Eine Ausstellung der Erfahrungen

Eine Ausstellung der Erfahrungen

Wenn Fotos in Ausstellungen erlaubt sind, dann mache ich gern welche. Doch bei dieser Ausstellung war das Fotografieren für mich unerwartet zur Nebensache geworden. Weshalb? Was war hier so außergewöhnlich?

 

"The Cleaner" Marina Abramovic, Foto by Doreen Trittel

“The Cleaner” Marina Abramovic, Foto by Doreen Trittel

 

Der Künstlerin Marina Abramovic ist eine großartige Retrospektive in der Bundeskunsthalle in Bonn gewidmet, bis zum 12. August 2018: The Cleaner

Marina Abramović, geboren 1946 in Belgrad, ist eine der meistdiskutierten Künstlerinnen, vor allem im Bereich ihrer Performances, mit denen sie immer wieder die eigenen physischen und psychischen Grenzen auslotet und überschreitet.

Rein Wolfs, der Intendant der Bundeskunsthalle, sagt: „Die Bedeutung von Marina Abramović ist so immens, dass eine große Retrospektive in Europa längst fällig war. Durch einen konsequenten Einsatz von Re-Performances ist The Cleaner mehr als eine einfache Ausstellung, ein immersives Gesamterlebnis größter kunsthistorischer Tragweite.“…

Persönliche Erfahrungen und auch Verantwortung sind ein zentraler Punkt ihrer Arbeit, die sich im Kern mit Erinnerung, Schmerz, Verlust, Ausdauer und Vertrauen auseinandersetzt. Die Ebene der Zeit(-erfahrung) und der Umgang mit dem eigenen Körper sind weitere Faktoren, die ihr Werk eindrücklich werden lassen. Seit mehr als fünfzig Jahren reagiert Abramović auf die sie umgebende Welt und bedient sich dabei ihres Körpers und ihrer Energie als künstlerisches Ausdrucksmittel. Mit ihren physisch und mental stark fordernden Performances – von gewaltsamen und riskanten Aktionen bis hin zu eher stillen Begegnungen mit dem Publikum – hat sie sich in die Kunstgeschichte eingeschrieben…

(Auszüge aus der Pressemappe der Bundeskunsthalle Bonn)

 

aus der Ausstellung "The Cleaner" Marina Abramovic, Foto by Doreen Trittel

aus der Ausstellung “The Cleaner” Marina Abramovic, Foto by Doreen Trittel

 

Die Ausstellung ist geprägt von verschiedenen Geräuschen der per Video oder Tonband aufgezeichneten Performances der Künstlerin Marina Abramovic. Da ist zum Beispiel das Klopfen des Messers, dass sie zwischen ihre Finger sticht. Da ist der Schrei, der bis zur Endlichkeit ausgereizt wird… Gleichzeitig ist die Stille präsent und fühlbar, zum Beispiel während die Künstlerin und ein Esel sich in die Augen schauen, während Marina Abramovic und ihr früherer langjähriger Lebensgefährte und künstlerischer Partner Ulay sich mit einem gespannten Bogen gegenüber stehen/ lehnen. (hier ein Link zu meinem Besuch einer Ausstellung des Künstlers Ulay: Happy Birthday Ulay!)

 

Linsen und Reiskörner in der Ausstellung "The Cleaner" Marina Abramovic, Foto by Doreen Trittel

Linsen und Reiskörner in der Ausstellung “The Cleaner” Marina Abramovic, Foto by Doreen Trittel

 

Darüber hinaus wurde man als Besucher*in eingeladen, selbst aktiv zu werden. Zu Beginn war für mich die Frage, ob ich den Durchgang wähle, in dem sich zwei nackte Frauen gegenüberstehen, oder nicht. Dies war eine der Re-Performences durch junge Künstler*innen, die bei Marina Abramovic gelernt haben. (Hier findest Du Aufnahmen der Original-Performance mit Ulay aus dem Jahre 1977.) Ich bin hindurch gegangen und muss sagen, dass es spannend war, mich damit zu beobachten: Vorab die inneren Überlegungen, dann die Entscheidung, dann den Moment abwarten und entschlossen – jetzt…

Dann saß ich auf einem Holzstuhl, der mit Bergkristallen an der Rückseite der Lehne bestückt war, schloss die Augen und konzentrierte mich auf meinem Atem, nahm die Umgebung war, tauchte ins Innere ab…

Abschließend nahm ich an der riesigen Tafel Platz, in deren Mitte Reiskörner und Linsen liegen, ringsherum Blätter und Stifte… Handy und Tasche ins Schließfach, Kopfhörer auf und Ruhe… So saß ich dort und zählte… und zählte…

 

Schließfächer am Rande in der Ausstellung "The Cleaner" Marina Abramovic, Foto by Doreen Trittel

Schließfächer am Rande in der Ausstellung “The Cleaner” Marina Abramovic, Foto by Doreen Trittel

 

Kopfhörer am Rande in der Ausstellung "The Cleaner" Marina Abramovic, Foto by Doreen Trittel

Kopfhörer am Rande in der Ausstellung “The Cleaner” Marina Abramovic, Foto by Doreen Trittel

 

Kopfhörer am Rande in der Ausstellung "The Cleaner" Marina Abramovic, Foto by Doreen Trittel

Kopfhörer am Rande in der Ausstellung “The Cleaner” Marina Abramovic, Foto by Doreen Trittel

 

Es gab weitere Möglichkeiten, die allesamt eine großartige Möglichkeit waren, zu experimentieren, zu spielen, sich selbst zu beobachten, sich herauszufordern… Daher würde sich auch ein mehrmaliger Besuch der Ausstellung lohnen, um alles in sich aufnehmen zu können. Weitere Re-Performances wurden und werden präsentiert.

Ja, die Auseinandersetzungen mit Marina Abramovic erfordern Mut, die Ausstellung erfordert Mut. Aber wenn man sich darauf einlässt, wirkt es sehr inspirierend und bereichernd.

 

Zählen in der Ausstellung "The Cleaner" Marina Abramovic, Foto by Doreen Trittel

Zählen in der Ausstellung “The Cleaner” Marina Abramovic, Foto by Doreen Trittel

 

Folgende Filme kann ich Dir noch empfehlen.

Ein Bericht von 3sat über die Ausstellung und Interviews: Marina Abramovic. Vom Schmerz zur Freiheit.

Die Performance “The Artist is present” im MoMa 2010 hat Marina Abramovic große Aufmerksamkeit verschafft. Sie sitzt im Museum und schaut den Menschen, die ihr gegenüber Platz nehmen, einfach in die Augen. Dieser Ausschnitt hier zeigt den Moment, als ihr Ulay nach Jahrzehnten der Trennung dort wieder begegnet.

 

ps: Als Marina Abramovic ihre Biografie veröffentlichte, habe ich schon einmal über sie geschrieben. Naja, ich habe mich wohl mehr aufgeregt… Muss ich meine Mutterrolle Opfern, um als Künstlerin erfolgreich zu sein? Auch andere Künstlerinnen äußerten sich hierzu. Rabenmütter und andere Fundstücke. Inzwischen verstehe ich, woher die Aussage der Künstlerin resultiert und aus welcher Zeit sie kommt. Feminist Avant-Garde… Aber diesen Aspekt teile ich nach wie vor nicht mit ihr.

 

Innehalten nach dem Besuch der Ausstellung "The Cleaner" Marina Abramovic, Foto by Doreen Trittel

Innehalten nach dem Besuch der Ausstellung “The Cleaner” Marina Abramovic, Foto by Doreen Trittel

 

Die Ausstellung ist noch bis zum 12. August 2018 in der Bundeskunsthalle in Bonn zu sehen. Anschließend wird sie Florenz, Italien zu sehen und zu erleben sein. Ich bin froh und dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, nach Bonn zu reisen und meine Erfahrungen mit den Arbeiten der Künstlerin Marina Abramovic in der Ausstellung The Cleaner machen zu können.

 

Vom Persönlichen zum Universellen… – Interview

Vom Persönlichen zum Universellen… – Interview

’Untitled’, Sehnzucht, 2015, (c) Eva Gjaltema

 

Die Arbeiten der Künstlerin Eva Gjaltema sind nicht nur sehr persönlich, sondern strahlen auch eine eigene Sensibilität und Melancholie aus. Eva lebt und arbeitet seit mehreren Jahren in Berlin. Ursprünglich kommt sie aus den Niederlanden. Ihre Spezialität sind Polaroids und Fotocollagen.

Manchen meiner Leser*innen ist die Künstlerin nicht unbekannt. Das erste Mal sind wir uns im Frühjahr 2016 in der Gruppenausstellung begegnet, in der wir beide vertreten waren. Später lernten wir uns im Rahmen des „ETBK.Erfolgsteam Bildende Künste“ kennen und haben intensiv zusammengearbeitet. Es folgten weitere Ausstellungen. Ein ganz besonderes und sehr bereicherndes Erlebnis war die Ausstellung „Macht der Erinnerung“, als wir uns eine dunkle, graue Zelle im ehemaligen Frauengefängnis teilten. Daran denke ich sehr gern zurück. 

 

‚Untitled’, Sehnzucht, 2015, (c) Eva Gjaltema

‚Untitled’, Sehnzucht, 2015, (c) Eva Gjaltema

 

Aber nun zurück in die Gegenwart. Liebe Eva, danke, dass Du Dir heute Zeit für meine neugierigen Fragen nimmst. Ich steige gleich mal persönlich ein: Was ist für Dich der Reiz am Persönlichen, am Autobiografischen in der Kunst? Gibt es für Dich eine Grenze zum Privaten?

Über 18 Jahre fotografiere ich meine Umgebung. Ich habe am Anfang wirklich alles fotografiert, was mich persönlich interessiert hat, viel Straßenfotografie und Porträts und alles noch analog. Ich habe dann während meines Studiums ‚Dokumentar Fotografie’ an der Kunsthochschule festgestellt, dass ich nur große Aussagen über mich selbst machen kann und nicht über Andere. Ich glaube nicht an objektive Berichterstattung. Ich habe dann als Abschlussarbeit mein erstes großes autobiografisches Projekt präsentiert. Ich habe mich endlich getraut, eine Installation über meine Kindheitserinnerungen zu machen, und dabei festgestellt, dass ich mit dem Persönlichen authentisch sein kann.

Klar gibt es immer Grenzen zum Privaten. Ich mag z B. keine Selbstporträts machen. Ich definiere mich selbst in meiner Umgebung. Ich finde es wichtig, ehrlich und offen sein zu können, und nutze die Fotografie als Medium, um Sachen zu verstehen und zu verarbeiten. Ich möchte niemanden direkt verletzen, aber manchmal wenn man offen ist, werden eventuell Grenzen von anderen übergangen, aber ich übernehme die komplette Verantwortung dafür, beschuldige niemanden, es bleibt am Ende ja meine persönliche Erfahrung, die universell sein kann.

 

‚Big Baby IV’, Interconnection, 2014, (c) Eva Gjaltema

‚Big Baby IV’, Interconnection, 2014, (c) Eva Gjaltema

 

Uns verbindet beide nicht nur, dass wir Künstlerinnen sondern auch Mütter sind. Wir haben schon oft über die Herausforderungen auf dem Kunstmarkt für uns Frauen und insbesondere für uns Mütter gesprochen. Was wünschst Du Dir? Was würde Dir helfen, um alles gut unter einen Hut zu bekommen, wie man so schön sagt?

Das ist eine sehr wichtige und aktuelle Frage. Ich bekomme immer wieder auf Foren mit, dass die Kunstfotografie eine Männerwelt ist und dass sie sich wenig verändert. Dieses Jahr waren 80% der Ausstellenden bei dem größten Fotofestival der Welt, Rencontres d’Arles, Männer. 

Ich wünsche mir mehr Mut von allen Seiten – von den Künstlerinnen selbst, von den Kuratoren, von den Geldgebern. Ich wünsche mir das Frauen und Männer aktiv andere Frauen und ‚Minderheiten’ unterstützen und dass wir besser verdienen werden, weil es leider eben so ist, dass wir Frauen in der Kunst viel weniger verdienen als Männer.  Es würde mir helfen, wenn es konkret mehr Stipendien und Residencies für Künstlerinnen mit Kinder geben würde und dass die Kunstwelt Kinder und Familien mehr einbezieht.

 

‚Untiteld’, Sehnzucht: The Remix, 2016, (c) Eva Gjaltema

‚Untiteld’, Sehnzucht: The Remix, 2016, (c) Eva Gjaltema

 

Dein aktuelles Projekt ist ein Kunstbuch, ein Kunstobjekt. Du hast Dich damit schon lange Zeit beschäftigt und möchtest es jetzt auf die Welt bringen. Kannst Du uns Dein Vorhaben kurz beschreiben?

Also, ich habe mich mehrere Jahre mit dem Thema ‚Muttersein als Identität‘ beschäftigt. Ich selbst war überwältigt von dieser großen Veränderung in meinem Leben, neben meiner Immigration in ein anderes Land. Weil ich meine Gefühle verstehen wollte, habe ich angefangen was ich gut kann, fotografieren, und das erste Mal habe ich mit Collagen experimentiert. Seit 10 Jahren schon habe ich den Traum, meine Arbeit in einem Künstlerbuch zu präsentieren, als intime mini Ausstellung so zu sagen. Ich liebe Fotobücher und habe schon mehrere gesammelt. Dabei merke ich, dass ich sie immer wieder anschaue und in deren Geschichten eintauche. Ich finde das Medium intim und passend für meine Projekte. Nur habe ich mich bisher noch nicht getraut, es zu machen, weil es so wahnsinnig viel Arbeit ist und sehr kostbar leider auch. Deswegen habe ich das erste Mal eine Crowdfunding-Aktion gestartet und bin schon gut auf gutem Wege! Es sind nur noch 26 Vorbestellungen auf mein Kunstbuch möglich.

 

spreadsheets dummy ‚The First Three Years’, (c) Eva Gjaltema

spreadsheets dummy ‚The First Three Years’, (c) Eva Gjaltema

 

Liebe Eva, hab vielen lieben Dank. ich freue mich sehr, dass Du Dich auf dieses Interview eingelassen hast. Dies sind auch Themen, über die wir schon oft gesprochen und uns darüber ausgetauscht haben. Danke, dass meine Leser*innen einen Einblick in Deine Kunst und einen kleinen Blick hinter die Kulissen bekommen haben. Dankeschön.

Wenn Du Eva Gjaltema bei ihrem künstlerischen Projekt unterstützen möchtest, kannst Du Dir verschiedene Vorteile sichern – zum Beispiel ein Postkarten-Set in limitierter Auflage oder eines der wenigen Exemplare des Kunstbuches selbst. Schau einfach mal hier hinüber. Dort sind alle Angebote aufgelistet und Eva stellt Dir ihr Vorhaben auch in einem Video vor. Bis zum 1. August 2018 kannst Du dabei sein.

Hier geht es zur Crowdfunding-Aktion von Eva Gjaltema.

Wie Eva schon sagte, es sind nur noch 26 Exemplare bis zum Erfolg der Kampagne… Sichere Dir eines der Kunstobjekte, Kunstbücher.

 

speadsheet dummy ‚The First Three Years’, (c) Eva Gjaltema

speadsheet dummy ‚The First Three Years’, (c) Eva Gjaltema

 

Diese Beiträge mit unseren gemeinsamen Projekten/ Ausstellungen könnten Dich auch interessieren: 

Die wunderbaren Bilder meiner Zellengenossin. | Auf Wiedersehen, Gefängnis! (Macht der Erinnerung, 2017)

Komm mit! Heute hier: Kontrapunkt bei 48-h-Neukölln (Textur in den Schatten sehen, 2017)

Immer wieder gut: Wein & Kunst (Spring explosion, 2017)

Stille und kraftvolle Wahrnehmung von Familie (mein Besuch der Ausstellung ‘Quietude’, 2017)

Auf einen Rundgang (Mutabor, 2017)

 

Ich freue mich schon sehr auf das Kunstbuch von Eva Gjaltema und werde berichten…

48 h Neukölln 2018 – Mein Rückblick

48 h Neukölln 2018 – Mein Rückblick

Das legendäre Kunstfestival 48 Stunden Neukölln 2018 liegt nun hinter uns. Bereichert und glücklich, beseelt und zufrieden schaue ich zurück. Ich habe Dir ein paar fotografische Eindrücke von unserer Ausstellung „Als ich noch echt war…“ mitgebracht.

 

LiTE-HAUS Galerie und Projektraum, Neukölln

LiTE-HAUS Galerie und Projektraum, Neukölln

 

Herzlichen Dank an die LiTE-Haus Galerie für die tolle Kooperation und Gastfreundschaft. Wir haben uns mit unseren Arbeiten in den großartigen Räumlichkeiten sehr wohl gefühlt.

 

"Die Ketten meiner Oma" bei 48-h-Neukölln, (c) Doreen Trittel

“Die Ketten meiner Oma” bei 48-h-Neukölln, (c) Doreen Trittel

 

Aufgrund der aktuellen uneindeutigen Rechtslage rund um den Datenschutz, fallen meine Fotos menschenleer aus. Real hatten wir jedoch viele wunderbare, neugierige und interessierte Besucher.innen. Herzlichen Dank für die inspirierenden Gespräche und Rückmeldungen.

Komm mit durch unsere Ausstellung und werfe mit mir einen Blick auf die Arbeiten meiner Kolleginnen. Worum es dabei geht, kannst Du gern hier nachlesen: 5 Annäherungen an die ‘neue Echtheit’.

 

Polaroids von Carla Pohl & Selbstporträt im Spiegelbild

Polaroids (links) von Carla Pohl & Selbstporträt im Spiegelbild

 

Fotografien an der Wand von Carla Pohl, Installation & LiveAktion von Sabine Küster

Fotografien (an der Wand) von Carla Pohl sowie “Text-Objekt-Installation e(r)go_fluide”, Installation (links) & LiveAktion von Sabine Küster

 

My first Million, Installation & LiveWork, Aino Onia

“My first Million”, Installation & LiveWork von Aino Onia

 

Life Manual, Fotografien von Ana Bathe

“Life Manual”, Fotografien von Ana Bathe

 

Ich freue mich sehr, so wunderbare Künstlerinnen zu kennen und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Dankeschön an Ana Bathe, Aino Onia, Carla Pohl und Sabine Küster vom Musenland. Zusammen sind wir Ogledalo.

Hast Du Dich schon gefragt, was das heißt? Ogledalo ist serbisch (und auch bulgarisch, habe ich mir sagen lasen) für Spiegel. Diesen Namen haben wir in Anlehnung an unsere Auseinandersetzung mit dem Festivalthema “Neue Echtheit” gewählt: Als ich noch echt war… | Einladung

 

Die Ketten meiner Oma, Ausschnitt, (c) Doreen Trittel

Die Ketten meiner Oma, Ausschnitt, (c) Doreen Trittel

 

Im kommenden Beitrag stelle ich Dir meine Serie „Die Ketten meiner Oma“ im Einzelnen vor. Bisher hatte ich ja nur Ausschnitte gezeigt: Ketten – so und so… Bis dahin herzliche Grüße.

5 Annäherungen an die ‘neue Echtheit’

5 Annäherungen an die ‘neue Echtheit’

“Neue Echtheit”, das ist das diesjährige Thema des Kunstfestivals 48-h-Neukölln. Mit vier wunderbaren Künstlerkolleginnen habe ich mich in einem fröhlichen und inspirierenden Brainstorming mit verschiedenen Fragen rund um Echtes und Unechtes beschäftigt. Dabei fanden wir auch den Namen unserer Künstlerinnengruppe: Ogledalo. Für unsere Ausstellung und LiveAktionen haben wir den Titel “Als ich noch echt war…” gewählt. Worum es uns geht, das habe ich Dir im letzten Beitrag geschrieben. Wenn Du nochmal schauen magst, bitte hier entlang. Heute freue ich mich, Dir unsere Ideen im Einzelnen vorstellen zu dürfen.

***

(c) Ana Bathe

 

Ana Bathe: Fotografien

Life Manual – Die Serie fotografischer Selbstporträts untersucht die symbiotische Beziehung zwischen Nutzer und digitaler Welt sowie den Einfluss von sozialen Medien. Dabei zielt sie darauf ab zwischen der digitalen Selbstpräsentation und einer eher “fadenscheinigen” Version von uns selbst zu unterscheiden.

Die Ego-getriebene Online-Selbstdarstellung in “Missing Link” bewegt sich über die Authentizität hinaus, indem sie danach strebt, ein kalkuliertes und inszeniertes überlegenes Selbst zu erreichen. Dies zeigt, dass wir umso weniger authentisch werden, je mehr wir uns darauf konzentrieren, das digitale Selbst zu erschaffen. Die heutige Notwendigkeit vernetzt zu sein und sich online zu präsentieren wird oft von Ängsten vor Ausschluss und Versagen geprägt – oder schlimmer noch – minderwertig zu sein. Es geht also im wörtlichen Sinne um die physische Verschmelzung des Körpers mit digitalen bzw. elektronischen Geräten.

Die Werke „The Sickness“, Spread & Merge“ und „Rebirth“ vertiefen dazu den Einblick in die Beziehung zwischen Individuum und (digitaler) Gesellschaft. Im Fokus liegen äußerer Druck und Einflussnahme auf unsere persönlichen Ziele und Leben durch Erwartungshaltungen aus der Gesellschaft. Wie unterscheiden wir zwischen dem was wir wirklich anstreben und dem kontinuierlich als wünschenswert beworbenen? Tagtäglich muss zwischen sozial-ökonomischer Leistung oder moralisch gerechtfertigt Handeln entschieden werden. Ist das Leben eines jeden Einzelnen von uns also wahrlich erfüllt und authentisch oder folgen wir doch nur einem uns vorgelegten sorgfältig ausgearbeiteten Muster – und in wie fern ist es möglich diesen Kreislauf zu brechen?

www.anabathe.com

 

(c) Aino Onia

 

Aino Onia: Installation & LiveAktionen 

Authenticity implies value in economy. If something is authentic, it`s worth it`s value. Art can be faked or copied, and thus losing value. However, the question of authenticity is far more complex than its economic dimension. A question of defining real is philosophical. It can be also a psychological question, if we are looking at individuals an at their identity, and try to figure out if ones feelings or behavior is authentic, as we humans are able to simulate feelings and are  incredibly adaptive.

In artists case, the notion of authenticity becomes even more interesting. We artists work with imagination as our main tool. Our job is to stretch the boundaries of reality and play with it. What is the authenticity in art, when arts relationship to the reality is ambiguous in the first place?

I wouId like to explore this aspect of my artistic praxis, and would like to propose a set of exercises that I would execute  in the gallery during the 48h Neukölln festival. The fact of creating to work on the spot will make my connection to my art work visible, and its authenticity will be stated by the spectators.

LiveAktionen: Freitag, 22. Juni 2018, 20 Uhr: Lesung und Musik „ Through blurry light“ Aino Onia mit Kitch-ensemble | Samstag, 23. Juni 2018, 11.30 bis 12.20 Uhr Live-Work | Sonntag, 24. Juni 2018, 15.30 bis 16.30 Uhr Live-Work

https://www.instagram.com/aino_el_solh/

 

(c) Sabine Küster

 

Sabine Küster: Installation & Aktion

Den Echtheitsgehalt meiner selbst suche ich mittels der Text-Objekt-Installation e(r)go_fluide gleichermaßen zu beweisen wie zu widerlegen. 

Dem Echtheitsgehalt der interessierten Besucher*innen werde ich wiederum mittels Interviews auf die Spur kommen. Die Biografische Interviewreihe Fluidum führe ich im Jahr 2018 an verschiedenen Orten durch; sie ist Teil meiner Jahresforschung zum Thema fluide Identität.

LiveAktion:. 23. Juni 2018, Samstag, 15.00 – 18.00 Uhr „FLUIDUM. Performative Interviewsession“

https://www.musenland.de

 

(c) Carla Pohl

 

Carla Pohl: Fotografien

„In jeder Fotografie stecke ich selbst mit drin – gebe einen Teil von mir rein. Irgendwie bin ich eine Traumfängerin, immer auf der Suche nach der Ordnung im Chaos. Die ganze Welt ist komponiert.“ (Carla Pohl, 2016)

In einer Mischung aus Polaroids, analogen 6×6 und 35mm Fotografien begibt sich die Fotografin in Venedig und Belgrad auf die Suche nach dem Echten – dem noch verbliebenem, abgelegenem Stück Welt, was in Wirklichkeit schon (touristisch) komplett erschlossen ist. Und findet in diesen unterschiedlichen Städten viel Gemeinsames. Gleichzeitig stellt sie die Echtheit ihres Blicks und damit ihre eigene Person durch die verschiedenen Ausdrucksformen in Frage. 

http://carla-pohl.format.com

 

(c) Doreen Trittel

 

Doreen Trittel: Collagen

In Collagen, Installationen und Fotografien setzt sich Doreen Trittel immer wieder mit Erinnerungen auseinander. Sie betrachtet Elemente daraus, spiegelt sie, stellt sie in einen neuen Kontext und transformiert sie. Dabei fasziniert die Künstlerin der Veränderungsprozess von der Vergangenheit, über die Gegenwart, hin zur Zukunft. 

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeiten liegt in ihrer ostdeutschen Herkunft. Mit ihrer Serie „Die Ketten meiner Oma“ geht Doreen Trittel weiter und widmet sich den Einflüssen vorheriger Generationen: Was ist da noch? Was beeinflusst mich und verfälscht mich vielleicht? Oder machen mich die Prägungen, die Werte aus meiner Familiengeschichte erst richtig echt? Wer bin ich? Doreen Trittel stellt ihre eigene Identität immer wieder in Frage und folgt der Sehnsucht nach dem echten Ich. Damit zeigt die Künstlerin im Rahmen des Festivals ihre neueste Arbeit, die einzelne Collagen/Assemblagen in mehreren Objektkästen umfasst.

***

Neugierig geworden? Wir freuen uns auf Deinen Besuch. Wann und Wo?

22. bis 24. Juni 2018, LiTE-HAUS, Galerie und Projektraum, RAUM 1 und RAUM 3, Mareschstr. 4, 12055 Berlin Neukölln. Mehr Informationen findest Du im letzten Blogbeitrag: Als ich noch echt war… | Einladung

Und im nächsten Beitrag verrate ich Dir mehr zu meiner Arbeit: Die Ketten meiner Oma… Bis dahin, liebe Grüße.

 

 

Es war ein glücklicher Abschied

Es war ein glücklicher Abschied

Erfüllt und bereichert, zufrieden und glücklich haben Susanne Haun und ich unsere gemeinsame Installation und Ausstellung „Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen“ abgebaut. Angefangen beim KunstSalon-Abend am 20. März 2018 bis zum letzten Öffnungstag am 4. Mai 2018 hatten Susanne und ich wunderbare Begegnungen und interessante Gespräche mit den Besucher.innen, aber auch wir beide miteinander. 

 

Taschenuhr, Element aus der Installation "Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen" von Susanne Haun und Doreen Trittel

Taschenuhr, Element aus der Installation “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” von Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Zeit
Erinnerungen im
Gespräch viele Gemeinsamkeiten
Fotoalben, Kisten, Schachteln, Dateien
heute

(c) Doreen Trittel

 

Unserer Thema löste Diskussionen aus, holte verschiedene Erinnerungen hervor… Dies brachte uns zu neuen Erkenntnissen, Anregungen und Ideen. Daher begleitete uns die Freude beim Abschied, die Vorfreude auf das Kommende. Nach der Ausstellung ist vor dem Kunstbuch. Das ist unsere Idee. 

Susanne und ich wollen aus unserer Installation ein Kunstbuch entwickeln. Wir haben viel Material und Gedanken zu unserem Vorhaben. Einiges haben wir auch schon in bzw. vor unserer Installation ausprobiert. Momentan sind wir in der Phase ‚Brainstorming‘. Das heißt, wir stehen am Anfang und sind vor allem in technischer Hinsicht auf der Suche: Welches Programm eignet sich für Laien? Hast Du vielleicht einen Tipp für uns?

 

Susanne Haun und Doreen Trittel begießen den Abschluss einer erfolgreichen Ausstellung, 2018

Susanne Haun und Doreen Trittel begießen den Abschluss einer erfolgreichen Ausstellung, 2018

 

Der Abbau der Ausstellung war für uns auch ein Moment zum Innehalten. Ich freue mich sehr über diese Erfahrung, über jeden einzelnen Schritt, über jede bereichernde Begegnung…

Wenn eine Idee aufkeimt, man sie zulässt… Wenn sie von liebevoller Begeisterung und beflügelnden Fleiß gegossen wird… Wenn sie sich entwickelt, Abzweigungen nimmt und wächst… Und wenn man diesen Prozess gemeinsam geht, beitragen und teilen kann, dann ist das etwas ganz besonders.

 

Spitzentaschentuch, Element aus der Installation "Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen" von Susanne Haun und Doreen Trittel

Spitzentaschentuch, Element aus der Installation “Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen” von Susanne Haun und Doreen Trittel

 

Ich möchte Dich heute auch auf den kommenden KunstSalon von Susanne Haun am Dienstag, 7. August 2018, 18 Uhr aufmerksam machen. Anke Boche-Koos wird zu Gast sein und das Thema „Gewalt – Frei – Kommunizieren.“ mitbringen. Ich bin schon sehr gespannt darauf. Bei einem unserer Öffnungstage durfte ich Anke kennenlernen und habe einen Einblick in dieses sehr anregende Thema bekommen. Ich freue mich schon auf den Salon-Abend: „Kunst ist Kommunikation und gewaltfreie Kommunikation ist Kunst.“ Hier geht’s zur Einladung.

Und ich möchte Dich auch noch auf einen Artikel von Susanne aufmerksam machen. Sie hat einen zauberhaften Tipp aus ihrem Kiez: Was ziehe ich zur Vernissage an? Verliebt in ein Kimonokleid im Atelier Nuno. Ich war selbst noch nicht in dem verlockenden Atelier, aber ich bin schon ganz verliebt in den Schmetterling, der zu mir geflattert kam. Er passt zu meiner Bluse, wie für sie und für mich 😉 gemacht:

 

Doreen Trittel vor der Installation mit Schmetterling-Anstecker aus dem Atelier Nuno, Selbstporträt (c)

Doreen Trittel vor der Installation mit Schmetterling-Anstecker aus dem Atelier Nuno, Selbstporträt (c)

 

#dankbar in vielerlei Hinsicht

 

Hier nochmals alle Blogbeiträge im Überblick:

Von Ingeborg und Postkartengrüßen aus der Hauptstadt
Beim KunstSalon mit der Abendsonne am Weltglückstag
Erinnerungen an der Wand – aber nicht nur
Die Geburtsstunde naht
KunstSalon – Der Prozess des Werdens
Zu Gast im KunstSalon + Ausstellung
Eine Künstlerin, eine Collage und die Zeit

Eine Brücke zwischen analog und digital – Interview

Eine Brücke zwischen analog und digital – Interview

Es gibt sie noch, die Fans der analogen Fotografie. Welchen Reiz sie ausübt und welche Rolle sie bei der Umsetzung künstlerischer Positionen spielt, das verrät uns heute die Berliner Künstlerin, die Fotografin Carla Pohl.

Carla und ich lernten uns vor über einem Jahr bei einer Ausstellung kennen. Zuvor war mir ihr Flyer mit einem Porträt aus ihrer Serie „Er-Ich. Dritte Generation Ost.“ aufgefallen. Uns beide verbindet nicht nur das Interesse an der Kunst und Kreativität, sondern auch unsere ostdeutsche Herkunft und die Auseinandersetzung mit dieser Prägung.

www.carla-pohl.format.com

www.reportagefotografie.wordpress.com

 

Carla, was ist Dir persönlich und in Deiner Kunst an dem Thema der ostdeutschen Geschichte wichtig?

Ich denke das viele ostdeutsche Fotografen lange unterschätzt wurden und nicht genügend Aufmerksamkeit bekommen haben, aber sieht man genauer hin, erkennt man einen ganz besonderen Stil und Blick bei der ostdeutschen Fotografie, der häufig (meiner Meinung nach) tiefer geht als der, der gesamtdeutschen Fotografie. Ich versuche in meiner Fotografie an diese Bildsprache heranzukommen bzw. zeigt mir manchmal ein Foto, dass ich gemacht habe, erst hinterher was ich da eigentlich wirklich gesehen habe. Also erzählt mir irgendetwas und dann finde ich auch plötzlich wieder Bezüge zu der ostdeutschen Bildsprache, den ostdeutschen Fotografen. 

In meiner Serie „Er-Ich. Dritte Generation Ost.“ beschäftige ich mich mit den Menschen und Orten die, die Wende als Kinder erlebt haben. Sie haben ganz andere Erinnerungen an die ehemalige DDR als deren Eltern.  Ich hatte angefangen mich dafür mehr zu interessieren, als der Palast der Republik abgerissen wurde, da ich das Gefühl hatte, dass mir ein Stück Identität gestohlen wird bzw. wegrationalisiert wird. Lange habe ich darüber nachgedacht, um dem ganzen eine Bildidee zu geben. Dann bin ich auf die Tryptichons gekommen. Drei Bilder: ein Porträt, in der Mitte ein Sockel eines Denkmals der DDR, als drittes ein Ort des Porträtierten, der schon weg ist oder sich extrem verändert hat, aber viel mit dem Porträtierten zu tun hat. Das sind auch immer wieder für mich neue spannende Reisen und Erinnerungen. So bist du ja auch in die Serie mit hinein gekommen, da ich deine DDR Geschichte gerade bezogen auf die dritte Generation sehr spannend finde. 

 

aus der Serie “Er-Ich. Dritte Generation Ost.”, (c) Carla Pohl

 

Die künstlerische Arbeit steht für Carla Pohl im Mittelpunkt. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass Carla für mich vor einiger Zeit eine Ausnahme gemacht hat, um Porträtaufnahmen von mir zu machen. Denn ich mag ihre Art zu fotografieren, ihre Sicht und ihre Herangehensweise. Ich mag auch das Klare und gleichzeitig melancholisch Geheimnisvolle in ihren Bildern. Das klingt jetzt ziemlich ernst, aber wer Carla kennt, weiß, dass bei ihr immer viel gelacht wird und der Spaß nie zu kurz kommt. Das hat mir auch sehr geholfen, vor der Kamera zu stehen und jemand anderes auf mich schauen zu lassen. Das war dann mitunter, muss ich zugeben, doch nicht so einfach, wie es manchmal aussieht. 

 

Doreen Trittel, (c) Carla Pohl

 

Einzelne Aufnahmen hast Du, Carla von mir auch mit einer analogen Kamera gemacht. Damit arbeitest Du auch am liebsten, wie Du mir schon verraten hast. Was ist für Dich der besondere Reiz an der analogen Fotografie und seit wann arbeitest Du schon damit?

Ich habe 1995 mit einer alten Praktika angefangen, zu fotografieren. Die war natürlich analog. Ich hatte irgendwann dann auch mein eigenes s/w Labor, also das war von meiner Mutter, ist aber bis heute in meine Hände übergegangen. Ich fotografiere mittlerweile nicht nur analog, sondern überwiegend digital (ist teilweise auch günstiger). Die analoge Fotografie hilft mir viel dabei, mir vorher Gedanken über das Bild zu machen und welche Einstellungen ich nehmen muss. So hat sich auch meine digitale Fotografie „verbessert“. Am Analogen ist mir auch die größere Tiefe im Bild wichtig bzw. lieber, aber ich versuche trotzdem, dieses auch ins Digitale zu übernehmen.

Ich fotografiere auch sehr viel mit einer Polaroid (eine alte und nicht die Neue von Fuji). Bei den Polaroids kann es auch unglaublich entspannend und spannend sein, einfach mal die Kontrolle abzugeben und sich rein auf das Motiv zu konzentrieren. Ich denke, jede Kamera und jede Art der Fotografie hat ihren Reiz. Manchmal muss ich dann auch überlegen: Verdammt welche Kamera nehme ich jetzt mit, was brauch ich denn heute eigentlich alles und am Ende ist mein Rucksack dann 50 kg schwer ;). Ich entscheide mich dann spontan und je nach Motiv. Bei Projekten bin ich allerdings sehr konsequent und arbeite größtenteils entweder nur analog oder nur digital, natürlich rutschen mir immer ein, zwei analoge Bilder mit rein.

 

Venedig, Polaroid, (c) Carla Pohl

 

Du hattest gleich zu Beginn diesen Jahres eine große Ausstellung mit anderen Künstlern in der Fotogalerie Friedrichshain, Berlin, mit dem Titel „Glaubenswelten“. Auf welche Projekte und Ausstellungen können wir uns als nächstes freuen?

Ja, meine nächsten Projekte. Da gibt es immer so viel, weil mir ständig irgendetwas im Kopf rumspringt, was raus möchte. Also ich arbeite momentan überwiegend an meiner Serie „Echorauschen“. In der Serie geht es um das Wiederentdecken oder Neuentdecken seiner Weiblichkeit nach einem sexuellen Missbrauch in der Jugend. Hört sich ziemlich hart und anstrengend an, ist es auch meistens, aber die Arbeit daran hat mir auch viel Erkenntnis gebracht und auch viel Lachen, wie du selber ja schon gesagt hast, bei mir gibt es immer viel Lachen und das eben auch bei ernsten Themen.

Ansonsten ist da natürlich noch „Er-Ich“. Man kann ab dem 27.4.2018 – 18.5.2018 vier Tryptichen in der Kunsthalle Brennabor in Brandenburg an der Havel sehen. Dort bin ich Teil der Gruppenausstellung „MARK“.

Dann gibt es bei 48h Neukölln analoge Arbeiten zu sehen im Lite-Haus. Das ist ja sogar mit dir zusammen und du bist ja auch ein Teil von „Er-Ich“ 😉

Ansonsten arbeite ich daran die Ausstellung „Glaubenswelten“ wandern zu lassen, ein weiteres Projekt mit dir zusammen, bei dem es um die Mauer geht (wieder analoge Arbeiten von mir) und suche mir gerade in meinem riesengroßem Haufen an Ideen etwas für eine Doku oder so. Mal sehen was da so kommt, da lass ich mich auch überraschen.

 

Liebe Carla, herzlichen Dank, dass Du mir und meinen Leser.innen einen Einblick in Deine Arbeit gegeben hast und ich Dich hier vorstellen durfte. Vielen Dank auch für Deine Porträts von mir. Ich freue mich auf neue Ideen und Projekte von und mit Dir. Alles Liebe.

 

Selbstporträt, analog, (c) CarlaPohl

 

Ausstellungen mit Werken von Carla Pohl:

MARK
Malerei, Skulptur, Fotografie, Installation
Vernissage: 27.04.2018, 18.00 Uhr
Laufzeit der Ausstellung: 28. April bis 8. Juni 2018
Kunsthalle Brennabor, Geschwister-Scholl-Straße 10-13, 14770 Brandenburg an der Havel

Bei dieser Ausstellung ist neben anderen auch unsere liebe Künstlerkollegin Sabine Küster mit ihrer Aktion ich bin alice* mit dabei. Du erinnerst Dich vielleicht. Sabine hat mir vor einiger Zeit auch ein paar Fragen beantwortet: Ein neues Land erblickt die Welt – Interview. Ich freue mich auf die Vernissage. Vielleicht hast Du ja Zeit und Lust uns dort zu treffen, die vielfältige Kunst zu genießen.

Als ich noch echt war…
Ausstellung & LiveAktionen der Künstlerinnen-Gruppe “Ogeladalo”
im Rahmen des Kunstfestivals 48-h-Neukölln vom 22. bis 24. Juni 2018
LiTE-HAUS, Galerie und Projektraum, Raum 1 und 2, Mareschstr. 4, 12055 Berlin Neukölln

Ich bin, wie Carla schon sagte, auch mit dabei, ebenso Sabine Küster, Ana Bathe und Aino Onia. Darauf freue ich mich sehr. Die Vorbereitungen laufen und weitere Informationen folgen.

 

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