, Nr. 16 ein „Erinnerungsbüchlein“ entnommen und für irgendwann einmal beiseite gelegt. Nun habe ich es hervorgeholt und begonnen ein paar der vorgegebenen Fragen und illustrierten Seiten des schmalen Heftes zu beantworten.
…Dieses Büchlein hilft dir dabei, dich zu erinnern: an vergessene Lieblingslieder, alte Schulfreunde, Süßigkeiten… an Szenen aus deiner Kindheit und Jugend… (Zitat aus der Einleitung des Erinnerungsbüchleins)

Erinnerungsbüchlein by FLOW, fotografiert by hehocra
Ich finde solche Anregungen zwischendurch ganz nett. Doch so richtig kann ich ihnen nicht immer folgen, sind sie in eine bestimmte Richtung ausgelegt: nostalgisch, schwelgend, schön. Dafür fehlt mir einfach der rosa-rote Blick. Auch kann ich nicht alle Fragen beantworten, weil bestimmte Dinge in meinem Leben keine Rolle spielten. Die Illustrationen spiegeln eine Kindheit im früheren westlichen Teil Deutschlands wieder, in denen ich mich nicht wiederfinden kann. Aber ich wollte es mal ausprobieren und habe mich an diese Erlebnisse erinnern können:
Ich habe die alte Küche meiner Oma vor Augen, wie in ihr die schönsten und leckersten, selbst gebackenen Torten für ein großes Fest bereit standen. Der Geschmack von Tomatensaft, den ich eine Zeit lang immer abends zum Essen, gewürzt mit Salz und Pfeffer trank, liegt auf meiner Zuge. Der Duft von frisch gebackenem Streußelkuchen, den ich mir Samstagmorgen beim Bäcker um die Ecke kaufte, liegt in meiner Nase… (drei meiner Erinnerungen)
Irgendwie kam mir dann noch dieses Gedicht in den Sinn, das ich vor bald zehn Jahren mal geschrieben hatte:
Erinnerungen
Gedanken
wandern
in Erinnerungen
auf lichtüberfluteten Wegen
in ungeahnten Verstecken
Bilder und Gerüche
Gefühle
ohne Vorwarnung
Orte und Menschen, Erlebnisse
aus der Vergangenheit
Gedanken
wandern
in Erinnerungen
im gestern, heute morgen
eine Reise ohne Plan
Erinnerungen
bringen Tränen
bringen Freude
leben im Inneren
leben im Jetzt
Erinnerungen
(c) hehocra, 2007
Nimmst Du Dir solche Heftchen gern zur Hand und lässt Dich von den Fragen treiben? Wie geht es Dir dabei? Sind sie Dir eine Inspiration?
von hehocra | Aug. 22, 2016 | Vielfalt |
Angeregt durch die Bilder der Künstlerin Dagmar Richard (die ich hier gesehen habe) bin ich kürzlich mit einem anderen Blick durch Berlin gelaufen. Viele Straßen und Wege sind mir sehr vertraut. Die Sehenswürdigkeiten kenne ich. Berlin ist meine Heimat. So denke ich darüber nach, was es für eine Herausforderung ist, sich sehr gewohntem und vertrautem immer wieder neu zuzuwenden.

Hier geht’s zur S-Bahn, Berlin, Fotografie, (c) hehocra
Dagmar Richard schafft auf eine für mich sehr faszinierende Art und mit unterschiedlichen Techniken, Landschaft neu zu sehen und darzustellen. Hierzu gab es auch in der Mai-Ausgabe des art Kunstmagazins einen interessanten Artikel: Landlust. Dann las ich diesen empfehlenswerten Beitrag Im Gespräch mit Rubi Lebovitch auf kwerfeldein. Er überzeichnet vertrautes in seiner Serie „Home sweet home“. Hierzu wurde er angeregt, als er durch seine Kinder mehr Zeit zu Hause verbrachte, ständig in der vertrauten Umgebung war.
Es gibt unzählige andere Beispiele. Die letztgenannte Serie führt mich zu dem Gedanken, dass ein Schlüssel darin liegt, sich in seiner kreativen Herangehensweise zu beschränken – auf eine Einstellung an der Kamera, auf ein Hilfsmittel oder Material, auf ein Format, auf eine Farbe, auf einen Blickwinkel, auf die Zeit oder den Ort. Für meine Berlin-Bilder hier habe ich einfach mal unscharf durch den Sucher geschaut. Demnächst gehe ich auf Reisen und werde für meine digitale Spiegelreflexkamera nur das Teleobjektiv mitnehmen. Ich bin schon jetzt gespannt, zu welchen Bilder mich dieser Ansatz bringen wird.
Es gibt viele kreative Wege und Möglichkeiten, Vertrautes neu zu sehen, zu betrachten und auszudrücken. Was hast Du schon ausprobiert?

Blick vom Pariser Platz, Berlin, Fotografie, (c) hehocra
von hehocra | Aug. 12, 2016 | Vielfalt |
Die Natur findet ungewöhnliche Wege und gräbt ihre Wurzeln in den Grund der Geschichte. Dies zeigt sich deutlich auf dem Gelände der früheren Beelitz Heilstätten, die ich kürzlich das erste Mal besucht habe.
…Die zwischen 1898 und 1930 von der Landesversicherungsanstalt Berlin errichteten Arbeiter-Lungenheilstätten Beelitz-Heilstätten bilden einen der größten Krankenhauskomplexe im Berliner Umland. Es ist ein denkmalgeschütztes Ensemble von 60 Gebäuden auf einer Gesamtfläche von ca. 200 ha… Im Ersten und Zweiten Weltkrieg dienten die Beelitz-Heilstätten als Lazarett und Sanatorium für erkrankte und verwundete Soldaten… Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, in dem die Heilstätten teils schwer beschädigt wurden, wurde das Gelände 1945 von der Roten Armee übernommen… Einige Gebäude wurden inzwischen saniert und durch neue Gebäude ergänzt… Als Folge der Insolvenz der Eigentümergesellschaft im Jahr 2001 ist die weitere Neunutzung des übrigen Geländes inzwischen ins Stocken geraten. Auch die Sanierung der Denkmalsubstanz wurde weitgehend eingestellt. Ein großer Teil der sehenswerten Anlage verfällt inzwischen und ist vom Vandalismus stark beschädigt… (Wikipedia, Aug. 2016)


Das Geschichtsbuch füllt sich nun mit einer ungewöhnlichen Attraktion, einem Baumwipfelpfad oder auch Baumkronenpfad, der vor etwa einem Jahr eröffnet wurde. Der Pfad ist 320 Meter lang und etwa 23 Meter hoch. Zudem hat man einen Rundumblick über einen Aussichtsturm, der die Baumkronen überragt. Ein imposantes Bauwerk mit faszinierender Weitsicht und ungewöhnlichen Perspektiven.


Ich kann die Faszination, die das Gelände auf viele Kreative, wie Fotografen und Filmemacher ausübt, sehr gut nachvollziehen. Die Gebäude haben eine besondere Architektur. Die Natur findet ihre eigenen Wege. Welch eine Geschichte, dieser Ort in sich trägt…
Aber so schön der Besuch auch war, muss ich zugeben, dass ich die Ruinen mit einem unbehaglichem Gefühl betrachtete. Irgendwie war ich dann doch froh, wieder abreisen zu können.


Warst Du schon einmal dort? Konntest Du Dich inspirieren lassen?

von hehocra | Aug. 4, 2016 | Vielfalt |
Kuh, Kunst und Kulinarisches – mit diesem Slogan bewirtschaftet die Familie Kaemenas einen Biohof an der Wümme, in Bremen Blockland. Ich war kürzlich dort und entdeckte gleich zwei interessante Ausstellungen. Mütze war von den Kühen und Ziegen begeistert, die sie hingebungsvoll fütterte. Anschließend probierten wir das fantastische, hausgemachte Speiseeis und machten es uns auf einem der einladenden, kreativ getischlerten Sitzmöglichkeiten im Hof gemütlich.

Diese Kuh hat mich fest im Visier. Ein innovatives Projekt, der offene Kuhstall. Bremen Blockland.

Leckerer Eiskaffee aus eigener Speiseeisherstellung. Biohof der Familie Kaemenas.
Unter dem Titel „Land schafft Landschaft“ präsentiert Dagmar Richard neue und vielschichtige Perspektiven auf ein altes Thema. Dabei arbeitet sie auch mit mehreren Ebenen oder formt Landschaften aus Porträts.

Eisdiele mit Bildern der Künstlerin Dagmar Richard.

Landschaft neu interpretiert von Dagmar Richard.
Barbara Bock zeigt Porträts und interessante Malereien auf Holz. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit dem Thema „Aus Alt mach Neu“. Die Ausstellungen endet leider schon am 7. August 2016. Aber die nächsten Themen stehen schon auf dem Programm.

Bilder der Künstlerin Barbara Bock.
Das war ein bereichernder Ausflug, der einen Platz in meinem Erinnerungsalbum finden wird. Hier wird Vielfalt bei der Haltung der Kühe, bei der gezeigten Kunst und bei den leckeren kulinarischen Angeboten wertschätzend im Einklang von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gelebt.

Spuren in der Vergangenheit in der offenen Tischlerei auf dem Biohof.

Aus alt mach neu!, Upcycling auf dem Biohof.
von hehocra | Juli 25, 2016 | Vielfalt |
Johannes Korten – R. I. P.
Es war vor vielen, vielen Jahren. Für mich die erste Verabredung mit jemandem, den ich bisher nur übers Netz kannte… Ein bereicherndes, gemeinsames Abendessen… So entstand für mich eine Brücke… Machen wir das Netz zu einem guten Ort…
…Wenn ich einen letzten Wunsch hätte, dann wäre es der hier: Schaut in jeder Situation gemeinsam nach vorn. Seit achtsam mit euch selbst und dann aufeinander. Macht die Welt im Großen wie im Kleinen wieder zu einem guten Ort. Lebt den Gedanken, dass das gemeinsam im Miteinander möglich ist, weiter. Das wäre mir ein letzter Trost. Vielleicht bekommt mein Dasein dann doch noch einen Sinn… jazzlounge
Sprachlos… Fragen. Viele Fragen. Immer wieder fragen. Suchen. Lassen. Loslassen. Finden. Antworten?… Heute für mich dieser Gedanke: Die Welt im Großen zu einem guten Ort zu machen, das vermag ich (noch?) nicht, aber im Kleinen, das traue ich mir zu. Darauf werde ich meinen Blick richten, gerade in diesen Tagen. Die kleinen Schritte…
Alles Liebe und viel Kraft der Familie, seinen Freundinnen und Freunden.
…traurig…