Aufgewachsen… | Ich in einem Interview

Aufgewachsen… | Ich in einem Interview

Vor kurzem lernte ich Maria Klitz auf digitalen Wegen kennen. Maria hat eine Website und schreibt einen Blog zum Thema Bedürfnisorientiertes Familienleben. Da ich selbst auch Mutter bin und mich mit Familie in meiner Kunst auseinandersetze, fand ich gleich spannend, was Sie macht. Maria ist Erzieherin und Elterncoach. Online führt sie Interviews zu Tabuthemen, Alltag und Kindheit früher. So kamen wir auf meine Familiengeschichte zu sprechen und ich beantwortete Marias Fragen.

 

Baby im Kinderwagen sw

Foto privat, (c) Doreen Trittel

 

„Aufgewachsen in einem Land, das es nicht mehr gibt“: Herzlichen Dank, liebe Maria, für Dein Interesse und Deine Neugier an meiner ostdeutschen Herkunft und meinen Erfahrungen als Stasi-Kind. Auf der einen Seite erzähle ich viel aus dieser Zeit und beschäftige mich auch in meiner künstlerischen Arbeit damit, und auf der anderen Seite habe ich durch Deine Fragen wieder erfahren, dass es nicht einfach ist, die damaligen Lebenserfahrungen und das Lebensgefühl aus meinem Alltag an jemanden weiterzugeben, der es selbst nicht erlebt hat. Kommt es mir selbst mitunter fremd vor. Aber dieser Herausforderung stelle ich mich immer wieder gern, öffnen sich mir dadurch immer wieder neue Perspektiven… weiterlesen

 

Kind Fahrradfahren sw

Foto privat, (c) Doreen Trittel

 

…Ich war zum Beispiel sehr stolz darauf, dass ich mit meinem grasgrünen Fahrrad schnell das Fahren lernte und den Fahrtwind im Gesicht spüren konnte…

 

Foto sw Porträt

Foto privat, (c) Doreen Trittel

 

…Manchmal, wenn ich so da sitze und einfach in die Welt schaue, spüre ich die Schwere meiner Geschichte und Auseinandersetzung… Doch dann blicke ich auf die vielen Phasen zurück, in denen ich viele Hürden schon genommen habe. Und das fühlt sich unglaublich gut an…

 

Das vollständige Interview kannst Du bei Maria Klitz nachlesen: Aufgewachsen in einem Land, das es nicht mehr gibt. Auch die anderen Interviews kann ich empfehlen. Ich finde die verschiedenen individuellen Geschichten und Erfahrungen immer sehr spannend.

Ketten – so und so…

Ketten – so und so…

Es ist bestimmt schon zehn Jahre her. Da war plötzlich der Titel für eine künstlerische Arbeit in meinem Kopf und setzte sich fest: „Die Ketten meiner Oma“. Das war, als ich einen Korb mit einigen verschiedenen Ketten meiner Oma bei der Auflösung der Wohnung an mich nahm. Im Frühjahr 2014 postete ich mit diesem Titel ein Foto auf Instagram. Aber dann geschah nichts… Ich suchte immer mal wieder nach einer Idee der künstlerischen Umsetzung, nach einer Idee, mit der ich diese Ketten verarbeiteten könnte. Doch mir fiel über die Jahre nichts Stimmiges ein. Das war mitunter frustrierend. Aber ich hatte auch die Zuversicht in mir, dass die Zeit kommen wird… 

 

Die Ketten meiner Oma, Serie, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

Die Ketten meiner Oma, Detail, (c) D.Trittel

 

Nicht unnütz oder wertlos bin ich ins Dasein gestellt,
sondern als Glied einer langen Kette, Brücke zwischen Menschen und Generationen.
(aus einem Nachruf)

 

Einige Entwicklungsschritte musste ich nehmen und bewältigen, bis es am Anfang diesen Jahres soweit war: Die Idee für eine Serie! Plötzlich war sie da. In meinem Kopf hatte ich ein konkretes Bild… Mit diesem Projekt bin ich, die längste Zeit, wenn ich es richtig im Blick habe, schwanger gegangen. Es bestätigt sich: Alles hat, alles braucht seine Zeit. In den letzten Monaten habe ich mit den Ketten meiner Oma gearbeitet und mich trotz der Bilder im Kopf vom Tun leiten lassen.

 

Die Ketten meiner Oma, Serie, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

Die Ketten meiner Oma, Detail, (c) D.Trittel

 

Alles hängt normalerweise zusammen, wie die Glieder einer Kette,
und alles ist zum Besten bestellt.
(Voltaire, 1694 – 1778)

 

Die Ketten aus dem Familiennachlass verstehe ich nicht nur als schmückendes Element. Sie symbolisieren die unbewusste und oft schwer erkennbare Verbundenheit über die Generationen hinweg. Vieles ist verdeckt und nicht sichtbar. Trotzdem ist es da und hat mit uns zu tun, was auch immer das ist. Unsere Aufgabe heute ist es, den vererbten Gefühlen Raum zu geben und zu erkennen, dass die Ketten nicht zu unserer Generation gehören, dass es Zeit ist, diese abzustreifen, in dem wir sie erkennen und verstehen. Dies ermöglicht einen persönlichen und gesellschaftlichen Wandel. Davon bin ich überzeugt.

Mitunter ist es auch notwendig, die Ketten zu sprengen. In meiner Auseinandersetzung habe ich den Kontext für die Ketten aus meiner Familie verändert. Sie sind jetzt ein fester und Titelgebender Bestandteil meiner neuesten Arbeit. Die Ketten haben mir geholfen, etwas auszudrücken, was sich schwer in Worte fassen lässt.

 

Die Ketten meiner Oma, Serie, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

Die Ketten meiner Oma, Detail, (c) D.Trittel

 

Es ist eine Kette, die von Gott ausgeht, und alle Wesen vom Weltall bis
auf jeden Staub in Verbindung hält; alles ist verknüpft; hin und wieder finden wir
einige Glieder der Kette, aber das meiste ist in Dunkel gehüllt.

(Johannes von Müller, 1752-1809)

 

Auch wenn ich nicht an einen Gott glaube, so fühle ich mich dennoch mit einer Kraft verbunden, die alles verbindet.

Wunderbar verbunden fühle ich mich auch mit den Bloggerinnen, die das Thema „Ketten bzw. Ketten sprengen“ auch in eigenen Blogbeiträgen behandeln. Im Austausch miteinander kamen online und offline verschiedene Ketten auf. Plötzlich lösten sich buchstäblich welche auf, Perlen kullerten über den Boden… Unterschiedliche Sichtweisen, Interpretationen und Geschichten kamen zu Tage…

Astrid Grövert regt dazu an, unsere Stimme zuhören: Sprenge die Ketten! Vertrau deiner Stimme …

Daniela Heggmeier hat für uns zuversichtliche Sichtweisen und hilfreiche Tipps in Zeiten der digitalen Veränderung: Ketten sprengen: Selbst-PR analog, digital und hybrid

Gaby Regler bietet konkrete Schritte im Zuge der MeToo-Debatte: Ketten sprengen: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz nicht länger hinnehmen.

Angelika Neumann betrachtet die Frage nach dem Du und Sie im respektvollen Miteinander: Ketten sprengen? Du, Frau Müller…

Du kannst das Thema gern aufgreifen und auch einen Blogbeitrag dazu schreiben. Wir freuen uns, wenn Du uns Deine Assoziation, Deine Erfahrung zum Thema „Ketten/ Ketten sprengen“ mit uns teilst. 

 

"Die Ketten meiner Oma", Serie, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

“Die Ketten meiner Oma”, Serie, Detail, 2018, (c) Doreen Trittel

 

Das große Gesetz ist Liebe.
Sie ist die wirkende Kraft,
Mittel zur Umwandlung,
Kette der Einswerdung.

(Karl von Eckartshausen, 1752 – 1803)

 

In diesem Sinne sende ich Dir liebe Grüße, Doreen

 

Auf der Suche nach dem roten Faden in meiner Famliengeschichte, 2018, (c) Doreen Trittel

Auf der Suche nach dem roten Faden in meiner Familiengeschichte, (c) Doreen Trittel

 

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Als ich noch echt war… | Einladung

5 Annäherungen an die ‘neue Echtheit’

Es war ein glücklicher Abschied

Es war ein glücklicher Abschied

Erfüllt und bereichert, zufrieden und glücklich haben Susanne Haun und ich unsere gemeinsame Installation und Ausstellung „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ abgebaut. Angefangen beim KunstSalon-Abend am 20. März 2018 bis zum letzten Öffnungstag am 4. Mai 2018 hatten Susanne und ich wunderbare Begegnungen und interessante Gespräche mit den Besucher.innen, aber auch wir beide miteinander. 

 

Taschenuhr, Element aus der Installation "Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen" von Susanne Haun und Doreen Trittel

Taschenuhr, Element aus der Installation “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” von Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Zeit
Erinnerungen im
Gespräch viele Gemeinsamkeiten
Fotoalben, Kisten, Schachteln, Dateien
heute

(c) Doreen Trittel

 

Unserer Thema löste Diskussionen aus, holte verschiedene Erinnerungen hervor… Dies brachte uns zu neuen Erkenntnissen, Anregungen und Ideen. Daher begleitete uns die Freude beim Abschied, die Vorfreude auf das Kommende. Nach der Ausstellung ist vor dem Kunstbuch. Das ist unsere Idee. 

Susanne und ich wollen aus unserer Installation ein Kunstbuch entwickeln. Wir haben viel Material und Gedanken zu unserem Vorhaben. Einiges haben wir auch schon in bzw. vor unserer Installation ausprobiert. Momentan sind wir in der Phase ‚Brainstorming‘. Das heißt, wir stehen am Anfang und sind vor allem in technischer Hinsicht auf der Suche: Welches Programm eignet sich für Laien? Hast Du vielleicht einen Tipp für uns?

 

Susanne Haun und Doreen Trittel begießen den Abschluss einer erfolgreichen Ausstellung, 2018

Susanne Haun und Doreen Trittel begießen den Abschluss einer erfolgreichen Ausstellung, 2018

 

Der Abbau der Ausstellung war für uns auch ein Moment zum Innehalten. Ich freue mich sehr über diese Erfahrung, über jeden einzelnen Schritt, über jede bereichernde Begegnung…

Wenn eine Idee aufkeimt, man sie zulässt… Wenn sie von liebevoller Begeisterung und beflügelnden Fleiß gegossen wird… Wenn sie sich entwickelt, Abzweigungen nimmt und wächst… Und wenn man diesen Prozess gemeinsam geht, beitragen und teilen kann, dann ist das etwas ganz besonders.

 

Spitzentaschentuch, Element aus der Installation "Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen" von Susanne Haun und Doreen Trittel

Spitzentaschentuch, Element aus der Installation “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” von Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Ich möchte Dich heute auch auf den kommenden KunstSalon von Susanne Haun am Dienstag, 7. August 2018, 18 Uhr aufmerksam machen. Anke Boche-Koos wird zu Gast sein und das Thema „Gewalt – Frei – Kommunizieren.“ mitbringen. Ich bin schon sehr gespannt darauf. Bei einem unserer Öffnungstage durfte ich Anke kennenlernen und habe einen Einblick in dieses sehr anregende Thema bekommen. Ich freue mich schon auf den Salon-Abend: „Kunst ist Kommunikation und gewaltfreie Kommunikation ist Kunst.“ Hier geht’s zur Einladung.

Und ich möchte Dich auch noch auf einen Artikel von Susanne aufmerksam machen. Sie hat einen zauberhaften Tipp aus ihrem Kiez: Was ziehe ich zur Vernissage an? Verliebt in ein Kimonokleid im Atelier Nuno. Ich war selbst noch nicht in dem verlockenden Atelier, aber ich bin schon ganz verliebt in den Schmetterling, der zu mir geflattert kam. Er passt zu meiner Bluse, wie für sie und für mich 😉 gemacht:

 

Doreen Trittel vor der Installation mit Schmetterling-Anstecker aus dem Atelier Nuno, Selbstporträt (c)

Doreen Trittel vor der Installation mit Schmetterling-Anstecker aus dem Atelier Nuno, Selbstporträt (c)

 

#dankbar in vielerlei Hinsicht

 

Hier nochmals alle Blogbeiträge im Überblick:

Von Ingeborg und Postkartengrüßen aus der Hauptstadt
Beim KunstSalon mit der Abendsonne am Weltglückstag
Erinnerungen an der Wand – aber nicht nur
Die Geburtsstunde naht
KunstSalon – Der Prozess des Werdens
Zu Gast im KunstSalon + Ausstellung
Eine Künstlerin, eine Collage und die Zeit

Eine Brücke zwischen analog und digital – Interview

Eine Brücke zwischen analog und digital – Interview

Es gibt sie noch, die Fans der analogen Fotografie. Welchen Reiz sie ausübt und welche Rolle sie bei der Umsetzung künstlerischer Positionen spielt, das verrät uns heute die Berliner Künstlerin, die Fotografin Carla Pohl.

Carla und ich lernten uns vor über einem Jahr bei einer Ausstellung kennen. Zuvor war mir ihr Flyer mit einem Porträt aus ihrer Serie „Er-Ich. Dritte Generation Ost.“ aufgefallen. Uns beide verbindet nicht nur das Interesse an der Kunst und Kreativität, sondern auch unsere ostdeutsche Herkunft und die Auseinandersetzung mit dieser Prägung.

www.carla-pohl.format.com

www.reportagefotografie.wordpress.com

 

Carla, was ist Dir persönlich und in Deiner Kunst an dem Thema der ostdeutschen Geschichte wichtig?

Ich denke das viele ostdeutsche Fotografen lange unterschätzt wurden und nicht genügend Aufmerksamkeit bekommen haben, aber sieht man genauer hin, erkennt man einen ganz besonderen Stil und Blick bei der ostdeutschen Fotografie, der häufig (meiner Meinung nach) tiefer geht als der, der gesamtdeutschen Fotografie. Ich versuche in meiner Fotografie an diese Bildsprache heranzukommen bzw. zeigt mir manchmal ein Foto, dass ich gemacht habe, erst hinterher was ich da eigentlich wirklich gesehen habe. Also erzählt mir irgendetwas und dann finde ich auch plötzlich wieder Bezüge zu der ostdeutschen Bildsprache, den ostdeutschen Fotografen. 

In meiner Serie „Er-Ich. Dritte Generation Ost.“ beschäftige ich mich mit den Menschen und Orten die, die Wende als Kinder erlebt haben. Sie haben ganz andere Erinnerungen an die ehemalige DDR als deren Eltern.  Ich hatte angefangen mich dafür mehr zu interessieren, als der Palast der Republik abgerissen wurde, da ich das Gefühl hatte, dass mir ein Stück Identität gestohlen wird bzw. wegrationalisiert wird. Lange habe ich darüber nachgedacht, um dem ganzen eine Bildidee zu geben. Dann bin ich auf die Tryptichons gekommen. Drei Bilder: ein Porträt, in der Mitte ein Sockel eines Denkmals der DDR, als drittes ein Ort des Porträtierten, der schon weg ist oder sich extrem verändert hat, aber viel mit dem Porträtierten zu tun hat. Das sind auch immer wieder für mich neue spannende Reisen und Erinnerungen. So bist du ja auch in die Serie mit hinein gekommen, da ich deine DDR Geschichte gerade bezogen auf die dritte Generation sehr spannend finde. 

 

aus der Serie “Er-Ich. Dritte Generation Ost.”, (c) Carla Pohl

 

Die künstlerische Arbeit steht für Carla Pohl im Mittelpunkt. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass Carla für mich vor einiger Zeit eine Ausnahme gemacht hat, um Porträtaufnahmen von mir zu machen. Denn ich mag ihre Art zu fotografieren, ihre Sicht und ihre Herangehensweise. Ich mag auch das Klare und gleichzeitig melancholisch Geheimnisvolle in ihren Bildern. Das klingt jetzt ziemlich ernst, aber wer Carla kennt, weiß, dass bei ihr immer viel gelacht wird und der Spaß nie zu kurz kommt. Das hat mir auch sehr geholfen, vor der Kamera zu stehen und jemand anderes auf mich schauen zu lassen. Das war dann mitunter, muss ich zugeben, doch nicht so einfach, wie es manchmal aussieht. 

 

Doreen Trittel, (c) Carla Pohl

 

Einzelne Aufnahmen hast Du, Carla von mir auch mit einer analogen Kamera gemacht. Damit arbeitest Du auch am liebsten, wie Du mir schon verraten hast. Was ist für Dich der besondere Reiz an der analogen Fotografie und seit wann arbeitest Du schon damit?

Ich habe 1995 mit einer alten Praktika angefangen, zu fotografieren. Die war natürlich analog. Ich hatte irgendwann dann auch mein eigenes s/w Labor, also das war von meiner Mutter, ist aber bis heute in meine Hände übergegangen. Ich fotografiere mittlerweile nicht nur analog, sondern überwiegend digital (ist teilweise auch günstiger). Die analoge Fotografie hilft mir viel dabei, mir vorher Gedanken über das Bild zu machen und welche Einstellungen ich nehmen muss. So hat sich auch meine digitale Fotografie „verbessert“. Am Analogen ist mir auch die größere Tiefe im Bild wichtig bzw. lieber, aber ich versuche trotzdem, dieses auch ins Digitale zu übernehmen.

Ich fotografiere auch sehr viel mit einer Polaroid (eine alte und nicht die Neue von Fuji). Bei den Polaroids kann es auch unglaublich entspannend und spannend sein, einfach mal die Kontrolle abzugeben und sich rein auf das Motiv zu konzentrieren. Ich denke, jede Kamera und jede Art der Fotografie hat ihren Reiz. Manchmal muss ich dann auch überlegen: Verdammt welche Kamera nehme ich jetzt mit, was brauch ich denn heute eigentlich alles und am Ende ist mein Rucksack dann 50 kg schwer ;). Ich entscheide mich dann spontan und je nach Motiv. Bei Projekten bin ich allerdings sehr konsequent und arbeite größtenteils entweder nur analog oder nur digital, natürlich rutschen mir immer ein, zwei analoge Bilder mit rein.

 

Venedig, Polaroid, (c) Carla Pohl

 

Du hattest gleich zu Beginn diesen Jahres eine große Ausstellung mit anderen Künstlern in der Fotogalerie Friedrichshain, Berlin, mit dem Titel „Glaubenswelten“. Auf welche Projekte und Ausstellungen können wir uns als nächstes freuen?

Ja, meine nächsten Projekte. Da gibt es immer so viel, weil mir ständig irgendetwas im Kopf rumspringt, was raus möchte. Also ich arbeite momentan überwiegend an meiner Serie „Echorauschen“. In der Serie geht es um das Wiederentdecken oder Neuentdecken seiner Weiblichkeit nach einem sexuellen Missbrauch in der Jugend. Hört sich ziemlich hart und anstrengend an, ist es auch meistens, aber die Arbeit daran hat mir auch viel Erkenntnis gebracht und auch viel Lachen, wie du selber ja schon gesagt hast, bei mir gibt es immer viel Lachen und das eben auch bei ernsten Themen.

Ansonsten ist da natürlich noch „Er-Ich“. Man kann ab dem 27.4.2018 – 18.5.2018 vier Tryptichen in der Kunsthalle Brennabor in Brandenburg an der Havel sehen. Dort bin ich Teil der Gruppenausstellung „MARK“.

Dann gibt es bei 48h Neukölln analoge Arbeiten zu sehen im Lite-Haus. Das ist ja sogar mit dir zusammen und du bist ja auch ein Teil von „Er-Ich“ 😉

Ansonsten arbeite ich daran die Ausstellung „Glaubenswelten“ wandern zu lassen, ein weiteres Projekt mit dir zusammen, bei dem es um die Mauer geht (wieder analoge Arbeiten von mir) und suche mir gerade in meinem riesengroßem Haufen an Ideen etwas für eine Doku oder so. Mal sehen was da so kommt, da lass ich mich auch überraschen.

 

Liebe Carla, herzlichen Dank, dass Du mir und meinen Leser.innen einen Einblick in Deine Arbeit gegeben hast und ich Dich hier vorstellen durfte. Vielen Dank auch für Deine Porträts von mir. Ich freue mich auf neue Ideen und Projekte von und mit Dir. Alles Liebe.

 

Selbstporträt, analog, (c) CarlaPohl

 

Ausstellungen mit Werken von Carla Pohl:

MARK
Malerei, Skulptur, Fotografie, Installation
Vernissage: 27.04.2018, 18.00 Uhr
Laufzeit der Ausstellung: 28. April bis 8. Juni 2018
Kunsthalle Brennabor, Geschwister-Scholl-Straße 10-13, 14770 Brandenburg an der Havel

Bei dieser Ausstellung ist neben anderen auch unsere liebe Künstlerkollegin Sabine Küster mit ihrer Aktion ich bin alice* mit dabei. Du erinnerst Dich vielleicht. Sabine hat mir vor einiger Zeit auch ein paar Fragen beantwortet: Ein neues Land erblickt die Welt – Interview. Ich freue mich auf die Vernissage. Vielleicht hast Du ja Zeit und Lust uns dort zu treffen, die vielfältige Kunst zu genießen.

Als ich noch echt war…
Ausstellung & LiveAktionen der Künstlerinnen-Gruppe “Ogeladalo”
im Rahmen des Kunstfestivals 48-h-Neukölln vom 22. bis 24. Juni 2018
LiTE-HAUS, Galerie und Projektraum, Raum 1 und 2, Mareschstr. 4, 12055 Berlin Neukölln

Ich bin, wie Carla schon sagte, auch mit dabei, ebenso Sabine Küster, Ana Bathe und Aino Onia. Darauf freue ich mich sehr. Die Vorbereitungen laufen und weitere Informationen folgen.

 

Beim KunstSalon mit der Abendsonne am Weltglückstag

Beim KunstSalon mit der Abendsonne am Weltglückstag

Was für ein Tag, der 20. März 2018. Frühlingsanfang und Weltglückstag. Begonnen hat der Tag mit heftigem Schneefall. Solch einen Flockentanz hatten wir den ganzen Winter nicht. Aber wenn ich nach den Bildern aus den anderen Gegenden sehe, dann war selbst das im Vergleich lächerlich. Dennoch hatten Susanne und ich zwischendurch Bedenken, wie sich der verschneite Frühlingsanfang auf unseren Abend auswirken würde.

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Aber wir hatten Glück, am Weltglückstag. Am frühen Abend konnten wir den Sonnenschein im Atelier begrüßen. Kurz darauf kamen unsere Gäste zahlreich. Für unsere Vorbereitungen und Gespräche trafen Susanne und ich uns immer im Café “Auf der Suche nach dem verlorenen Glück”. Welch ein wunderbares Omen, das Susanne gestern als solches erkannte.

Die interessanten Fragen, differenzierten Diskussionen und inspirierenden Gedanken klingen inspiriert in mir nach… Ich fühle mich sehr bereichert und erfüllt. Es ist immer wieder ein Erlebnis, zu sehen, wie der eigene künstlerische Ausdruck seinen Weg findet und mit den Betrachter.innen kommuniziert.

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Susanne und ich haben mit unseren Gästen über Installationen und Collagen gesprochen. Ich bin den Fragen nachgegangen, weshalb sie einen besonderen Reiz für den Umgang mit Erinnerungen ausüben. Sie sind für mich immer eine Herausforderung, Gewohnheiten werden umgekehrt, neue Denkstrukturen provoziert. Mich faszinieren die ungewohnten Wege und Kombinationen verschiedener Materialien. Susanne widmete sich intensiver den Installationen und deren Herausforderungen für den Kunstmarkt. Bei allem ging es um Erinnerungen und Veränderungen. In der Betrachtung der Vergangenheit ist für mich der Wandel allgegenwärtig.

Nachdenken über
das Leben
Veränderung
auf Reisen sein ankommen
Halt finden
auf der Suche sein wonach?
Halt in der Veränderung
das Leben erleben und gestalten
ein neuer Tag
nicht nur die Welt
sondern auch sich selbst entdecken
den Herausforderungen und
der Angst begegnen
in die Tiefe schauen
die Dunkelheit zulassen
es wissen wollen den fluss spüren
mit der Veränderung tanzen
beschwingt zulassen
wachsen

.

(c) Doreen Trittel

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Vor vielen Jahren haben Susanne und ich uns über unsere Blogs kennengelernt. Hierin schreiben wir nicht nur von unseren künstlerischen Arbeiten, sondern zeigen auch unsere Werke. Dies war unter anderem ein Punkt als wir über der Faszination von Originalen und den Möglichkeiten von Reproduktionen nachgingen.

“Aufgefordert, in aller Kürze den Begriff Kunst zu definieren, könnte ich ihn nur bezeichnen als die Reproduktion dessen, was unsere Sinne durch den Schleier der Seele von der Natur wahrnehmen.”

.

Edgar Allan Poe

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Ich habe mich sehr über die vielen neuen und bekannten Gesichter gefreut und ich bin für jede Begegnung dankbar. Die Wünsche und Grüße von Abwesenden haben uns ebenfalls wunderbar durch den Abend begleitet.

Wie Susanne den gestrigen Abend erlebt hat, kannst Du in ihrem Blog nachlesen: Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen – Bericht vom 16. KunstSalon.

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Ich werde über vieles am kommenden Freitag nochmals vor Ort nachdenken, wenn ich vor bzw. in unserer Installation stehe. Vielleicht magst Du Dich ja dazustellen, gern auch setzen. Von 10 bis 13 Uhr ist unsere Ausstellung am kommenden Freitag, am 23. März 2018 geöffnet: Atelier Susanne Haun, Groninger Str. 22, 13347 Berlin (4. Etage, leider ohne Fahrstuhl).

Die Ausstellung kann vom 21.3. – 4.5.2018 zu folgenden Öffnungszeiten besucht werden: Fr. 23. März 10 – 13 Uhr, Do. 5. April 15 – 18 Uhr, Mo. 9. April 15 – 18 Uhr, Fr. 20. April 10 – 13 Uhr, Do 26. April 15 – 18 Uhr, Do 3. Mai, 15 – 18 Uhr, Fr. 4. Mai 10 – 13 Uhr.

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

16. KunstSalon, (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

16. KunstSalon “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” (c) Susanne Haun und Doreen Trittel

 

ps: Ja, Du hast richt gesehen. Es gab auch Eierlikör in Schokobechern. Witzig, welche Erinnerungen auch bei unseren Gästen damit so verbunden waren.

Die Geburtsstunde naht

Die Geburtsstunde naht

In dieser Woche ist es soweit: Susanne Haun und ich werden unsere Idee einer gemeinsamen Installation auf die Welt bringen, zum Leben erwecken. Wir sind sehr gespannt und ich bin auch etwas nervös, muss ich zugeben.

Im vergangenen Sommer keimte unsere Idee auf. Seit dem wuchs sie fleißig. Wir haben einzelne Elemente entwickelt, in unseren Erinnerungen und privaten Archiven gestöbert und so manches Interessante, Spannende und auch Amüsante zu Tage befördert. Die Grundlage für unsere Idee war unser persönlicher Austausch darüber, wie wir in Berlin verwurzelt sind und beide jeweils auf der anderen Seite der Berliner Mauer aufgewachsen sind – Susanne Haun in West-Berlin und ich in Ost-Berlin. Obwohl wir in zwei unterschiedlichen politischen System groß geworden sind, haben wir schnell viele Gemeinsamkeiten ausmachen können. An dieser Stelle gingen wir dann ins Detail… Und in dieser Woche kommt alles zusammen. Nächste Woche kannst Du es zum KunstSalon am Dienstag bei Susanne Haun im Atelier nicht nur sehen sondern auch erleben: Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen am 20. März 2018.

Veränderung 1, Collage, 30 x 40 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

Veränderung 1, Collage, 30 x 40 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

 

Eine weitere Grundlage für unseren Austausch bildete unser Interesse und unsere Herangehensweisen an die Arbeit mit Collagen. Diese Art des künstlerischen Ausdrucks übt auf uns beide einen besonderen Reiz aus. Darüber werden wir auch am Salonabend sprechen. Die Ausstellung, die unseren Salon begleitet und auch im Anschluss noch bis zum 4. Mai 2018 zu sehen sein wird, beinhaltet demnach nicht nur die Installation, sondern auch Collagen.

Eigens hierfür haben Susanne Haun und ich jeweils zwei neue Collagen unter dem Stichwort “Veränderung” in der Größe 30 x 40 cm angefertigt. Je eine davon findet sich auch auf unserem Flyer wieder. Zur Ausstellung kannst Du sie erstmalig im Original sehen (…und auch erwerben). Im Rahmen des KunstSalons werden wir auch darüber sprechen, ob nur originale Kunstwerke ihre Wirkung entfalten, oder ob dies auch durch Reproduktionen möglich ist.

Veränderung 2, Collage, 30 x 40 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

Veränderung 2, Collage, 30 x 40 cm, 2018, (c) Doreen Trittel

 

Die Hintergründe meiner Collagen bilden Ausschnitte zweier alter Landkarten, die noch von meinen Großeltern stammen. Bei der Betrachtung dieser war ich erstaunt darüber, wie alt und damit auch fern mir diese Erinnerungsstücke sind und gleichzeitig sind sie so vertraut. Die Orte, die Flüsse und Seen… Das alles gibt es heute auch noch. Hier hat sich nichts verändert. Und doch ist in den letzten Jahrzehnten so viel geschehen. Ich selbst habe mich stark verändert. Schon allein durch die Jahre und die Erfahrungen… Dies waren so meine Gedanken, als die Ausschnitte der Landkarten vor mir lagen und ich sie nach und nach mit kleinen Details aus Zeitschriften, eigenen Fotografien, verwitterten Plakaten, Geschenkpapieren, einem Teefilter und Negativfilmstreifen sowie zwei Knöpfen bestückte.

Susanne hat ihre Collagen hier in ihrem Blog vorgestellt und dazu etwas geschrieben: Geborgenheit und Freiheit – Collage von Susanne Haun | Forever Young – Collage von Susanne Haun.

Du bist herzlich eingeladen, zum KunstSalon am Dienstag – 20. März 2018 – Dich auf unsere Ausstellung einzulassen, von unseren Überlegungen inspiriert zu werden und mit uns darüber zu diskutieren. Wir sind auf Deine Sicht gespannt, denn Kunst entfaltet ihre Wirkung erst durch den Betrachter, die Betrachterin, durch Dich.

 

Hier kannst Du die Einladung einschließlich Programm und Sonderöffnungszeiten nachlesen und als pdf herunterladen.

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ps: Die Ausstellung kannst Du zum KunstSalon und nach Vereinbarung vom 21. März bis 4. Mai 2018 oder zu folgenden Sonderöffnungszeiten besuchen. Hier habe ich gekennzeichnet, an welchen Tagen ich vor Ort sein werde, ansonsten auch gern nach vorheriger Vereinbarung.

Fr. 23. März 10 – 13 Uhr (Doreen)  |  Do. 5. April 15 – 18 Uhr  |  Mo. 9. April 15 – 18 Uhr (Doreen)  |  Fr. 20. April 10 – 13 Uhr (Doreen)  |  Do 26. April 15 – 18 Uhr  |  Do 3. Mai, 15 – 18 Uhr  |  Fr. 4. Mai 10 – 13 Uhr (Doreen)

Wir freuen uns auf Dich!

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