Am Anfang war die Verwandlung – von 2017 nach 2018

Am Anfang war die Verwandlung – von 2017 nach 2018

2017 – was für ein Jahr. Es war für mich ein wunderbares, schönes und erfolgreiches Jahr. Auch wenn das Jahr 2017 seine Schattenseiten hatte, fühle mich in vielerlei Hinsicht erfüllt und sehr bereichert. Aus eigener Erfahrung ist mir ist bewusst, das dies nicht selbstverständlich ist. Um so mehr freue ich mich darüber und bin sehr dankbar.

 

pink 1/3, (c) hehocra

Zweige in pink 1/3, (c) hehocra

 

Die 3 wichtigsten Arbeiten, Ausstellungen und rührendsten Begegnungen

Gleich im Januar begann das Jahr mit einer Verwandlung: Mutabor war der Titel der ersten Ausstellung in diesem Jahr, an der ich neben fünf andern Künstler.innen teilgenommen habe. Ich zeigte eine Serie mit Fotografien eines alten DDR-Typenschulbaus die ich mit bunten Fäden bestickt hatte. Sie bildete den erfolgreichen Abschluss einer vorherigen, mehrmonatigen, intensiven Auseinandersetzung mit uns selbst als Künstler.in: Wer bin ich als Künstlerin? Auf Basis dieser Auseinandersetzung machte ich in diesem Jahr öffentlich bekannt, dass ich mich in meinen Arbeiten nicht nur mit der ostdeutschen Prägung in meiner Kindheit sondern auch mit meinen Erfahrungen als Kind eines hauptamtlichen Mitarbeiters bei der Staatssicherheit (Stasi) beschäftige. Daraus entwickelte ich dann einen Schwerpunkt meiner Arbeiten, der sich auch auf meiner Website seit dem Frühjahr dieses Jahres widerspiegelt. Meine Bezeichnung, dass ich Deutsche mit ostdeutschem Migrationshintergrund bin, führte zu einigen Diskussionen. Gern erinnere ich mich an einen älteren Besucher, der mich augenzwinkernd verstehend ansah und meinte, er habe auch ostdeutschen Migrationshintergrund.

Beim Kunstfestival 48-h-Neukölln präsentierte ich meine neue Arbeit Schießen für den Frieden, die die Militarisierung einer Gesellschaft von Kindesbeinen an zum Thema hatte, aber auch die kreative Veränderung der Erinnerungen daran. Bei diesem Festival hatte ich viele interessante und inspirierende Gespräche. Aber ein Gespräch, was nicht viele Worte brauchte, hat mich sehr berührt. Ein kleines Detail meiner Arbeit rief bei einem Besucher eigene Erinnerungen hervor. Sein Satz “Dort war ich auch.” sprach von Erstaunen und Erkenntnis, von Berührung und Verbundenheit.

In der Ausstellung im ehemaligen Frauengefängnis Berlin Lichterfelde, SOEHT7, beschäftigte ich mich in einer Installation mit den Worten Opfer und Täter, Täter und Opfer. Eine Besucherin bekam beim Anblick meiner Arbeit Tränen in die Augen. Sie erkannte die Tiefe und war davon selbst tief berührt.

In 2017 sind aber auch Werke zu ganz anderen Themen entstanden. Viele davon habe ich noch gar nicht gezeigt. Manchmal braucht es einen Abstand zwischen der Arbeit und der Veröffentlichung. Das wird dann ein Vorhaben in 2018, diesen Abstand zu verkürzen. So bekommst Du die Möglichkeit noch näher an meinen kreativen Auseinandersetzungen dran zu sein. Vieles dreht sich um Reflexion, bewusste und unbewusste Erinnerungen, Veränderung und Wachstum. Auch Weiblichkeit und Feminismus spielen eine Rolle.

Für 2018 erhoffe ich mir auch so bereichernde Gespräche und Rückmeldungen. Es war sehr spannend, mit den Besucherinnen und Besuchern über meine Arbeiten zu sprechen und zu diskutieren. Ich habe mich über jede Rückmeldung sehr gefreut. Danke!

 

pink 2/3, (c) hehocra

Zweige in pink 2/3, (c) hehocra

 

Die 3 inspirierendsten Ausstellungsbesuche

Mir wurde in den zurückliegenden Monaten oft gesagt, wie mutig ich sei. Das sehe ich gern als Kompliment, denn es kostet mich viel Arbeit, innere Auseinandersetzung und Weiterentwicklung. Viel Kraft und Inspiration finde ich dabei auch in den Werken  anderer Künstler.innen.

Die Vielfalt in der Ausstellung von Cornelia Schleime in der Berlinischen Galerie anlässlich der Verleihung des Hannah-Höch-Preises hat mich sehr beeindruckt: Selten hat mich ein Bild so berührt.

Die schonungslosen Werke großartiger Künstlerinnen in der Ausstellung “FEMINISTISCHE AVANTGARDE der 1970ER-Jahre” haben mich unglaublich bestärkt. Ich habe die Ausstellung London gesehen und hier davon berichtet. Aktuell ist sie in Karlsruhe im ZKM, Zentrum für Kunst und Medien bis zum 8. April 2018 zu sehen. Die Künstlerin Annegret Soltau ist auch mit berührenden Werken vertreten, und sie hat mir auf Facebook verraten, dass die Ausstellung in Karlsruhe schon allein vom Platz her nochmal beeindruckender und umfangreicher ist.

Kennst Du sie auch, diese Überraschungen, die uns begegnen, wenn wir uns einfach mal treiben lassen? Unverhofft und überraschend habe ich bei einem Besuch in London eine Galerie entdeckt, in der gestickt werden durfte: What I Like. Kunst ist nicht nur herausfordernd, sondern kann auch Spaß machen.

Für die ersten Wochen in 2018 hoffe ich, dass ich noch die Gelegenheit haben werde, diese Ausstellung im Museum Barberini in Potsdam zu besuchen: Hinter der Maske. Künstler in der DDR Sie soll sehr empfehlenswert sein, habe ich gelesen und gehört.

 

pink 3/3, (c) hehocra

Zweige in pink 3/3, (c) hehocra

 

Die 3 bereicherndsten Blogparaden und Challenges

Blogparaden und Challenges finde ich immer wieder sehr anregend. Ermöglichen sie mir neue Sichtweisen und die Herausforderung über bestimmte Fragestellungen oder Themen überhaupt mal nachzudenken. Am erfolgreichsten war mein Beitrag zur Blogparade #KultBlickWie betrachte ich Kunst? Dies ist auch der großartigen Leistung der Initiatoren Tanja Praske und dem Archäologischen Museum Hamburg zu verdanken. Bei den Instagram-Challenges waren diejenigen sehr beliebt, bei denen es um Fragen zu mir und meiner Arbeit als Künstlerin und Bloggerin ging. Dies war zum einen eine 14-Tage-Challenge auf Instagram, die ich in meinem Blogbeitrag auf 4 Fragen und Antworten zu meinem Blog pointiert habe, und zum anderen die #digitalefrauenchallenge auf Instagram, die ich noch in einem eigenen Blogbeitrag in 2018 zusammentragen möchte.

 

Äste 1/3, (c) hehocra

Äste 1/3, (c) hehocra

 

Die 3 inspirierendsten Beiträge mit konkreten Tipps für Dich 

Sehr gut kamen meine Beiträge an, in denen ich konkrete Tipps aus meinen Erfahrungen als Künstlerin und Bloggerin heraus geben konnte. Dies waren zum Beispiel: Kreatives im ReisegepäckSich ein Buch von seiner Reise machen | 10 Jahre Bloggerin – 10 Tipps für Dich. Diesen Bereich möchte ich daher in 2018 auf meinem Blog gern weiter ausbauen. Wenn Du Ideen, Wünsche oder Anregungen hierzu hast, melde Dich damit gern bei mir. Ich freue mich über Anregungen

 

Äste 2/3, (c) hehocra

Äste 2/3, (c) hehocra

 

Die 3 wichtigsten Herausforderungen für 2018

Ich schätze den Austausch untereinander und freue mich, dass ich in 2017 viele interessante Menschen, nicht nur Künstler.innen und Blogger.innen, kennengelernt habe. Leider stoße ich mitunter zeitlich an meine Grenzen, aber dies ist eine Herausforderung, der ich mich im neuen Jahr widmen möchte.

Auch in 2018 möchte ich weiter an meiner Sichtbarkeit als Künstlerin arbeiten. Im Mittelpunkt stehen dabei Ausstellungen und meine Onlineaktivitäten. Für letzteres freue ich mich schon auf das Buch “Selbst-PR: Der goldene Weg zu mehr Sichtbarkeit und Erfolg” von Daniela Heggmeier. Ich habe Daniela in 2017 online kennen und als Mitglied ihrer Mastermind Bloggers schätzen gelernt. In Sachen Ausstellungen und realen Begegnungen stecke ich in den Vorbereitungen für meinen Besuch im Salon von Susanne Haun am 20. März 2018. Save the date! Ich bin schon sehr gespannt und aufgeregt, wie sich unsere Ideen entwickeln werden. Ich freue mich auf anregende und wertschätzende Projekte im Neuen Jahr und bin gespannt, was sich ergeben wird. Wenn Du Ideen hast, dann schreib mir gerne.

.. einige meiner Bilder auch käuflich erwerben zu können. Hierzu möchte ich einen für Dich unkomplizierten und guten Weg finden, dies nicht nur persönlich sondern auch vor allem online nutzen zu können. Falls Du Tipps oder Ideen hast, immer her damit.

 

Äste 3/3, (c) hehocra

Äste 3/3, (c) hehocra

 

Ein großes Danke

Mit großer Dankbarkeit und sehr erfüllt schaue ich auf ein für mich sehr bereicherndes Jahr 2017 zurück. Ich habe viel erfahren, viel gelernt und freue mich über jede Begegnung, ob persönlich oder virtuell. Ich denke gern an die verschiedenen Projekte in 2017 zurück, die ohne meine Mitstreiter.innen nie so stattgefunden hätten. Ich freue mich über die herzlichen und wunderbaren Begegnungen, ob persönlich oder über digitale Wege. Ich möchte keine davon missen. Ich danke Dir, ich danke Euch von Herzen! Ihr seid großartig!

 

Stern, (c) hehocra

Stern, (c) hehocra

 

Ich wünsche Euch frohe Weihnachten,
erholsame Feiertage, bereichernde Rauhnächte,
einen fröhlichen Rutsch ins Neue Jahr 2018!
Alles Liebe und Gute!

Es ist schön, dass es Dich gibt.

Ein Sommer am See: wärmende Erinnerungen

Ein Sommer am See: wärmende Erinnerungen

Im Winter leben wir von den Erinnerungen an den Sommer, heißt es doch. Oder? In Vorbereitung auf ein Projekt im kommenden Jahr habe ich in meiner Kiste mit Kindheitserinnerungen gekramt. Dabei fiel mir ein Aufsatz in die Hände, den ich einst vor etwa dreißig Jahren in der Schule schrieb. Als ich ihn las, tauchten die Bilder in mir auf, das Gefühl… dort am See…

 

Am See 1, Lomografie, (c) Doreen Trittel

Am See 1, Lomografie, analog, (c) Doreen Trittel

 

Das vorgegebene Thema lautete: “Aufsatz zum Wi(e)dergeben von Eindrücken”. (Erst jetzt – nach über zwanzig Jahren – fällt mir auf, dass die Lehrerin das fehlende ‘e’ nicht bemerkt hat.) Heute würde ich vieles anders ausdrücken, andere Worte wählen, neue Sätze formulieren… Ich hatte auch kurz überlegt, den Text zu überarbeiten. Es sind schon einige widersprüchliche Aussagen enthalten, Worte, Formulierungen, die ich nicht mehr so verwenden würde… Doch dann bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich ihn sonst verfälschen würde. Denn es ist der Text eines jungen Mädchens, der mich zum Schmunzeln bringt und mich lächelnd an längst vergangene Zeiten erinnern lässt. In diesem Sinne möchte ich diesen Aufsatz gern mit Dir teilen.

Schaffen wir uns gerade jetzt, in der Vorweihnachtszeit gemütliche Momente zum Innehalten, zum Schmunzeln und Erinnern. Vielleicht magst Du ja einen solchen Moment teilen: Imme sammelt auf ihrem Blog Sprotten-Stories noch bis zum 31. Dezember 2017  im Rahmen einer Blogparade solche und ähnliche Nostalgiemomente.

 

Im Schilf, Lomografie, (c) Doreen Trittel

Im Schilf, Lomografie, analog, (c) Doreen Trittel

 

Berlin, am 28. März 1988

Aufsatz zum Wi(e)dergeben von Eindrücken

Abschied vom See

Ich erinnere mich an einen Ferientag im August 1987 an einem See in Polen. Langsam gehe ich den Waldweg entlang. Hinter mir liegt das Lager. Stimmen sind zu hören, singende und lachende. Dort vorne muß ich in das Gebüsch nach links abbiegen.
Ein kleiner schmaler Weg, von Bäumen und Sträuchern umgeben, führt hinunter zum Steg. Das Wasser ist schon zu hören. Es plätschert leise.
Vor mir breitet sich der ruhige See aus. Bis jetzt hatten Bäume und Büsche den Blick auf ihn verdeckt.
Ich gehe auf den kleinen, zerfallenen und einsamen Steg zu. Man muß vorsichtig sein, denn er ist schon wack(e)lig, morsch, und er neigt sich langsam dem Grund des Sees zu.
Es ist schön(,) hier zu sitzen, mitten im Schilf und vor mir ein Stück vom See. Am anderen Ufer sieht man ein Haus zwischen Bäumen hervorragen.
Der Himmel färbt sich rot, orange und gelb. Zwischen diesen Farbtönen sinkt eine hellgelbe Kugel, die Sonne. Sie versinkt mehr und mehr hinter dem Berg, der mit verschiedenen Baumarten bewachsen ist.
Dort und da taucht im See mal ein Fisch auf, der kleine Wellen hinterläßt. Die Frösche geben ihr Abendkonzert, dem ich gerne zuhöre. Auf der anderen Seite des Sees sitzen einige Fischer und warten auf ihren Fang.
Morgen, um diese Zeit, sind wir schon auf dem Heimweg.
Ich sitze hier und versuche, mir dieses Bild einzuprägen, denn ich werde es bestimmt nie wiedersehen.
Jetzt muß ich aber gehen, denn gleich gibt es Abendbrot. Langsam erhebe ich mich. Meinen gepflückten Blumenstrauß überlasse ich den Wellen des Gewässers.
Traurig gehe ich auf den kleinen schmalen Weg. Doch ich drehe mich noch (ein)mal um, schiebe die Blätter beiseite und sehe noch einmal dieses schöne Bild der Natur. Ich könnte jeden Abend hier sitzen, und jedesmal g(ä)be es etwas Neues zu entdecken.
Vor mir sehe ich wieder das Lager. Die Stimmung der anderen reißt mich mit und läßt mir keine Zeit, sehnsüchtig an diese Augenblicke am See zurückzudenken.

 

Am See 2, Lomografie, (c) Doreen Trittel

Am See 2, Lomografie, analog, (c) Doreen Trittel

 

Mit meinen Erlebnissen in diesem Ferienlager beschäftige ich mich auch in meiner Arbeit mit dem Titel Sommer 1987. Hier habe ich Eintragungen aus meinem Tagebuch von damals mit Fotografien (Lomografie) verknüpft. Es sind die Erlebnisse und Gedanken an einem Sommer in einem Pfadfinderlager irgendwo in einem Wald an einem See in Polen. Auf der einen Seite unterscheiden sich diese Erfahrungen von denen in Westdeutschland aufgewachsenen Kindern, aber andererseits lassen sich auch viele Gemeinsamkeiten erkennen.

Ich wünsche Dir noch eine schöne Adventszeit mit genussvollen und gemütlichen Momenten. Lasst uns auch in der kalten Jahreszeit wundervolle Erinnerungen für morgen schaffen.

10 Jahre Bloggerin – 10 Tipps für Dich

10 Jahre Bloggerin – 10 Tipps für Dich

Wir haben das Jahr 2017 und es neigt sich dem Ende. Aber erst jetzt merke ich, dass ich im Frühjahr dieses Jahr, genauer gesagt im März 2017, mein Jubiläum als Bloggerin versäumt habe. Vor 10 Jahren sendete ich meinen ersten Beitrag in die digitalen Weiten.

Selbstporträt, 2007, (c) Doreen Trittel

Selbstporträt, 2007, (c) Doreen Trittel

 

Wie konnte ich das nur vergessen?

Wie konnte ich dieses Fest nicht feiern? Heißt es nicht, man muss die Feste feiern, wie sie fallen? Ich habe es schlicht und einfach verpennt. Vielleicht auch, weil mein Blog zu meinem Atelier noch nicht so alt ist. Aber wie komme ich gerade jetzt darauf? Über die Blogparade #KultBlick bin ich auf den Blog von Tanja Praske aufmerksam geworden. Sie feierte jetzt ihren 5. Bloggeburtstag und hat dazu einen inspirierenden Beitrag geschrieben: Kulturverrückt: 5 Jahre bloggen pro Kultur – Chancen und Bereicherung. Als ich ihre Zeilen las, tauchten eigene Erinnerungen auf und ich fand mich hier und da wieder. Dabei wurde mir dann bewusst: Hey, was ist mit deinem Jubiläum? Willst du nicht mal innehalten und dieser Zeit deine Aufmerksamkeit widmen? Wie sind deine Erfahrungen? Welche Tipps hast du für andere Blogger.innen? So gehe ich dem heute einfach mal nach.

Selbstporträt, 2008, (c) Doreen Trittel

Selbstporträt, 2008, (c) Doreen Trittel

 

Seit 10 Jahren bin ich Bloggerin.

2007 ging es los. Damals lebte ich seit einigen Jahren in Saarbrücken und wusste noch nicht, dass ich in den folgenden Monaten wieder nach Berlin ziehen würde. Im Mittelpunkt meines kreativen Tuns standen damals das Schreiben, hauptsächlich Gedichte, und die Fotografie. Ich habe an Lesungen teilgenommen und mich mit anderen Schreibenden vernetzt. Doch irgendwann hatte ich das Gefühl, ich komme nicht weiter. Dann kam die Idee auf, dass ich doch einen Blog starten könnte: wortmeer. Zunächst war ich zaghaft, doch mit jedem veröffentlichten Beitrag, mit jedem Kommentar wuchsen mein Selbstverständnis und Selbstbewusstsein. Ich lernte andere Blogger.innen kennen und tauschte mich mit ihnen aus. Zwischendurch der Umzug nach Berlin. Ich führte diesen Blog aus reiner privater Freude. Hinzu kamen Reise- und Alltagserlebnisse, Besuche von Veranstaltungen und Ausstellungen, Gedanken und weitere kreative Projekte (z.B. Collagen und textile Arbeiten). Und ich bin Mutter geworden.

Selbstporträt, 2011, (c) Doreen Trittel

Selbstporträt, 2011, (c) Doreen Trittel

 

Über verschiedene Stationen und Phasen begann ich damit, mich der Kunst intensiv zu widmen. Dies war der Punkt, an dem ich mich auch entschlossen hatte, mich von meinem Blog wortmeer und der bisherigen Anonymität zu verabschieden. Das war im verflixten 7. Jahr. Das Schreiben poetischer Texte war schon längst in den Hintergrund geraten und irgendwie passte das Outfit nicht mehr. Da habe ich den Blog und die damit verbundenen Kanäle bei Twitter und Flickr vom Netz genommen. Ein radikaler Schritt, der es mir ermöglichte, neue Wege zu gehen.

Dies war die Geburtsstunde meines virtuellen Ateliers hehocra – Atelier für Erinnerung & Veränderung. Ich probierte einiges aus und spielte mit der Vielfalt. Im vergangenen Jahr holte ich mir professionelle Hilfe, hostete eine eigene WordPress-Seite und bin damit zu meinem heutigen Design und Aufbau gekommen. Anfang diesen Jahres änderte ich die Schwerpunkte meiner Themen, denn meine künstlerische Ausrichtung bekam einen neuen Schwung und Schwerpunkt. So stehe ich heute da, wo Du mich mit meiner Website inklusive Blog sehen kannst – auch auf Twitter, Instagram und Facebook.

Selbstporträt, 2015, (c) Doreen Trittel

Selbstporträt, 2015, (c) Doreen Trittel

 

Meine 10 Tipps für Dich und Deinen Blog:

1) Klarheit: Frage Dich, wer Du bist und was Du willst.

Was ist Deine Berufung? Was treibt Dich an? Je klarer Du Dir selbst wirst, desto klarer ist auch das, was Du Deinen Leser.innen anbieten kannst. Für mich war das ein langer und herausfordernder Weg. Umso dankbarer bin ich all denen, die mich dabei bis heute begleiten. Gleichzeitig weiß ich, dass bei diesen Themen immer wieder der Weg das Ziel ist.

2) Erfolg: Werde Dir klar darüber, was Du unter Erfolg verstehst.

Du möchtest erfolgreich sein. Aber was verstehst Du unter Erfolg genau? Hierüber habe ich kürzlich einen eigenen Beitrag geschrieben. Es ist wirklich interessant, dieser Frage auf den Grund zu gehen. Denn nicht immer sind es die überbordenden Follower-Zahlen.

3) Treue: Sei und bleibe Dir selbst treu.

Bist Du in Deinem Element oder richtest Du Dich nach der Meinung anderer und nach den neuesten Trends? Nur wenn Du Dir selbst treu bleibst, bist Du im Flow. Stichwort: authentisch.

4) Innehalten: Nimm Dir immer mal wieder Zeit, um Dir diese oder andere Fragen zu stellen.

Es lohnt sich, immer mal wieder innezuhalten, zu schauen, ob sich das, was Du da tust, immer noch gut und stimmig anfühlt. Wenn dem nicht so ist, dann spüren das auch schnell Deine Leser.innen. Gleichzeitig öffnet sich in solchen Phasen der Blick und es wachsen neue Ideen.

5) Loslassen: Trenne Dich von dem, was Dich aufhält.

Das Leben ist Veränderung. So wirst auch Du Dich und Dein sich Blog verändern. Da gibt es immer mal etwas, was sich dann nicht mehr stimmig anfühlt. Dann ist es Zeit, sich davon zu verabschieden und es loszulassen.

6) Hilfe: Hole Dir professionelle Unterstützung an Board.

Die Anforderungen an einen Blog wachsen. Die Ansprüche verändern sich. Irgendwann kommt wahrscheinlich auch bei Dir der Punkt, an dem Du nicht mehr weiterkommst. Oder Du möchtest Dich einfach nicht mehr mit bestimmten Fragestellungen und Problemen auseinandersetzen. Unsere Zeit ist kostbar. Unsere Energie soll in das Fließen, was uns Freude bereitet. Scheue Dich nicht, nach professioneller Hilfe zu fragen. Oft lohnt es sich, wenn Du die Sache finanziell und zeitlich im Zusammenhang betrachtest.

7) Vernetzen: Treffe Dich mit anderen Blogger.innen.

Ein wertschätzender Austausch mit anderen Blogger.innen, ob real oder auf digitalen Wegen, ist immer sehr bereichernd und motivierend. Entweder teilt man die gleichen bzw. ähnlichen Herausforderungen. Ein Blick von außen bringt Dich selbst auf neue Sichtweisen.

8) Kooperationen: Entwickle mit anderen Blogger.innen gemeinsame Ideen.

Dies bringt frischen Wind in Deine Beiträge und Inhalte. Dies können Interviews oder Gastbeiträge sein, Porträts oder Empfehlungen. Die Ideen können auch über Deinen Blog hinauswachsen.

9) Ausdauer: Lass Dich nicht entmutigen.

Die Resonanz auf Blogs ist gerade am Anfang nicht groß und hat im Laufe der Zeit auch immer mal wieder Durststrecken. Lass Dich nicht entmutigen. Wenn das, was Du machst, für Dich gut anfühlt, dann bleibe dabei und mach weiter, kontinuierlich und ausdauernd. Die Wahrnehmung ist oft größer als das, was wir als Blogger.innen sehen.

10) Freude: Mach das, was Du tust mit Freude.

Das ist mein wichtigster und letzter Tipp an Dich. Mache das, was Du tust mit Freude. Wenn Dir bloggen kein Spaß macht, und Du Dich zwingen musst, dann merken das die Leser.innen. Die Möglichkeiten, einen Blog zu führen sind sehr vielfältig. Du musst Dich nicht nach bestimmten Formaten oder Vorgaben richten. Schreibe und poste, wie es zu Dir passt und wie es Dir Spaß macht. Das können auch wenige Sätze, Fotos oder Ideen sein. Schau Dich um. Spüre in Dich hinein und mach das, was zu Dir passt, was Dein Ding ist.

Selbstporträt, 2016, (c) Doreen Trittel

Selbstporträt, 2016, (c) Doreen Trittel

 

In diesem Sinne wünsche ich allen Blogger.innen viel Freude beim Bloggen. Ich danke Dir, dass Du hier bist. Ich danke auch allen, die mich auf meinem Weg begleitet haben und begleiten. Fröhliche Grüße & Prost, Doreen

 

Doreen Trittel vor ihrer Arbeit "Typenschulbau", 2017, (c) Christian Appl

Ich vor meiner Arbeit “Typenschulbau”, 2017, (c) Christian Appl

Fundstücke II: 25 Jahre danach

Wie schon angekündigt, sind mir weitere interessante Rückblicke auf die Ereignisse von 1989 über den Weg gelaufen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Wende Gelände ist eine fotografische Serie mit Aufnahmen von verschwunden Orten einer Kindheit. Erinnerungen der Fotografin Sarah Schönfeld.

* Vor fünf Jahren, zum 20. Jahrestag des Mauerfalls, hat das Deutsche Tagebucharchiv ein Heft mit Tagebuchausschnitten zur Erinnerung an eine Welt, die es nicht mehr gibt herausgebracht. Dieses ist mir gerade wieder in die Hände gekommen und in diesen Tagen wieder aktuell, deshalb erwähne ich es an dieser Stelle einfach mal. Unten gibt es einen kleinen Einblick von mir. Textauszüge gibt es hier als pdf. (Es lohnt sich sowieso, auf den Seiten des Tagebucharchivs zu stöbern; eine interessante und wichtige Einrichtung. Es gibt zum Beispiel auch ein Heft mit Tagebucheinträgen zum 9. November, die nichts mit dem Mauerfall 1989 zu tun haben, sondern weiter zurück liegen.)

* Eine sehr persönliche, humorvolle und nachdenkliche Sicht zeigt eine Dokumentation mit Erinnerungen des Schauspielers Jan Josef Liefers.

* “Wir reflektieren die Vergangenheit, um daraus zu lernen und gemeinsam Gegenwart und Zukunft mitzugestalten.” – Ein interessantes Interview mit zwei engagierten Wendekindern der Dritten Generation Ost.

* Auf Twitter gibt es auch unter folgenden Hashtags Informationen und Hinweise: #ddr und #wende89.

* Wie sehr sich Berlin verändert hat, zeigt diese großartige Gegenüberstellung von Fotografien gestern und heute. (Man kann sogar in den Fotos schieben, so dass sich der frühere bzw. der heutige Blick komplett öffnet.)

* Die Dokumentation Zonenmädchen hat mich sehr berührt. Ich habe ihn auf Arte in der Mediathek gesehen. Sabine Michel und ihre Freundinnen waren beim Mauerfall 18 Jahre alt. Sie blicken – sehr persönlich – gemeinsam zurück und fragen sich, wie viel Zone noch in ihnen steckt. (Leider steht er dort nicht mehr zur Verfügung, aber man kann den Film erwerben. Hier gibt es einen Trailer.)

Dies ist nur eine kleine subjektive Auswahl meinerseits. Die Berichte und Veranstaltungen überschlagen sich ja gerade, jetzt, wo der Jahrestag am 9. November kurz bevorsteht.

Tagebucharchiv: Erinnerungen an die DDR

Fundstücke I: 25 Jahre danach

Es gibt ja gerade zahlreiche Rückblicke auf die Ereignisse von 1989. Auf folgende möchte ich Euch gern aufmerksam machen:

Anke Domscheit Berg veröffentlicht in mehreren Teilen ihre Tagebücher und andere Dokumente aus den Tagen um dem Mauerfall 1989.

* Arte zeigt in einem Programmschwerpunkt interessante, vielschichtige Dokumentationen und Filme.

* Die Zeit stellt zahlreiche Statistiken in ihrem Artikel Das geteilte Land dar. Aber daneben finde ich das gezeigte Video sehr interessant. Es stellt Fotografien von damals mit heutigen Bildern einzelner Plätze gegenüber.

* Eine Ausstellung in Magdeburg gewährt mit Fotografien private Einblicke in die Kunstszene der DDR. (Ich selbst kann diese Ausstellung leider nicht besuchen, aber habe sie von einem für mich besonderen Menschen empfohlen bekommen.)

* Erzählcafé in Berlin Pankow: Frauen mit DDR-Wurzeln erzählen ihre Geschichte. (Hiervon habe ich bereits einen Abend besucht und hier berichtet.)

* Auf Twitter gibt es unter den Hashtags #de25 und #Mauerfall weitere Informationen und Hinweise.

 

Mir wird in den nächsten Tagen und Wochen sicher noch mehr über den Weg laufen…

Habt Ihr noch spannende und zum Nachdenken anregende Empfehlungen?

 

ps: Ich erinnere mich auch…

 

 

Regelmäßig über Technik schreiben

Über Technik zu schreiben, ist jetzt nicht gerade mein Ding, auch nicht über Technik lesen, wenn es, abgesehen von Bedienungsanleitungen, nicht unbedingt sein muss. Doch kürzlich entdeckte ich das Techniktagebuch. Mehrere Autoren schreiben in einem Blog über Technik. Technik, die sie zum Beispiel im alltäglichen Leben nutzen. Technik und unser Umgang mit ihr. Technik, wie sie sich im Laufe der Jahre verändert hat. Technik und Zubehör, an deren Anfänge wir nostalgisch zurückdenken… Ich kann mich dem nicht entziehen und lese nun regelmäßig und fasziniert das Techniktagebuch.

Das hat mich dazu inspiriert, mal selbst zu beobachten, welche Technik ich im Alltag üblicherweise verwende. So habe ich mal eine kleine Auflistung zusammengestellt. Dies finde ich selbst interessant und stimmt mich auch nachdenklich: wie sehr wir von Technik abhängig sind und wie sehr Technik aber auch unser Leben erleichtert und bereichert.

Technik auf dem Schreibtisch

an einem Tag im Juni 2014:

* Wecker via Smartphone * Blick auf die Uhr am Bett * Zähne mit der elektrischen Zahnbürste putzen * Haare mit dem Föhn trocknen * Wasser mit dem Wasserkocher kochen * unterwegs Musik via Play Music hören * S-Bahn fahren * mit dem Smartphone via Feedly, Twitter, Instagram, Facebook, Chrome lesen bzw. Bilder anschauen * Karte ans Arbeitszeiterfassungsgerät (schönes Wort, oder) halten * wieder Wasser mit dem Wasserkocher kochen * am Rechner arbeiten * mit Telefon (Festnetz) telefonieren * an Termine durch das Smartphone via Kalender erinnert werden und neue vereinbaren * wieder Karte ans Arbeitszeiterfassungsgerät halten * Cappuccino am Kaffeeautomaten holen * S-Bahn fahren * Spülmaschine bestücken und anschalten * Wäsche in die Waschmaschine stopfen und anstellen * zu Hause am Rechner online via WordPress bloggen * zwischendurch am Smartphone Nachrichten via WhatsApp lesen und schreiben, ebenso E-Mails via gmx und gmail * wieder feststellen, dass nichts interessantes im Fernsehen läuft; statt dessen in der Mediathek stöbern * Zähne mit der elektrischen Zahnbürste putzen * Blick auf die Uhr am Bett * Wecker am Smarthone einstellen und Ladegerät anschließen *